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Valinor liegt nicht im Westen

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16
Arwen Elladan Elrohir Glorfindel Orophin Rúmil von Lorien
28.03.2015
20.09.2016
7
9.477
2
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5 Reviews
Dieses Kapitel
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28.03.2015 1.305
 
So, das wäre dann meine erste etwas umfangreichere FF. Für dieses und alle weitere Kapitel gilt natürlich, dass die Figuren, Orte und sonstige historische Hintergründe von J. R. R. Tolkien entliehen sind und ich mich bemühe, sie nicht zu sehr zu verschandeln ;)
Ich freue mich natürlich über Likes (Sagt man das bei FFs auch?) und Kommentare. Ich bin sehr empfänglich für Lob ^^ und ein bisschen empfänglich für Kritik. Freundliche Hinweise sind mir am allerliebsten! Also dann, viel Spaß beim Lesen und wenn was falsch ist: Ich wars nicht! Wendet euch an meine unerschütterliche Betaleserin Fealóme <3

Miss Frankenstein :)




ANFÄNGLICHE VERSTÄNDIGUNGSPROBLEME

Das Empfangskomitee von Imladris stand schon seit geraumer Zeit auf der Treppe vor dem letzten gastlichen Haus und schwitzte sich die schweren Zeremoniengewänder voll. Die Sommerluft war erfüllt von den schweren Parfums der Würdenträger Bruchtals. Doch am meisten litten die Soldaten der Ehrengarde, die am Fuß der Treppe in voller Rüstung in der Sonne brieten. An ihrer Spitze der Oberste Krieger, Glofindel ò Gondolin, der Goldene Lord, bekannt als Elb mit ungewöhnlich wenig Geduld, obwohl er in seinen zwei Leben mehr als genug Zeit gehabt hatte, an dieser Charakterschwäche zu arbeiten. Zum wiederholten Male schnaufte er entnervt auf und warf seinem besten Freund Melpomaen einen leidenden Blick zu, den dieser mit einem Schulterzucken abtat, soweit ihm das mit dem schweren Brustpanzer möglich war. Glorfindel sah zu Elrond, der weiter oben im Schatten des Hauses stand. Dieser jedoch ignorierte den Blick seines Freundes geflissentlich. Ein schwarzhaariger Elb, der neben dem Herrn Bruchtals stand, schenkte ihm allerdings ein schadenfrohes Grinsen und nahm noch einen Schluck aus einem Becher mit kühlem Wein, der auf den oberen Stufen herumgereicht wurde. Zähneknirschend wandte sich der Krieger wieder um. Da ertönte eine Fanfare am Eingang des Tals und die Delegation aus Lothlórien erschien in weiter Ferne. Langsam schlängelte sich die Karawane aus einigen Dutzend Elben auf Pferden den gewundenen Pfad an der Talwand entlang.
„Siehst du was, Brüderchen?“, flüsterte Elrohir, der hinter Glorfindels breitem Kreuz stand, seinem Bruder zu. Elladan, der die besten Augen von ganz Bruchtal hatte, reckte den Hals.
„Die Kleine in dem blauen Kleid ist nicht schlecht“, antwortete er und empfing ein breites Grinsen seines Bruders.
„Nur, weil ihr schon alle Mädchen in Imladris vergrault habt, müsst ihr doch nicht gleich über die armen Lórierinnen herfallen“, meinte der Goldene Lord amüsiert.
„Vergrault?“, empörten sich die Zwillinge, „ die können doch alle nicht genug kriegen. Aber wäre es nicht ungerecht von uns, unseren charmanten Gästen unsere noch charmantere Gesellschaft vorzuenthalten?“
„Elblinge...“, kommentierte Glorfindel diese maßlose Selbstüberschätzung, worauf erneut lautstarker Einspruch von den Brüdern kam, bis Elrond dezent seinen Becher fallen ließ, um dem Theater ein Ende zu bereiten.

Elrohir und Elladan senkten deshalb schuldbewusst die Köpfe, als der Konvoi die Brücke passierte und auf dem Platz vor ihnen zum stehen kam. Zwei weiße Pferde traten hervor, auf ihren Rücken der Herr von Lothlórien, Lord Celeborn, und seine Frau, Lady Galadriel. Der Herr des Goldenen Waldes stieg vom Pferd und half dann seiner Gefährtin aus dem Sattel. Die Hexe von Lórien, wie sie auch genannt wurde, ließ sich elegant zu Boden gleiten und gemeinsam traten sie auf ihr Begrüßungskomitee zu.
„Segensreich ist unsere Zusammenkunft, Galadriel und Celeborn ò Lórien. Seid willkommen und fühlt euch als Gäste im letzten gastlichen Haus“, empfing Elrond seine Schwiegereltern, während er die Treppe herabstieg. Er verneigte sich vor Celeborn und wurde von Schwiegermutter in eine kurze Umarmung gezogen. Elrond erwiderte die Umarmung und neigte würdevoll den Kopf in Richtung der restlichen Galadhrim. Dann trat Galadriel zur Seite und eine junge Frau in einem silbernen Mantel trat hervor.
„Meine Tochter“, flüsterte der Herr von Imladris und zog die dunkelhaarige Frau an sich.
„Ada“, brachte Arwen Undómiel unter Freudentränen heraus und schmiegte sich an ihren Vater. Nach einer schier endlosen leidenschaftlichen Umarmung lösten sich Vater und Tochter und Elrond sah überglücklich in die Runde.
„Dies ist ein wahrhaft strahlender Tag. Mein Herz singt vor Freude“, sagte er und führte seine Tochter die Treppe hinauf ins Haus. Die hohen Herren Bruchtals und Lothlóriens folgten ihnen. Nur die Garde blieb draußen und kümmerte sich um die Unterbringung von Celeborns und Galadriels Hofstaat.
„Es war eine tolle Idee, Soldat zu werden“, raunte Elladan seinem Bruder zu, während die beiden die Pferde in den Stall führten. „Stell dir vor, wir müssten jetzt auch einige sterbenslangweilige Reden über Familie, Zusammenhalt und Politik über uns ergehen lassen. Stattdessen haben wir das Vergnügen, die andere Hälfte unserer Gäste etwas näher kennen zu lernen.“
„Ich mag sowieso keine Diplomaten. Immer dieses Getue. Wir können nur hoffen, dass das nicht auf unser Schwesterchen abgefärbt hat.“, meinte Elrohir und deutete dann auf eine kleine Elbin mit silberlockigem Haar und sehr unelbischen Kurven.
„Die würde ich nur zu gern etwas näher kennenlernen.“
„Das glaube ich kaum“, sagte Glorfindel, der mal wieder hinter den beiden stand. „ Das ist Maedeth, die Gefährtin von Haldir ò Lórien. Vor diesem Elben und seinen berüchtigten Wutausbrüchen habe sogar ich Respekt. Glaubt mir, mit Haldir wollt ihr euch nicht anlegen.“ Die Zwillinge warfen noch einen letzten enttäuschten Blick auf die Rückseite der hübschen Elbin und wandten sich wieder den Pferden zu. Glorfindel band Galadriels Stute fest und ging zurück auf den Platz. Die Galadhrim standen etwas unschlüssig herum, während einige mehr oder weniger eifrige Gardisten ihr Gepäck in die nahe gelegenen Gästegemächer schleppten.
„Wenn die Damen und Herren mir dann bitte folgen würden“, begann Glorfindel mit der Räumung des Platzes, „ ich werde Euch nun eure Unterkünfte zeigen. Hier entlang bitte.“ Damit wies er auf einen Torbogen rechts von der Treppe und sah zu, wie Elb um Elb in dem Gang verschwand. Ganz am Ende der Kolonne lief eine - und Glorfindel musste zweimal hinschauen, um sich zu vergewissern – eine elleth mit kurzem Haar! Der Lord runzelte die Stirn. Kein Elb trug sein Haar kurz, es war einfach nicht schicklich. Und schon gar keine Frau! Das war sogar bei den Menschen undenkbar. Obwohl, überlegte der Lord, “Frau“ war vielleicht ein bisschen übertrieben. Ein hauchdünnes Gestaltchen von einer elleth huschte da an ihm vorbei, zwei Köpfe kleiner als der Goldene Lord und mit Haaren, als hätte der Schänder persönlich sie geschnitten. Und doch bewegte sie sich so geschmeidig und leichtfüßig wie jeder andere Elb.
„Verzeiht“, sprach Glorfindel sie an, als sie gerade unter dem Torbogen verschwand. Zaghaft blieb die elleth stehen.
„Wer seid ihr?“, fragte Glorfindel. Die junge Frau drehte sich um und sah den Lord mit dunklen Augen unter dichten schwarzen Wimpern fragend an. Ihre Haut war blass, aber auf ihren leicht geöffneten Lippen lag ein rosiger Schimmer. Der Vanya trat von einem Bein auf das andere, um das Schweigen zu überbrücken, doch die elleth legte nur den Kopf leicht schief, blinzelte und ging. Glorfindel ó Gondolin kniff die Augen zusammen, öffnete den Mund, schloss ihn wieder und fühlte sich ziemlich stehengelassen.
„Sie spricht nicht“, sagte da eine hochnäsige Stimme hinter ihm.
„Was Ihr nicht sagt, Lord Bücherwurm!“, antwortete der Krieger trocken und drehte sich zu Erestor, Elronds Erstem Berater, um.
„Wollt Ihr wissen, wieso?“, fragte dieser mit einem süffisanten Lächeln. Glorfindel wollte in diesem Moment nichts auf Arda so sehr wie das wissen, doch dass ausgerechnet dieser angestaubte Schreiberling die Antwort wusste, kratzte an seinem Stolz.
„Wieso?“ , fragte er genervt. Doch Erestor holte nur tief Luft, hielt sein Gesicht in die Sonne und meinte, „ Irgendwann werde ich es Euch sagen. Wenn es zu spät ist. Aber jetzt muss ich leider gehen“, er wandte sich zur Tür, die in die Empfangshalle von Elronds Haus führte, „Ich werde beim Bankett sicher schon schmerzlichst vermisst.“ Damit verschwand er und ließ einen grimmigen goldenen Lord zurück.
„Mir Sicherheit wird er vermisst“, knurrte er, „Ein Bankett ohne Schreckgespenst macht doch überhaupt keinen Spaß.“ Dann ging er durch den Torbogen und wies jedem Elb sein Gemach zu, zu arrogant, um noch groß Notiz von der mysteriösen Elbin zu nehmen.
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