Geschichte: Fanfiction / TV-Serien / Lost / Starry-Eyed

Starry-Eyed

GeschichteMystery, Romanze / P16
Ben OC (Own Character)
29.03.2015
20.08.2016
22
76379
2
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29 Reviews
Dieses Kapitel
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So, alle Ben-Fans aufgepasst. Endlich eine Fanfiktion mit unserem Liebling :)
Ehrlichgesagt lasse ich die Fanfiktion ein bisschen beim Schreiben entwickeln und das meiste passiert so wie in der Serie, nur dass mein OC, April Sparks mit von der Party ist. Ich hoffe ihr mögt sie, so wie ich sie geschrieben habe. Leider ließ es sich nicht vermeiden, dass in der Geschichte Unmengen an Spoilern vorkommen, aber so ist das nunmal wenn man die Geschichte nochmal von vorne aufrollt ^^"

Ich habe auch gleich einen Banner zur Story gestaltet. Ihr müsst ihn nur etwas kleiner anzeigen lassen.

Hier der Link:
http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=cc1059-1427659566.jpg

Und jetzt gehts los mit der Story:)
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Der Mann aus Minnesota

Als ich die Augen öffnete, war es als ob ich durch eine matte Fensterscheibe hindurchsah. Alles wirkte unscharf und schemenhaft. Aber eine dominierende Farbe konnte ich ausmachen. Es war blau...alles war blau.

Ich hatte keine Erinnerung an das, was zuvor passiert war. Ein plötzlicher Schmerz durchfuhr meinen Kopf wie ein Blitz. Meine Hände griffen automatisch an meine Stirn. „Autsch!“
Ich fühlte etwas nasses an meinem Haaransatz. Meine Augen erkannten nur, dass es rot war. War das etwa Blut?, schoss es mir panisch durch den Kopf. Stimmengewirr drang zu meinen Ohren. Ich konnte nicht ausmachen, was sie sagten, aber sie klangen verwirrt und verängstigt. War Ihnen das Gleiche widerfahren wie mir?

Ich lag auf dem Rücken und versuchte mich aufzurichten, als mein Blick sich wieder zu schärfen begann. Doch jede Bewegung schmerzte. Irgendetwas steckte in meinem Rücken. Ich konnte es spüren, aber ich kam nicht heran, um es zu erfühlen. Da ich so nicht weiterkam, versuchte ich es indem ich mich vorsichtig auf den Bauch rollte. Meine Arme waren wie Gummi als ich versuchte mich abzustützen. Am linken Arm klaffte ebenfalls eine blutende Wunde. Am liebsten hätte ich mich übergeben. Normalerweise hatte ich kein Problem mit ein bisschen Blut, doch die Wunde war so tief, dass man das Fleisch darunter erkennen konnte. Ich war angeekelt von mir selbst, aber versuchte das Gefühl zu ignorieren und mich stattdessen darauf zu konzentrieren wieder aufrecht stehen zu können. Es fühlte sich an wie zähe endlose Minuten bis ich es geschafft hatte. Auf wackeligen Beinen sah ich mich um. Menschen schwirrten an mir vorbei: kreischend, blutend, um Hilfe rufend. Ich wollte etwas tun- helfen- aber alles, was ich konnte war dazustehen und ihnen nachzusehen.

„Was stehst du hier herum? Hilf uns. Dahinten ist ein Mann, der schwer verletzt ist.“, schleuderte mir ein junger Bursche entgegen. Ich reagierte nicht, sah ihn nur an. „Dann halt nicht.“, entgegenete er säuerlich als er merkte dass ich nicht regierte und rannte zu dem Verletzten, von dem er geprochen hatte.
Ich blickte gen Himmel. Er war strahlend blau. Unter ihm erstreckte sich ein weites tiefblaues Meer. Unter meinen Füßen war warmer weißer Sand und rechts von mir erstreckte sich ein gewaltiger Dschungel mit hoch gewachsenen Bäumen und Büschen. Eine schwarze Rauchsäule stieg vom Strand auf. Es kam von einem Wrack. Einem Flugzeugwrack. Und plötzlich kam die Erinnerung wieder.

Das alles war nun etwa zwei Monate her. Zwei Monate verbrachten sie nun schon auf dieser Insel, ohne irgendeine kleine Hoffnung darauf gerettet zu werden. Der Schmerz in meinem Rücken damals rührte von einem Splitter her, wahrscheinlich von einem Teil vom Flugzeug, was durch die Luft geschleudert wurde. Wo ich mir den Kopf angestoßen hatte, wusste ich nicht, aber war wahrscheinlich der Grund, weshalb ich eine kurzzeitige Amnesie hatte. Glücklicherweise hatten wir einen Arzt an Bord- Jack war sein Name - der mich schnell wieder zusammengeflickt hatte. Er hatte vielen Menschen hier geholfen. Dafür war ich ihm sehr dankbar. Dennoch kam ich mit Jack als Mensch nicht besonders gut aus. Er etablierte sich in unserer Gruppe als eine Art Anführer. Klar, war ich froh, dass irgendjemand dass Ruder übernahm und wusste was zu tun war. Aber manchmal zweifelte ich seine Entscheidung doch an. Außerdem schien er ein Sturkopf zu sein, der unbedingt das tun musste, was er sich gerade in den Kopf gesetzt hatte. Ich verbrachte meine Zeit lieber mit Walt, einem kleinem Jungen, der mit seinem Vater hier war und seinem Hund Vincent. Aber auch mit Hurley und Boone kam ich gut aus. Hurley war ein guter Kerl mit dem man viel Lachen konnte. Auch Claire war eine von denen mit denen ich mich gut unterhalten konnte. Sie war eine gute Zuhörerin und außerdem kurz davor Mutter zu werden. Saywer hingegen war einer von den Typen, die ich am liebsten auf den Mond schießen würde. Er war nicht nur unverschämt zu Hurley, sondern hatte auch allen anderen gegenüber die große Klappe und fühlte sich wie der König der Insel. Darüber hinaus bunkerte er alle Waffen und Medikamente und rückte sie nur nach einer intensiven Befragung heraus, wenn überhaupt.

So langsam hatte ich die Hoffnung aufgegeben, dass wir wirklich noch gerettet werden konnten. Doch das schien nicht unser einziges Problem auf der Insel zu sein. Erst kürzlich wurde Claire entführt von Menschen, die anscheinend schon vor uns hier auf der Insel gelebt haben. Und Ethan, der sich unter unsere Gruppe gemischt hatte, war einer von Ihnen gewesen. Dass hatte er mit dem Leben büßen müssen. Ich fragte mich die ganze Zeit, wer diese Leute waren und was genau sie von uns wollten. Claire hatten sie ja anscheinend gehen lassen. Oder sie war geflohen. Da sie sich nicht erinnern konnte, wusste das keiner genau. Jedenfalls mussten wir nun alle mit der Angst leben, dass das wieder passieren konnte.

Ich stand auf, nachdem ich nun schon eine Weile am Strand gesessen hatte und beschloss einen kleinen Spaziergang durch den Dschungel zu machen.
„April, wo willst du hin?“, rief Hurley zu mir hinüber, als er mich weggehen sah.
„Ich geh nur ein wenig spazieren, sonst nix.“, erwiderte ich schulterzuckend.
„ Du weißt, dass das gefährlich sein kann? Denk an Boone.“
Ich dachte an Boone. Ja, ich wusste, was alles passieren konnte abseits des Camps, aber ich schwor Hurley nicht allzu weit weg zu gehen.
„Wie du meinst.“, sagte Hurley. „Aber pass auf dich auf. In deinem Kleid und den Schuhen kannst du bestimmt nicht so schnell wegrennen, wenn dich jemand angreift.“
Ich musste unwillkürlich lachen.
„Du bist süß. Aber ich komme schon klar.“ Ich weiß, dass ich mir wahrscheinlich schon längst ein vernünftiges Schuhwerk hätte zulegen müssen, aber erstens hatte ich nichts praktisches mitgenommen, schließlich war ich nicht auf einen Abenteuer-Trip vorbereitet gewesen und zweitens war die Verlockung zu groß hier am Strand nur mit Flip Flops herumzulaufen. Durch den Dschungel erwies sich das allerdings wenig nützlich. Da musste ich Hurley Recht geben. Aber wenigstens sah ich dann gut aus, wenn ich sterben würde. Das war ein schwacher Trost, aber besser als nichts. Ich grinste innerlich.

Ich wusste nicht wirklich wohin ich lief, aber ich glaubte dass es nicht weit weg von der Station war, die Locke, Jack und die Anderen vor einiger Zeit gefunden hatten. Ich war auch hin und wieder dort. Man konnte die Männer schließlich nicht einfach sich selbst überlassen, sonst schlugen sie sich womöglich wirklich irgendwann die Köpfe ein. Außerdem brauchte es jemand, der ab und zu etwas für Ordnung sorgte. Vielleicht sollte ich einfach zur Station gehen und nach dem Rechten sehen. Gerade als ich das dachte, hörte ich Stimmen aus dem Dschungel. Mein Herz schlug schneller und ich war schon drauf und dran mich umzudrehen und die Flucht zu ergreifen. Doch dann erblickte ich Sayid und Rosseau, die verrückte Französin, die hier schon seit 16 Jahren auf der Insel lebte. Sie schienen es sehr eilig zu haben. Außerdem trug Sayid einen Mann über seiner Schulter. Er schien ohnmächtig zu sein.

„Hey! Wartet.“, rief ich ihnen zu. Ich versuchte mit ihnen Schritt zu halten.
„Jetzt nicht, April.“, keuchte Sayid „Geh wieder zurück zum Camp. Mach schon!“
Doch ich rührte mich nicht.
„Was ist passiert? Wer ist das?“, wollte ich wissen.
Doch Rosseau war es, die an seiner statt, antwortete.
„Sayid hat Recht. Du solltest zurückgehen. Wir haben einen von Ihnen.“
Meine Augen weiteten sich.
„Was? Hat er euch angegriffen? Woher wisst ihr da-?“
Doch sie ignorierten mich beide. Wir gelangten zur Station und Sayid stieg die Luke hinab, was sich als nicht einfach erwies mit dem leblosen Körper über der Schulter.
„Geh einfach!“ sagte Sayid bevor er in der Luke verschwand. „Du auch, Rosseau.“
Diese nickte.
„Lasst ihn unter keinen Umständen wieder frei.“, sagte sie nur noch und verschwand dann zwischen den Bäumen.

Meine Neugier war geweckt und deshalb hörte ich nicht auf das, was Sayid sagte und kletterte ebenfalls die Luke hinunter. Langsam hatte ich den Dreh damit raus. Am Anfang hatte ich mich etwas dämlich angestellt und hatte mir mehrmals den Kopf angestoßen, aber das lag wohl daran dass ich noch nie die Sportlichste war.
Sie hatten den Mann, der offenbar verletzt war, in die Küche bracht, wo er jetzt erschöpft gegen eine Bank gelehnt war.
Auch Locke war nun auf das Geschehen aufmerksam geworden und kam herüber.
„Aus Minnesota, ja?“, fragte Locke. „Oh April, du bist auch hier?“
Ich schaute ihn verlegen an. Sayid durchbohrte mich mit einem Todesblick. Ich konnte ihn noch nie besonders gut leiden und er mich anscheinend auch nicht.
„Ich hab dir doch gesagt du sollst zum Camp zurückgehen.“
„Achso, und nur weil du das sagst, heißt es dass ich natürlich anstandslos gehorche? Für wen hältst du mich eigentlich?“, entgegnete ich wütend. „Nur weil ich eine Frau bin, heißt das nicht, dass ich nie etwas erfahren darf.“
„Hört auf.“, erhob Locke seine Stimme. „Viel wichtiger ist es jetzt sich um diesen Mann zu kümmern.“
Als wäre das sein Stichwort gewesen, keuchte dieser erschöpft auf und hustete gequält.
„Wo- wo bin ich hier?“, fragte er verwirrt. Erst jetzt bemerkte ich den blutigen Pfeil in seiner Brust. Das konnte nur Rosseau gewesen sein. Nur sie benutzte solche Waffen.
„Wer bist du?“, fragte Sayid und sah ihn mit dem Gleichen durchdringend Blick an, mit dem er mich immer ansah und den ich so unheimlich an ihm fand. Ich näherte mich dem Geschehen, um ein Blick auf den Mann werfen zu können. Als er mich registrierte, sah er mich hilfesuchend aus blauen leuchtenden Augen an. Ich konnte nicht anders und erwiderte den Blick und versuchte darin all mein Mitleid auszudrücken. Schließlich gab es keine Beweise, dass er einer von denen war, die wir suchten. Sayid jedenfalls schien keine Ahnung zu haben.

„Henry. Henry Gale. Bitte, mein Rücken.“, bettelte er unter Schmerzen. Seine Schulter sah wirklich übel zugerichtet aus. Das Sprechen schien ihm schwer zu fallen.
„Sayid. Bitte hol Jack! Du kannst ihn doch nicht verbluten lassen.“, flehte ich.
„Er wird nicht verbluten.“, antwortete dieser kalt.
Der Mann, namens Henry sah mich wieder mit diesem bettelnden Blick an, aber ich wusste ich konnte nichts tun.
„Wir werden dich schon davon befreien.“, sagte er nun wieder an Henry gewandt, „aber erst musst du dich beruhigen. Was hat dich auf die Insel verschlagen?“
Pah, beruhigen. Sayid hatte leicht Reden. Er hatte ja keinen Pfeil in seiner Schulter.
Doch Sayid fragte ihn weiter gnadenlos aus. Er wollte alles wissen und Henry antwortete ihm, solange bis Jack plötzlich auftauchte. Ich war noch nie so dankbar ihn zu sehen.
„Jack. Du musst helfen. Bitte.“, sagte ich. Doch Jack schien auch nichts anderes vorgehabt zu haben Er machte sich sofort ans Werk und versorgte Henrys Wunden, während ich ihm versuchte zu assistieren. Ich wollte nicht einfach nutzlos herumstehen.

Sayid versuchte nebenbei weiter ihn auszufragen.  Locke stimmte ihm glücklicherweise schnell um, dass Jack zumindest erst seine Wunden behandeln durfte, bevor er ihn weiter ausquetschte. Ich wich währenddessen nicht von seiner Seite. Auch wenn ich sonst mit Jack nicht so gut auskam, ich konnte ihn in diesem Moment nur bewundern für den kühlen Kopf, den er in so einer Situation immer bewahrte. Doch als Arzt sollte man sowas wahrscheinlich auch gut können, sonst war man verloren.
„Alles wird gut, Henry.“, versuchte ich ihn zu beruhigen. „Der Pfeil ist gleich draußen. Es wird nur kurz wehtun.“
„Danke, April.“ sagte Jack, während er vorsichtig begann den Pfeil aus der Schulter zu ziehen. Ich konnte kaum hinsehen. Henry krümmte sich vor Schmerz. Es tat mir immer selbst weh, Menschen so leiden zu sehen. Wahrscheinlich wäre ich aus diesem Grund als Ärztin völlig ungeeignet.
Als Jack seine Arbeit beendet hatte, kam Sayid zu ihm hinüber und schlug vor ihm vorerst in die Waffenkammer zu legen, solange sie nicht sicher seien, wer er ist.
In der Waffenkammer angelangt, schlug Jack vor ihn auf die Liege zu legen. Ich ging mit Jack hinaus um sie zu holen. Ich fuhr herum, als die Tür plötzlich ins Schloss krachte. Jack hastete sofort an mir vorbei und begann gegen die Tür zu hämmern.
„Sayid. Hey was soll denn das? Sayid.“
„Ich tue, was getan werden muss.“, drang Sayids Stimme durch die Tür.
„Was wird er ihm antun?“, fragte ich mit zittriger Stimme. „Er wird ihn doch nicht etwa-“
Doch Jack gab nicht auf gegen die Tür zu hämmern. Locke tauchte hinter uns auf.
„Jack“, sagte er.
„Wieso funktioniert die Kombination nicht?? Hast du sie etwa geändert?“, schleuderte Jack ihm wütend entgegen.
„Ja.“
Fassungslos starrte er ihn an.
„Wieso tust du das?“
„Du stellst gerade einen Armee auf.“, antwortete er ruhig. „Und wieso fragtst du nicht, ob ich dir helfen kann? Na gut, das musst du selber wissen, aber es gibt nur einen Grund eine Armee aufzustellen und zwar, dass wir im Krieg sind. Und ob es dir gefällt oder nicht, was immer auch Sayid vorhat, es ist Bestandteil dieses Krieges."
Locke wandte sich ab und wollte gehen.
„Und was ist wenn er die Wahrheit gesagt hat?“
„Was, wenn nicht?“
Damit war das Gespräch anscheinend erst einmal beendet.

„Ich kann nicht glauben, was Sayid da vorhat. Er wird ihm garantiert was antun, Jack.“ , rief ich verzweifelt.
„Ich weiß, aber wir können nichts tun, um das zu verhindern. Sie scheinen überzeugt zu sein, das Richtige zu tun.“
„Der Mann könnte unschuldig sein. Und selbst wenn er es nicht ist. Keiner hat sowas verdient.“ Ich war den Tränen nah. Nicht aus Traurigkeit, sondern aus purer Wut.
„April. Du bist viel zu gutmütig, weißt du das?“  Jack lächelte.
„Ich bin nur menschlich.“, sagte ich tonlos und mein Blick fiel wieder auf die verschlossene Tür, hinter der sich gerade -wasweißichwas- abspielte.
Bald darauf bemerkte Jack, dass eine Zange aus dem Werkzeugkoffer fehlte. Wir mussten beide nicht lange überlegen, wo sie sich gerade befand. Ein Schauer durchzog meinen Körper. Wie konnte jemand so etwas einem anderen Menschen antun? Es war für mich unbegreiflich. Wir waren doch keine Wilden.
„Warum gehst du nicht lieber, April?“ , schlug Locke vor.
Ich hatte mich an den Küchentresen gesetzt und nippte gedankenverloren an einem Glas Orangensaft.
„Ich warte bis Sayid fertig ist, damit ich weiß, ob der Mann danach noch lebt.“
Zornig sah ich Locke an.
„Du machst dir zu viele Sorgen.“
Auch Jack war unruhig und lief ständig vor der Tür auf und ab. Plötzlich drangen laute Schreie durch die Tür. Ich riss entsetzt die Augen auf.
„Was zur Hölle tut er?“
„Sayid.“, brüllte Jack. „Sayid.“
„Jack.“, sagte Locke.
„Du wirst sie öffnen. Du wirst sie sofort öffnen!“, erwiderte er in harschem Befehlston.
„Jack, es muss getan werden.“
Doch der Arzt schien außer sich. Er drückte Locke brutal gegen die Wand.
„Du öffnest jetzt diese verdammte Tür, hast du verstanden? Und zwar SOFORT!“
„Nein.“
Ich fuhr plötzlich herum. Das Geräusch des Alarm-Timers ertönte. Die Taste wollte wieder gedrückt werden.
„Doch.“
„Ich weiß, dass du lügst.“, drang Sayids Stimme durch die Tür der Waffenkammer.
Der Alarm schrillt erbarmungslos weiter. Selbst ich hatte nun ein flaues Gefühl im Magen. Was würde passieren, wenn keiner die Zahlenkombination in den Computer tippte? Würden sie dann alle draufgehen?
Jack drohte Locke, dass wenn er die Tür nicht aufmache, den Alarm bis 0 laufen lassen würde. Es schien zu funktionieren. Locke gab nach und öffnete die Tür. Gleich darauf stürmte er zum Computer, um die Kombination einzugeben.

Jack stürmte hingegen die Waffenkammer und versuchte Sayid von Henry Gale wegzuzerren. Er schafft es ihn vor die Tür zu ziehen und fuhr ihn dann zornig an, nachdem er die Tür geschlossen hat.
„Was hast du dir dabei gedacht?“
„Er ist einer von Ihnen.“, beharrte Sayid.
„Ja? Hat er das gesagt?“
„Nein.“
„Woher weißt du es dann?“
„Ich weiß es einfach. Er ist einer von Ihnen.“
Die beiden brüllten sich noch eine Weile heftig an bis Jack anscheinend die Nase voll hat und die Station aufgebracht verließ.
„Ihr solltet euch schämen!“, kam ich nun endlich wieder zu Wort. „Ihr seid wie Tiere. Von mir aus könnt ihr euch zerfleischen, aber lasst die Unschuldigen bitte da heraus.“
„Wir wissen nicht ob er unschuldig ist.“, widersprach Locke.
„Aber ihr wisst auch nicht, ob er schuldig ist. Und ihn zu quälen bringt uns auch nicht weiter. Letztendlich wird er vielleicht zugeben, dass er der ist, wofür ihr ihn haltet, nur damit ihr ihn in Ruhe lasst. Dann habt ihr auch nicht viel gekonnt.“ Bevor ich mich in Rage redete, verließ auch ich nun den Raum und kehrte zum Camp zurück. Ich traf Jack vor der Station wieder.
„April. Es wär mir lieb, wenn du niemandem von unserem Gast erzählst. Solange wir nicht wissen, wer er ist, sollte es unter uns bleiben. Ich will verhindern, dass hier Panik ausbricht. Wir alle haben schon genug durchgemacht.“
Ich nickte betreten.

Das war wieder mal typisch für Jack. Sie hielten sich für die Auserwählten (wie Hurley sie oft nannte), die alles alleine machen wollten, ohne jemand anderen mit einzubeziehen. Sie dachten sie hätten alles unter Kontrolle, wären sowas wie die Oberhäupter hier auf der Insel. Doch in Wirklichkeit wussten sie selber nicht, was zu tun war. Typisch.
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