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Loads of Trouble

von MiraiShu
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
21.03.2015
07.08.2018
94
358.866
125
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30.11.2015 3.201
 
Kapitel 37: The last Day

Schluss machen. Nick schluckte, schüttelte dann den Kopf.
Ich vertraue dir! Aber wenn deine Zweifel so riesig sind, solltest du es tun.“
Phil sprang auf, klammerte sich an Nick. „Ich liebe dich! Bitte, ich... Ich tu alles! Aber ich will bei dir bleiben!“
„Überleg es dir. Aber wenn du mir nicht glaubst, mir nicht vertraust und mich für so einen Menschen hältst – immer noch hältst, dann...“
„Ich vertraue dir“, hauchte Phil.
Ein bitterer Geschmack machte sich auf Nicks Zunge breit. „Und deshalb unterstellst du mir gleich mehrere andere Männer, lässt mich mit Sam da stehen und sagst, ich soll machen, was ich will?“
Phil biss sich auf die Lippe, doch zur Ausnahme sah es kein bisschen süß aus. „Tut mir leid! Aber... du hast ihn so angesehen...“
„Er ist nicht hässlich, Phil. Da kann ich auch nichts für.“
Phil verzog das Gesicht und Nick löste sich von ihm. „Denk drüber nach.“
„Bleib hier!“
Er schüttelte seinen Kopf.
„Nick, bitte bleib hier! Ich liebe dich! Ich vertraue dir! Ich war doof, aber ich will bei dir bleiben!“
Nick sah ihn prüfend an, biss sich auf die Lippe. Er wollte nicht. Er wollte weg! Und es tat mehr weh, als er im ersten Moment hatte wahr haben wollen. Der einzige Mensch, der immer an ihn geglaubt hatte, tat es nicht mehr. Hatte es vielleicht nie wirklich getan. Sprang zwischen Vertrauen und Misstrauen hin und her, als könne er sich nicht entschließen, als wäre er bei Nick nicht sicher. Dabei war ihm in den letzten Wochen und Monaten nichts so wichtig gewesen, wie Phils Schutz, seine Sicherheit, seine Nähe. Es war so unfair. Und es tat so unglaublich weh. So ein tiefer Schmerz, mitten in seiner Brust, der einfach nicht verschwinden wollte. Ganz gleich was Phil sagte. Er liebte ihn. Wie bedeutungslos das in dieser Sekunde klang. Wie wenig echt. Was war bei ihnen denn schon echt, wenn sie nicht ehrlich waren, was ihre Gefühle anging?

Phil sah Nick an, dass es ihm widerstrebte, bei Phil zu bleiben. Und das tat verdammt weh! Und noch mehr weh tat, dass Phil wusste, dass er selbst schuld daran war. Dass Nick zurecht sauer war. Langsam senkte er seine Arme und seinen Blick.
„Nicht, wenn du nicht willst...“, hauchte er. Nicks Schweigen trieb ihm Tränen in die Augen. „Ich... du kannst das Bett ruhig haben. Ich geh in mein altes Zimmer...“, krächzte er. Er würde Nick seine Gesellschaft jetzt nicht aufzwingen. Doch der Ältere schüttelte den Kopf, nahm seine Hand und zog ihn mit die Treppen hinauf ins Schlafzimmer. Mit hängenden Schultern folgte Phil ihm.
„Kannst du mir verzeihen?“, hauchte er, als sie im Schlafzimmer standen. „N-Nicht sofort, aber... irgendwann...?“
Der Ältere nickte leicht. „Ich bin dir nicht böse. Ich... verstehe nur nicht.“
„Ich bin doof. Ich... Ich kann es nicht haben, wenn du andere so ansiehst. Schon gar nicht Sam. Und...“ Phil wurde immer leiser. „Ich habe Angst, dir nicht zu genügen...“
„Aber habe ich dir je einen Grund gegeben, dass zu denken seit wir zusammen sind?“
Phil schluckte, schüttelte leicht seinen Kopf. Seine Unterlippe zitterte. „Aber... du hattest schon... s-so viele... bessere...“
„Woher willst du wissen, dass die besser waren?“
„So wie du manchmal erzählst... wie du dabei guckst und...“ Er sah auf seine Hände, zog seine Schultern hoch.
„Du warst noch nie dabei, wenn ich über dich geredet habe.“
Das war eine überraschend zutreffende Feststellung. Aber Phil konnte sich nicht vorstellen, dass Nicks Augen so funkelten wie sonst, wenn er von etwas erzählte, das ihm wichtig war, wenn er von ihm sprach. Was war besonders an ihm, dass er nach zwei Monaten noch nicht zu langweilig für ihn war?
Nick sah zur Seite, tauschte seine Badehose gegen Shorts. Phil blieb unsicher stehen, beobachtete ihn und grub seine Zähne in seine Lippe. Er fühlte sich unwohl, unwillkommen. Nick wollte ihn nicht... Und er sah so... enttäuscht aus. Oder verletzt? Der Ältere schlüpfte unter die Decke, hob sie dann auffordernd hoch.
„Sei bitte ehrlich... Wärst du jetzt lieber alleine?“
„Ich werde dich nicht alleine lassen, Phil. Also komm her.“
Der Jüngere lächelte traurig. „Nein, nach heute solltest du mal an dich denken. Es macht mir nichts aus, nebenan zu schlafen. Wirklich!“ Er hoffte, dass er jetzt besser log als sonst... Aber das war er ihm schuldig.
„Phil. Komm hier hin.“
Er schüttelte seinen Kopf, ging trotzdem zu ihm, aber nur um ihm einen kleinen Kuss auf den Kopf zu geben. „Schlaf gut.“
Nick hielt ihn am Handgelenk fest. „Phil.“ So viel Kraft nur in einem Wort...
„Nick. Ich weiß, dass du das jetzt nur für mich tust und das ist nicht richtig. Ist schon gut, wirklich. Ich verstehe dich! … Ich liebe dich!“
„Ebenso wenig ist es richtig, wenn du jetzt gehst, also leg dich endlich hier hin.“
„Ich hab den Fehler gemacht und ich kann die Konsequenzen tragen. Ich schaffe das schon...“
„Sorry, Phil, aber nein, tust du nicht. Also mach jetzt.“
Wumm. Das hatte gesessen. Schweigend nickte Phil und legte sich unter die Decke, ohne Nick anzusehen. Er ließ sich in seine Arme ziehen, schloss seine Augen.
„War nicht böse gemeint, Phil“, hauchte Nick. „Aber ich will nicht, dass du da drüben alleine bist und weinst.“
Phil nickte. „Schon gut. Ich weiß, dass ich schwach bin und nichts aushalte. Ich dachte nur, es sei ein bisschen weniger offensichtlich.“ Er drehte sich weiter von Nick weg, weil er natürlich trotzdem schon wieder weinte. Aber das musste Nick nicht wissen.

Nick zog seinen Freund wieder näher an sich. „Das bist halt du, Phil. Und das ist gut so! Einer von uns muss ja über ehrliche Tränen verfügen.“ Er küsste seinen Nacken.
„Es tut mir so unglaublich leid!“, schluchzte er leise. „Es tut mir alles so unglaublich leid!“
Nick strich ihm sanft über die Brust. Für Phil da sein. Das war das, was ihn von seinen Gedanken abhielt. Also war es gut. Und Phil brauchte ihn. Er hatte nach wie vor eine Aufgabe. Und die würde er nicht abgeben. Nie. Er konnte kaum ahnen, dass seine Bemühungen Phils schlechtes Gewissen noch verschlimmerten.
„Ich bin so ungerecht“, hauchte er leise, schüttelte leicht seinen Kopf.
„Bist du nicht. Ist meine Entscheidung. Ich... Erfüllst du mir einen Wunsch?“
„Doch, das bin ich. Du bist immer für mich da und tust alles, und ich? Ich misstraue dir. Ich enttäusche dich und schaffe es nicht mal, die Folgen zu ertragen.“ Phil schluckte und wischte sich hastig die Tränen aus dem Gesicht, dann drehte er sich zu Nick. „Alles, was du willst!“
„Verpass' mir nächstes Mal einfach eine, wenn dir was nicht passt, aber geh nicht weg. Und es hilft nicht, wenn du die Folgen erträgst und wir beide leiden.“
Ihr nächster Kuss schmeckte stark nach Verzweiflung, wurde aber trotzdem erst von Phils Handy unterbrochen. Er zog es zu sich und sah auf das Display.

[15:23 Uhr; unbekannte Nummer] Naa, Kleiner. Stress im Paradies? Wenn du eine Schulter zum Ausweinen brauchst, komm vorbei. Pepe

Wie elektrisiert sprang Phil auf, als die Erkenntnis gleichzeitig mit dem Namen in seinem Kopf einrastete. „Oh, jetzt reicht's!“, fauchte er. „Dieser Arsch!“
Nick zuckte nicht mal mit der Wimper. Er konnte sich denken, wer geschrieben hatte. Und dass er dahinter steckte, hatte er sich ohnehin mittlerweile gedacht. Spätestens nach Sams Kommentar dazu. Nur so viel Todesmut, jetzt noch Salz in die Wunde zu streuen, hätte er Giuseppe nicht zugetraut. In Windeseile hatte Phil sich angezogen, scheinbar fest entschlossen.
Nick setzte sich auf. „Phil... Das bringt doch nichts!“
„Ich lasse mir nicht alles bieten!“, grollte Phil. „Er hat Sam auf dich angesetzt. Er hat uns fast auseinander gebracht ( - wenngleich Phil selber nicht ganz unschuldig daran war, aber das war jetzt egal! - ) und damit ist er zu weit gegangen! Ich bin gleich wieder da.“ Und damit stürmte er aus dem Zimmer. Er hoffte zwar, dass Nick ihm folgte, aber im Grunde war das jetzt unwichtig. Er würde sich zur Wehr setzen! Endlich mal. Gegen Rick mochte er das nicht gekonnt haben, aber von seinem Ex-Freund würde er sich das nicht bieten lassen.

„Phil, warte!“ Nick schlüpfte in eine Jeans und ein T-Shirt, schloss erst unterwegs seinen Hosenknopf. Er konnte ihn jetzt kaum alleine lassen. Und es war eh zu spät um einen Rückzieher zu machen. Phil stürmte mit einem bedenklichen Tempo in eine Richtung. Er wusste scheinbar sehr genau, wo er den Italiener finden konnte.
„Gib mir nicht die Schuld, wenn wir uns wieder prügeln!“
Phil ignorierte ihn, stoppte vor einem kleinen Sommerhäuschen und klopfte wild an die Tür. Ein grinsender Pepe erschien schon nach wenigen Sekunden.
Und dann ging alles sehr schnell.
„LASS MICH IN RUHE!“, schrie Phil und gleichzeitig schlug er Pepe ins Gesicht. Einer heftiger Schmerz durchzuckte seine Hand, dennoch schlug er erneut zu. „VERSTANDEN?!“
Sowohl Pepe als auch Nick sahen ihn völlig verblüfft an, wobei die Möglichkeit zur entsprechenden Mimik für Pepe für's erste vergangen war. Phil drehte sich auf dem Absatz um, lief ein Stück der Straße wieder hinunter. Nick blieb eine Sekunde verblüfft stehen, folgte ihm dann erneut, fand einen grinsenden Phil vor, der allerdings auch Tränen in den Augen hatte.
Nick lächelte schief, hob seine Hand hoch und küsste sie sanft. „Hättest du mich eher eingeweiht, hätte ich dir gesagt, dass er ein hartes Gesicht hat.“
Phil sog scharf die Luft ein ob der Berührung. „Fuck!“ So wie es sich anfühlte, hatte er es tatsächlich geschafft, sich den ein oder anderen Knochen in der Hand zu brechen, mindestens zu verstauchen.
„Arzt“, bestimmte Nick, nahm seine andere Hand.
„Ja... Gott, ich bin so unfähig!“, lachte Phil leise, schniefte.
„Immerhin hast du öfter getroffen als ich“, grinste Nick.
„Ist nur dem Überraschungseffekt geschuldet... Immerhin hab ich dass noch nie gemacht.“
„Braucht man nicht viel Übung für. Aber – falls dich das tröstet – bei meiner ersten echten Prügelei hab ich mir den Arm verstaucht.“
„Weil du geschlagen hast oder weil dein Partner einen Treffer gelandet hat?“, grinste Phil, verzog das Gesicht gleich wieder schmerzerfüllt.
„Weil ich gefallen und auf eine Kante geschlagen bin... Phil?“
„Hm?“
„Ich nehme meinen Wunsch von vorhin zurück.“
„Weil du Angst um mich hast.“
„Auch.“
„Und um dich?“
„Ich finde mich auch ohne Narben sexy genug! … Demnächst nur noch soft sex, hm?“
„Was?! Wieso?!“ Phil blieb stehen, schien den Schmerz tatsächlich eine winzige Sekunde zu vergessen.
„Mit einer gebrochenen Hand? Glaub nicht, dass ich dich fessel!“


Phils Hand war tatsächlich gebrochen. Er bekam ein Schmerzmittel und einen Gips. Spät am Abend durfte er endlich wieder nach Hause.
„Milena wird mich auslachen“, murrte Phil auf dem Rückweg und Nick grinste leicht.
„Nicht nur Milena. Aber... falls es dich tröstet, ich liebe dich trotzdem!“



Sanft senke Phil seine Lippen auf Nicks. Ein Seufzen ertönte noch bevor der Ältere seine Augen geöffnet hatte. Verschlafen blinzelte er ihn an, lächelte leicht.
„Ich hab dir Kaffee gemacht“, hauchte Phil, stellte ein kleines Tablett auf dem Nachtschrank ab, das er mit einer Hand gerade so tragen konnte. Langsam setzte Nick sich auf, rieb sich kurz durch die Augen.
„Danke.“
„Immer gerne!“
Nach ein paar Schlücken Kaffee klarte sich Nicks Miene sichtlich auf. „Wann geht die Fähre?“
„Heute Nachmittag. Wir haben noch ein bisschen Zeit“, antwortete Phil.
„Was machen wir solange?“
„Ich muss hier kurz durch putzen...“, murmelte Phil, nahm seine Teetasse und nippte daran.
„Und wir müssen packen. - Brötchen?“
Phil nickte und öffnete auffordernd seinen Mund. Es hatte ihn schon genug Mühe gekostet, das Frühstück mit nur einer Hand zuzubereiten, da konnte er sich wenigstens füttern lassen. So musste er nicht immer seine Teetasse abstellen. Nick grinste, als er ihm das Brötchen hin hielt. Doch nach ein paar Bissen nahm Phil es selbst in die Hand, hatte seinen Tee geleert.  Der Blick seines Freundes ruhte die ganze Zeit auf ihm. Doch er wirkte nicht belustigt oder besorgt, so wie gestern Abend wegen seiner Hand.
„Was ist?“, fragte Phil also, legte etwas verwirrt den Kopf schief. „Du... guckst so.“
„Hab ich von dir gelernt“, grinste Nick.
„Oh...“
Nick küsste seine Wange. „Willst du mein Fazit hören?“
„Hmh?“
„Du bist wunderschön und verdammt heiß!“
Phil errötete leicht, mehr aus Freude als aus Scham. „Danke!
Nick küsste ihn erneut, dieses Mal seine Lippen, setzte sich schließlich rittlings auf seinen Schoß.
„Wie geht’s deiner Hand?“
„Geht schon...“, murmelte Phil ausweichend. Er hatte vor dem Frühstück eine Schmerztablette genommen, das machte die Sache erträglich. Ein erneuter Kuss unterbrach seine Gedanken und im nächsten Moment lag er mit dem Rücken auf der Matratze und hatte Nicks Lippen an seinem Ohrläppchen, einen Körper fest an seinen gepresst.
„Ist das verwerflich?“, fragte Nick leise, ein wenig unschuldig. „Wo wir noch so viel vor haben?“
Hastig schüttelte Phil den Kopf, senkte seinen Blick auf Nicks Hand, die sich in seine Shorts stahl.
„Dann... Darf ich dich nehmen?“
„Bitte!“
Nick zog ihm grinsend den störenden Stoff vom Körper, griff nach dem Gleitgel, das noch immer auf den Nachttisch stand. Phil war nicht besonders geduldig, stöhnte immer wieder leise, als Nick begann ihn vorzubereiten, forderte immer wieder mehr, bis Nick drei Finger in ihm hatte und seine Zunge in seinem Mund. Seine gesunde Hand vergrub Phil in den dunklen Locken seines Freundes. Nick stöhnte auf, als Phil sein Becken hob, gegen Nicks Shorts presste. Hastig löste er sich von ihm um sich selbst zu Ende auszuziehen. Phil grinste ihn an, zog die Knie an.
„Fick mich!“, forderte er tief und heiser.
„Oh, fuck, Phil...“ Mit einem Ruck versenkte Nick sich völlig in der heißen Enge. Ihre Lippen fanden sich wieder zu einem groben Kuss, welcher allein Phil wieder zum stöhnen brachte. Es gab keine Phase der Eingewöhnung. Ihr Rhythmus wurde schnell hart, hemmungslos. Ein leichter Schmerz durchzog Phil, doch er wollte es nicht anders. Ebenso wie Nick. Sie brauchten das. Manchmal brauchten sie es einfach um sich nah zu sein und gleichzeitig frei zu sein.


~.~



„... Können wir nicht rein gehen?“
Ja, Nick liebte das Meer auch. Aber Schiffe eher weniger. Und während sein Freund verträumt auf das dunkelblaue Wasser sah, sich an die Reling lehnte und die Nase in die Luft hielt, lehnte er sich gegen eine kleine Bank an Deck und versuchte nicht zu schwanken.
„Hm? Oh. Klar. Wenn du willst...“
Nick wartete keine Sekunde ab bevor er Phil hinter sich her zog ins Innere des Schiffes. Sofort wurde es etwas wärmer, auch ein wenig stickiger, aber vor allem ruhiger. Es unterhielten sich zwar ein paar andere Gäste, tranken dabei Kaffee oder aßen Sandwiches, aber ansonsten war es erstaunlich still. Leise hörte man die Geräusche der Maschinerie. Nick wählte einen Tisch ganz in der Mitte des Raumes, setzte sich auf die Bank. Phil ließ sich auf seinen Beinen nieder und legte seine Lippen an Nicks Hals. Er schien zu wissen, wie der Ältere sich fühlte. Und ebenso schien er beschlossen zu haben, dass ein bisschen Ablenkung nicht verkehrt sein konnte. Nick schloss seufzend seine Augen, als Phil begann seine Bauchmuskeln zu kraulen, irgendwann sogar seine Hand unter Nicks Shirt schob und „Ich liebe dich“ hauchte.
„Hmmm...“ Nick leckte sich über die Lippen, zog ihn näher an sich. Gott, er liebte diese Hände... beziehungsweise diese eine Hand, die nun auch immer wieder spielerisch um seinen Bauchnabel kreiste. Und diese Lippen, die noch immer seinen Hals liebkosten, schließlich über seine Wangen den Weg zurück zu seinen Lippen fanden. Etwas verklärt lächelten sie sich beide an und Phil lachte leise, als Nick sich immer näher an ihn drückte, keinen Hehl aus seiner Erregung machte, die er hart an seinem Oberschenkel spüren konnte.
„Wir könnten ja mit dem Auto auf einen leeren Parkplatz fahren...“, raunte der Jüngere.
Nick biss sich auf die Lippe. „Dass ausgerechnet du das vorschlägst, während wir in aller Öffentlichkeit sind...“
„Wir können auch die Schiffstoilette aufsuchen.“
Nick schüttelte den Kopf. Nicht aufstehen. Erst recht nicht zur Toilette. War da das Kotzen nicht schon vorprogrammiert?

Phil zog derweil seine Jacke über seinen Schoß. Der Gedanke daran, wie hart Nick jetzt schon war, war erregend... Und das nach so wenig Nähe... Es war schön, befriedigend zu wissen, dass er Nick ebenso reizen konnte, wie er ihn. Und irgendwo machte es ihn stolz. Er war etwas besonderes für Nick. Für Nick, der sich sonst schamlos an jeden Mann pressen konnte, jedem einen Ständer verpasste ohne dabei auch nur eine Sekunde die Selbstkontrolle zu verlieren.
„Kannst du so fahren?“, fragte er grinsend, rutschte ein wenig auf seinem Schoß herum.
„Werde ich wohl“, brummte Nick etwas unwillig.
„Wir können ja auch vorher doch eben auf's Klo am Anleger und ich...“ Er stockte, sein Grinsen verschwand. Nein. Das ging nicht. Das konnte er nicht. Nie wieder. Und erst recht auf keiner Toilette. Er schloss seine Augen. „Lass uns schon mal zum Ausgang gehen...“ Nick nickte, folgte ihm ungeduldig. Das Schiff schien er immerhin vergessen zu haben. Am Ausgang küsste er ihn wieder, verlangend, sehnsüchtig. Phil trieb es fast die Tränen in die Augen.
„Gleich...“, hauchte er, schluckte. Er hatte das begonnen, also konnte er Nick nicht einfach so in der Luft hängen lassen.
„Gleich. Wenn wir zuhause sind...“, seufzte Nick.
„Als ob du das noch so lange aushältst...“
Der Ältere wich seinem Blick aus. „Wird schon...“
Phil nickte, auch wenn er damit etwas anderes meinte, als Nick...


Nicht denken. Nicht zittern.
Nick sah einigermaßen überrascht aus, als er ihn doch mit zu den Toiletten zog. Möglichst unauffällig zog er ihn mit sich in eine Kabine.
„Phil... Du musst nichts... Ich kann auch selbst...“
„Weiß ich.“
Er machte Anstalten auf die Knie zu sinken, schüttelte denn leicht seinen Kopf und schob seine Hand in Nicks Hose, schob sie ein Stück nach unten und umschloss seine Härte. Sofort stöhnte Nick leise auf, schloss seine Augen und lehnte sich gegen die Wand. Er biss sich auf die Lippe, wimmerte trotzdem leise, als Phil seine Hand immer schneller bewegte. Ein Ton, der Phil normalerweise verdammt anmachte. Doch dieses Mal nicht. Nicht hier. Nicht so. Er legte seine freie, verletzte Hand über Nicks Mund. Er wollte hier raus. Aber jetzt einfach aufhören zählte nicht. Schnelle Bewegungen. Schnellere Bewegungen. Wie lange sollte das noch dauern? Ein leichtes Verkrampfen von Nicks Körper verriet ihm, dass es immerhin bald soweit war. Zwei Minuten später kam Nick leise stöhnend. Augenblicklich ließ Phil ihn los, schob sich unauffällig aus der Kabine und wusch sich am Waschbecken die Hände ab. Kaltes Wasser. Dann verließ er die Sanitärräume, ließ sich an der Wand zu Boden sinken. Seine Erregung war von selbst verschwunden.

Nick keuchte leise, sah an die leere Wand vor sich. Sein Herz hämmerte wild in seiner Brust, aber er konnte nicht sagen, ob es ein gutes oder ein schlechtes Gefühl war. Was sollte das? Wieso hatte Phil das getan? Wieso hatte er es so getan? Er schloss ein paar Sekunden seine Augen, säuberte sich dann mit etwas Toilettenpapier und richtete seine Kleidung wieder. Der Spiegel über dem Waschbecken enthüllte ihm einen verwirrten Gesichtsausdruck, blasse Wangen mit hektisch roten Flecken. Toll.
Zu seiner Überraschung lächelte Phil, als er nach draußen kam.
„Ich dachte, es ist auffällig, wenn wir da zusammen raus kommen.“
„Wenn... du das nicht wolltest, hättest du nicht...“, murmelte Nick nur. Phil küsste ihn kurz.
„Ich habe nichts getan, was ich nicht wollte.“
Die Lüge darin konnte Nick im nächsten Kuss geradezu schmecken.
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