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Magi in der modernen Welt?

GeschichteFantasy, Freundschaft / P12 Slash
Matal Mogamett OC (Own Character)
26.03.2015
11.05.2018
51
73.796
6
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28.03.2016 967
 
Während ich mit Sam etwas Gemüse schnippelte, erzählte sie mir, was sie gehört hatte. „Zwei der Putzfrauen meinten, dass Herr Müller eine Verlobte für John gefunden haben soll. Sie soll in drei Monaten hierher kommen.“ Überrascht sah ich Sam an. „John hat eine Verlobte? Und die wurde von Herr Müller ausgesucht? Aber er hat doch eine Freundin.“ „Ja, deswegen machen sich auch viele Sorgen. Ich bezweifle zwar, dass das zwischen John und seiner Freundin echte Liebe ist, aber trotzdem wird er das nicht einfach so akzeptieren.“ Ich nickte. Wahre Liebe war das auf keinen Fall, aber John hasste es, wenn man ihm etwas vorschrieb, weshalb das zu einem Problem werden könnte.

Plötzlich wurde die Küchentür aufgestoßen und eine der neuen Kolleginnen von mir und meinen Eltern kam hereingestürmt. Ich hatte bisher nur kurz mit ihr zu tun gehabt, aber ich konnte sie schon jetzt nicht leiden. Dies beruhte offensichtlich auf Gegenseitigkeit, denn sie sah mich abschätzig an. „Beeilt euch mal ein wenig. Herr Müller und sein Sohn wollen jetzt essen.“
Schnell räumten wir alles zur Seite und brachten die verschiedenen Teller in das Esszimmer, dort saßen bereits John und sein Vater. „Bringt uns doch bitte noch einen Wein und zwei Weingläser.“ Überrascht nickte ich. Ich zeigte Sam, wo die Weingläser standen und ging selbst schnell hinunter in den Keller, um einen Wein zu holen. Da ich keine Ahnung von Alkohol hatte und Herr Müller nichts gesagt hatte, nahm ich einfach den ersten, der mir in die Hand fiel. Herr Müller schien mit meiner Wahl zufrieden.
Als Sam und ich den Raum wieder verlassen hatten, begannen die beiden miteinander zu reden. Normalerweise hätte ich es ignoriert und wäre zurück in die Küche gegangen, um selbst etwas zu essen, jedoch musste ich aus irgendeinem Grund heute zuhören. Auch Sam hatte sich dicht an die Tür gestellt und lauschte. Ich bemerkte ebenfalls noch andere Leute, die in der Nähe der Tür scheinbar versteinert standen.
„Ich habe entschieden, wen du heiraten wirst John.“ John schien sich verschluckt zu haben, denn er hustete stark, bevor er antworten konnte. „Wie heiraten? Ich verstehe nicht ganz Vater.“ Es war erstaunlich, wie verändert Johns Stimme klang. Der sonst so selbstbewusste Junge der denkt, er wäre der beste klang auf einmal sehr kleinlaut und eingeschüchtert. „Was gibt es da nicht zu verstehen?“ Herr Müller klang recht schroff. „Mein Sohn soll eine ordentliche Frau heiraten und in unserer Familie war es schon immer Brauch, dass der Vater die Frau des Sohnes aussucht.“ Kurze Zeit war Stille, bevor John sich wieder recht leise und eingeschüchtert meldete. „Und wen soll ich deiner Meinung nach heiraten?“ „Sie ist die Tochter eines wohlhabenden Mannes aus Amerika. Sie ist sehr schön und weiß, wie sie sich zu benehmen hat. Außerdem spricht sie perfekt Deutsch und ist eine ausgezeichnete Schülerin. Auch ist sie in einer Turnmannschafft. Sie hat schon viele Preise gewonnen und ist sehr bekannt in ihrem Land. Mit ihrem Talent und Geschick könnte sie zu den besten Turnern der Welt gehören. In drei Monaten wirst du sie kennenlernen. Sie wird mit einem ihrer Diener zu uns kommen und eine Zeit lang hier leben und du wirst ihr hier alles zeigen. Sie ist wirklich die perfekte Frau. Und ich rate dir mich nicht zu blamieren. Das tust du schon genug in deiner Schule. Ich bin ja froh, dass du noch auf diese Schule gehen darfst. “ Es klang eher wie eine Drohung. Irgendwie tat mir dieses Mädchen leid, dass sich nicht mal ihren Ehemann aussuchen durfte. Ihr Leben wurde ihr wahrscheinlich schon von ihrer Kindheit an vorgeschrieben.
„Und was ist mit meiner Freundin?“ Wieder herrschte einen Moment kurz Stille bevor Herr Müller schroff antwortete. „Das wirst du dann wohl beenden müssen. Das Ansehen und der Reichtum unserer Familie ist wichtiger als deine kleine Liebschaften!“ „Aber…aber ich liebe sie…“ versuchte John zu protestieren. Nun jedoch war Herr Müller sehr wütend. Er mochte es gar nicht, wenn man ihm nicht gehorchte. Nicht mal bei seinem Sohn machte er da eine Ausnahme. „Du hast zu gehorchen Junge! Deine Verlobte ist schön, reich, angesehen und dazu hat sie auch noch einen Dungeon bezwungen. Etwas, wovon du noch nicht mal träumen kannst!“ Geschockt sahen Sam und ich uns an. Sie hatte einen Dungeon bezwungen? Das ließ nur zwei Möglichkeiten. Entweder gehörte sie auch zu dieser Organisation oder sie gehörte zu den paar, die ohne die Hilfe eines Magis einen Dungeon bezwungen hatten, was jedoch sehr unwahrscheinlich war, vor allem da ich bisher nur von zwei Männern gehört hatte, denen das gelungen war und einer dieser Männer hatte den Dungeon mit einer gesamten Armee betreten.
Plötzlich wurde die Tür aufgestoßen und laut wieder zugeknallt. Mit einem gewaltigen Schock sah ich auf die geschlossene Tür neben mir und war heilfroh, dass das Esszimmer mehrere Türen besaß und ich hinter der stand, die nur die Bediensteten nutzten, sonst wären Sam, ich und alle anderen, die hier mit uns lauschten, nun erwischt worden.

Als Sam, Jumiji und ich eine Stunde später in meinem Zimmer saßen und wir Jumiji erzählt hatten, sprach dieser aus, was ich auch schon gedacht hatte. „Vielleicht steht dieser Müller auch in Verbindung mit dieser Organisation und ihrem Vater. Schließlich weiß er über uns Bescheid und er will seinen Sohn mit einer Dungeonbezwingerin verkuppeln.“ Ich nickte zustimmend.
Wir redeten noch bis tief in die Nacht hinein über die Verlobte von John. Irgendwie tat John uns auch etwas Leid. Jedoch wollte ich unbedingt wissen, was Herr Müller vorhatte. Auf jeden Fall glaubte ich nicht mehr, dass Herr Müller einfach nur ein reicher Mann war, der über alles, was in seinem Haus herrschte und Bescheid wusste. Er war noch viel mehr. In was für einer Verbindung er mit diesem Jamal und Ill Allah stand wusste ich zwar noch nicht, aber ich schwor mir selbst, dass ich es herausfinden würde.
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