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How it all began

OneshotRomanze / P16
Asahina Tsubaki
24.03.2015
24.03.2015
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Anmerkung: Dieser OneShot kann unabhängig zu »The reason why I can't tell you that I love you« gelesen werden, auch die Reihenfolge ist egal, auch wenn dieser OneShot hier zeitlich vorher spielt. Allerdings ist er nur entstanden, weil eine Szene schon in meinem anderen OneShot erwähnt wurde.
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How it all began


Ich hatte es nie gemocht, ein Einzelkind zu sein. Es war langweilig ohne Geschwister, wenn man den Geschichten meiner Freunde, die allesamt Geschwister hatten, Glauben schenken durfte. Das klang immer so witzig und es war immer etwas los. Aber ich, ich war ein Einzelkind und mein Vater war ständig auf Achse.
Dementsprechend war ich mehr als nur froh gewesen, als mein Vater mir eröffnet hatte, dass er wieder heiraten wolle, denn seine neue Frau hatte nach seinen Aussagen »ein paar mehr Söhne«, zu denen ich ziehen sollte. Anfangs würde es bestimmt etwas schwierig werden, da ich trotz Geschwisterwunsch immer alleine gewesen war und noch dazu ein Mädchen.
Allerdings hatte ich gedacht, mit »ein paar mehr Söhne« hatte er vier oder fünf gemeint, doch da hatte ich mich wohl gewaltig getäuscht. Überrascht sah ich meinen ... eins, zwei ... neun neuen Stiefbrüdern entgegen, die auf dem großen, roten Sofa saßen. Neun! Vom kleinen Kind bis zu Erwachsenen!
Ich lächelte leicht unsicher. »Es freut mich, euch alle kennen zu lernen. Mein Name ist Hinata Kiriko.« Hilfe, einige sahen mich an wie Frischfleisch! Ich will hier weg!
Leicht panisch blickte ich zu Masaomi-kun, der Älteste der Brüder, welcher mich draußen schon empfangen hatte. Ich mochte es nicht, wenn ich so angestarrt wurde.
Einer der Sitzenden fing leise an zu lachen. Auffällig an ihm waren seine weißen Haare und dass neben ihm jemand saß, der zwar ein Brille trug und dunkelhaarig war, jedoch die gleichen Gesichtszüge vorwies. Zwillinge, ganz sicher! Ich hatte Zwillinge in der Familie – ich wollte immer Zwillinge als Geschwister haben. Oh, ich hatte dadurch meine Panik kurz vergessen, doch wieder lagen alle Blicke auf mir, da ich angefangen hatte, breit zu grinsen.
»Und ich wollte gerade sagen, dass Kiriko-chan Angst vor uns kriegen könnte«, sagte nun der Zwilling ohne Brille.
»Ich bin ein Mönch, vor mir braucht sie keine Angst haben«, erwiderte ein anderer, der tatsächlich eine japanische Mönchstracht trug.
Ich sah nun einfach verwirrt dabei zu, wie sich auch die anderen Brüder einmischten. Eine teils handfeste, teils aus Spaß gemeinte Diskussion entstand, in der es darum ging, vor wem ich denn nun tatsächlich Angst haben und bei ihm sein vorsichtig sein müsste und bei wem nicht.
»Aber, aber, so geht das doch nicht«, erklang plötzlich eine etwas höhere Stimme, die eher zu einer Frau passte, als zu einem Mann.
Ich drehte mein Gesicht etwas nach rechts und sah, wie jemand die Treppe hinunter kam. Diese Person sah aus wie eine Frau, aber mir wurde doch gesagt, dass ich nur neue Brüder bekäme. Alles, was ich verstand, war, dass diese Person auf mich zukam. Und ehe ich mich versah, wurde ich umarmt.
»Es freut mich, dich kennen zu lernen. Ich bin Asahina Hikaru, der vierte Sohn«, stellte er sich vor, nachdem er mich wieder losgelassen hatte.
»E-ebenfalls, Hikaru-san. Mein Name ist Kiriko. Das ist ein schönes Kleid ...« Ich deutete auf sein strahlend rotes Kleid, welches er trug.
»Danke, Kiriko-chan.«
»Du musst wissen«, begann Masaomi-kun, »Hikaru ist Autor und will auf diese Art herausfinden, wie bestimmte Situationen aus der Sicht einer Frau aussehen.«
Das ergab Sinn und somit war diese Frage in meinem Kopf abgehakt. Ich nickte verstehend. Aber hieß das nun, dass es nicht nur neun, sondern zehn Brüder waren?
»Ähm ... Fehlen eigentlich noch welche oder sind alle da?«
»Ich vermute, Rintarou-san hat dich nicht ordentlich informiert, Kiriko-san. Also, Hikaru hier und noch ein weiterer Bruder haben ihre eigenen Wohnungen und die letzten zwei sind noch bei der Arbeit«, informierte Masaomi-kun mich ordentlich.
Danke, Papa, das ist also deine Definition von »ein paar mehr« Brüder. »Oh, ach so. Papa sagte nur, dass Miwa-san »ein paar mehr Söhne« hätte ... Darf ich eigentlich auch eure Namen erfahren? Die hat Papa mir auch vorenthalten.«
»Oh, stimmt ja, das hätten wir ja beinahe vergessen!«, stimmte Hikaru-san mir zu.
Masaomi-kun deutete daraufhin auf einen jungen Mann mit kurzen blonden Haaren und hellblauen Augen. »Das ist Ukyo, der zweitälteste Bruder und arbeitet als Anwalt. Dann käme als drittes unser Mönch, Kaname. Hikaru kennst du ja schon. Als nächstes unsere Zwillinge Tsubaki und Azusa.« Hah, tatsächlich Zwillinge! Okay, Zwilling ohne Brille: Tsubaki. Zwilling mit Brille: Azusa. »Sie arbeiten beide als Synchronsprecher für Animes und Spiele. Die nächsten beiden Brüder sind nicht hier, also geht es weiter mit Subaru. Er ist Basketball-Spieler und geht auf die Universität. Iori wird im kommenden März seinen Abschluss machen. Im ungefähr gleichen Alter wie du ist Yuusuke. Mit ihm bist du in einer Klasse, da du ja die Schule wechseln musstest. Der nächste fehlt wieder, so kommen wir zum jüngsten Bruder: Wataru. Er geht noch zur Grundschule.«
»Ah, vielen Dank! Jetzt sind wohl alle meine Fragen beantwortet«, bedankte ich mich lächelnd.
»Einen der Fehlenden darfst du übrigens regelmäßig im Fernsehen bewundern.« Tsubaki-kuns Stimme triefte vor Ironie.
»Warum?« War der berühmt oder so?
»Asakura Fuuto ist unser Bruder«, antwortete mir Hikaru-san.
Aha. »Wer? Muss man den kennen?«
Tsubaki-kun sah mich an, als wäre ich eine Fata Morgana, ehe er in schallendes Gelächter ausbrach. Hatte ich was Falsches gesagt?
»Asakura Fuuto, mit richtigem Namen also Asahina Fuuto, ist ein Idol«, präzisierte Hikaru-san seine vorherige Antwort.
»Oh. Also, wenn er nicht gerade eine Stimme eines Idols in einem Anime übernommen hat, ist es kein Weltwunder, dass ich ihn nicht kenne. Ich interessiere mich nicht so für die richtige Idol-Welt«, versuchte ich mich zu erklären.
Tsubaki-kun beruhigte sich auch wieder, als Azusa-kun ihm auf den Kopf geschlagen hatte. »Das tut weh, Azusa.« Er wandte sich wieder zu mir. »Du gefällst mir, Kiriko-chan. Hätte echt nicht mit so einer Antwort gerechnet.«
G-gefallen?! Wie meinte er das denn jetzt? Ich musste mich ablenken. »Ä-ähm, wo ist mein Zimmer?«
Tsubaki-kun und Azusa-kun zeigten mir daraufhin mein Zimmer, da meines auf dem gleichen Gang wie ihre Zimmer lag. Meine Möbel waren schon aufgebaut, aber meine Bücherregale sahen so leer aus, weil meine Mangas und Spiele alle noch in den Kartons verweilten. Mit Musik aus Animes, die ich auf meinem MP3-Player hatte, machte ich mich daran, alle meine Kartons auszuräumen. Warum nochmal hatte ich soviele Mangas, die ich unbedingt ordentlich sortiert in meinen Regalen stehen haben wollte?
Als ich auch den letzten Feinschliff fertig hatte, war es schon spätnachmittags und meine Lunge verlangte nach etwas zu trinken. So machte ich mich mitsamt Gebäudeplänen – ich wollte mich ja nicht verlaufen – auf den Weg in die Küche. Eben diese lag direkt bei dem Wohnzimmer, in dem ich heute ja schon gewesen war. Und genau dort fand ich nun mir zwei unbekannte Gesichter vor. Nummer 11 und Nummer 12, würde ich jetzt einfach mal behaupten.
Der jüngere der beiden saß auf einem Stuhl, während der andere scheinbar seine Haare frisierte. Ob ersterer wohl dieses Idol war? Zumindest hatte er mich nun bemerkt im Gegensatz zu dem anderen.
»Darf ich fragen, was du hier machst?«, fragte er mich, was nun auch den anderen aufblicken ließ.
»Du bist bestimmt Kiriko-chan, oder?«, fragte dieser mich wesentlich freundlicher.
Ich nickte. »Ja, das bin ich. Freut mich, euch kennenzulernen. Und ihr seid ...?«
»Oh, entschuldige, ich bin Louis, der achte Sohn und von Beruf Frisör, wie du dir vielleicht schon denken konntest.« Hatte ich eigentlich nicht, aber das erklärte mal wieder einiges.
»Wenn du mich nicht kennst, hast du aber einiges verpasst«, antwortete der andere dagegen patzig.
»Dann bist du also dieses Idol Asakura Fuuto-kun, oder? Ich hatte noch nie etwas von dir gehört, aber Hikaru-san hat mir erklärt, wer du bist«, gab ich umso freundlicher zurück.
»Du kanntest mich echt nicht? Dann lebst du aber echt hinterm Mond!«
Ich sollte Fuuto-kun lieber ignorieren, aber Louis-kun war sehr freundlich. Warum war ich eigentlich nochmal hier? Ach, ja, Trinken! Schnell ging ich weiter in die Küche und genehmigte mir eine Wasserflasche aus dem Kühlschrank. Kühl rann die Flüssigkeit meinen Rachen hinab.
»Du stehst im Weg, Onee-san.« Ich spürte Fuutos Präsenz hinter mir.
»Oh, macht sich unser lieber Fuuto schon unbeliebt bei unserer süßen Kiriko-chan?«
»Tsubaki-kun!« Ich drängelte mich an dem Idol vorbei und ignorierte das »süßen« in Tsubaki-kuns Satz. »Ach, ich hätte da noch eine Frage.« Die Frage lautete, ob er in einem Spiel mitgewirkt hatte, was ich sehr mochte.
»Ja, da habe ich den Hauptcharakter übernommen«, antwortete er mir mit einem Lächeln.
Fasziniert sah ich ihn an. »Ich liebe das Spiel! Hab alle Teile, sogar die Soundtracks habe ich mir alle gekauft.«
Schnell fand ich heraus, dass Tsubaki-kun und ich unsere Anime-, Manga und Spiele-Vorlieben teilten. So hatten wir entschieden, dass wir nach dem Abendessen mal nachguckten, was der jeweils andere an Animes, Mangas und Videospielen hatte, um dann entweder gemeinsam Animes zu gucken oder uns ein Spiel vorzuknöpfen. Sagte ich doch, dass Zwillinge was Tolles waren, auch wenn das eher auf Tsubaki als auf seinen Zwilling Azusa zutraf. Dieser war ernster als sein etwas älterer Zwilling.
Beim Abendessen fand ich dann heraus, dass sie eigentlich keine Zwillinge waren, sondern Drillinge, als mir Natsume alias Nummer 13 vorgestellt wurde. Auch dieser war nicht mal annähernd so unbedarft wie Tsubaki, aber Natsume-kun arbeitete in einer Spiele-Firma, was mir ein Dauergrinsen ins Gesicht gezaubert hatte – waren Geschwister nicht was Tolles?
Nach dem Essen zog Tsubaki mich förmlich hinter sich her als könnte es nicht schnell genug gehen.
»Weißt du, ich wollte immer eine kleine Schwester haben, Kiriko-chan«, erzählte er mir, als ich meine Tür aufschloss und mich meiner Schuhe entledigte.
Ich bedeutete ihm, dass er auch hinein kommen konnte. »Und ich wollte immer Geschwister haben – allem voran Zwillinge. Sieh dich ruhig um, es steht alles in den Regalen.«
»Dein Zimmer ist besser geeignet als meines, was unser Vorhaben angeht; es ist so ordentlich«, meinte Tsubaki und besah sich meine Sammlung.
»Sieht’s so schlimm in deinem Zimmer aus, Tsubaki-kun?«, fragte ich. Währenddessen kramte ich meine Spielekonsole unter meinem Bett hervor.
»Als hätte eine Bombe eingeschlagen, meint Azusa, aber mir gefällt es so. Wenn ich die Sachen ordentlich wegräume, vergesse ich immer, wo ich sie hin geräumt habe. Oh!« Ich sah, wie er interessiert ein Spiel aus einem Regal zog. »Du hast das neueste Mario Party?«
»Ja, aber ich habe es noch nicht ausprobiert. Macht alleine einfach keinen Spaß«, entgegnete ich. »Wollen wir das spielen?« Er nickte begeistert und reichte mir die Spielhülle.
Schnell schaltete ich Fernseher und Konsole ein, legte die CD ein und wollte mich wieder zu ihm herumdrehen, als er mich plötzlich an sich drückte.
»Tsu-tsubaki-kun?«, fragte ich leicht verwirrt.
»Das war eine ›Endlich habe ich eine kleine Schwester‹-Umarmung.«
Ich nickte, das klang plausibel, auch wenn mich das erst ziemlich überrascht hatte.

Ein paar Wochen später hatte ich mich ganz gut in die Asahina-Familie eingelebt – nur mit Fuuto-kun kam ich auf keinen grünen Zweig. Doch langsam kam in mir der starke Verdacht auf, dass ich für Tsubaki-kun mittlerweile mehr als seine kleine Schwester war. Besonders bei unseren gemeinsamen Spieleabenden suchte er in letzter immer nach meiner Nähe. Und er schleppte mich auch ständig zu irgendwelchen Veranstaltungen, die nach unserem Geschmack waren. Ich sagte nichts dagegen, schließlich hatte ich kein Problem mit ihm und fühlte mich eigentlich richtig wohl in seiner Nähe.
Allerdings hatte er mir vor Kurzem meinen ersten Kuss gestohlen. Tsubaki-kun war wegen der Tatsache frustriert gewesen, dass Azusa scheinbar in allem besser war als er. Dieser hatte dann auch eine Rolle in einem Anime bekommen, die Tsubaki unbedingt haben wollte, weil dieser Anime ihn überhaupt erst dazu gebracht hatte, Synchronsprecher zu werden. Als ich ihn dann gefragt hatte, wie man ihn denn wieder aufmuntern konnte, hatte er sich einfach vorgebeugt und seine Lippen auf meine gedrückt. Gut, dass wir zu dem Zeitpunkt in meinem Zimmer gewesen waren, sodass uns niemand hatte sehen können. Nicht auszudenken, was dieser Person dann durch den Kopf gegangen wäre! Mein Gesicht war danach jedenfalls knallrot gewesen, doch irgendwie konnte ich noch immer das Gefühl seiner Lippen auf meinen spüren. Ich hatte zwar keinen Vergleich, aber ich fand, dass er ein guter Küsser war.
»Onee-chan! Onee-chan!«, hörte ich Wataru rufen, kaum war ich nach der Schule wieder zu Hause angekommen. Wataru kam mit Tsubaki-kun im Schlepptau angerannt.
»Ist etwas, Wataru-chan?«, fragte ich freundlich.
»Willst du mit mir, Tsubaki-nii, Masaomi-nii, Yuusuke-nii, Kaname-nii und Hikaru-nii Verstecken spielen?«
»Komm, das macht bestimmt Spaß, Kiriko-chan«, bekräftigte Tsubaki-kun noch einmal und griff nach meiner Hand, ohne mich überhaupt antworten zu lassen.
So wurde ich draußen vor vollendete Tatsachen gestellt, als ich den anderen Mitspielern entgegen sah. Yuusuke-kun sah nicht so aus, als würde er freiwillig mitmachen.
»Ihr hättet sie sich wenigstens umziehen lassen können, ihr Beiden. Nicht, dass ihre Uniform dreckig wird«, meinte Hikaru-san – heute mal als Mann gekleidet – nach einem Blick auf mich.
»Ist nicht so schlimm. Die sollte nachher eh in die Wäsche«, beschwichtigte ich ihn. »Wer fängt an zu suchen?«
»Ich ganz bestimmt nicht«, grummelte Yuusuke-kun.
Die anderen zuckten nur mit den Schultern.
»Ich fang wohl an, aber macht es mir nicht allzu schwer, so gut kenne ich mich auf dem Grundstück noch nicht aus«, bot ich mich freiwillig an.
»Super, Onee-chan! Zählst du bis hundert?«
Ich nickte lächelnd und fing an, mit verschlossenen Augen leise vor mich hinzuzählen. Hundert Sekunden später kam mir dann auch logischerweise die Hundert über die Lippen und ich fing erstmal an, mich ein wenig umzusehen. Als ich ungefähren Plan von meinem Umfeld im Kopf hatte, lief ich einfach los. Anscheinend keiner meiner Stiefbrüder wollte es mir einfach machen, denn erst nach einiger Zeit entdeckte ich eine Nische, die sich gut als Versteck eignete. Leise pirschte ich mich heran und linste vorsichtig in die Nische. Tsubaki-kuns Blick traf auf meinen. Leise lachend zog er mich zu sich in die Nische. Was hatte er vor?
»Offenbar hast du mich gefunden. Hat ganz schön lange gedauert, Riko-chan.« Hatte er mir gerade einen neuen Spitznamen verpasst?
»Riko-chan?« Er drückte mich vorsichtig mit dem Rücken zur Wand und sah auf mich hinab. Mit großen Augen starrte ich ihn an.
»Ja, ich hatte mir gedacht, dass ich dich jetzt nur noch Riko-chan nenne. Und weißt du warum?«
Ich schüttelte den Kopf. Warum sollte ich das wissen?
»Es ist zwar nicht der beste Ort und auch nicht der beste Zeitpunkt, denn wir befinden uns ja eigentlich mitten in einem Spiel, aber die anderen können gerne noch etwas länger in ihren Verstecken hocken. Bis du Hikaru und Wataru gefunden hast, wird es eh noch dauern. Wataru liebt Verstecken spielen und Hikaru ist einfach viel zu gerissen. Oh, ich weiche vom Thema ab. Was ich dir sagen wollte, Riko-chan: Du bist für mich nicht mehr meine kleine Schwester. Mittlerweile bist du viel mehr als das. Ich habe mich in dich verliebt, Kiriko.«
Meine Augen glichen jetzt wohl Untertassen und ich wusste nicht so recht, was ich nun antworten sollte, obwohl ich einen solchen Verdacht ja schon gehabt hatte. Trotzdem war ich jetzt ziemlich überfordert und brachte kein Wort über die Lippen.
Tsubaki-kun strich mir ein paar Strähnen aus der Stirn, die sich dorthin verirrt hatten. »Du musst mir jetzt noch nicht antworten, Riko-chan. Mir ist klar, dass ich dich damit gerade völlig überrumpelt habe, aber ich konnte nicht mehr länger warten.«
Wieder einmal nickte ich und biss mir nervös auf der Lippe herum. »I-ich mag dich auch ... Tsubaki ...«, brachte ich endlich, wenn auch sehr leise, hervor. Mein Kopf fühlte sich heiß an und glich gerade wohl einer überreifen Tomate. Wie von allein krallten sich meine Finger etwas in sein Oberteil.
»Das ist schön. Du, Kiriko?«
»Hmm?« Irgendwie fand ich seine Schuhe gerade ganz interessant.
»Würdest du mir einen Gefallen tun?«
Ich sah wieder zu ihm hoch. War er mir gerade auch so nah gewesen? Mein Herzschlag beschleunigte sich etwas. Zumindest löste er schon mal etwas in mir aus, von dem wusste, dass das auch oft in Liebesgeschichten vorkam.
Tsubaki sprach aber gar nicht erst aus, was er von mir wollte, sondern legte einfach seine Lippen auf die meinen. Der Kuss war zwar genauso sanft wie der, den wir schon miteinander geteilt hatten, aber irgendwie war er trotzdem auch fordernder. War irgendwie schwer zu erklären, wenn man sich kaum in dem Gebiet auskannte. Es dauerte nicht lange, da spürte ich Tsubakis Zunge über meine Unterlippe streichen. Zögerlich öffnete ich meinen Mund etwas und ließ mich auf diese andere Art des Küssens ein.
Eine Hand von ihm – die andere hatte sich um meine Hüfte geschlungen, damit Tsubaki sich fester an mich pressen konnte – lag derweil in meinem Nacken und kraulte mich da, sodass mir wohlige Schauer über den Rücken fuhren. Als er das Kraulen auch noch etwas intensivierte, musste ich leise in den Kuss keuchen. Offensichtlich hatte er eine meiner empfindlichen Stellen entdeckt. Woher sollte ich denn auch wissen, welche das bei mir waren?
Hoffentlich hatte das jetzt niemand – außer Tsubaki natürlich – gehört oder sah, was wir hier gerade machten. Die Nische war doch gut versteckt, oder nicht?
»Kiriko«, flüsterte Tsubaki, als wir uns wegen einem natürlichen Grundbedürfnis, das Atmen, voneinander lösen mussten, »ich will dich.«
»J-jetzt sofort?!«, stammelte ich leicht hysterisch.
»Mein ganzes Leben lang.« Und er verschloss meine Lippen wieder mit seinen.
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