Loads of Trouble

von MiraiShu
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
21.03.2015
07.08.2018
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Our first Time

Nick öffnete grinsend, als es an der Tür schellte. Seine Wohnung war halbwegs aufgeräumt, wie immer, und ins Wohnzimmer hatte er schon mal zwei Gläser gestellt. Phil war wirklich pünktlich.
„Hi, komm rein.“
„Hallo... Danke...“ Phil trat mit etwas gesenktem Kopf ein, sah sich dann aber neugierig um.
So eine unschuldige Versuchung...
„Willst du was trinken? - Setz dich.“
„Gerne. Hast du Cola oder so?“
Nick beobachtete Phils Bewegung nur aus dem Augenwinkel, als dieser sich auf das lederne Sofa setzte.
„Keinen Alkohol?“, rief er, als er die Küche betreten hatte, sah noch einmal durch den Türrahmen zurück.
„Ich mag kein Bier und harter Alkohol so früh am Abend endet nie gut...“
Nick musste sein Grinsen unterdrücken, als er zu Phil zurück kam, ihm Cola eingoss. „Was betrachtest du unter 'nicht gut'?“
„Kotzen und Filmriss“, lachte Phil, allerdings nicht mal ansatzweise überzeugend. So viel Unsicherheit, so schüchtern und ein kleines bisschen verloren, allein auf dem Sofa, in einer fremden Wohnung. Doch dass er nicht alleine war, machte Nick ihm recht schnell klar, indem er sich neben ihn in die Polster fallen ließ, ihn ansah, bis auch Phil endlich zurück sah.
„Ist was?“
„Darf ich dich nicht mal ansehen?“ Wenn er nur wüsste, was Nick mit ihm vorhatte...
„Doch, natürlich, nur du... grinst so...“ Oh ja, er würde es früh genug erfahren.
„Weil du heiß bist“, antwortete Nick also ganz unvermittelt und ohne seinen Blick abzuwenden. Phil jedoch sah hastig zur Seite, lief an wie eine Tomate und biss sich auf die Lippe. „D-Danke...“
Ein leises Lachen war die Antwort und das Feststellen des Offensichtlichen: „Du bist ein bisschen schüchtern, huh?“
„Kann sein...“, murmelte der Jüngere dennoch ausweichend und trank hastig einen Schluck von seiner Cola. Diese Lippen... So zart am Glas, voll, schlichtweg anziehend. Fast automatisch – wenn das nicht sowieso von Anfang an der Plan gewesen wäre – rutschte Nick näher an ihn. Phil stellte sein Glas wieder ab, bemerkte nun erst den intensiven Blick. Verstohlen biss er sich auf die Unterlippe, nicht ahnend, wie sehr diese Geste Nick reizte. So viel fein säuberlich verpackte Unschuld in einem Menschen, der da vor ihm saß, nicht wusste mit wem oder mit was er es zu tun hatte... Er wusste es nicht. Jedenfalls nicht in dieser Sekunde. In der nächsten eröffnete sich ihm ein Bild dessen, was die Höhle des Löwen bedeutete: Nicks Lippen fanden sich warm und weich auf Phils wieder.
Dieser zuckte unwillkürlich zusammen. Wie konnte das so schnell gehen?!
Ein Gedanke, den Nick nicht mal in Ansätzen teilte. Wenn es nicht schnell voran ging und man nicht gleich auspackte, was Absicht der ganzen Sache war, wie lange sollte man seine Zeit dann mit sinnlosem Geplänkel verschwenden? Er schloss ganz einfach seine Augen, ließ seine Zunge sanft und langsam über Phils Oberlippe gleiten. Es wäre schon eine sehr seltene Ausnahme, wenn das nicht klappen würde... Und er täuschte sich nicht. Das andere Paar Lippen spaltete sich bereitwillig und auch Phils Augenlider fielen zu.
Ein Grinsen huschte über Nicks Züge als er Phils Zunge mit seiner anstubste  und sein Gegenüber ganz von allein näher an ihn rutschte. Doch Nick unterbrach den Kuss für eine Sekunde, setzte sich ganz einfach rittlings auf Phils Schoß, nahm das Geschehen wieder auf, bevor ein Wort des Widerspruchs über diese wunderschönen, bereits leicht geröteten Lippen kommen konnte. Seine Hände legte er sanft, dennoch bestimmt um das schmale Gesicht.

Phil spannte sich leicht an. Nick hatte ihn so plötzlich so völlig unter Kontrolle... Befreit schnappte er nach Luft, als seine Lippen erneut freigegeben wurden. Langsam... Aber den Kontakt nicht abbrechen lassend. Zaghaft legte er eine Hand auf Nicks Hüfte, sah ihn an.
Nick hatte ein wunderschönes Lächeln...
Ein leises Seufzen löste sich aus Phils Kehle, gerade als Nick zum nächsten Kuss ansetzte. Geräusche verrieten viel über einen Menschen. Besonders, wenn sie spontan kamen, ohne dass derjenige vorher darüber nachdenken konnte. Deshalb waren kleine Geräusche so viel aussagekräftiger als große, epische Vorträge, lange, gesprochene Versprechen und Bekundungen. Und Phils leises Stöhnen, als Nicks Hand sich erst über seine Brust, dann unter sein Shirt schob, sprach eine sehr eindeutige, ehrliche Sprache.
„Darf ich?“, grinste Nick, zupfte an dem Stoff. Phil blinzelte, nickte dann leicht. Sofort wurde ihm das Oberteil über den Kopf gezogen und ein prüfender Blick aus den hellen Augen flog über seinen Oberkörper.
„Ich... bin nicht sonderlich muskulös...“, murmelte Phil entschuldigend. Überrascht – und vielleicht ein kleines bisschen beleidigt – zog er eine Augenbraue hoch, als Nick zu lachen begann.
„Na und?“
„Ist nicht sehr attraktiv...“
„Du siehst auch so gut aus!“
Erneut Lippen, die sich auf Phils pressten, fordernd, verlangend dieses Mal, dafür Fingerspitzen, die sanft über seine nackte Haut streiften, ein angenehmes Prickeln und das Versprechen nach mehr hinterließen.
Nick ließ seine Lippen über Phils Hals streifen, seine Hand zu seinem Hosenbund gleiten. Er öffnete den Knopf der Jeans, sah Phil wieder in die Augen. Dieser schluckte, deutlich unsicher, doch seine Pupillen waren so groß, so schwarz... Die kundige Hand schlüpfte in die Hose, direkt unter die Shorts. Phil schluckte erneut, sein Atem betont ruhig. Provozierend langsam strich Nick über sein Glied, grinste, als Phil leise keuchte und seine Augen schloss. So ehrlich und so willig... Und gleichzeitig so unschuldig...
„Ich nehme an, du hattest schon mal jemanden?“ Auf Phils nun leicht fragenden Blick ergänzte er: „Einen Mann? Mit einem Mann...? - Gut.“
Mehr hatte er nicht wissen wollen. Er erhob sich etwas um Phil seine Hose leichter ausziehen zu können, ließ die Shorts gleich mitgehen.

Phils Herz schlug heftig, viel zu schnell. Es war unangenehm, so völlig nackt zu sein, während Nick noch völlig bekleidet war. Aber er traute sich nicht, Nick auszuziehen. Er traute sich überhaupt nicht, sich viel zu bewegen. Er wollte nichts falsch machen, Nicks Tun nicht durch eine unüberlegte Handlung beenden. Und um darüber nachzudenken, was er tat oder sagte, hatte er bei weitem nicht mehr genug Blut für sein Gehirn übrig.
Nick schob ihn leicht zur Seite, sodass Phil mit dem Rücken auf dem weichen Leder zum liegen kam, der Ältere über ihn gebeugt. Eingeschüchtert, ehrfürchtig, fast schon ängstlich sah er Nick an. Was genau hatte er vor?
„Entspann dich“, lächelte dieser jedoch nur und küsste ihn kurz. Erstaunlicher Weise half es tatsächlich. Phils Herz beruhigte sich nicht, doch er schloss seine Augen, atmete tief durch.
„Was hast du vor?“, sprach er seine Frage leise aus.
Nick zog seine Augenbrauen zusammen. „Ist das nicht offensichtlich?“ Vielleicht hatte er sein Gegenüber doch überschätzt...
Phil schluckte, nickte aber.
„Problem?“
„N-Nein...“
„Aber?“
„Ich hab... noch nicht oft... also...“ Er wich den Blicken aus.
„Ich bin vorsichtig, okay?“
Nick lächelte, doch Phil konnte das innerliche Seufzen praktisch hören. Er nickte erneut. War es okay? Einfach so mit einem praktisch Fremden schlafen? Sicher nicht. Andererseits... Er konnte nicht anders. Ja, er war ein Mann. Nein, er war nicht schwanzgesteuert. Aber Nick... Er war so...

„Willst du ein Kondom?“ Damit wurde er aus seinen Gedanken gerissen.
„Nein... Eigentlich nicht...“
„Also... Ich nehme mal nicht an, dass du krank bist?“
Erneut strichen lange Finger sanft über sein Glied und das darauf folgende Stöhnen, das geringe Kopfschütteln mussten Nick als Antwort genügen. Nick küsste zufrieden seine Brust, ließ seine Hand etwas weiter zwischen seine Beine, zu Phils Öffnung gleiten. Eine Hand verfing sich in seinen Locken, zogen ihn zu seinen Lippen, in einigen innigen Kuss. Phils Lippen vibrierten gegen seinen, als er ein tiefes Stöhnen erstickte, dass der Finger, der sich langsam in seinen Körper schob, auslöste.
„Hnng...“, machte Phil, etwas deutlicher.
„Brauchst du Lube?“, fragte Nick, seine Stimme etwas rauer als zuvor. Oh, wie er diesen Mann wollte...!
„Bitte...“
Der Finger verschwand und auch der Rest des warmen Körpers löste sich von Phil.
„Warte kurz.“
Phil gab ein unwilliges Geräusch von sich. Doch Nick brauchte nicht lange, bis er mit einer Tube in der Hand aus dem Nebenraum – vermutlich dem Schlafzimmer – zurück kam. Unterwegs zog er sich sein Shirt über den Kopf, bot Phil einen wundervollen Blick auf seinen trainierten Körper. Muskeln, aber nicht zu viele. Dennoch deutlich trainiert. Phil grinste leicht. Auch die Jeans blieben auf halber Strecke zum Sofa liegen und nur in Shorts nahm Nick seine Position über Phil gebeugt wieder ein. Phils Kopf verabschiedete sich mit dem nächsten Kuss endgültig. Alles, was er nun noch wollte, war Nick in sich spüren. Tief und intensiv und so lange, wie möglich.
Zwei Finger und eine Portion Gleitgel verschwanden in Phils willigen Körper und er biss Nick auf die Lippe, um nicht allzu laut zu stöhnen, womit er jedoch nur ein Stöhnen bei seinem Gegenüber selbst auslöste, worauf eine Beschleunigung des Rhythmus folgte.
„Nick...“ - Ein dritter Finger fand seinen Weg. - „Mach einfach!“
Innerhalb einer Sekunde waren die Finger wieder verschwunden, ebenso Nicks Shorts. Phil brummte zufrieden und sah an Nick herab. Nein, über diesen Körper konnte er sich in keinerlei Hinsicht beschweren... Nick grinste ob des Blickes und griff erneut nach der Tube Gleitgel. Er hatte schließlich versprochen, vorsichtig zu sein.
Phil hatte seine Beine bereits gespreizt, legte sie um Nicks Hüften, als dieser langsam, aber ohne zu stoppen, in ihn eindrang. Ein lautes Stöhnen entwich seiner Kehle. Nachbarn. Sofort biss Phil sich heftig auf die Lippe.

Nick stützte sich neben Phils Oberkörper auf dem kühlen, sich langsam erhitzenden Leder ab, schloss seine Augen. So viel besser, als er es erwartet hätte... Seine Bewegung wurde ganz automatisch schneller, doch Phil schien sich ohnehin nicht beschweren zu wollen. Ganz im Gegenteil. Nick spürte die Spannung eines nahenden Orgasmus nur zu genau. Er blinzelte ihn kurz an, ließ dann seine Hand zu Phils Glied wandern. Er sollte ja ruhig auch auf seine Kosten kommen... Wozu sollte er sich dann noch beherrschen? Er stöhnte leise, zischte ein „Fuck“ bevor er kam, dicht gefolgt von Phil, der seinen Namen auf den Lippen hatte, seine Fingernägel in Nicks Hüfte bohrte.
Nick hielt seine Augen geschlossen, als er sich langsam aus ihm zurück zog und sich aufsetzte, als er sich sicher war, dass sein Kreislauf nicht protestieren würde.
„Nicht gehen...“, hauchte Phil, wenngleich er seinen Griff lockerte, seine Augen aber öffnete und Nick mit flehendem Blick ansah. Es war viel zu schnell vorbei gewesen...
„Ich wohne hier“, lächelte dieser, strich sich durch die etwas verschwitzten Haare. „Also werde ich sicher nicht gehen.“
Phil schüttelte den Kopf. „Ich meinte... weg von mir...“
„Bin doch da. Aber die Couch ist mir zu eng zum liegen. - Willst du was trinken? Oder dich hinsetzen? - Anders setzen?“, fügte er hinzu, als ihm bewusst wurde, dass Phil das Sitzen in den nächsten Minuten wohl lieber vermeiden würde. Gegen seine Erwartungen richtete sich der Jüngere jedoch auf und griff nach seinem Glas.
„Hab noch, danke.“

Phil beobachtete, wie Nick sich zurück lehnte, den Kopf in den Nacken fallen ließ und tief ausatmete. Schließlich erhob er sich und suchte nach seinen Shorts. Er fühlte sich so seltsam bloßgestellt. Als er sie an hatte, setzte er sich wieder, zog die Beine an die Brust. Nick ließ ihn so vollkommen alleine... Sie hatten gerade miteinander geschlafen, waren sich so unglaublich nah gewesen und trotzdem schämte er sich nun für seine Blöße und überhaupt vor Nick. Nah gewesen. Körperlich. Und emotional?
„Kuscheltyp?“, grinste Nick.
„Schein dir eh egal zu sein“, murrte Phil und zuckte mit den Schultern. Ja, er kuschelte gerne nach dem Sex, versicherte sich gerne dessen, dass er nicht allein war, dass es auf irgendeine Art und Weise etwas besonderes, intimes, liebevolles gewesen war.
Nick seufzte bloß und zog Phil mit dem Rücken an seine Brust, lehnte sich dann wieder zurück. Einen Moment wollte Phil sich dagegen wehren, doch dann musste er lächeln, schloss seine Augen, ließ die sanfte Hand, die eben an noch ganz anderen Stellen gesteckt hatte, seine Brust streicheln, kleine Muster malen. Nur die hinterste Ecke seines Gehirns, der geringe Teil eines klar denkenden Verstandes, der bereits wieder aktiv wurde, fragte sich, wann Nick ihn vor die Tür setzen würde...


Erst eine gute Stunde später blinzelte Nick, der leicht eingedöst war, weil sein Bein eingeschlafen war.
„Phil?“
Er schlief. Nick befreite sich möglichst vorsichtig von ihm, tappste in die Küche um ein Glas Wasser zu trinken. Als er wieder ins Wohnzimmer sah, hatte Phil sich breit auf dem Sofa ausgestreckt, lag auf dem Bauch und murmelte leise vor sich hin. Sofasex und der Kerl war tatsächlich eingeschlafen. Gut, sollte er halt noch ein wenig bleiben...


„Nick?“, gähnte Phil leise, setzte sich auf. „Nick?“
Er sah sich suchend um, zuckte leicht zusammen, als er das Klopfen an einer Fensterscheibe hörte. Sein Blick glitt zu einer großen Glastür, die auf einen Balkon hinaus führte, auf dem Nick hockte, eine Zigarette zwischen den Fingern. Phil trat zu ihm nach draußen, ließ seinen Blick kurz durch den dunklen Nachthimmel gleiten.

„Du hast mich gesucht?“
Nick sah zu ihm hoch, da er noch immer auf den hellen Fliesen hockte.
„Ja... Wundert dich das?“
Die Antwort war nur ein Schulterzucken. Nick drückte seine Zigarette aus, erhob sich dann und sah Phil an, kein Lächeln, aber auch keine andere Emotion.
„Soll ich... nach Hause gehen?“
„Wenn du willst.“
„Die Frage war ob du das willst...“
Ein erneutes Schulterzucken, das Phil zunehmend das Gefühl gab, wirklich unwillkommen zu sein. Also stammelte er ein: „Dann... ehm... man sieht sich... hoffe ich...“ und schob sich zurück in die Wohnung, zog sich zu Ende an. „Bis bald...“
Nick war ihm gefolgt, nahm nun seine Hand und küsste ihn innig. Phils Augen weiteten sich überrascht. Was..? Oder vielmehr Warum?
„Bis dann“, raunte Nick leise bevor Phil sich verwirrt von ihm löste, fast stolperte, als er die Wohnung verließ.


In der Nacht fand Phil keinen Schlaf. Der Abend war zu seltsam gewesen... Seine Gefühle zu wirr. Der nächste Morgen war ein Samstag und Phil wählte um die erste, anstandshalber mögliche Uhrzeit Milenas Nummer, erzählte ihr alles. Zu der Verwirrung war ein ganz furchtbares Gefühl gekommen, dass schlimmer wurde, je länger er darüber nachdachte. Er hatte einen One-Night-Stand gehabt. Bedeutungslosen Sex. Und doch fühlte es sich so gar nicht unbedeutend an, wenn er an den starken Körper und die dunklen Locken dachte, das leise Stöhnen und das überlegene Grinsen.
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