Disguised

KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P12 Slash
Himuro Tatsuya Nijimura Shūzō
29.03.2015
29.03.2015
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Kuroko no Basuke und alle in dieser Geschichte vorkommenden Charaktere sind geistiges Eigentum von Fujimaki Tadatoshi.

Zweifacher Projektbeitrag mit dreifacher Widmung und fünf Situationen aus Tatsuyas und Shūzōs gemeinsamer Zeit unter einem blöden Titel, wuhei! xD

Das erste Projekt nennt sich Jeder Anfang hat ein Ende und daher stammen der Anfangs- und der Schlusssatz dieser Fanfic: "Alles begann mit diesem klassischen Musikstück. / Und das Licht der Kerze zeichnete Schatten auf seine blasse Haut."
Das zweite Projekt heißt Let's be honest und dabei geht es darum, einen Charakter zunächst lügen zu lassen und ihm dann einen Anreiz zu geben, umzudenken und ehrlich zu sein. Ich hoffe, ich habe das Projekt nicht allzu weit ausgelegt. x'D

Widmen möchte ich diese Fanfic drei Personen, ohne die ich mit dem Schreiben wahrschenlich nie fertg geworden wäre:
Romi (die leider keinen FF.de Account hat (?)), Hayama und Dormouse.

U better have fun now! *crawls back to hell*
________________

Eins.

Alles begann mit diesem klassischen Musikstück. Nicht mit irgendeinem klassischen Musikstück - es war ein ganz bestimmtes, dessen Namen Shūzō sich allerdings nicht merken konnte, egal wie oft er danach fragen würde und egal wie oft Tatsuya es hörte.
Tatsuya sah eigentlich gar nicht aus wie jemand, der klassische Musik hörte.
Aber er sah auch nicht so aus, als hätte er einen tödlichen rechten Haken und hatte ihn trotzdem. Er sah auch nicht so aus wie jemand, der Fotos als Erinnerungen sammelte und hatte trotzdem fünf Alben voll davon im Regal neben seinem Schreibtisch stehen. Und er sah nicht aus, als würde er um sich herum eine Mauer aus Lügen aufbauen, doch in dem Moment, in dem dieses klassische Musikstück im Hintergrund lief, stellte Shūzō fest, dass er genau das tat.
Was Shūzō daran am meisten überraschte war, dass ihn eigentlich nichts davon wirklich überraschte. Auch nicht die Tatsache, dass Tatsuya ein notorischer Lügner war.
„Mir geht’s gut“, sagte Tatsuya nämlich grade. Als er sprach, war sein Pokerface makellos und sicher, aber genau das gab Shūzō das Gefühl, dass es ihm eigentlich nicht gut ging.
An dem Tag, an dem dieses klassische Musikstück lief, entschied er jedoch auch, dass er es hinnehmen würde, wenn Tatsuya ihn anlog - aus zwei Gründen. Denn erstens war Tatsuya kein kleines Kind mehr und durchaus für sich selbst verantwortlich.
Zweitens konnte Shūzō sich nicht einmal erklären, warum er Tatsuya überhaupt nach seinem Befinden gefragt hatte - völlig zusammenhanglos.
Sie saßen in Shūzōs Zimmer auf dem Bett - das heißt, Shūzō lag mit hinter dem Kopf verschränkten Armen und Tatsuya saß, den Rücken an die Wand gelehnt, mit einem Basketball im Schoß - und schauten die Liveübertragung eines NBA-Spiels, weil sie sonst nichts anderes zu tun hatten. Wochenende, keine Hausaufgaben, keine Klausuren in näherer Zukunft. Shūzō genoss das Nichtstun - einfach nur zu liegen, auf den Fernseher zu schauen und hin und wieder das Spiel zu kommentieren.
Nun. Wenn er denn das Spiel schauen würde. In Wahrheit hatte er die letzten 25 Minuten nur Tatsuya angeschaut, der seinerseits wirklich das Spiel ansah und dabei geistesabwesend an der Kette um seinen Hals spielte.
Shūzō wurde das Gefühl nicht los, dass diese Kette und der Ring daran irgendeine tiefere Bedeutung hatten und deshalb hatte er gefragt.
„Mir geht’s gut“, hatte Tatsuya gesagt.
Shūzō glaubte ihm nach wie vor kein Wort. Tatsuyas Pokerface war perfekt, aber sein Lächeln viel zu dünn und unecht und er schaute viel zu schnell wieder auf den Fernseher, auf dem grade die letzten Spielminuten laufen mussten. Shūzō schaute nicht hin. Es interessierte ihn herzlich wenig, welches der beiden Teams gewinnen würde, weil er keinen Favoriten hatte - dafür war amerikanischer Basketball ihm noch viel zu unbekannt. Stattdessen schaute er Tatsuya an und fragte sich, woher dieser Ring kam und was er bedeutet - und warum Tatsuya immer wieder danach greifen musste, als wolle er sich vergewissern, dass er noch da war.

_

Zwei.

Der Tag hatte mit gutem Wetter begonnen. Für Basketball, zu dem Shūzō sich nach der Schule mit Tatsuya verabredet hatte, hätte es kaum besser sein können: Sonnenschein, aber nicht zu heiß, die Luft nicht zu staubig und der Wind angenehm erfrischend. Mittags zogen zwei hellgraue Wolken über den Himmel, die Shūzō vom Fenster seines Klassenzimmers aus beobachtete, bei denen er sich aber nichts weiter dachte.
Als er zwei Stunden später auf ihrem Platz ankam, fiel der erste Nieselregen. Fünfzehn Minuten später - sie spielten drei gegen drei, weil sich noch ein paar Mitspieler gefunden hatten, und es stand acht zu sechs für Tatsuyas Team - schüttete es wie aus Eimern. Als Tatsuya und Shūzō kurz darauf durch den Regen zu Tatsuya nach Hause rannten, Hand in Hand, als wäre es eine Selbstverständlichkeit, zuckte der erste Blitz über den Himmel.
Als sie bei Tatsuya zuhause ankamen, waren sie nass bis auf die Knochen. Sie duschten nacheinander, Shūzō lieh sich nicht zum ersten Mal etwas zum Anziehen von Tatsuya und danach lagen sie nebeneinander auf dem Teppich in Tatsuyas Wohnzimmer und blätterten in Fotoalben, während das Wetter vor dem Fenster allmählich seinen Höhepunkt erreichte.
Tatsuya hatte fünf Fotoalben - vier komplett bis auf die letzte Seite gefüllt und eines etwas mehr als halb voll, jedes Foto beschriftet, zuerst mit etwas wüst aussehender Kinderhandschrift und später mit den fein säuberlichen Buchstaben, von denen Shūzō inzwischen wusste, dass sie typisch für Tatsuya waren.
Sie waren in der Mitte des dritten Albums, als Shūzō schließlich fragte, wer der rothaarige Kerl auf jedem zweiten Foto war.
„Nur ein Freund“, sagte Tatsuya.
Shūzō beobachtete ihn aus dem Augenwinkel und hatte das Gefühl, dass das nur die halbe Wahrheit war, denn inzwischen hatte er gelernt, dass Tatsuyas Pokerface nur dann so perfekt aussah, wenn er irgendetwas verheimlichen wollte.
Außerdem war nur ein Freund nicht auf jedem zweiten Foto in fünf Fotoalben und nur ein Freund trug auch nicht exakt den gleichen Ring an exakt der gleichen Kette.
Deshalb machte er nur ein zustimmendes Geräusch und Tatsuya blätterte auf die nächste Seite - und fünf der sieben Fotos zeigten Tatsuya, besagten Freund und ihre Ringe.
Eigentlich konnte es Shūzō kaum egaler sein, wer dieser Typ war. Oder welche Bedeutung er für Tatsuya hatte, oder wie nah sie sich gestanden hatten oder immer noch standen.
Was ihm nicht egal war, war dieses dumpfe Gefühl, dass dieser Ring die Wurzel von Tatsuyas Lügen war und dass dieser Ring der Grund, warum es Tatsuya ganz und gar nicht so gut ging, wie er immer behauptete.
Andererseits hatte Tatsuya sicherlich seine Gründe, wenn er etwas verschweigen wollte. Deshalb sagte Shūzō nichts: weil er nicht für Tatsuya verantwortlich war. Es war auch nicht seine Aufgabe, Tatsuyas Seelenheil zu retten - sofern das überhaupt in Gefahr war, denn so gut konnte Shūzō ihn dann doch nicht einschätzen - und obwohl er sich einredete, dass Tatsuya sich sicherlich selbst zu helfen wusste, wurde er das Gefühl nicht los, dass er eigentlich nur jemanden brauchte, der ihm zuhörte.
Selbst dann, wenn es nur Lügen zu hören gab.

_

Drei.

„Du hast mir nie erzählt, wie du dazu gekommen bist, Basketball zu spielen“, stellte Shūzō fest, als Tatsuya mit seiner sehr typischen, perfekten, eleganten Spielweise einen Korb warf, der drei Punkte zählen würde - wenn sie wirklich spielen würden.
Sie spielten aber nicht. Sie warfen nur abwechselnd, und während bei Shūzō Würfe aus dieser Entfernung Glückssache waren, traf Tatsuya jedes Mal. Aus diesem Blickwinkel betrachtet war es wahrscheinlich gut, dass sie keine Punkte zählten.
„Wenn du als kleines Kind in ein fremdes Land ziehen musst, dessen Sprache du nicht sprichst, musst du dir einen anderen Weg überlegen, Anschluss zu finden“, sagte Tatsuya leichthin, als wäre es keine große Sache. „Durch Basketball Freunde zu finden, war nicht schwer - und mich durch Freunde daran zu gewöhnen, Englisch zu sprechen, dann auch nicht mehr.“
Er sagte es so leichthin, als spräche er nicht von sich selbst, sondern von jemand anderem.
„Aber im Grunde ist Basketball nur ein Hobby“, fuhr er fort. „Es macht Spaß, aber wenn man darüber nachdenkt, wäre es mit jeder anderen Sportart das gleiche.“
Shūzō betrachtete sein Pokerface im Profil, während Tatsuya den nächsten Wurf im Korb versenkte und glaubte ihm kein Wort - und das lag ausnahmsweise nicht unbedingt daran, dass Tatsuya so beherrscht aussah. Diesmal hätte wahrscheinlich jeder Idiot erkannt, dass Tatsuya nicht ehrlich war, denn kein Mensch betrieb nur ein Hobby über einen so langen Zeitraum hinweg beinahe jeden Tag bis zur völligen Erschöpfung.
Tatsuya war inzwischen viel zu gut, um es einfach so abzutun. Er bewegte sich so schön und elegant, dass seine Spielweise wie fast vollendete Perfektion wirkte - so, als wäre er soeben einem Lehrbuch entstiegen und darum beneidete Shūzō ihn manchmal ein wenig.
Aber diese Perfektion erreichte man nicht, wenn man nur einem Hobby nachging, das jederzeit austauschbar wäre, und deshalb konnte Tatsuya das auch noch weitere fünf Male behaupten und Shūzō würde ihm trotzdem kein Wort glauben. Aber daran hatte er sich inzwischen gewöhnt - Tatsuya erzählte Lügen, um persönliche Dinge zu verheimlichen, wie er Basketball spielte: beinahe perfekt. Und wie im Basketball wurde er auch darin immer besser und manchmal hatte Shūzō Schwierigkeiten, zu beurteilen, was wahr war und was nicht.
Etwas, das im Grunde verschenkte Liebesmüh war, denn hinnehmen musste er es so oder so und deshalb achtete er darauf, zeitnah das Thema zu wechseln.
„Wie machst du das?“, fragte er, als er vor den Korb traf. „Auf meiner Mittelschule war auch so ein Monster, wenn es um Würfe aus der Distanz ging - aber ich bin nie dahinter gekommen. Ich kann treffen. Aber nicht immer.“
„Du willst gar nicht wissen, wie lange ich dafür geübt habe“, erwiderte Tatsuya und sein Pokerface machte einem fast entspannt aussehenden Lächeln Platz, als er Shūzōs Haltung minimal korrigierte. In diesem Moment kam Shūzō sich selbst so vor, als wäre er aus einem Lehrbuch gestiegen - aber in diesem Moment war es ihm auch ehrlich egal, ob Tatsuya in einer halben Stunde wieder mit beherrschtem Gesichtsausdruck eine Lüge erzählen würde, denn jetzt grade lächelte er und Shūzō hatte das Gefühl, einen sehr kurzen Blick hinter seine Maske werfen zu dürfen.

_

Vier.

Irgendwann hatte Shūzō den Entschluss gefasst, dass es helfen könnte, wenn er Tatsuya einen Anreiz zum ehrlich sein bot - und deshalb beschloss er, selbst ehrlich zu sein.
Die Frage war nur: Worüber? Sein Leben war nicht sonderlich verkorkst. Er hatte sich an die Sprache gewöhnt, er kam in der Schule gut hinterher und selbst seinem Vater ging es merklich besser, seit seine Behandlung in den USA fortgesetzt wurde. So kam er zu der Erkenntnis, dass er eigentlich gar nichts zu erzählen hatte und griff deshalb auf die einzige Sache zurück, die er für erzählenswert erachtete und die Tatsuya noch nicht von ihm wusste:  seine Zeit auf der Mittelschule.
„Weißt du“, begann er, als sie an einem Abend im Frühsommer auf ihrem Basketballplatz saßen, den Rücken an den Maschendrahtzaun gelehnt und beide noch etwas außer Atem von ihrem one on one, „es ist ein ziemlich beschissenes Gefühl, wenn Leute, die zu dir aufgesehen haben, dich plötzlich in den Schatten stellen.“
Die Sonne ging in ihrem Rücken unter. Sie färbte den Platz orange und rot und die Schatten der Häuser hinter ihnen wurden immer länger, doch der Schatten auf Tatsuyas Gesicht musste anderer Natur sein.
„Was?“, fragte er und weil sein Gesichtsausdruck sofort wieder makellos, perfekt und kontrolliert war, hatte Shūzō das Gefühl, grade einen wunden Punkt getroffen zu haben.
„Ich bin in meinem zweiten Mittelschuljahr Captain meiner Basketballmannschaft geworden“, fuhr er deshalb fort. „Es war eine Ehre. Teikōs Basketballclub hatte weit über 100 Mitglieder in drei Mannschaften und ausgerechnet ich, obwohl ich erst im zweiten Schuljahr war, wurde Captain.“ Er machte eine kurze Pause, aber Tatsuya schwieg und hörte zu, und deshalb fuhr er fort: „Und noch vor den Sommerferien kamen die Monster ins Team - und direkt in die erste Mannschaft. In die Startaufstellung.“
An diesem Tag lernte er, was für ein wundervoller Zuhörer Tatsuya war. Denn während er erzählte, von seinem Team, von Teikōs Wunderkindern, die eigentlich Monster waren und ganz besonders von Akashi, den er wiederum in dessen zweitem Schuljahr zum Captain gemacht hatte, sagte Tatsuya kein einziges Wort. Er war ganz still und sah Shūzō nur an und deshalb hatte Shūzō das Gefühl, dass ihm diese Situation aus den Händen glitt. Eigentlich erzählte er das hier nicht, weil er wollte, dass ihm jemand zuhörte. Zumindest war das nicht von Anfang an der Plan gewesen - aber in Wahrheit hatte er irgendwo zwischen seinen Worten und Tatsuyas perfektem Zuhören vergessen, was denn überhaupt seine Intention gewesen war.
Denn als Tatsuya ihn so still ansah - und vor allem, weil sein Blick so verständnisvoll und aufmerksam war - wurde Shūzō bewusst, wie schwierig seine Schuljahre mit Teikōs Monstern wirklich für ihn gewesen waren. Er kam sich dabei lächerlich schwach vor, aber als er schließlich schwieg, lächelte Tatsuya und sagte „Danke, dass du mir davon erzählt hast“ und obwohl Shūzō seine anfängliche Intention vergessen hatte, hatte er doch das Gefühl, etwas richtig gemacht zu haben.
An diesem Abend lernte er auch, was für ein wundervoller Mensch Tatsuya war, wenn er sich um jemanden kümmern konnte.  

_

Fünf.

Irgendwann Anfang der Sommerferien hatte Tatsuya vorgeschlagen, dass sie zelten gehen sollten - nur sie beide. Über diese Idee hatten sie beide gelacht und sie dann unter den Tisch fallen lassen; hatten nicht mehr darüber gesprochen und fanden sich aus irgendeinem Grund trotzdem zwei Wochen später in Tatsuyas Ein-Mann-Zelt nebeneinander liegend wieder - so gut nebeneinander bei so wenig Platz eben möglich war.
Sie hatten diese Idee viel zu spontan umgesetzt und keiner von ihnen war wirklich gut vorbereitet. Über ihren Köpfen hing eine kaputte Öllampe, in die sie mehr schlecht als recht eine Kerze gebastelt hatten, als es dunkel geworden war. Shūzō hatte keine Ahnung, wie spät es war, ob es heute oder morgen war oder was er hier eigentlich genau machte. Denn eigentlich war all das hier viel zu bescheuert: wer ging schon spontan mit einem viel zu kleinen Zelt und einer für diese Jahreszeit viel zu warmen Fleecedecke auf irgendeiner Waldlichtung zelten?
Bescheuert - und gleichzeitig die beste Idee, die sie je gehabt hatten. Irgendwann früher am Abend hatte Tatsuya ein Foto von ihnen beiden vor ihrem mühsam aufgebauten Zelt gemacht, ein Foto für sein fünftes Fotoalbum, das nach und nach immer voller wurde. Und jetzt lag er bäuchlings neben Shūzō, hatte sich auf seine Ellenbogen gestützt und starrte an die Zeltwand, während er redete.
Er redete.
Und wie.
Shūzōs Zeitgefühl war vollkommen verloren. Wahrscheinlich war es Stunden her, seit sie in dieses Zelt gekrochen und für eine ganze Weile nur ihre Zweisamkeit genossen hatten - wahrscheinlich war es inzwischen viel zu spät, um noch wach zu sein, und viel zu früh, um überhaupt noch zu schlafen.
Wenn er die Wahl hätte, würde er trotzdem all das hier wählen, denn Tatsuya sprach mit leiser, manchmal zittriger Stimme über Basketball, über seine Freundschaft zu Taiga, über ihre Ringe und darüber, dass es ihm eigentlich ganz und gar nicht gut ging, weil Taiga inzwischen viel zu gut geworden war, um sein kleiner Bruder sein zu können
„Eigentlich nimmt mich das alles ziemlich mit“, sagte er irgendwann, als auf seinem Handy ganz leise dieses eine, ganz bestimmte klassische Musikstück spielte, und dann bettete er seinen Kopf seitlich auf seine Unterarme und sah Shūzō direkt an.
Wahrscheinlich war es vollkommen unangebracht, aber in diesem Moment konnte Shūzō nur daran denken, wie schön dieser Mensch war, der neben ihm lag. Die viel zu warme Fleecedecke war bis zu seinen Hüften hinuntergerutscht und entblößte seinen schlanken Rücken, seine Frisur war vollkommen ruiniert und er sah erschöpft und ausgelaugt aus, als hätte ihn seine Erzählung unendlich viel Kraft gekostet - aber er lächelte und für einen kurzen Moment war Shūzō froh über die umgebaute Öllampe, denn das Licht der Kerze zeichnete Schatten auf Tatsuyas blasse Haut.