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Loads of Trouble

von MiraiShu
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
21.03.2015
07.08.2018
94
358.866
125
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Dieses Kapitel
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29.09.2015 3.592
 
Kapitel 28: A little Bit of Freedom

Sie frühstückten in einem kleinen, aber sehr gemütlichen Café. Phil eine Waffel und Tee, Nick ein Croissant mit frischer Erdbeermarmelade und einen schwarzen Kaffee. Phil hatte beschlossen später bei dem kleinen Reiterhof anzurufen, bei dem er auch schon als Kind geritten war. Nick war nicht wirklich an einem Strandritt interessiert, aber er würde die Zeit wohl auch so rum bekommen und vielleicht war es auch ganz gut, wenn Phil ein bisschen was ohne ihn unternahm. Außerdem hatte Phil ihm erzählt, dass es die Möglichkeit gab am Hafen Surfen zu gehen und es war ewig her, dass er zuletzt in den Genuss gekommen war ein paar Wellen zu reiten. Da konnte er die Chance gleich nutzen. Aber erst mal wollten sie schwimmen gehen. Wo sie gestern bereits den Strand grob erkundet hatten wurde es Zeit, sich endlich in das kühle, salzige Nass zu werfen. Anfangs hatte Nick bedenken gehabt, ob Phil sich nur in Badeshorts irgendwo zeigen würde, doch nach der letzten Nacht war er guter Hoffnung.

„Ich geh eben beim Stallbesitzer anrufen“, verkündete Phil, als sie wieder in dem kleinen Ferienhaus waren.
„Dann zieh ich mich schon mal um...“
Und genau darauf hatte Phil spekuliert! Ihm war während des Frühstücks so eine Idee gekommen... Er beeilte sich mit dem Anruf, tapste dann leise in das Zimmer und legte seine Arme von hinten um seinen Freund, der gerade dabei war seine Badeshorts zu entkrempeln. Er war nackt. Trotzdem warm und Phils Arme schmiegten sich um seine Brust und seinen Bauch, als könnten sie nirgends anders hingehören. Nick zuckte leicht zusammen, lächelte trotzdem.
„Hey.“
„Hallo...“ Phil begann seinen Hals und Nacken zu küssen, ließ seine Fingerspitzen über Nicks warme Haut, seine Muskeln streichen. Der Ältere seufzte leise, schloss seine Augen und Phil musste grinsen. Es gefiel ihm... Nur, weil er selbst nicht konnte, heißte das ja nicht, dass Nick auch nicht durfte... Langsam ließ er seine rechte Hand zwischen Nicks Beine gleiten.

Nick schnappte nach Luft. Was tat Phil da?!
„Shh...“, machte der Jüngere leise, strich vorsichtig über Nicks Glied, das sich bereits bemerkenswert schnell mit Blut füllte. Ein Stöhnen entwich seinen Lippen, als Phil über seine Eichel strich und er erzitterte. Zu selten war die Berührung geworden, zu fremd die Hand, die nicht seine eigene war. Doch wieso machte Phil so etwas?! Er wusste doch, dass es nicht klappte... Sie wussten doch beide, wie es um ihr Liebesleben stand. Konnte der Schwarzhaarige da wirklich noch erwarten, dass Nick sich zusammenreißen konnte und nicht kam? Es selbst beendete oder wieder mit einer Dusche Vorlieb nehmen würde?
„Ph-Phil... Nicht...“
„Warum nicht?“
„W-Weil... du... Ich meine...“
„Darf ich trotzdem?“ Phils Stimme war wie Samt, seine Lippen sanft und zärtlich, seine Zunge viel zu heiß an seinem Ohr. Er schloss seine Hand ganz um Nicks Härte, begann ihn zu massieren.
„Haaah...“, machte Nick leise, lehnte sich ganz automatisch gegen den Körper hinter sich. Phils Lippen sogen sich an seinem Hals fest, trafen einen empfindlichen Punkt, der Nick erneut zum Stöhnen brachte. Er wand sich leicht in seiner Umarmung, begann sein Becken gegen seine Hand zu bewegen. Er sollte das nicht tun... Ebenso wenig wie Phil... Aber... Es war so gut! Endlich so gut!
„Ich liebe dich“, hauchte Phil leise an sein Ohr, nachdem er einen rot-lila Fleck hinterlassen hatte. Nick öffnete seine Lippen, wollte etwas erwidern, doch er konnte nicht, keuchte nur ungehalten. Er konnte das Grinsen seines Freundes praktisch an seiner Haut spüren, als dieser seine Hand in einem schnellen Rhythmus auf und ab bewegte, immer wieder die entstehende Feuchtigkeit auf seiner Eichel verrieb. Immer fester drückte Nick sich gegen Phil, keuchte und stöhnte seinen Namen.
„K-Kann nicht...“, murmelte er heiser, während Phil über seine Brust strich, leicht seine rechte Brustwarze zwischen seinen Fingern zwirbelte.
„Lass einfach los...“
Und es war so leicht, so lächerlich einfach dieser Aufforderung zu folgen. Er kam, ließ sich völlig in Phils Arme fallen.

Scheiße. Bei seinem ganzen Plan hatte Phil eines nicht bedacht: Welche Wirkung Nick auf ihn selbst hatte. Die dauernde Reiberei von Nicks Hintern in seinem Schritt, während er Nicks Lust nur allzu deutlich spüren und hören konnte, hatte ihn selbst hart werden lassen. Völlig hart. Er brauchte eine kalte Dusche!
Nick richtete sich langsam wieder gerade auf, drehte sich zu ihm um. „Danke.“
Phil küsste seinen Freund sanft, aber nur kurz.
„Lässt du... mcih kurz ins Bad?“
„Ich kann auch... Natürlich nur, wenn du erlaubst.“ Er sah den Jüngeren fragend an.
„Ich... weiß nicht. Ich will dich nicht wieder verletzen, weil...“ Er verstummte, als Nick seine Hose öffnete, sie ihm mitsamt seiner Shorts ein Stück nach unten schob. Er wollte das! Aber konnte er es auch?
„Deine Kontrolle, Phil. Nichts, was du nicht willst“, hauchte Nick leise und Phil nickte leicht. „Entspann dich. Ich bin nicht er. Und wir müssen nichts tun. Ich liebe dich und nehme gerne, was du mir freiwillig gibst, aber ich will dir auch etwas davon zurück geben.“

Nick sah ihn prüfend in die Augen. Sollte er es riskieren? Ihm zeigen, dass eine Situation zwei komplett andere Seiten haben konnte? Sehr langsam ließ er sich auf die Knie sinken, legte seine Hände dabei um Phils Hüften, sanft, ohne Druck.
„Nick, was... Nein, du...“ Phil sah ihn von oben herab aus weit geöffneten, erschrockenen Augen an. „Tu das nicht... Ich weiß, dass du das eigentlich nicht willst...“ Was Phil in dieser Situation zu Rick machen würde. Doch der Lockige schüttelte den Kopf.
„Würde ich das nicht wollen, würde ich es nicht tun, glaub mir.“ Er lächelte leicht. „Für niemanden würde ich das tun. Aber für dich schon. Weil ich dich liebe.“
Einen Moment schwiegen sie beide und keiner bewegte sich. Nur ihr Atem, der ein wenig zu schnell ging, füllte den Raum und die glühende Spannung. Phils Angst und gleichzeitig die Vorfreude über das, was kommen würde.
„Das hier hat absolut nichts mit ihm zu tun“, stellte Nick schließlich leise klar, legte seine Lippen dann an Phils Eichel. Sofort entwich dem Jüngeren ein Stöhnen und seine Augenlider flatterten. Sein letzter Orgasmus lag noch um einiges länger zurück als Nicks. Er hatte sich nicht selbst befriedigt, er hatte nicht mal besonders oft etwas wie Lust oder Erregung gespürt. Deshalb konnte und durfte er auch jetzt die Augen nicht schließen. Es waren die Bilder in seinem Kopf, die alles zu ruinieren vermochten. Und das durfte jetzt nicht passieren! Nicht, wenn Nick so etwas für ihn tat! Ihre Blicke trafen sich, als Nick sein Glied langsam in seinen Mund gleiten ließ. Der Ältere war schließlich der erste, der seine hellen, blauen Augen schloss. Er sog leicht, bescherte Phil einen atemberaubenden Anblick. Es war doch etwas anderes, wenn er vor ihm kniete, als wenn er nur über ihn lag. Er sah die dunklen Locken, die leicht geröteten Lippen, die langsam an seinem heißen Fleisch entlang glitten, die filigranen Finger, die sich an seiner Hüfte festhielten, das Gefühl eines leichten Unterdrucks und einer geschickten Zunge.
Nick bemühte sich, soweit wie möglich zu entspannen. Phil konnte es nicht genießen, wenn er bemerkte, dass Nick es auch nicht tat. Er hatte sich geschworen, nie wieder vor jemandem auf die Knie zu gehen. Auch nicht vor Phil. Und nun tat er genau das. Er kniete demütig vor ihm, nahm seinen Penis immer tiefer in den Mund.
„Aaah... haaa... Gott, Nick...“
Und da hörte er, warum er das tat. Phil hatte schon so lange nicht mehr richtig loslassen können. Er würde es auch jetzt nicht gänzlich tun. Aber es war ein guter Weg. Und im Moment die einzige Möglichkeit. Er schielte kurz zu ihm hoch, sah, dass sein Freund seine Augen nur noch einen Spalt breit offen hatte, stark mit sich rang, kämpfte. Er wollte ihn nicht quälen. Er wollte nicht dafür sorgen, dass Phil die Augen schloss, Bilder zuließ, die den ganzen Moment ruinieren würden. Also sog er stärker, bewegte seinen Kopf etwas schneller. Phil kam mit einem leisen, befreiten Seufzen, ließ Nick nicht eine Sekunde aus den Augen. Nick schluckte, zog seinen Kopf betont langsam zurück und atmete einmal tief durch. Er musste sich unter Kontrolle haben, ruhig bleiben. Nur so konnte auch Phil ruhig sein. Der Jüngere sank zu ihm auf den Boden, zog ihn in einen innigen Kuss, der den Nachgeschmack des Spermas etwas erträglich werden ließ.
„Danke!“

Phil konnte nicht mehr, ließ seine Augen zufallen und sank völlig in Nicks Arme. Und er wurde dort willkommen geheißen, eng umschlungen.
„Ich liebe dich!“, wisperte Phil, suchte blind wieder nach dem zweiten Paar Lippen, das seine fand.
„Ich liebe dich auch“, lächelte Nick.
Beide seufzten sie, mehr oder weniger tief. Phil hatte nicht mehr wirklich Lust zum Strand zu gehen. Zu wundervoll war dieser Moment! Nick blieb zwar geduldig sitzen, doch der Jüngere wusste, dass diese Position nach so langer Zeit wirklich unbequem sein musste. Und dass der Lockige ohnehin nicht gerne kniete. Also hob er den Kopf wieder, löste sich etwas von ihm und fragte: „Umziehen und los?“
Nick lächelte dankbar und nickte. Er steckte ein T-Shirt in Phils Standtasche, während Phil selbst sein T-Shirt direkt überzog. Er packte noch einigen anderen Kram ein (Handtücher, ein Buch und dergleichen), nahm dann Nicks Hand.
„Also los! - Ach so, ich geh erst am Montag reiten. Vorher ging nicht.“


Nick zog verwirrt die Augenbrauen zusammen, als Phil zielstrebig den Turm der Badeaufsicht ansteuerte.
„Muss man sich hier eine Erlaubnis zum schwimmen holen, oder was?“
„Nein, aber erstens will ich Schlüssel und Geld ungern einfach an den Strand stellen und zweitens“ - Er klopfte an die Tür. - „will ich Emma Hallo sagen... Oh, hallo Emma!“
Die Tür war von einer jungen, durchaus hübschen Frau geöffnet worden. Sie trug ein Top und einen Wickelrock, hatte schulterlange, rötliche Haare und die deutliche Muskulatur einer Schwimmerin.
„Wer... nein, ist das... Phil?!“
Phil nickte grinsend und Emma umarmte ihn strahlend, sah über seine Schulter Nick, der etwas verloren und nicht eben zufrieden neben der Szene stand.
„Und wer ist dieser äußerst gut aussehende Mann?“
Nick zog eine Augenbraue hoch. War die viel offensichtlichere Frage nicht Wer war diese Frau, die Phil so gern hatte?
Mein Freund, Em. Finger weg!“
Die junge Frau lachte. „Gut. Also Tasche her und ab ins Wasser mit euch!“
Nun lächelte auch Nick. Die Frau schien die Fronten zu akzeptieren, also hatte er kein Problem mit ihr. Plötzlich erschien sie ihm sogar um einiges umgänglicher als Phils beste Freundin Milena. Phil warf die Tasche in eine Ecke, zog sein Shirt überraschend schnell und ohne zu zögern über den Kopf und rannte los zum Wasser.
„Warte wenigstens!“, rief Nick, lief ihm nach.
Phil drehte sich grinsend im Lauf zu ihm um. „Fang mich doch!“
Er wusste natürlich, dass er keinerlei Chancen hatte. Wozu ging sein Freund schließlich regelmäßig laufen? Doch dass der Abstand zwischen ihnen im schnellen Tempo immer kleiner wurde, störte ihn nicht. Es versetzte ihm zwar einen kleinen Adrenalinkick, gleichzeitig aber gab es ihm ein seltsames Gefühl von Geborgenheit. Nick würde immer schnell genug zur Stelle sein können, wenn ihm etwas passierte. Er würde ihn nicht aus den Augen lassen.
Nick packte sein Handgelenk, bremste heftig und zog Phil schwungvoll an sich, ein paar Meter bevor sie das Wasser erreichten. Stolpernd fiel Phil in seine Arme, lachte, küsste Nick atemlos.
„Schon aus der Puste, mein Lieber?“, grinste Nick, küsste ihn erneut, nicht innig, viel mehr herzlich. Glücklich.
„Ich laufe nicht so oft wie du. Und jetzt los, ich will planschen!“
Sie liefen die letzten Meter zum Meer Hand in Hand, bis Phil sich ins Wasser fallen ließ, lachte, durch eine kleine Welle tauchte. Nick tauchte ebenfalls unter, zog ihn unter Wasser an seine Brust, suchte blind seine Lippen und küsste ihn. Phil erwiderte den Kuss, der nach Salz und Wasser und Meer und Freiheit schmeckte innig, zog ihn aber wieder mit sich an die Oberfläche. Gleichzeitig durchbrachen ihre schwarzen Haarschopfe das Wasser. Nick blinzelte kurz, strich sich eine nasse Locke aus den Augen bevor er Phil erneut küsste.
„Wer ist diese Emma?“, fragte er schließlich.
„Ich hab früher hier mit ihr meine Sandburgen gebaut“, grinste Phil.
„... Ab in den Sand und ich besorge uns ein Eis?“
Wer war Phil schon, dass er sich das zwei Mal vorschlagen ließ?


Er hatte einen Engel zum Freund. Lächelnd sah Phil Nick nach, als dieser den Strand entlang joggte. Er wollte das Zimteis vom anderen Ende des Strandes für ihn holen und Phil war sich ziemlich sicher, dass er es aus zweierlei Gründen tat. Zum einen, weil er ihm eine Freude machen wollte, zum anderen, weil er wollte, dass Phil sich in vertrauter Umgebung daran gewöhnte mehr oder weniger alleine zu sein. Doch nach nur kurzer Zeit setzte sich Emma neben ihn in den Sand.
„Naa“, grinste sie. „Seit wann bist du denn vom anderen Ufer?“
Phil lachte. „War niemals anders!“

Ein wenig misstrauisch zog Nick die Augenbrauen zusammen, als er Emma neben Phil im Sand sitzen sah und ihre Stimmen hörte. Sie sangen...
'Cause you'll be in my heart, all day...
Nick ließ sich schweigend neben Phil nieder, reichte ihm sein Eis. Der Jüngere lächelte dankbar, nahm es ihm ab, sang jedoch weiter. Ein bisschen beneidete Nick die beiden für ihre Stimmen. Emma hatte einen schönen, weichen Sopran. Seine eigene Stimme würde sicher nicht so angenehm mit Phils harmonieren... Mal davon abgesehen, dass er absolut kein Taktgefühl oder dergleichen hatte.
Sie beendeten das Lied und Emma verabschiedete sich wieder.
„Hattet ihr Spaß ohne mich?“, hauchte Nick, küsste Phils Hals.
„Ohne dich? Nie!“, grinste Phil. Er war sich ziemlich sicher, dass dies einer der Momente war, in denen Nick ihn nur küsste um ihn zu manipulieren. Aber zur Ausnahme störte es ihn nicht. Wenn der Ältere eben mit seiner Eifersucht zu kämpfen hatte... Sein Grinsen wurde breiter, als sich eine leichte Gänsehaut auf seinen Armen bemerkbar machte, ausgelöst von der zärtlichen Berührung von durch Eiscreme kalten Lippen. Sie aßen auf, dann ließ Nick sich mit dem Rücken in den warmen Sand fallen und Phil bettete seinen Kopf auf seiner Brust.
„Sie stand auf dich, huh?“
„Wie? Nee... Wie kommst du darauf?“
„Ihre Reaktion vorhin...“
„Ach so... Nee, sie hätte dich gerne näher kennengelernt.“
„Mich?!“
„Ja.“
„Oh... Hm.“
„Hm?“
„Ich dachte, den meisten Leute ist auf Anhieb ziemlich klar, dass ich schwul bin...“ Nick streichelte gedankenverloren Phils Brust.
„Mir war das sehr klar!“, schmunzelte Phil, drehte sich auf den Bauch um Nick zu küssen. Obwohl er wusste, dass er das nicht schaffen würde, reizte ihn der Gedanke von Sex am Strand. Und ohne darüber nachzudenken sprach er diesen Gedanken aus.
„... Du weißt, dass hier Menschen sind?“, fragte Nick, sichtlich überrascht.
„Jaa. Aber nachts noch nicht mehr.“
„Um es mal auf den Punkt zu bringen: Du willst, dass ich dich hier nachts ficke?“
Phil senkte seinen Blick traurig. „Ja, aber das kann ich ja sowieso nicht, ist also egal...“
Nick seufzte, küsste ihn wieder. „Kommen wir halt nächstes Jahr wieder. Außerdem sollst du nicht alles immer so schwarz sehen.“
„Aber es ist doch so. Ich kann nichts mehr. Nichts alleine, nichts im Bett und dich nicht mehr glücklich machen.“
„Phil... Hör auf damit.“
„Wenn du mir ehrlich sagen kannst, dass es nicht stimmt, dann höre ich auf.“ Auffordernd sah er Nick an, doch dieser wandte seinen Blick ab.
„Das ist eine Phase, Phil, das geht vorbei. Außerdem ist es ja auch meine Aufgabe dich glücklich zu machen.“
„Genauso, wie ich dich glücklich machen sollte. Und das bekomme ich einfach nicht hin.“
„Willst du mir damit sagen, du willst dich ewig verschanzen und es wird nicht irgendwann mal so wie früher?“
Wie schnell die Stimmung sich verändern konnte. Eben waren sie noch lachen durch den Strand gerannt, hatten sich in die Wellen geschmissen, sich geküsst. Und nun? Was war davon noch übrig? Phil glaubte nicht daran, dass es besser werden konnte. Er konnte sich nicht vorstellen, dass dieses Gefühl in seinem Inneren jemals nachließ. Da konnte Nick noch so oft beteuern, dass er an ihn glaubte. Natürlich hatte er recht, wenn er sagte, dass Phil an sich selbst glauben musste, damit es besser wurde. Doch so einfach war es eben nicht. Er biss sich auf die Lippe, drehte sich von seinem Freund weg, dann wieder zurück.
„Okay.“
„Hm?“
„Wir schaffen das!“ Es klang mehr wie eine Frage und auch sein Blick sprach nicht eben von Sicherheit, doch Nick lächelte. „Allein heute haben wir viel geschafft, nicht wahr?“
Wie auf Knopfdruck wurde Nick leicht rot, drehte seinen Kopf zur Seite.
„War aber eine Ausnahme, okay?“
Phil nickte. „Natürlich.“ Für ihn schon die zweite... „Ich meine, darauf... wirst du in Zukunft... wohl auch verzichten müssen...“
„Weiß ich. Und ich werde es überleben.“
Nick hatte es doch gerne gemocht und Phil hatte es gerne getan, doch jetzt konnte und wollte er sich beim besten Willen nicht mehr vorstellen einen Penis in den Mund zu nehmen. Nie wieder! Trotz Nicks Lächeln hatte er immer öfter das Gefühl, dass er dem Älteren bald nicht mehr reichen würde, wenn er so weiter machte...


„Lass uns nach Hause gehen, Duschen und dann irgendwo Abendessen...“, schlug Phil vor, als es langsam etwas frischer am Strand wurde, der Wind ihnen Sand in das Gesicht blies.
„Vielleicht sollten wir mal einkaufen...“, murmelte Nick, erhob sich.
„Können wir auch. Gehen wir trotzdem vorher duschen? … Zusammen?“
„Wenn... du das willst...“
Phil nickte leicht, nahm Nicks Hand. „Ich weiß aber nicht, ob... es wirklich nur Duschen bleibt...“
„Das musst du entscheiden können...“
Vielleicht war es keine so gute Idee gewesen, dennoch nickte Phil leicht. „Ich würde es gerne probieren.“ Dass er damit Bilder in Nicks Kopf hervor rief, wie er ihn gegen die Duschwand presste, sich im schnellen Rhythmus in ihm versenkte und Phil laut seinen Namen stöhnte, wusste er nicht. Und Nick würde den Teufel tun, es ihm zu sagen!


Phil zog seinen Freund sofort mit ins Bad, schmiss die Strandtasche auf den Fußboden und zog Nick an sich. Sein Blick glitt über seine nackte Brust aufwärts zu seinen Augen. Einen Moment sahen sie sich an, dann sah Phil wieder nach unten, zog ihm langsam die Badeshorts aus. Und Nick tat es ihm gleich, bemühte sich, nicht schneller zu machen als Phil, langsam und geduldig zu sein. Eine normale Dusche... Einfach nicht an Sex denken... Langsam manövrierte er seinen Freund in die Dusche, drehte das warme Wasser auf. Phil legte seinen Kopf auf seiner Schulter ab, war so nah, dass Nick meinte, spüren zu können, wie die Wassertropfen von Phils Körper auf seinen eigenen fielen. Obwohl es wohl eher andersherum gewesen war. Er legte eine Hand auf seinen Rücken, zog ihn etwas näher an sich. Phil hatte doch mehr gewollt, oder nicht? Ein Versuch... Nur ein Versuch und er würde sich keine Hoffnung machen, weil sie keinen Sex haben würde und das vollkommen ok-... Der Jüngere drückte sein Becken leicht gegen Nicks. Halbhart, heiß und so fantastisch nah... Kein Versuch. Eine Chance. Nick küsste ihn innig, schloss seine Augen und schob eine Hand zwischen Phils Beine, strich langsam über sein Glied. Phil seufzte leise, schob seine Hände in Nicks nasse Locken. Sie mussten einfach so tun, als wäre alles wie immer... Und Nick fiel das nun nicht mehr eben schwer. Mit einer schnellen Bewegung seiner Hand brachte er den Jüngeren zu einem ungehaltenen Stöhnen. Sein Rhythmus wurde wieder langsamer, als Phil nun ebenfalls eine Hand um seine Länge legte, ihn leicht massierte, dann begann seine Bewegung zu spiegeln. Es war eine leichte Art die Kontrolle abzugeben und trotzdem nicht wehrlos zu sein. Und das war genau das, was Phil jetzt brauchte. Jemanden, der ihn leitete, ihm seine Entscheidungen aber selbst überließ.
„Phil...“, raunte Nick nach einer Weile, biss sich aber sofort auf die Lippe. Richtigen Sex zu verlangen war jetzt vielleicht nicht die beste Idee. Doch Phil schien seinen Wunsch auch so zu verstehen.
„Nicht heute“, hauchte er.
„Weiß ich...“ Nick küsste ihn erneut innig, bewegte seine Hand wieder schneller, seinen Daumen über seine Spitze. Genug gespielt.

Phil kam einen Moment vor Nick, ließ sich keuchend, aber lächelnd gegen den Älteren fallen, der sich wiederum an die Fliesen lehnte.
„Liebedich...“, nuschelte Phil und brummte zufrieden. Er blinzelte ein paar Mal, versuchte dem direkten Wasserstrahl der Dusche in seinen Augen auszuweichen bevor er ihn mit etwas trüben Blick ansah.
„Schön...“ Warum genau er das Bedürfnis hatte, ihm das jetzt mitzuteilen, wusste er nicht. Aber es war so und es fühlte sich gut an! Schön! „Das war schön“, fasste Phil seinen Gedanken in einen klaren Satz. Nick hauchte ihm lächelnd einen Kuss auf den Kopf, schwieg aber und griff statt einer Antwort nach dem Duschgel. Er wusch sie beide ab und Phil genoss jede noch so kleine Berührung. Dieser Tag würde für immer ein besonderer für ihn sein. Er wusste nicht, warum, aber er spürte es. So tief in sich drin, dass es schon fast weh tat.
Sie rollten sich beide in ein großes Handtuch, schlenderten dann Hand in Hand wie zwei Teenager ins Wohnzimmer, wo Nick sich auf das Sofa fallen ließ und auf seinen Schoß klopfte. Doch Phil schüttelte den Kopf.
„Einkaufen. Aber... wenn du mir versprichst, genau so hier zu warten, flitze ich eben alleine.“
Nick grinste leicht, nickte. Phil drückte ihm noch einen Kuss auf die Lippen bevor er sich anziehen ging und dann das alte Fahrrad seines Vaters aus dem Keller kramte. Er nahm schnell an Fahrt auf, sodass der kühle Fahrtwind ihm entgegenschlug, doch es war nicht unangenehm. Begleitet durch das Surren des Dynamos, dem entfernten Kreischen einer Möwe und den Steinen unter seinem Fahrrad, schloss er eine Sekunde die Augen und fühlte sich zum ersten Mal seit Wochen wirklich frei.
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