Sanftmut im Winter (Übersetzung)

von Ririchiyo
GeschichteRomanze / P6
Lusheeta "Sheeta" Toel Ul Laputa Pazu
26.03.2015
26.03.2015
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Story: softness in winter
Autor: puertoricanjane



Sanftmut im Winter



Sheeta hat keine Liebe für den Winter übrig.

Sie denkt, es sei der Bauer in ihr. Der Winter nimmt so viel und gibt so wenig und man kann niemals warm genug werden, selbst wenn man in Decken eingewickelt ist und der Holzofen in Griffnähe brennt. Die Kälte findet immer einen direkten Weg in ihre Knochen und wenn sie sie mehr als nur die Nutzpflanzen kostet – wenn sie auch das Lachen ihres Vaters und das Lächeln ihrer Mutter nimmt – denkt Sheeta, dass sie die Kälte nie wieder loswerden wird und dass diese sich wie Granatsplitter für immer in ihrer Brust eingenistet hat. Ein eingefrorenes Herz für ein eingefrorenes Mädchen, erinnert sie sich gedacht zu haben und es fühlt sich in dem Moment so krankhaft Passend an, dass sich ein Lachen aus ihrer Kehle freikämpft, ihr erstes Lachen, seit sie die Gräber ihrer Eltern mit ihren eigenen Händen gegraben hat.

Sie denkt noch immer, dass der Winter rau und unerbittlich ist, aber die Monate sind leichter zu ertragen, jetzt wo sie Pazu hat. Sheeta strickt und fühlt wie die Erinnerung von den Hände ihrer Mutter auf ihren eigenen, während sie die Nadeln lenkt und ihre Stiche perfekt macht, sie überkommt. Sie mag es, Pazu in den fertigen Produkten zu sehen: Wollmützen die er straff über die Ohren gezogen hat, Fingerhandschuhe, Pullover die sich über seinen Oberkörper  erstrecken und sich an seinen Schultern zusammenschnüren (er wird von Tag zu Tag breiter, sodass sie nicht mithalten kann). Sie mag die Idee, dass er überall wo er hingeht ein Teil von ihr mit sich trägt, das ihm ein bisschen der Wärme zurück gibt, die er in ihr Leben gebracht hat. Ein Schal nimmt in ihrem Schoß Gestalt an und sie legt ihn um seinen Hals wie ein Versprechen. Er hat den Winter in ihrem Herzen aufgetaut, hat ihr einen Platz gegeben den sie Zuhause und jemanden den sie Familie nennen kann. Sie will ihn niemals erkältet sehen.

Die meiste Zeit des Winters schlafen sie im selben Bett. Es ist unschuldig. Die Nächte sind weniger kalt, wenn sie sich ihre gemeinsame Wärme teilen und obwohl sie gezwungen worden sind schneller erwachsen zu werden als andere, sind sie in vielerlei Hinsicht doch immer noch Kinder. Sie haben keine Eile dies zu ändern. Sein Herzschlag wird ihr Lieblingsschlaflied. Sheeta rollt sich gegen seinen Rücken, die Arme um seine Taille geschlungen, das Kinn in seine Schulter gegraben und denkt, trotz all ihrer Zaubersprüche, dass es die wahre Magie ist, sie immer wieder in den Schlaf zu wiegen.

Sie gewöhnt sich daran mit Pazus federleichten Fingern an ihrer Wange und einem Blick in seine Augen, wenn er guten Morgen murmelt, aufzuwachen.

Sie streicht sein Haar aus seinem Gesicht, Lächelt über die Art wie sich seine Augen schließen und gibt murmelnd das Gleiche zurück.

Sie lernt, dass es auch Sanftmut im Winter gibt.
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