Alles wegen Dir!

von Eva3112
GeschichteRomanze / P12
Till Brummer / Kummer
30.03.2015
24.04.2015
13
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30.03.2015 747
 
Nach einer gefühlten Ewigkeit und einer kurzen Raucherpause verließen wir endlich die Autobahn bei der Abfahrt "Chemnitz". Ich streckte mich ein bisschen, sammelte den Müll auf, der sich während der Fahrt angesammelt hatte, und steckte meine restlichen Sachen in meine Handtasche. Dann sah ich aus dem Fenster auf die Straßen von Chemnitz. Ein wenig trostlos wirkte die Stadt, und außerdem war das Wetter schlechter als es in Köln gewesen war.
"Endlich sind wir da.", beklagte sich meine Schwester. Sie hatte die ganze Strecke alleine fahren müssen. Ich hatte zwar auch einen Führerschein, allerdings traue ich mich nicht so richtig so einen großen Transporter zu fahren, vor allem nicht auf einer Strecke, die ich nicht kannte. Das Navi sagte uns, dass wir nur noch einmal links abbiegen mussten, um unser Ziel zu erreichen. Vor einem schönen Altbau in der Nähre der Uni blieben wir stehen. Ich hatte mir die Wohnung vor ein paar Wochen angeguckt, als Nora und ich gemeinsam hier waren um alles für meine Umzug vorzubereiten, und hatte sie dann direkt gemietet. Es war eine schöne, helle kleine Wohnung direkt unterm Dach und das Beste war, dass ich nur einige Möbel neu kauften musste, da die Vormieterin einiges dort gelassen hatte. Die Miete zahlten erstmal meine Eltern, allerdings wollte ich mich so schnell wie möglich um einen Job kümmern, damit ich sie nicht zu sehr finanziell belastete.
"So, na dann auf in den Kampf.", witzelte ich. Meine Schwester grinste. Wir wussten beide, dass es noch sehr anstrengend würde, denn alle mein Sachen müssten in den vierten Stock getragen werden. Und das ohne Aufzug. "Jo, auf geht`s!".
Nach gefühlten Stunden waren endlich alle Sachen oben, zwar nur in eine Ecke gestellt, aber immerhin. "Hunger?", fragte mich meine Schwester. "Und wie!", antwortete ich. "Wollen wir raus gehen?" "Okay, ich will mir nur noch schnell was frisches anziehen.". Eine halbe Stunde später standen wir beide an der Wohnungstür und waren bereit zum Essen gehen. Da meine Wohnung recht zentral lag, entschlossen wir uns ,zu laufen. Auto gefahren waren wir heute auch echt schon genug.
Draußen war es angenehm warm, aber auch nicht zu warm. Es war halb 8, die Sonne verschwand langsam und die Nacht legte sich über Chemnitz. Ich zündete mir erstmal eine Zigarette an und nach einigen Minuten des Schweigens und Genießens waren wir in der Stadt angekommen und entschieden uns recht schnell für eine kleine Pizzeria. Die Pizza war echt lecker und ich beschloss, in den nächsten Tagen nochmal hier vorbei zu kommen um auch die Pasta zu probieren.
Gegen 10 verließen wir das Lokal und liefen noch ein wenig durch die Straßen. "Lass uns nach Hause, der Tag war echt anstrengend.". "Okay, weißt du noch, wo wir lang müssen?", fragte mich meine Schwester. "Ja klar, den Weg hab ich mir gemerkt". Etwa eine halbe Stunde später waren wir da. Die Wohnung war kalt, ich hatte vorhin vergessen die Heizung etwas anzumachen. Also jetzt erstmal voll aufdrehen. Ihr Bett hatte mir die Vormieterin auch überlassen, sodass ich nur noch schnell meine Bettwäsche und Bezüge in den Kisten suchen musste. Während Sophie sich in die Dusche verabschiedete bezog ich schnell das Bett und überlegte dann, was ich morgen früh bei Ikea noch kaufen musste. Solange wir den Transporter noch hatten wollten Sophie und ich das ausnutzen und wollten direkt am nächsten Morgen hinfahren, um möglichst alles erledigt zu haben, wenn meine Schwester sich morgen Nachmittag wieder auf den Weg nach Köln machen musste.
Als Sophie aus dem Bad kam, ging ich noch schnell duschen und dann legten uns dann in das große, bequeme Doppelbett schlafen. Sophie war nach einigen Minuten eingeschlafen, immerhin hatte sie sich auch den ganzen Tag aufs Fahren konzentrieren müssen. Ich hingegen lag noch lange wach und überlegte, was ich in den nächsten Tagen noch alles erledigen müsste. Es war unglaublich viel und ich bekam das Gefühl, dass ich das alleine niemals alles hinkriegen würde. Da war es wieder, das Gefühl, dass man nichts alleine schaffen kann, dass man schlechter ist als andere, dass man es eh nicht schaffen wird. Das Gefühl, dass ich zwischen 13 und 15 Jahren so oft hatte. Ich hasste es und wusste ganz genau, dass ich dieses Gefühl verdrängen musste, um nicht wieder so zu  enden wie früher. Schnell konzentrierte ich mich auf was anderes, drehte mich auf die andere Seite und schlief dann endlich ein.
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