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Loads of Trouble

von MiraiShu
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
21.03.2015
07.08.2018
94
358.866
125
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07.08.2018 3.895
 
Kapitel 93: And now It's Time for One Last Bow...

~ drei Jahre später ~


Nick schloss die Wohnungstür auf und ließ Hermine von der Leine, bevor er seine Schuhe auszog. „Wir sind wieder daaa!“
„Sh!“ Phil kam zu ihm in den Flur, ein kleines, blondes und etwas pummeliges Baby auf dem Arm. „Er schläft gerade.“
„Oh, sorry“, flüsterte Nick, küsste seinen Freund, bevor er lächelnd auf den schlafenden Jungen sah. Hermine stubste Phil ungeduldig an, verlangte ebenfalls nach einer Begrüßung. Phil beugte sich vorsichtig runter, strich ihr über den Kopf. „Jaa, ich vergesse dich nicht. War Nick lieb, hmm?“
„Hey, was willst du damit andeuten?“, grinste Nick.
„Nichts“, grinste Phil mit unschuldiger Miene zurück, küsste ihn noch mal, bevor er Richtung Küche ging. „Ich habe versucht zu kochen, aber es hat nur für Nudeln gereicht.“
„Wenn wir Ketchup haben, reicht das. Ich springe noch kurz unter die Dusche. - Kommt Milena zum Essen?“
Der Jüngere schüttelte den Kopf. „Sie ist den ganzen Tag mit Basti unterwegs. Pärchentag. So was wäre wichtig in der Ehe, meinte sie.“
Nick lächelte und verschwand im Bad. Sie hatten das schon vor Jahren diskutiert und doch hing es immer wieder in der Luft. Oder jedenfalls in seinem Kopf. Phils stumme Bitte. Er wollte so gerne heiraten. Spätestens seit Basti und Milena geheiratet hatten. Und Mike Seth vor ein paar Wochen mehr oder weniger einen Antrag gemacht hatte. „Würdest du mich heiraten? Spricht doch nichts dagegen, oder?"


„Lass uns essen, bevor Stevie aufwacht und ich wieder zu nichts mehr komme...“, bat Phil, setzte sich zu Nick an den Tisch, nachdem er Steve in sein Bettchen im Wohnzimmer gelegt hatte.
„So ist das, wenn man sich ein Patenkind an den Hals hängt“, schmunzelte Nick. Auch wenn er zugeben musste, dass Babys nicht so nervig waren, wie er gedacht hatte. Oder aber Steve war eine Ausnahme, weil erstaunlich niedlich auf Phils Arm aussah und Milena ihn töten würde, wenn er von ihrem Sohn etwas anderes behaupten würde.
„Wenn du Milena gestern gesehen hättest, würdest du mich verstehen. Die sah fertig aus!“ Phil konnte sehen, wie Nick sich einen Spruch verbiss, sich stattdessen eine Nudel in den Mund steckte. „Ich weiß, was du sagen willst. Aber ich habe Stevie auch einfach gerne hier. Stolzer Patenonkel eben!“ Abgesehen davon war Steve wohl alles, was er kriegen würde. Kinder mit Nick... Er wollte ihn ja nicht mal heiraten. Immer noch nicht. Phil konnte sich auch nicht vorstellen, dass sich das bald änderte. Wenn Nick ihm doch irgendwann einen Antrag machen würde, würden sie mit Sicherheit ewig verlobt bleiben, bis er sich wirklich zu einer Trauung und einer Feier durchringen würde. Es hatte mit Treue nichts mehr zu tun, das hatte Nick im Griff, jedenfalls war nichts mehr passiert zwischen ihm und wer-weiß-wem, aber der Gedanke würde ihm wohl immer schwer fallen.
Phil erhob sich, als Steve im Wohnzimmer quengelte und Hermine von ihrem Körbchen zu ihnen in die Küche floh. Sie hatte sich noch nicht so richtig an den Familienzuwachs gewöhnt.
„Vielleicht hat er Hunger“, überlegte Nick, als Phil mit dem Baby auf dem Arm wieder in die Küche kam.
„Sehen wir gleich. Irgendwo hab ich doch sein Gläschen...“ Er hielt ihn vorsichtig an sich gedrückt, während er den Schrank durchsuchte und sich dann mit einem triumphalen Lächeln und einem Löffel an den Tisch setzte und ihn zu füttern begann.

Nick beobachtete ihn, lächelte leicht. Doch, so ein Kind stand Phil wirklich gut... Aber ihm nicht. „Weißt du, wo die beiden hin wollten?“
„In irgendein Spa. Willst du Stevie loswerden?“
„Nein, Quatsch. Aber wenn ich bedenke, wie viel Aufmerksamkeit allein Hermine anfangs gebraucht hat... würde ich in kein Spa gehen, wenn ich dich mal wieder für mich alleine hätte“, grinste er.
„Kommt jetzt auf das Spa an“, erwiderte Phil. Auf Nicks beleidigte Unterlippe hin, fügte er hinzu: „Nicky... In manchen Spas gibt es private Zimmer mit Whirlpool.“
Vier Jahre und immer noch Nicky. „Und die haben nichts gegen Wasserverunreinigungen?“
„Ach, das wird doch eh alles gechlort und gereinigt.“
Nick schob seinen Teller zur Seite. „Muss ich dich jetzt auch füttern, damit du mal was isst, wenn deine Hände mit Steve beschäftigt sind?“
Phil öffnete nur den Mund. Nick beugte sich über den Tisch, piekte ein paar Nudeln von Phils Teller und schob sie ihm in den Mund. „Was machen wir denn heute noch?“
„Mit dem Baby auf der Couch kuscheln.“
„Na gut.“ Dann würde er sich seine Unisachen schnappen, während Phil Steve bespaßte. Die Masterarbeit stand immerhin vor der Tür. Phil hatte sein Tiermedizinstudium angefangen, büffelte aktuell für die Theorie der Tierchirurgie, womit Nick wiederum weniger als nichts anfangen konnte.
„Räumst du ab, dann geh ich schon rüber?“, fragte der Jüngere, erhob sich. Nick nickte leicht, stapelte die Teller und lauschte, wie Phil unterwegs mit Steve sprach.
„Mein Süßer... Irgendwann wirst du dich mit deiner Mama und deinem Papa streiten. Dann denk immer daran, dass du zu Onkel Phil und Onkel Nick kommen kannst. Und zu Hermine!“
Nick lächelte leicht, räumte die Spülmaschine ein und stellte die restlichen Nudeln in den Kühlschrank. Es war wirklich eine angenehme Zuhause-Atmosphäre in der Wohnung entstanden. Neben Phils lagen mittlerweile auch seine Sachen überall verstreut. Vor allem auf seine eigene Kaffeemaschine hatte er bestanden.
„Nicky!“, rief Phil aus dem Wohnzimmer. „Wir haben Sehnsucht!“
„Du oder er?“ Nick kam herein. „Außerdem ist ja gar kein Platz für mich.“
„Ich, in erster Linie“, gab Phil zu und rückte ein Stück, klopfte auf das Polster neben sich.
Nick setzte sich. „Immerhin schreit er nicht mehr, wenn er mich sieht.“
„Er mag dich bestimmt!“ Phil setzte Steve kurzerhand auf Nicks Schoß. „Siehst du?“
„Wow! Lass dein Kind bei dir!“ Nick sah Steve überfordert an, versuchte ihn zu stützen, während sich bereits kleine Finger in den Stoff seines Hemdes gruben. Doch Phil kicherte nur und zog sein Handy aus der Tasche, um ein Foto zu machen.
„Phiiiil“, maulte Nick, sah aber besorgt zu dem Kleinen herab, der ihn aus ebenso großen Augen ansah.
„Keine Sorge, er beißt nicht.“
„Hm...“ Nick sah ihn nachdenklich an. „Du hast ja auch noch gar keine richtigen Zähne...“
Phil machte Fotos, grinste. Süß! Nick strich durch das blonde, flaumige Haar und verkündete, dass er keine Ähnlichkeiten zu den Eltern sah, während Phil darauf bestand, dass Milena als Baby genau so ausgesehen hatte. Schließlich nahm er ihn wieder auf den Arm.
„Steht dir auch, so ein Kind“, fand er trotzdem. „Wir müssen nachher noch backen.“
„Ja, ich weiß, mache ich.“
„Nicht zusammen? Stevie kann helfen?“
„Was tut er? In den Teig sabbern?“
Phil grinste. „Zum Beispiel.“
„Yummie.“
„Verraten wir keinem.“
Morgen war Phils Geburtstag und sie würden eine kleine Kaffeerunde bei sich machen. Eine größere, wenn man bedachte, dass ihr Wohnzimmer mit Sicherheit voll sein würde. Aber einen anständigen Geburtstagskuchen, von dem alle ein Stück bekamen, sollte es trotzdem geben.
„Nimmst du ihn noch mal?“, bat Phil und Nick nahm Steve seufzend auf den Arm. „Ich denke, du wärst ein guter Vater!“
Nick schüttelte den Kopf. Niemals könnte er die Verantwortung für so ein kleines Wesen tragen... Er war ja mit der Verantwortung, die er als sein Freund für Phil hatte, manchmal schon überfordert. Obwohl er sie auch brauchte.
Phil schlang seine Arme um Nicks Bauch, küsste seinen Nacken. „Widersprich mir nicht immer.“
„Und wenn?“
Er biss leicht zu. „Muss ich mich durchsetzen.“
„... Könnte mir gefallen.“
„Musst du noch ein bisschen warten. Immerhin haben wir ein Baby.“
Nick sah auf den Jungen in seinem Arm, der an einem Hemdknopf spielte. „Und deshalb wäre ich ein schlechter Vater. Wieso genau musste ich ihn jetzt auf den Arm nehmen?“
„Weil ich es ein bisschen heiß finde“, grinste Phil.
„Ja ja, degradier mich nur zu deinem Sexobjekt. Soll ich mich noch ausziehen?“
„Das will ich Stevie jetzt nicht antun. Später werde ich dich dazu zwingen!“
Nick lachte. „Versuch es ruhig.“
Zähne knabberten sanft an seinem Ohrläppchen, bevor eine Zunge über die empfindliche Haut glitt und Nick eine Gänsehaut bescherte. „Ich glaube, du machst das freiwillig“, raunte Phil und Nick verbiss sich ein Stöhnen. Fuck. Phil war nicht mehr der Junge, der er vor drei Jahren gewesen war. Er war weiter gekommen, raus aus dem allen. Aber er war auch nicht mehr der Junge, der er vor vier Jahren gewesen war. Er war selbstbewusster, er erlaubte sich auch mal eine aktive Rolle und verdammt, sie hatten fantastischen Sex.
Phil ließ Nick los, legte nur noch eine Hand auf seinen Hintern. „Na komm.“
Nick folgte ihm in die Küche, gab ihm dort zuerst Steve zurück, bevor er eine Schüssel aus dem Schrank holte. „Schokokuchen wolltest du, richtig?“
„Jap! Mit Schokostückchen und bunten Streuseln.“
Nick lächelte. „Setzt euch hin und gleich darfst du die Schüssel auslecken.“ Er holte die Zutaten heraus, während Phil es sich mit Steve auf der Küchenanrichte bequem machte. Nick nahm den Schneebesen statt des Handrührers. Wenn Phil ihm schon zusah, konnte er auch seine Muskeln nutzen. Ja, er war immer noch ein wenig eitel. Aber wer wollte seinem Freund denn bitte nicht gefallen?
„Kannst gerne dein T-Shirt ausziehen“, grinste Phil und leckte sich über die Unterlippe. Nick grinste. Jetzt wollte er das Steve also zumuten, ja? Trotzdem gehorchte er, zog sich den Stoff über den Kopf und hängte ihn über die Stuhllehne.
Phil beobachtete ihn eine Weile schweigend und auch Steve sah nur zu, muckte zwischendurch ein bisschen, als wolle er die Vorgänge kommentieren. „Ich glaube, wenn Basti das sehen könnte, würde er uns umbringen.“
„Warum?“, hakte Nick nach.
„Er kommt zwar gut mit uns klar, aber ich glaube nicht, dass er glücklich wäre, wenn wir... 'homosexuellen Einfluss' auf seinen Jungen haben. Nicht, dass das wirklich möglich wäre, aber... du kennst ihn.“
Nick verdrehte die Augen. „Ich kaufe ihm bei Gelegenheit einen Regenbogenstrampler.“
Phil grinste. „Die Idee gefällt mir!“

Das Einfetten der Form übernahmen Phil und Steve. Mit den Händen. Nick war sich nicht sicher, wer mehr Spaß daran hatte. Steve, der eifrig seine schmierigen Finger in die Form klatschte oder Phil, der das ganze kommentierte und sein Patenkind ermutigte. Schließlich schoben sie die Form zu Nick rüber und wuschen sich die Hände, was Steve dann nicht mehr ganz so lustig fand, aber immerhin ohne zu Schreien über die Bühne brachte.
Nick füllte die braune Teigmasse in die Form und Phil steckte einen Finger hinein.
„Hey!“
„Ich hab mir die Finger gewaschen!“, grinste Phil, küsste ihn grinsend, während Steve ebenfalls in den Teig tauchte, allerdings fast mit der ganzen Hand. Einen Moment musterte er den kalten Teig, dann schmierte er seine Hand an Nick ab. Phil musste lachen. „Hey, das ist mein Job.“
Nick sah an sich herab. „Dein Job ist es, das wieder abzulecken!“
Phil grinste ihn an, ging dann leicht in die Hocke und leckte über seine Haut. Nick seufzte, griff dann aber nach einem Waschlappen. Genug gespielt. Vor einem Baby brauchte er keinen Ständer. Phil zuckte leicht, als es an der Tür klingelte.
„Oh, die sind aber früh wieder da.“
Nick schlüpfte in sein T-Shirt, stellte die Form in den Backofen, während Phil die beiden Eltern reinließ. Er musste den guten Weg, den er mit Milena eingeschlagen hatte, nicht gleich wieder versauen, weil er oben ohne rumlief. Sie mochte ihn zwar mittlerweile, jedenfalls glaubte er das, aber hin und wieder kam doch die skeptisch hochgezogene Augenbraue. Einen Tag vor Phils Geburtstag musste er die nicht sehen. Er ging zu den anderen in den Flur, begrüßte sie ebenfalls, während Hermine Aufmerksamkeit heischend zwischen ihren Beinen herwuselte.
„Milli hat es nicht länger ohne Stevie ausgehalten“, lächelte Basti entschuldigend. Sie nahm ihren Sohn auch direkt auf den Arm, küsste seinen Kopf. Die Freude schien auf beiden Seiten zu bestehen, denn Steve stellte sein bestes zahnloses Grinsen zur Schau.
„Wollt ihr was trinken?“, fragte Nick, führte sie ins Wohnzimmer.
„Bier“, lächelte Basti und Milena entschied sich für Wasser.
Nick war kaum in der Küche verschwunden, als Phil sein Handy heraus holte und seiner besten Freundin die Bilder von ihm und Steve zeigte.
„Süß, oder?“
„Phil!“ Nick stellte die kühlen Bierflaschen auf den Tisch, auch das Wasser dazu, was er sich unter den Arm geklemmt hatte. „Du Verräter!“
„Ich liebe dich auch, mein Schatz“, grinste Phil und Milena freute sich: „Er hat gar nicht geweint?“
Nick zog murrend ab um auch die Gläser zu holen und Phil sah ihm etwas sehnsüchtig nach. Milena küsste ihren Sohn erneut, bevor sie hinzufügte: „Fast schade, dass er definitiv keine Kinder will. Ich finde, es steht ihm schon.“
Basti sah auf das Handy. „Überraschend gut, stimmt.“
Phil seufzte leise. „Sagt es ihm nicht, das will er eh nicht hören.“ Sein Blick glitt über den Ehering an Milenas Hand. Er freute sich für seine beste Freundin und er hatte auch ihre Hochzeit genossen und alles dafür getan, dass es der schönste Tag in ihrem Leben wurde, aber... die Wehmut war auch mitgekommen. Wie gerne hätte er neben Nick vorne gestanden, ihm Ja gesagt und ihn geküsst. Ringe mit ihm getauscht und- Nein. Er liebte Nick so wie er war, auch wenn das bedeutete, dass er nie ein Ehegelübde bekommen würde.
Milena hatte seinen Blick sehr wohl bemerkt, setzte ihm Steve wieder auf den Schoß. Der heiterte ihn immer auf.
Nick brachte die Gläser mit und sie stießen an, auf Steve und seine Eltern. Phil lehnte sich an seinen Freund und bat Milena, ein Foto von ihnen zu machen.
„Phil“, brummte Nick. „Müssen es immer Fotos sein?“
„Ja, müssen es!“ Er kuschelte sich näher an ihn, grinste in die Kamera. Immerhin die würde er bekommen. Auch Nick lächelte leicht und Milena machte ein paar Bilder, noch eins, als Phil Nick küsste. Ein Hauch Rot legte sich auf die Wangen des Älteren, als er erneut den Auslöser hörte. Phil grinste schließlich und Nick fuhr sich verlegen durch die Haare.
„Guck Phil nochmal so an“, verlangte Milena. „Das muss man festhalten!“
Nicks Blick hatte nun mehr etwas von beleidigt und wütend sein.
„Komm schon. Jedes Mädchen sucht einen Mann, der sie so anguckt. Es sind doch nur Fotos für Phil.“
„Ich kann das doch nicht auf Knopfdruck!“
Phil legte eine Hand an seine Wange, drehte ihn zu sich. „Ich liebe dich.“
Nick sah ihn etwas perplex an. „Versuchst du mich jetzt reinzulegen?“
„Nein, ich weiß nur, welchen Blick Milena meint, aber gut.“ Er seufzte. „Lass es gut sein, Milli.“ Er lächelte wieder leicht. „Solange du mich so anguckst, brauche ich da auch kein Foto von.“
Nick lächelte wieder, küsste ihn sanft. In dem Moment hätte Milena vielleicht doch noch ein Bild machen sollen.

Milena nahm Steve wieder auf den Arm, als er zu quengeln begann. Bei Mutti sei es doch am schönsten, kommentierte Phil, wohl wissend, dass Milena das Wort Mutti ganz furchtbar fand, weil es sie furchtbar alt machte.
„Sag mal, kommt Luca morgen auch?“, fragte sie, während sie Steve sanft in ihren Armen wog.
„Das hoffe ich doch, zugesagt hat er. Er und Mike und Seth, Mum, Andy und Nicks Mutter und Benjamin.“
Nicks Vater musste arbeiten, wie meistens. Er hatte ihn noch nicht besonders gut kennengelernt, aber ebenso schnell ins Herz geschlossen, wie Loreen. Mit Luca war es noch immer schwierig manchmal, aber so weit ging es ihm besser. Kein Suizidversuch mehr. Er ging noch immer öfter zu Annika und das würde er wohl auch noch eine ganze Weile. Es tat ihm gut, sagte er selber, zeigte ihm auch, wie tief er mal gefallen war und wo wer nie wieder hin wollte.


~.~



Als Phil am nächsten Morgen wach wurde, kraulte Nick bereits sanft durch seine Haare. Er brummte leise, seufzte: „Morgen...“
„Guten Morgen, Kleiner.“ Nick küsste ihn zärtlich. „Alles Gute zum Geburtstag, Phil.“
Phil blinzelte, grinste dann. „Danke!“ Er rollte sich auf ihn, schob seine Hände in Nicks Locken und küsste ihn erneut innig.
„Das heißt, du willst noch kein Geburtstagsfrühstück?“, grinste Nick.
„Nein. Ich will mein erstes Geschenk vor dem Aufstehen“, raunte Phil, küsste ihn wieder und schmiegte sich an Nick. Nick seufzte leise, schloss seine Augen. Er hatte das Gefühl von Phil auf ihm lieben gelernt. Der Jüngere war ja nicht besonders schwer, dafür aber warm und anschmiegsam. Er war – insbesondere beim Sex – immer noch lieber oben als unten, aber es war auch nicht mehr so problematisch wie früher. Wenn Phil nach oben wollte, dann durfte er, dann ging es, ohne dass Nick durchdrehte. Darum reißen würde er sich trotzdem nicht.
Es dauerte nicht lange, bis ihre Shorts sich verabschiedet hatten und Phil sie herum rollte, damit Nick oben war und ihn vorbereiten konnte. Egal, wie lange sie zusammen waren, daran würde er sich niemals gewöhnen. Dieses Bild, wie Nick mit den verstrubbelten Locken, den geröteten Lippen und denn hellblauen und doch so verdunkelten Augen über ihm war. Der Sex generell würde immer etwas ganz besonderes für ihn bleiben. Schon allein, weil er gelernt hatte, dass es keinesfalls so selbstverständlich war, wie es mittlerweile wieder wirkte. Nick bereitete ihn langsam und vorsichtig vor, übersähte Phils Brust mit federleichten Küssen.
„Bereit?“, fragte er schließlich, als er drei Finger gut bewegen konnte.
„Schon lange“, grinste Phil, die Stimme rau. „Lass mich nicht länger warten!“
„Wie du wünscht.“ Er zog seine Finger zurück und schob sich langsam in ihn, keuchte leise: „Wir wollen doch aber, dass du auf deiner Party noch sitzen kannst.“
Phil stöhnte. „So wichtig ist sitzen gar nicht.“
Und damit hatte er sein Schicksal besiegelt. Seine Finger kratzten über Nicks Rücken, hinterließen rote Spuren, die sein Hemd später verdecken musste, während der dunkle Fleck an Phils Hals wohl nicht gänzlich zu verbergen war.


~.~



Nick stellte den Kuchen zu dem Geschirr auf den Wohnzimmertisch, reichte Phil dann ein kleines Päckchen. „Falls du das schon mal haben willst... Nur eine Kleinigkeit.“
Phil nickte, öffnete das Päckchen ungeduldig. Er war keiner der Menschen, die sich die Mühe machten, das Papier heile zu lösen. Ein schön gebundenes Buch fiel ihm in die Hände.
„Danke!“ Er küsste Nick innig, begann dann die leeren Seiten zu durchblättern. - Die fast leeren Seiten. Immer mal wieder stand in einer Ecke Ich liebe dich, fast wie bei seinem ersten Tagebuch. Er brauchte es eigentlich nicht mehr, aber er schrieb immer noch fast täglich Tagebuch. Es war eine nette Erinnerung an die guten Dinge des Lebens. Hatte er früher vor allem die schlechten Momente aufgeschrieben, war es nun eine Sammlung von Momenten, die ihn glücklich gemacht hatten. Er wollte in zehn Jahren nicht nachlesen, weshalb er wann traurig gewesen war. Er wollte sich daran erinnern, wie gut das Leben zu ihm war. Wie gut Nick in seinem Leben war. Und Milli und Steve... und all die Menschen, die heute seinetwegen kommen würden. Es ging nicht nur darum, dass er ein Jahr älter war. Es ging darum, dass er Freunde hatte, die in jedem Jahr wieder bei ihm sein würden.
„Das ist echt schön... Woher hast du das?“
Nick schmunzelte. „Es wäre ein blödes Geschenk, wenn ich dir das sagen würde.“
„Stimmt auch.“

Nicks Mum war die erste, die klingelte. Hermine sprang aufgeregt um sie herum, während sie Phil umarmte. „Alles Liebe, Phil!“
„Danke! Schön, dass du da bist!“
Sie reichte ihm eine Geschenketüte mit einem Päckchen und einer Flasche Wein, die Phil auf den Tisch stellte. „Wenn es okay ist, packe ich das nachher aus, wenn alle da sind.“
„Oh, zeig es Nicky nicht“, kicherte Loreen auf ihre übliche Art. „Er wird nicht begeistert sein, wenn er merkt, wie oft ich euch fotografiere.“ Sie zwinkerte, ging dann zu ihrem Sohn, der gerade mit einer Kanne Kaffee aus der Küche kam. „Hallo Nicky.“
„Hey Mum.“

Phils Mutter war die nächste, zusammen mit Andy. Phil umarmte seine Mutter sehr lange, freute sich, sie endlich wieder zu sehen.
„Alles Liebe zum Geburtstag, mein Großer“, lächelte sie, strich ihm durch die Haare. „Alles in Ordnung? Kommt ihr zurecht?“
„Er hat mir Frühstück ins Bett gebracht“, grinste Phil.
Sie lächelte. „Du bist ein guter Einfluss.“
„Hatte ja auch eine gute Erziehung.“
Sie küsste seine Wange. „Wir sind jedenfalls sehr stolz auf dich!“


Etwa eine Stunde später waren alle Gäste da und mit Kaffee oder Tee versorgt. Phil hatte gerade alle Geschenke ausgepackt und saß mit Steve auf dem Schoß auf dem Sofa.
„Der ist ja so süß, Milena“, strahlte Loreen. „Allerdings stiehlt er Phil ein bisschen die Show.“
„Ach, wir setzen uns zusammen in Szene“, grinste Phil und strich über den kleinen Kopf.
Andy lächelte zu seiner Tochter. „Ist bei euch alles gut?“
„Bestens! Mehr Schlaf wäre nicht schlecht.“
„Du kannst ihn ja mal eine Nacht hier lassen“, bot Phil lächelnd an.
Mike legte seinen Arm um Seth. „Armer Nick.“
„Der wird nicht mal wach, wenn ne Bombe neben ihm explodiert.“
„Hey!“ Nick sah seinen Freund empört an, doch dieser küsste ihn nur grinsend.
„Du hättest doch nichts dagegen, oder?“
„Alles, was dich glücklich macht.“
„Was ihn glücklich machen würde, wissen wir wohl alle“, murmelte Seth leise, aber nicht leise genug, damit es keiner hörte. Er drehte den Verlobungsring an seinem Finger. Phil warf ihm einen wenig begeisterten Blick zu. Ja, er wollte heiraten. Aber Nick wollte nicht und er würde ihn nicht zwingen, immerhin hatte der Ältere ihn auch nie zu irgendetwas gedrängt. Und er wollte nicht seinen Geburtstag mit dem Thema belasten.

Nick leckte sich über die Unterlippe. Er hatte jetzt schon so oft und so lange darüber nachgedacht. Immer wieder, wenn er Seth und Mike zusammen sah. Wenn Mike ihm nach Sachen fragte, die er für die Hochzeit bedenken musste oder ihn neckisch als Trauzeugen ansprach. Denn natürlich würden Phil und er die Trauzeugen werden. Dann würden sie mal gemeinsam in Anzug vor dem Standesamt stehen...
Sein Blick glitt durch die Runde. Die meisten sahen etwas verlegen in ihren Kaffee oder zu Phil. Seine Mutter sah ihn an, lächelte auf eine seltsame Art und Weise, die Nick etwas wärmer werden ließ und eine Kindheitserinnerung hervorholte, die mehr ein Gefühl als eine echte Erinnerung war.
Er räusperte sich leicht, erhob sich dann unter Phils verwirrtem Blick.
„Er hat recht“, murmelte er. „Es wissen alle und... ich will dich glücklich machen.“
„Nick“, murmelte Phil. „I-Ich bin doch glücklich mit dir!“
„Und ich bin glücklich mit dir.“ Nick grinste leicht. Das Grinsen, das nur Phil gehörte.

Und dann ging er auf die Knie.



One Last Bow...

Da wären wir also. Am Ende der Geschichte. Nicht am Ende von Nick und Phil (wir behalten uns vor, irgendwann noch mal eine Kleinigkeit zu ihnen zu schreiben, aber versprechen tun wir nichts), aber am Ende von Loads of Trouble.
Fast ein halbes Jahr haben wir die beiden geroleplayed und vorbereitet. Drei einhalb Jahre an dieser FF gesessen. Vierzehn volle Tage, wenn man die Schreib- und Korrekturzeit zusammen rechnet. Und jetzt sind wir fertig. Irgendwie glücklich darüber, aber hauptsächlich überwältigt.
617 DIN A4 Seiten mit 2 156 750 Zeichen...
"Fans sind nicht nur die, die von Anfang an dabei waren, sondern die, die bis zum Ende durchhalten."
Ihr seid mit uns und den Jungs durch Dick und Dünn gegangen. Habt mit uns gelacht und geheult und jetzt tun wir irgendwie beides zugleich.
Wir sagen ganz laut Danke für eure Unterstützung, Kommentare und Motivation. Hätten nie gedacht, dass wir mal so etwas auf die Beine stellen würden mit so einer Fanbase.
Also, DANKE.
Und haltet die Ohren steif, das war wohl kaum unser letztes gemeinsames Projekt. Erstmal ist die Uni dran, aber wir beratschlagen schon, wen wir als nächstes zum Leben erwecken.

Wir verneigen uns tief.
Emma & Mirai
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