One of those darkest Words

GeschichteDrama, Romanze / P18
31.03.2015
13.09.2016
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Hallo,
ich hatte spontan diese Idee zu einer Story und wollte sie einfach mal niederschreiben.
Ich weiß noch nicht wirklich ob ich die Story weiterführen soll. Lasst mir doch einfach ein paar Reviews da, damit weiß ob es sich lohnt ;)
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[Victoria's PoV]

Das hast du ja wieder mal toll hingekriegt, Victoria!
Vor mir ragte der Wolkenkratzer in die Höhe, in dessen obersten Stockwerk ich schon vor einer halben Stunde hätte sitzen müssen. Das Schicksal, vor allem aber der Verkehr, hatten mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zwar war ich mindestens eine halbe Stunde zu früh in meinen kleinen, gelben Käfer gestiegen, doch dank des heftigen Gewitters, das nun erst langsam abebbte, war ich eine gefühlte Ewigkeit im Stau festgesteckt. Und nun, eine gute halbe Stunde zu spät, stand ich erst vor dem Firmengebäude von Cunningham Ventures.
Es war schon schwer gewesen die Chance zu bekommen, und einen Termin für ein Vorstellungsgespräch bei Christopher Cunningham, dem Besitzer der Firma,  zu ergattern. Und ich, geschickt wie ich war, hatte natürlich alles vermasseln müssen...
Ausgerechnet ein Vorstellungsgespräch bei Christopher Cunningham; reich und angeblich ebenso gut aussehend. Nun gut, letzteres konnte ich nicht beurteilen - ich hatte ihn noch nie gesehen. Schließlich kam ich aus einem anderen Land und das einzige was mir zuvor bekannt war, war der Name der Firma. Tja, so wie's aussah spielte das jetzt keine Rolle mehr.
Ich schluckte und betrat die Lobby des gigantischen Firmengebäudes. Schon als mich die hübsche Brünette am Empfang erblickte, spürte ich Missbilligung in ihrem Blick. Verübeln konnte ich es ihr nicht. Zumindest nicht heute.
Zwar hatte ich mir große Mühe gegeben heute hübsch und professionell auszusehen, doch auch hier wollte das Wetter einfach nicht mitspielen. Aus meinem Dutt hatten sich einige schwarze Strähnen gelöst und hingen mir nass ins Gesicht.
Meiner Bluse wie auch meinem schwarzen Rock hatten Regen und Wind zugesetzt. Zerknittert und triefend nass klebten sie nun an meinem Körper. Meine dreckigen Pumps, die so vermutlich in den nächsten Mülleimer gehörten, trugen ihren Rest zu meinem Erscheinungsbild bei.
Natürlich musste die durchgestylte Brünette mich mit abfälligen Blicken mustern. SIE schien im Gegensatz zu mir zu der modern und anscheinend auch sehr teuer eingerichteten Lobby zu passen. Während ich hier...wie ein unerwünschter Eindringling wirken musste.
"Entschuldigen Sie, wie komme ich zu Mister Cunninghams Büro?", fragte ich ein wenig unsicher, fühlte mich zunehmend fehl am Platz.
"Und Sie sind...?", fragte die Brünette -Brianna, wie ich auf dem kleinen Namensschild an ihrer Bluse las- mit hochgezogener Braue.
"Victoria... Victoria Taylor." Unnötigerweise zupfte ich meinen Rock zurecht.  Als würde DAS noch helfen...
"Ah...Miss Taylor, Sie sind ziemlich spät", stellte Brianna kühl fest. "Ich weiß nicht ob Mr. Cunningham sie noch empfangen wird. Er hat einen vollen Terminkalender." Wieder diese Spitze in der Stimme der Brünetten und die Botschaft hinter ihren Worten konnte kaum deutlicher sein. Natürlich hatte er einen vollen Terminkalender, und mein Vorstellungsgespräch war so unwichtig wie es nur sein konnte. Kam ich zu spät - selbst schuld.
Etwas wütend starrte ich Brianna an, obwohl ich ihr letztendlich recht geben musste. Wieso sollte Mr. Cunningham sich wegen mir die Mühe machen einen wichtigen Termin zu verschieben? Dennoch war es deprimierend. Ich war nach London gezogen, wegen dieser großen Chance, die sich mir geboten hatte. Und wofür nun das ganze? Für nichts und wieder nichts.
Verdammt, Victoria! Wie konntest du nur so dämlich sein!, schalt ich mich. "Wäre nur dieses verflixte Gewitter nicht gewesen..." Ein langgezogener Seufzer kam über meine Lippen.
Nur nebenbei bemerkte ich, wie Brianna etwas in ihren Computer tippte. "Hören Sie, Miss Taylor, Mr. Cunningham müsste bald von einem Geschäftstermin zurück sein, vielleicht kann er ihr Vorstellungsgespräch ja noch zwischen zwei Besprechungen einschieben." Zum ersten Mal bemerkte ich so etwas wie Mitgefühl bei der Brünetten, und ihre harten Gesichtszüge schienen sich einen Moment zu entspannen. Ein kaum merkbares Lächeln zeigte sich auf ihren roten Lippen.  
Hoffnung glomm in mir auf, die ich kurz später aber schon beiseite schob. Ich durfte mir nicht zu viele Hoffnungen machen, die vermutlich ohnehin enttäuscht werden würden.
"Warten Sie doch bitte im obersten Stockwerk, meine Kollegin wird sie dort empfangen." Mit einer eleganten Geste deutete sie auf einen Fahrstuhl, der mir zuvor noch nicht aufgefallen war. Von Briannas Mitgefühl fehlte jetzt zwar jede Spur und der distanzierte, professionelle Ausdruck war wieder zurückgekehrt, doch das war mir egal.
Mit neuem Mut lief ich zum Fahrstuhl, atmete tief durch und betrat ihn schließlich. Kurz bevor sich die Türen schlossen, stürzte ein Mann zu mir in den Lift. Mit einem Lächeln musste ich feststellen, dass er sich im selben Zustand befand wie ich. Durchnässt und zerzaust. Erleichterung breitete sich in mir aus und mit einem Mal fühlte ich mich nicht mehr ganz so unbehaglich hier, war nicht mehr der einzige Fremdkörper in diesen Hallen. Und anscheinend wollte dieser Mann in das selbe Stockwerk wie ich. Also war ich nicht die einzige, die Christopher Cunningham so unter die Augen treten würde.
Der Fahrstuhl setzte sich in Bewegung und ich bekam nun endlich die Gelegenheit den Mann neben mir genauer zu mustern, wenn auch nur aus den Augenwinkeln. Sein sonst bestimmt perfekt sitzender Anzug -der nebenbei bemerkt verdammt teuer aussah- war durchnässt und zerknittert. Ebenso das zerzauste mahagonifarbene Haar, dessen Strähnen ihm ins Gesicht hingen. Ich schätzte ihn auf Ende zwanzig, auch wenn ich das so schlecht feststellen konnte.
Plötzlich, völlig unvermittelt hielt der Fahrstuhl an. An der leuchtenden Anzeige über der Tür konnte ich deutlich sehen, dass wir uns noch nicht im obersten Stockwerk befanden. Als dann auch noch das Licht zu flackern begann, spürte ich Panik in mir aufsteigen. Nein, nein, nein! Nicht jetzt, nicht heute! Konnte das denn wirklich wahr sein?! Heute ging auch alles schief! Der Fahrstuhl machte keine Anstalten seinen Weg fortzusetzen.  
Verzweifelt seufzend lehnte ich mich mit der Stirn an die kühle Wand des Fahrstuhls. Das war's dann wohl...
"Geht es Ihnen nicht gut?" Die besorgte Stimme des Mannes neben mir -ich hatte ihn beinahe schon vergessen- holte mich aus meinen Gedanken.
Ich hob den Blick und sah direkt in ein paar eisblauer Augen. "N-Nein, alles in Ordnung."
"Sie sehen aber ziemlich blass aus", stellte er ruhig, aber nicht ohne Besorgnis fest. Der dunkle Klang seiner Stimme schaffte es tatsächlich die Panik in mir etwas zu mindern.
"Ich verpasse jetzt vermutlich nur mein Vorstellungsgespräch. Heute muss aber auch alles schief laufen..." Ich seufzte.
Ein leichtes Lächeln stahl sich auf seine Lippen. "Ich verstehe. Mir geht  es heute ehrlich gesagt nicht anders."
Langsam entspannte ich mich etwas. Mittlerweile war ich ganz froh darüber nicht alleine im Fahrstuhl festzustecken. Ich hatte Gesellschaft. Ziemlich gut aussehende Gesellschaft. "Haben Sie etwa auch einen Termin bei Mr. Cunningham?"
"So ungefähr." Sein Lächeln wurde etwas breiter, was mich kurzzeitig verwirrte. Was meinte er damit? "Und Sie haben heute ein Vorstellungsgespräch bei ihm?", fragte er neugierig, weiterhin mit diesem amüsierten Grinsen.
"Äh...ja...", antwortete ich etwas unsicher. Was war daran denn so komisch?
"Sind Sie ihm denn schon einmal begegnet?"
Ich schüttelte den Kopf. "Und so wie es aussieht wird es dazu auch nicht mehr kommen. Vielleicht ist es auch besser so."
Seine eisblauen Augen funkelten.  Was war das? Belustigung? Mir fiel es schwer die Mimik dieses Mannes zu deuten. Doch irgendetwas schien ihn zu amüsieren. Wenn ich bloß wüsste was. "Wie meinen Sie das?", fragte er mit dieser unglaublichen Stimme.
"Vermutlich ist er unausstehlich arrogant; ein steinreicher Kotzbrocken", erwiderte ich und musste beinahe lachen, als ich die Überraschung in den Augen des Fremden bemerkte. "Mir wurde  ja auch oft genug gesagt, dass der ehrenwerte Mr. Cunningham ach so viele Termine hat und kaum Zeit für so  ein unwichtiges Vorstellungsgespräch. Ohne seine ganzen Mitarbeiter wäre er gar nicht so weit gekommen!", zischte ich. Nein, hätte er nicht so viele Mitarbeiter würde er wohl ziemlich dumm aus der Wäsche gucken, und nicht mehr so geschwollen von seine ganzen wichtigen Terminen reden. Vielleicht konnte ich froh sein, nicht seine Bekanntschaft hatte machen müssen.
"Meinen Sie nicht, dass das ein etwas vorschnelles Urteil ist, dass Sie über ihn treffen? Schließlich kennen Sie ihn doch gar nicht", wies mich der Unbekannte freundlich, aber bestimmt zurecht.
"Verzeihung, ich wollte nicht..." Ich seufzte. "Vielleicht bin ich wirklich ungerecht. Aber der Eindruck den ich bis jetzt von Mr. Cunningham gewonnen habe, war nicht unbedingt der beste." Verlegen strich ich mir eine Haarsträhne hinters Ohr. Sonst war ich doch viel beherrschter, wieso konnte ich heute nicht auch mit meiner Meinung hinter den Berg halten? Vermutlich weil meine Laune ohnehin schon im Keller war.
Ein leichtes Lächeln spielte um seine Lippen. "Sie scheinen ihn trotzdem nicht sonderlich zu mögen."
Ein Schnauben entkam mir. "Was ich von ihm gehört habe, ist auch nicht unbedingt das beste. Er scheint eben der typische junge Millionär zu sein: Arrogant und natürlich sooo unglaublich gutaussehend. In Wirklichkeit hat er doch das alles nur geerbt, und nichts davon selbst erreicht."
Wieder dieses atemberaubende Lächeln um die Lippen des Mannes. "Vermutlich haben Sie recht. Auf mich macht er allerdings einen netten Eindruck. Für ihn zu arbeiten ist nicht so schlimm, wie sie denken."
"Sie...arbeiten mit ihm?" Ich schluckte. Verdammt, damit hatte ich wohl die letzte kleine Chance auf diesen Job vertan. Dass ich aber auch nie meine Klappe halten konnte!
"Keine Sorge, ich werde Sie schon nicht verpetzten." Sein Lächeln wurde breiter und er zwinkerte mir zu. Was hatte ich nur für ein Glück mit ihm hier festzusitzen.
"D-Danke...", stotterte ich. In diesem Moment setzte sich der Fahrstuhl unvermittelt wieder in Bewegung, was mich leicht wanken ließ. Endlich!
"Was sagten Sie, wie Sie heißen?", fragte mich der Mann unvermittelt.
"Victoria. Und Sie heißen...?"
"Nennen Sie mich doch einfach Kit." Kit? Der Fahrstuhl hielt an und die Türen öffneten sich. Er war schon zur Tür raus, bevor ich genauer nachfragen konnte. "und viel Glück bei ihrem Vorstellungsgespräch", rief er mir mit einem Zwinkern nach.

Und tatsächlich keine 15 Minuten später wurde ich in Christopher Cunninghams Büro gebeten. Etwas unsicher betrat ich den Raum. Christopher Cunningham stand mit dem Rücken zu mir, sah aus dem riesigen Panorama-Fenster. "Miss Taylor?", drang seine Stimme an mein Ohr und ich hielt den Atem an. O Gott...das konnte nicht sein... Das konnte doch nicht... Im nächsten Moment wandte er sich um und bestätigte meinen Verdacht. Sein eisblauer Blick schien mich förmlich zu durchbohren.
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Ein etwas längeres 1. Kapitel. Wenn es euch gefallen hat, lasst mir doch ein Review da und wenn nicht, dann auch ;)
Würde mich freuen eure Meinungen dazu zu hören :)
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