Love will surely pour down like the rain

von Aperol
KurzgeschichteFamilie, Freundschaft / P12
Reim Lunettes Sharon Rainsworth Xerxes Break
31.03.2015
31.03.2015
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„Break! Break! Wo bist du?“, rief sie, als sie die Fluren des Anwesens entlang lief. Mit jedem Schritt klakerten die Absätze ihrer Schuhe, der Rock ihres Kleides schleifte sanft hinter ihr her, während sie den vorderen Teil hoch gehoben hatte. „Break!“
„Sharon, was ist los?“, ertönte es plötzlich hinter ihr, weshalb sie abrupt stehen blieb und sich zu der Person wandte. „Reim! Wo ist Break?“
„Ich glaube Break ist auf dem Balkon.“, sagte das kleine Mädchen auf Reims Schultern und kicherte. Reim lächelte nur und sah auf die Braunhaarige hinab, dann ging er auf sie zu. „Dann lasst uns zum Balkon gehen, was meinst du?“
Sharon nickte lächelnd und nahm seine eine Hand in ihre, während die andere das kleine Mädchen auf seinen Schultern hielt.
~
„Endlich habe ich dich gefunden, Break!“
„M-Mutter?“
Ein kleiner Junge mit hellbraunen Haaren, dessen Rücken vor wenigen Sekunden noch zu ihr gewandt war, schaute seine Mutter mit großen Augen und Süßigkeiten im Mund an. „Öhm, möchtest du ein paar Lollis?“, fragte er unschuldig und hielt ihr genante Süßigkeiten hin. Sharon seufzte nur.
„Ich will!“, sagte jemand fröhlich und kam auf den kleinen Break zugehüpft.
„Ich habe dir gerade schon meine Schokolade gegeben, Shirley!“
Shirley verzog einen Schmollmund, woraufhin der Junge nur lachte.
„Hier, Shirley.“, lachte er und tätschelte ihren Kopf. „Aww, danke, Break-niisan!“

Sharon und Reim hatten die ganze Zeit lächelnd zugeschaut.
„Er ähnelt ihm wirklich...“, flüsterte Sharon leise – mehr zu sich selbst.
Reim schaute seine Ehefrau besorgt an, weshalb er ihre Hand leicht drückte.
Sie schwiegen eine Weile und beobachteten ihre Kinder dabei, wie sie fröhlich miteinander redeten, rumalberten und spielten. Plötzlich kam ihr eine Idee.
„Reim, wie wär's wenn wir alle zusammen Tee trinken?“
„Hm? Haben wir nicht jeden Tag Tee?“
„Ich meinte, Tee an dem Ort!“
„Oh.“, machte er und verstand sofort. „Natürlich. Wann möchtest du gehen?“
„Jetzt!“, rief sie aufgeregt und ihre Augen begannen zu leuchten, woraufhin er lachen musste.
~
Es herrschte angenehme Stille. Die Sonne schien durch das Laubdach und hauchte den Ort in warme Farben, während der Wind durch die Blätter rauschte und dabei auch die Strähnen ihrer hochgesteckten Haare bewegten.
Sie nahm einen Schluck aus ihrer Tasse und stellte diese dann wieder ab.
Mittlerweile hatten sie einen Tisch aufgestellt und mit Tassen, Tellern und eine Dekoschale mit vielen Etagen, auf denen sich Süßigkeiten befanden, beschmückt.
Reim gabelte ein Stück Kuchen von seinem Teller, schob es sich in den Mund und kaute genüßlich. Nun, er ist Breaks bester Freund – dies war einer der Gründe, die die Beiden miteinander verbanden: ihre Liebe zu Süßigkeiten. Sharon erinnerte sich an die Zeit, als Break und er sich mit Bonbons vollstopften und dabei Alkohol tranken, jedoch keiner von ihnen betrunken wurde – auch wenn es nicht gerade wenige Flaschen waren...
Dennoch gab der Weißhaarige vor betrunken zu sein, somit ließ er den armen Diener der Barmas alleine aufräumen und mit seinem ganzen Getorkel und Gelalle war er auch keine große Hilfe.
~
„Oiii, Reim-saaan~“
„Break, ich weiß, dass du nicht betrunken bist. Hör' endlich auf so zu tun und hilf' mir beim Aufräumen!“
„Wasch redescht du fürn-“
Ein Schluckauf unterbrach ihn. Dieser... Dieser elender Schauspieler!
„Isch geh dann ma' aufn Zimmeeer~“, trällerte er und torkelte aus dem Zimmer, seinen Kollegen alleine lassend – in mitten der ganzen Weinflaschen, die Break im Raum verteilt hatte.
„XERXES!!!“

~
Bei der Erinnerung konnte die Braunhaarige nicht anders und kicherte.
Mit einem sanften Blick beobachtete er Sharon, während sie – komplett verloren in ihren Gedanken und Erinnerungen – vor sich hinkicherte und kaute abwesend auf seiner Gabel herum. Sein Blick schweifte kurz von ihr ab, zu seinen Kindern: der kleine Break hielt ein Holzschwert in seinen Händen, während Shirley mit einem Papierfächer (Sharon hatte ihr beigebracht wie man diese bastelt – sehr zu Reims Leidwesen) auf das Schwert einschlug.
Plötzlich fing er an leise in sich hinein zu lachen.

„Reim?“, fragte Sharon, als sie zur Realität zurückkehrte.
Der Angesprochene winkte ab und lächelte. „Ich habe mir nur vorgestellt, was Xerxes jetzt sagen würde.“
Ein Lächeln schlich sich auf ihren Lippen und sie nahm ihren Tee, mitsamt Untertasse, in die Hand. „Wahrscheinlich sowas wie: Erzählt euren Kindern wie unglaublich heldenhaft und cool ich bin!“, vermutete sie und versuchte Breaks Stimme zu imitieren, woraufhin ihr Gegenüber auflachen musste.
„Ich glaube, wir sollten ihnen auch erzählen, dass der Xerxes Break außerdem immer vorgibt alles zu wissen, doch nichts offenbart; ein Perfektionist ist, der keine Niederlage akzeptieren kann und...“
„...nicht tanzen kann.“, beendeten Beide die Aufzählung. Stille herrschte eine Sekunde zwischen dem Paar, dann fingen sie an zu lachen.

„Aww, wie gemein~“

Reims Augen weiteten sich. Hastig nahm er seine Brille in die Hand und polierte schnell die Gläser, bevor er sie wieder auf die Nase setzte und mehrmals hintereinander blinzelte.
„Break...?“
Sharon schwieg. Wie erstarrt saß sie auf dem Stuhl – nur ihre Hand mit der Tasse begann zu zittern, so dass die heiße Flüssigkeit über ihre Haut auf den Tisch tropfte.
„Oje oje, Ojou-sama, Ihr solltet besser aufpassen.“
Mit diesen Worten wurde ihr die Tasse abgenommen und ein weiches Tuch streifte zart über ihre Haut, dabei trocknete es die nassen Stellen, die der Tee hinterließ.
Sie traute sich nicht umzudrehen und starrte ihre Hände an, weswegen Reim sie besorgt aus dem Augenwinkel anblickte.
Der Mann hinter seiner Ehefrau lächelte nur, beugte sich über ihr und tätschelte ihr den Kopf. „Sharon.“, sagte er.
Tränen fingen an sich in ihren Augen zu bilden und als sie ihre Augen zusammen kniff, kullerten sie ihre Wangen hinunter, während sie den Stoff ihres Kleides zwischen ihren Fingern zerknüllte.
„Du bist so ein Idiot, Xerxes...“, murmelte er; konnte seinen Blick jedoch nicht vom eben Genannten abwenden.
„Aww, Reim-san, immer noch so verkrampft wie immer~“
Break  bewegte sich um den Tisch herum, hüpfte auf die Platte und schlug seine Beine übereinander.

Break schwieg.

Reim schwieg.

Sharon schwieg.

Nach einer Weile atmete Sharon tief ein und blickte auf.
„Break, bist... bist du es wirklich?“, fragte sie vorsichtig.
Der Angesprochene sah sie sanft an und seine Mundwinkel zogen sich nach oben. „Wer denn sonst, Ojou-sama!“, antwortete er und flatterte energisch mit seinen langen Ärmeln. Er wollte, dass sie lächelt, also kam ihm eine Idee, als er Stimmen in der Nähe hörte und griff nach einem Lolli aus der Dekoschale.
„Und wie heißen diese Kinder dort drüben?“, fragte der Weißhaarige, während er den Lolli auspackte, seine Zunge darum wickelte und langsam darauf kaute.

Crunch.

„Shirley und... Break.“
„Ja?“
„Nein, der Junge heißt Break.“
„...“

Crunch.

Aufeinmal warf er den Kopf in den Nacken und stieß ein lautes Lachen hervor (Sharon wunderte sich, dass die Kinder nichts davon mitbekamen und fröhlich weiter spielten).
„B-Break?“, fragte Sharon verwirrt.
Der Clown winkte ab, spuckte den Stiel aus dem Mund und tastete nach Reims Teller, bevor er ihn in die Hand nahm.
„H-Hey!“
„Ich fühle mich geehrt.“, meinte Break grinsend.
Reim beobachtete Break dabei, wie er das Stück Kuchen mit einer Gabel zerlegte und sein Auge fing an zu zucken.
„Du bist gar nicht so nutzlos, Reim-san.“, sagte der Mann neckend und fuhr mit seiner Zunge über den Teller. „W-Was?“
„Na, du-“
„Halt! Stopp' genau da! Keine perversen Anmerkungen!“, rief der Braunhaarige panisch und stand hektisch mit einem rotem Gesicht auf, so dass der Rotäugige fragend eine Augenbraue hob.
„Oje oje, woran hat Reim-san denn gedacht?“
Er kicherte und verdeckte den Mund mit seinen langen Ärmeln – auch auf Sharons Wangen legte sich ein leichter Rotschimmer und sie blickte überall hin, nur nicht zu den beiden Männern.
Plötzlich fing Sharon an zu kichern, dann lachte sie laut auf. Die Männer, die vor wenigen Momenten noch „geredet“ hatten, verstummten und schauten zu der Braunhaarigen hinüber und bemerkten, dass sie so sehr lachte, dass sie sich die Seite hielt. Break und Reim tauschten einen Blick, doch auch sie fingen an mitzulachen.
Mit fröhlichem Gelächter und Gerede, saßen die Drei an dem Tisch; tranken Tee, redeten, lachten und genossen den Moment im Schein der strahlenden Sonne.
~
„Ich geh' dann mal wieder.“, sagte er und streckte sich.
Sharon und Reim hielten mitten in ihren Bewegungen inne.
„Du gehst?“, fragte Sharon, der traurige Unterton kaum zu überhören.
Break nickte zur Antwort nur und sein Blick schweifte kurz zu Reim, in dessen Augen sich auch Traurigkeit spiegelten.
„Der Kern des Abyss hat mir ein bisschen Zeit gegeben, um euch zu besuchen.“, erklärte er schließlich und lächelte leicht.

„Ich verabschiede mich nun.“
Das Mädchen blickte ihm direkt in die Augen und ein Lächeln umspielte ihre Lippen. „Ich verstehe. Wir werden uns sicherlich wieder begegnen.“
Break erwiderte ihr Lächeln und konnte nicht anders und erinnerte sich an die Zeit zurück, als sie bei Oz's zweite Mündungszeremonie ihm beibringen wollte wie man tanzt. Und plötzlich bist du zu einer so starken Frau geworden.
Das Ehepaar bemerkte die goldenen Lichtflecken, die um ihren Freund tanzten und auch, dass seine Hand langsam durchsichtig wurde.
Er hob zum Abschied seine Hand und grinste sie an, während Sharon – auch Reim – versuchte ihre Tränen zurückzuhalten.
„Danke, Break!“, riefen die Beiden gleichzeitig, bevor der Weißhaarige im goldenen Licht verschwand und nur sein fröhliches Lachen den Ort erfüllte.

Wir werden uns sicherlich wieder begegnen... in 100 Jahren.
Danke, Xerxes Break.
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