Adieu, Klara.

KurzgeschichteSchmerz/Trost / P6
22.03.2015
22.03.2015
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Diese Geschichte ist eigentlich nur aufgrund der dritten Klassenarbeit, jetzt in der 10ten Klasse, entstanden. Die Aufgabe war das wir zu der (in der Kurzbeschreibung) beschriebenen Situation einen inneren Monolog verfassen sollen. Gesagt getan. Ich hatte während dem schreiben die ganze Zeit den jungen Alfred aus dem Musical Tanz der Vampire im Kopf und habe die Lieder des Musicals, der Besuch der Alten Dame, vor mich hin gesummt. Nun wurde mein Aufsatz mit einer 2+ (1,75) belohnt. Das ist nicht übel ^^.
Viel Spaß beim lesen.
LG,
Redvampire.

PS: Eventuell kommt demnächst noch eine zweite Geschichte zu genau der selben Aufgabe da die gute Elriaa genau das selbe wie ich schreiben musste.  



Es geht dem Ende zu. Ich weiß es. Und ich kann es spüren. Ich fühle es so, wie den Wind, der die Blätter des Waldes zum Rauschen bringt und fast schon zärtlich durch mein Haar streicht. Es ist also soweit. Die Gemeindeversammlung wird bald stattfinden und ich weiß, was geschehen wird. Man wird mich zum Tode verurteilen. Aber das gerade eben... Klara. Was ist nur aus ihr geworden? Als sie hier in Güllen ankam, war sie komplett in schwarz gekleidet. Wie eine Göttin der Unterwelt. Der Reichtum hat sie geprägt. Sie ist eitel geworden... Aufgedonnert und unheimlich. Und trotzdem... Ich kann mich noch an unsere gemeinsame Zeit erinnern. Einmal war es ein warmer Herbstabend und die Luft war weich und warm. Damals... als wir und das erste mal sahen. Es waren wunderbare Tage, die wir miteinander verbrachten. Wir waren so verliebt. Wir wollten alles teilen und eins sein zu zweit, aber nun teilen wir anstatt Glück nur das Leid. Sie hat verlernt zu vergeben. Ist hart geworden, wie ein Stein und so kalt wie Eis. Und ich kann es ihr fast nicht übelnehmen. Ich hatte vor dem Gericht die Vaterschaft verleugnet. Klara wurde aus Güllen ausgestoßen. Und ihre Tochter..., meine Tochter, starb. Wegen mir... Was hätte alles sein können? Aber ich war feige. Und so falsch! Mathilde habe ich nur geheiratet, weil sie Geld besaß. Klara hatte nichts! Und das war der Grund, warum ich sie verraten habe. Es war alles nur wegen Geld! Und was hat es mir gebracht? Nichts! Gar nichts! Ich bin arm geblieben und Klara wurde zu einer Milliardärin. Ich habe sie wegen Geld verlassen, aber vorhin auf der Bank... Ich glaube, da habe ich etwas gespürt. Liebe. Ich liebe sie immer noch! Ich wünsche mir so sehr einen Weg zurück in das verspielte Glück. Wenn Klara und ich nur noch einmal die Sonne berühren könnten... So wie früher... Aber nun ist die Zukunft da. Klara ist zu Claire geworden. In ihrem Inneren und da bin ich mir sicher, steckt noch etwas Gutes. Aber sie ist wie versteinert. Fast so, als hätte ich ihr Herz damals zugemauert, sodass es keine Chance mehr hätte, sich zu zeigen. Die Liebe in ihr wird unterdrückt. Sie hat selbst gesagt, dass sie mir nicht verzeihen wird. Das hat Claire gesagt. Aber in Claires Herz sitzt noch die wunderschöne und Liebevolle Klara. Doch das Herz ist zugemauert...
Ach, was denke ich nur für dummes Zeug? Sie hat eine Milliarde auf meinen Tod geboten. Warum kann ich nun an nichts anderes danken als, an Klara und unsere Jugend? Ich muss den Tatsachen ins Auge sehen. Claire will mich tot sehen. Sie wird meinen Leichnam nach Capri bringen. Dort werde ich wohl für immer im Dunkeln liegen...
Ich war so geschockt, als sie ihre Forderung für eine Milliarde ausgesprochen hatte. Ich glaubte, sie wäre verrückt. Aber nun sehe ich, dass ich damals fast dasselbe getan hatte. Ich hatte sie verletzt und zerstört. Für Geld... Adieu, Alfred, hatte sie gesagt. Ihr Blick war fast ausdruckslos. Aber da war noch etwas gewesen, was kurz zu sehen war. Ich weiß nur nicht, was es war. Freude? Liebe? Sie war schweigend gegangen. Ihr Plan wird aufgehen, dessen bin ich mir sicher. Sie hatte alles getan, um die Gerechtigkeit zu bekommen und ich fürchte, dass Claire heute Abend die Bestätigung sehen wird. Was auf der Gemeindeversammlung wohl passieren wird? Wird es wirklich zu einer Abstimmung kommen und wie wird diese verlaufen? Außerdem ist ja noch die Presse da. Wie wollen sie mich zum Tode verurteilen, wenn Journalisten in Güllen herumschnüffeln? Aber ich bin mir so sicher, dass die Bürger von Güllen schon eine genaue Vorstellung von dem Ablauf der Versammlung haben. Aber egal, was passiert. Ich werde das Urteil annehmen. Ich wüsste nur zu gerne, wer sich die Hände an mir schmutzig machen muss. Einer der Bürger wird mich töten! Ganz sicher. Vielleicht ist es der Polizist... oder doch jemand ganz anderes. Ach, ich mag es mir gar nicht ausmalen! Jeder von ihnen wäre dazu fähig. Schließlich gieren sie nur so nach dem Geld. Ich hätte nie gedacht, dass es so weit kommt. Ich habe bisher immer an den gesunden Menschenverstand und die Menschlichkeit geglaubt. Aber nun weiß ich, dass Menschen zu allem fähig sind. Ich kann ihnen nicht mehr helfen. Und mir auch nicht. Ich bin schuld! Aber ich habe keine Angst mehr. Ich bind durch Höllen gegangen, ich war gefangen, doch nun bin ich frei. Sie wollen das Geld, dann müssen sie mich töten.
Und der Bürgermeister dachte doch tatsächlich ich würde ihnen diese Arbeit abnehmen. Aber da hat er sich geirrt! Sie wären dann schuldlos und reich, aber dieser Plan ging nicht auf. Vielleicht hätte ich es getan, vielleicht hätte ich mich selbst umgebracht, wenn sie mir die schreckliche Angst, dass ich jeden Moment umgebracht werden könnte, erspart hätten. Doch sie hatten mich umzingelt, mich von der Flucht abgehalten, mich gejagt und mir gedroht. Es waren die schrecklichsten Stunden meines Lebens. Und auch als ich gemerkt hatte, dass weder der Bürgermeister oder der Polizist zu mir hielten... Nicht einmal der Pfarrer war mir treu. Auch er ist schwach, denn schließlich ist auch er von der Armut betroffen. Selbst meine Familie hat mich zum Tode verurteilt. Meine zwei Kinder und meine Frau leben auf einmal im Wohlstand. Doch das ist mir nun egal. Es kann mir alles egal sein, was mit allen Menschen hier in Güllen passiert, sobald ich tot bin. Und auch, was mit Claire passiert. Mit Klara. Ach, könnte ich nur wieder mit der Klara von früher zusammen sein. Sie und ich, wir waren wie Flamme und Glut. Doch bald wird nur noch Asche zurückbleiben. Claire kann nicht vergeben. Und eigentlich ist mir das mittlerweile auch egal. Ich werde sterben, egal, was ich denke und fühle. Was Claire wohl nach meinem Tod machen wird? Güllen wird das Geld bekommen und Claire widmet sich wahrscheinlich wieder ihren Reichtümern...
Ob die Bürger von Güllen wohl schon jemanden haben, der mich umbringen soll? Ich könnte mir gut vorstellen, dass Claire jedem Bürger eine bestimmte Aufgabe angedacht hat. Zum Beispiel dem Polizisten. Claire hatte am Bahnhof zu ihm gesagt, dass er beide Augen schließen soll. Und wenn ich mich nicht irre, ist dies auch so eingetreten... Claires Plan scheint perfekt zu sein. Wer weiß, seit wann sie das schon geplant hat. Wenn man es so sieht, war dieser Plan schon sehr schlau durchdacht. Sie muss nichts tun, außer das Geld bieten und bekommt das, was sie will. Sie war schon immer clever und raffiniert.
Es ist ja fast schon eine Meisterleistung, so etwas so klug und intelligent auszutüfteln... Wie kann ich denn so was denken? Dieser „ach so schlaue“ Plan hat mein Leben ruiniert. Und auch die Güllener leiden unter diesem Plan. Alfred, was denkst du nur? Erst denke ich über Liebe nach und dann über Claires Plan, mich zu töten. Ich sollte diesen Plan als schrecklich und unmenschlich bezeichnen! Ich halte das nicht mehr aus! Ich kann doch nicht ewig hier im Wald sitzen und nachdenken. Ich sollte nun wirklich Mut fassen und zu dieser verfluchten Versammlung gehen. Schließlich werde ich dort bestimmt schon erwartet. Ich muss die Vergangenheit vergessen, denn schließlich ist Claire nicht mehr Klara und ich bin nicht mehr der junge Mann, mit den braunen Haaren von früher. Claire ist kalt und verbittert geworden und ich habe mich verschuldet. Ja, ich schulde Claire etwas. Und schließlich wird dieser Alptraum hier bald zu Ende sein. Die Güllener werden dem allem ein Ende machen und Claire bekommt endlich das, wonach sie sich so sehnt. Die Gerechtigkeit. Auch wenn das heißen sollte, dass ich dafür sterbe...
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