Einsam

GedichtSchmerz/Trost / P12
22.03.2015
22.03.2015
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Einsam

Nachts kam die Einsamkeit
aus den Ecken gekrochen.

Des Tags war ihr schrecklich langweilig.
Niemand, der sie unterhielt,
ihren Geist anregte und mit Sensationen zum Arbeiten brachte.

Niemand, der ihr still Gesellschaft leistete,
während ihr Verstand au Reisen ging
und wuchs.

Doch nachts war sie einsam, denn gelangweilt.
Kam ihr Geist doch nur schwer zur Ruhe,
so war niemand da, der Ordnung in das Chaos in ihrem Kopf brachte.

Hinter ihrer Stirn arbeitete es weiter und weiter
und sie bemerkte, wie einsam sie war,
ohne jemanden, der sie in den Arm nahm und vor dem Lärm der Welt abschirmte.

Gerne war sie allein und umging Mitmenschen, wo sie nur konnte,
setzte die Maske der Unterhalterin auf und brachte Freunde zum Lachen,
dennoch war sie lieber allein.

Doch nicht einsam.
Niemand, der ihr Herz mit kleinen Nettigkeiten erfüllte,
niemand, der einfach da war,
niemand, der das Verlangen nach Verständnis erfüllte,
niemand, dem sie sich nicht erklären musste.

Jemand, der perfekte war – doch gab es ihn nicht,
konnte ihn nicht geben.

Und so blieb sie allein,
erwartete die Einsamkeit, die sie zu umhüllen begann,
wie ein nachtschwarzes Kleid,
gewebt aus der Trauer und der Verzweiflung stiller Stunden in der Nacht.







FullmoonShadow, 21.03.2015