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Loads of Trouble

von MiraiShu
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
21.03.2015
07.08.2018
94
358.866
125
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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27.07.2015 3.422
 
Kapitel 17: Me, my In-Laws, an Ex and You, my Love.

Phil nahm aufgeregt Nick Hand. „Bereit meine Eltern kennen zu lernen?“
Nick nickte leicht, doch es hätte absolut jeder sehen können, dass er sich seiner Sache nicht eben sicher war. Er hatte noch nie die Eltern von irgendeinem anderen Mann kennengelernt. War ja auch nie nötig gewesen. Bei seinen früheren Ex-Freunden hatte er sich nicht viel daraus gemacht und selbst Mikes Eltern kannte er nur flüchtig. Was auch daran lag, dass Mike keine sehr enge Beziehung zu ihnen hatte. Und jetzt sollte er Phils und zugleich auch Milenas Eltern kennenlernen. Jedenfalls den ersten Teil. Denn, wenn er die Sache mittlerweile richtig verstanden hatte, war es Phils Mutter und Milenas Vater. Was dann wohl mit Phils leiblichen Vater war? Die Leycesters schienen allerdings schon eine Weile geschieden zu sein.
Phil zog ihn mit in ein kleines, sehr gemütliches Café. Die Möbel waren sehr schlicht gehalten, dafür standen bunte Blumen auf den Tischen und Fensterbänken und die großen Fenster, die nur mit dünnen Vorhängen teilweise bedeckt waren, spendeten dem Raum eine angenehme Helligkeit. Mehr nahm Nick nicht wahr, denn Phil zog ihn sehr zielstrebig zu einem Runden Tisch in der Ecke, an dem ein Pärchen saß.
„Hallo Mum, hallo Max.“ Phil drückte beide kurz, setzte sich dann neben die hübsche, recht jung wirkende Frau. Nick bemühte sich um ein halbwegs ehrliches Lächeln, reichte beiden die Hand. Sie wirkten nett, also sollte sich sein Körper verdammt noch mal entspannen!
„Hallo Nick, ich bin Fiona“, lächelte Phils Mutter und trotz ihrer jungen Erscheinung hatte sie etwas sehr mütterliches, warmherziges.
Gerade, als Nick sich gesetzt hatte, betrat Milena das Café, an ihrer Hand ihren neuen Freund Basti. Ein junger Mann mit gebräunter Haut und blonden Haaren, ein kleines bisschen größer als Nick es war. Die Begrüßungsszene wiederholte sich. Nick griff unter dem Tisch nach Phils Hand, war etwas irritiert, als er den Blick bemerkte, mit dem sein Freund Basti musterte, doch dann riss der Jüngere sich davon los, lächelte wieder zu Nick und erwiderte den Druck seiner Hand, strich mit dem Daumen über seinen Handrücken. Nick beschloss, es dabei zu belassen. Vielleicht hatte er ebenso geguckt, als er Mikes Freund Seth kennengelernt hatte. Er sah nun stattdessen zu Milena, die fröhlich lächelte, bereits in eine Gespräch mit ihrer Stiefmutter verstrickt war. Dann würde es vielleicht wirklich eine friedliche Runde ohne Anfeindungen werden, so wie die junge Frau es versprochen hatte...

Phil fiel auf, dass sein Freund die ganze Zeit über wenig redete. Vermutlich fühlte er sich nicht wirklich wohl... Und das machte ihn traurig. Er glaubte nicht, dass seine Eltern Nick nicht mochten, oder das Nick ein Problem mit seinen Eltern hatte, aber dennoch war der Lockige so reserviert... Wieso?
Erst als die Getränke serviert wurden und Phil einen Kaffee bekam, grinste Nick ihn an. Etwas irritiert erwiderte er den Blick.
„Ich hoffe mal, du hast nicht vor, den wieder über mein T-Shirt zu kippen“, grinste der Ältere. Ein Hauch Rose legte sich auf Phils Wangen.
„Kommt drauf an... Ziehst du es dann aus?“
„Nicht hier. Ich glaube nicht, dass deine Eltern das sehen möchten.“
Phil lachte leise, sah kurz zu seiner Mutter. „Später?“, fragte er dann wieder an Nick gewand. Auch dieser warf Fiona und Max einen prüfenden Blick zu, nickte dann. Die beiden grinsten leicht und Phil war sich sehr sicher, dass sie kein Problem damit hatten, sondern sich für ihren Sohn freuten.


Zwei Stunden später standen Nick und Phil wieder in Nicks Wohnung. Basti und Milena waren etwas eher aufgebrochen, hatten noch ins Kino gewollt. Alles in allem hatten sich Nicks Befürchtungen nicht erfüllt. Weder Fiona, noch Max hatte ihn irgendwie ausgequetscht oder allzu private Fragen gestellte. Sie hatten mehr über allgemeine Themen geredet, einen wirklichen netten Nachmittag miteinander verbracht. Doch nun sah der Ältere seinen Freund etwas skeptisch an. Es hatte etwas gegeben, dass ihn die ganze Zeit über gestört hatte. Die Blicke, die Phil diesem Basti von Anfang an zugeworfen hatte. Und dann immer wieder.
„Was findest du an diesem Basti?“, fragte er jetzt etwas pampiger als gewollt.
„Ich kenne ihn irgendwo her...“, murmelte Phil nachdenklich bevor er aufsah, seine blauen Augen direkt in Nicks trafen. „Eifersüchtig, Schatz?“
„Nein!“, brummte Nick. Basti sah gut aus, keine Frage... Er war sportlich, hatte markante Gesichtszüge... Viel mehr musste Nick nicht über ihn wissen. „Also... Woher kennst du ihn?“
„Ich weiß es nicht.“
„... Aber...“ Nick zögerte einen Moment bevor er weiter sprach. „Ich muss mir keine Sorgen machen, richtig?“
„Wegen Basti?“
Gott, das ganze war jetzt schon peinlich... Dennoch nickte er.
„Wie?“ Phil schien deutlich verwirrt.
„Na ja... Er ist nicht hässlich... Und für dich hat er was geheimnisvolles... Du guckst ihn ständig an...“
Phils darauf folgende Lachen kränkte ihn ein wenig.
„Aber ich liebe nur dich, versprochen!“, grinste der Jüngere. Nick sah ihn beleidigt an, zog ihn dann aber näher an sich, eng an seine Brust. „Beweis es“, forderte er.
„Wie?“, grinste Phil, küsste ihn kurz.
„Oh, ich bin sicher, dir fällt was ein.“ Zielgerichtet schob er ihn ins Schlafzimmer, stoppte erst vor dem großen Bett. Phils Hände glitten über den Stoff seines T-Shirts, als er leise hauchte: „Ich durfte dich schon viel zu lange nicht mehr richtig spüren...“ Nick grinste leicht, erwiderte aber nichts, sondern zog sich sein Oberteil über den Kopf.

Phil dachte nicht groß darüber nach, begann die entblößte Haut zu küssen, sank schließlich vor Nick auf die Knie. Er grinste, als er den Blick aus den nun mehr dunklen Augen seines Freundes bemerkte, öffnete dessen Hose und schob sie von seinen Hüften. Die Shorts ließ er ebenso schnell folgen, grinste breiter, als er damit Nicks fast vollständig erigiertes Glied enthüllte.
„Phil... Wolltest du nicht richtig?“
„Wie lange kannst du?“
Nick lachte. Ein raues, tiefes Lachen, dass Phils Hose deutlich enger werden ließ. „Wie lange oder wie oft?“
„Wie lange... Wobei das andere auch interessant wäre...“
„Keine Sorgen um meine Ausdauer und Beherrschung“, grinste Nick, strich ihm sanft durch die schwarzen Haare.
„Gut...“, murmelte Phil, hauchte einen Kuss auf seine Eichel. Ein Zucken ging durch Nicks Körper und die Hand in Phils Haaren schloss sich fest, jedoch ohne ihm wirklich weh zu tun. Phil nahm die ersten Zentimeter seines Glieds in den Mund, sog leicht und sah, wie Nick seine Augen schloss. Seine Lippen öffneten sich dafür leicht, allerdings lautlos.
Phil verwöhnte ihn so lange mit Lippen und Zunge bis Nick vollkommen hart war, sein Glied bereits leicht zuckte und sich ein verheißungsvoller Geschmack auf Phils Zunge breit machte. Dann erhob er sich. Nick brummte zwar etwas unwillig, blinzelte, machte sich jedoch sofort an Phils Hose zu schaffen. Phil grinste. So bekam er völlig ohne zu betteln das, was er wollte. Und obendrauf einen langen, verlangenden Kuss, eine Zunge, die seinen Mund eroberte. Ein Seufzen konnte der Jüngere nicht länger unterdrücken. Die Vorstellung von Nicks Lippen beschäftigte ihn immer öfter... Warme Hände glitten unter sein Shirt, zogen es ihm aus, bevor ein erneuter Kuss seine Lippen versiegelte. Gemeinsam taumelten sie zum Bett, wo Phil sich zuerst auf die Matratze fallen ließ und er schlussendlich auch seine Shorts verlor. Die weichen Lippen, die eben noch seine verschlossen hatten, glitten nun über seine helle Brust, bis knapp über seinen Bauchnabel, dann wieder nach oben.
„Nick...“ Phil spreizte seine Beine weiter. „Komm schon!“
„Immer so ungeduldig“, grinste der Ältere. „Und bei mir hast du Angst um die Beherrschung.“ Er griff nach dem Gleitgel, das noch auf dem Nachtschrank lag.
„Hab nie behauptet, dass ich 'ne gute Beherrschung hab.“
„Nein, hast du auch nicht“, schmunzelte Nick, ließ gleich zwei Finger in Phils nachgiebige Öffnung gleiten. Phil sah ihn strafend an.
„Tut mir ja leid“, grollte er, drückte sich Nicks Fingern dennoch entgegen, stöhnte leise.
In einem schnellen Rhythmus bewegten sich die Finger in seinem Inneren, vermieden aber tunlichst seine Prostata. Selbst als ein dritter Finger hinzu kam, war es Phil bei weitem nicht genug.
„Nick...“
„Phil?“ Nick knabberte an seinem Ohr.
„Fick mich!“
Das war deutlich. Nick zog seine Finger zurück, beschloss, dass die vorherige Portion Gleitgel mehr als reichlich gewesen war und drang langsam, mit einem tiefen Seufzen in ihn ein. Phil stöhnte zufrieden auf, griff in Nicks Locken um ihn in einen neuen, wilden Kuss zu ziehen.
Es dauerte nicht lange bis Nicks sanften Bewegungen sehr viel heftiger wurden, er tief in den willigen Körper unter sich stieß. Phil stöhnte immer lauter, erst recht, wenn Nick seinen sweet spot traf. Langsam, im Verhältnis zu seiner restlichen Bewegung, schob Nick seine Hand zwischen sie, in südliche Regionen. Phil legte seine Hand sofort auf Nicks, versuchte ihn schneller dazu zu bewegen, ihn zu berühren, doch Nick schob seine Hand grinsend beiseite.
„Lass das“, raunte Nick, fixierte mit seiner freien Hand Phils Handgelenke auf der Matratze.
„Ahhh... Hnng.... Schneller!“, forderte Phil, der nicht wirklich verstand, wie Nick noch so viel Beherrschung aufbringen konnte. Doch der Ältere erfüllte ihm seinen Wunsch endlich, schloss seine Hand um sein Glied und bewegte sein Becken schneller.
Keuchen, leises Stöhnen, das Geräusch von Haut an Haut erfüllte das Schlafzimmer. Phil stöhnte immer wieder den Namen seines Freundes, war schon viel zu kurz davor und auch Nick merkte langsam, wie ihm die Konzentration flöten ging. Er biss sich auf die Lippe, schloss die Augen.
„N-Nicht... dich... beißen“, keuchte Phil und Nick lachte atemlos. Demonstrativ legte der Jüngere den Kopf in den Nacken, entblößte damit seinen Hals. Eine Aufforderung, die gerne angenommen wurde. Phil stöhnte erfüllt auf, als ihm der Biss einen heftigen Schauer durch den Körper jagte. Nur wenige Sekunden darauf kam er, dicht gefolgt von Nick, der leise keuchend auf ihm zusammen sackte.
Phil schloss seine Arme um Nick. Er liebte es, den Älteren nach dem Sex an sich gedrückt zu halten, liebte seine Nähe, seine Geborgenheit. Was brauchte er mehr?! Er spürte Nicks Lippen, wie sie sanft die Stelle berührten, in die er eben noch so beherzt gebissen hatte. Gut, Nick war wirklich in der Lage, seinem Wohlbefinden noch etwas drauf zu legen.
Erst nach einigen Minuten zog Nick sich aus ihm zurück, rollte sich neben ihn. Dennoch protestierte Phil leise, zog Nick sofort wieder eng an sich.
„Will dich doch nicht ersticken“, hauchte Nick.
„Aber du bist so warm... Und so perfekt!“
Nick zog die Bettdecke über sie beide. „Perfekt vielleicht nicht, aber... nah dran. Der Charakter ruiniert, was der Körper wieder gut macht.“ Er grinste leicht, strich sich ein paar verklebte Locken von der Stirn.
„Perfekt“, wiederholte Phil leise. „Jedenfalls für mich.“
„Da wäre Mil-... Lassen wir das.“
Phil seufzte etwas genervt, doch Nick grinste leicht, küsste ihn liebevoll.
„Verzeihst du mir?“
Nun war es Phil, der grinsen musste. „Was bekomme ich dafür?“
„... Einen Kuss?“
Phil sah ihn gespielt nachdenklich an, nickte dann aber. Nick küsste ihn, rollte sich wieder auf ihn, ließ dieses Mal jedoch etwas mehr Platz zwischen ihren Körpern.
„... Italiener machen auch gute Nudeln, oder?“
„War das anzüglich gemeint?“
Phil lachte leise. „Nein, ich habe tatsächlich Hunger.“
„Schade...“ Nick setzte sich auf, fischte seine Hose vom Boden und zog sein Handy aus der Tasche.
„Wie meinst du?“
„Na ja, ich bin kein Italiener, aber ein bisschen italienisch beherrsche ich auch.“ Er wählte die Kurwahl für Gio. „Hey, Gio. - Nein, heute Nudeln. - Ach, da vertrau ich dir völlig. Zur Ausnahme bist du der Experte. - Bis gleich.“
Phil sah Nick mit zusammengezogenen Brauen an.
„Was ist?“, fragte Nick, nachdem er aufgelegt hatte.
„Er ist also der Experte, was Nudeln angeht?!“ Phil konnte sich nicht helfen. Dieses Mal war er es, bei dem sich ein Hauch Eifersucht einschlich. Erst recht, wo er jetzt wusste, wie Gio aussah...
„Sein Vater macht brillante Pasta. Und Gio lernt bei ihm. - Hätte ich wo anders bestellen sollen?“
Phil lächelte. „Nein. Wenn seine Pasta auch nur halb so lecker ist, wie seine Pizza, überleg ich mir was für ihn.“ Er sollte freundschaftlich auf Gio zu gehen. Schließlich war er ja auch mit Nick befreundet, wenn man es so nennen wollte und Nick gab sich auch Mühe, was Milena anging.
Nick fragte misstrauisch: „In welche Richtung gehen deine Überlegungen?“
Phil grinste. „In keine, wegen der du dir Gedanken machen müsstest.“ So. War er eben nicht der einzige, der wegen dem jungen Italiener eifersüchtig war!
„Das heißt?!“, hakte Nick gereizt nach.
„Blumen. Pralinen. Sekt? Worauf steht er?“ Als er Nicks verbissenen Ausdruck bemerkte, lachte er: „War nur Spaß! Ich versteh gar nicht, warum du so eifersüchtig bist.“
„Bin ich nicht!“
Phil sah ihn mit einem Blick an, der eindeutig sagte: Verarschen kann ich mich alleine.
„Okay, ja. Ich bin auch nur ein Mensch“, räumte Nick patzig ein. „Darf ich nicht?!“
„Bei deiner Einstellung zu Treue und Beziehung...?“
„... Jetzt ist es anders...“

Und das war es wirklich. Es war ihm immer egal gewesen, wer wen attraktiv fand, wer mit wem flirtete oder ins Bett hüpfte, solange er selbst an erster Stelle stand und bekam was und wen er wollte. Aber mit Phil war es von Anfang an anders gewesen und das war es immer noch. Nicht nur, dass er nicht wollte, dass irgendjemand sich für Phil interessierte, er wollte auch keine Konkurrenz. Früher hatte er keine Konkurrenz gesehen, weil er gewusst hatte, dass er der beste war. Das war ein offenes Geheimnis gewesen und niemand hatte einen Hehl daraus gemacht. Erst recht nicht Nicks Ego. Doch Phil sah die Dinge anders. Er ging anders auf Menschen zu, als Nick es gewohnt war und in diesem Falle passte es ihm nicht. Eine nette, freundlich gemeinte Geste konnte Gio wie eine Einladung zu einer Orgie auffassen.
Nick erhob sich.
„Wohin?“, fragte Phil, legte seinen Kopf schief, sodass Nicks Blick unwillkürlich auf die Bissspur fiel.
„Gio ist gleich da und ich nehme nicht an, dass du willst, dass ich nackt gehe.“
Ein Grinsen schlich über Phils Lippen. „Kommt drauf an. Lässt er trotzdem die Finger von dir?“
„Unwahrscheinlich. Soll ich es ausprobieren?“
„Dann komme ich aber mit!“
„Nichts da. Ich ziehe Shorts an.“
„Hä?“
„Du trittst ihm nicht nackt gegenüber!“ Das ging dann doch eine Spur zu weit. Erst reicht bei einem Mann wie Gio. Das war nicht nur eine Einladung zu einer Orgie, das war geradezu ein Betteln um Sex!
„Ich hatte auch nicht vor, nackt zu gehen“, murrte Phil etwas beleidigt. „Ich wollte nur mitkommen und ihm auf die Finger hauen.“
Nick lächelte bei dem Gedanken leicht, schlüpfte in seine Shorts bevor er sich zu Phil beugte und ihn sanft küsste. „Bin ja gleich wieder da. Du darfst mich so lange vermissen!“

Nick holte noch zwei Flaschen Wasser aus der Küche, öffnete die Tür nur eine Sekunde nach dem Klingeln. Er hätte Gio nicht mal angucken müssen, um seinen Blick auf seinem nackten Oberkörper und schlussendlich auf seinen Shorts spüren zu können.
„Hallo Nick“, grinste er. „Kriege ich heute wieder anständiges Trinkgeld?“
„Nein. Warte kurz.“ Er stellte das Wasser ab, nahm Gio die Tüte mit den Nudelboxen ab.
„Ist Phil schon da oder bereitest du ein romantisches Dinner vor und warst eben duschen?“
„Nein, er ist schon da. Wie viel kriegst du?“
„8,90.“
Nick gab ihm einen Zehner. „Danke und schönen Abend. Grüß deinen Dad.“ Nick hatte nicht unbedingt das Bedürfnis nach einem langen Gespräch.
„Grüß deinen Freund“, grinste Gio und zwinkerte Nick zu, doch dieser seufzte bloß, schmiss die Tür zu. Dann klemmte er sich die Wasserflaschen zwischen Arm und Brust und ging zurück ins Schlafzimmer, wo Phil schon recht ungeduldig, nun ebenfalls mit Shorts bekleidet, wartete.
„Nimmst du das Wasser, bitte? Oder willst du Wein?“ Nick blieb vor dem Bett stehen, damit sein Freund an die Flaschen kam.
„Wasser ist wunderbar, ich vertrage überhaupt keinen Wein. Bin nach einem Glas durch und laufe nur noch mit Kopfschmerzen herum.“
„Oh...“
Nick setzte sich wieder zu ihm und Phil griff nach seiner Hand, sah ihm in die Augen, als er leise hauchte: „Weißt du eigentlich, wie glücklich ich mit dir bin? Du darfst mich niemals verlassen!“
Der Ältere lächelte, nickte leicht. Vermutlich würde eher Phil ihn verlassen, weil er nicht mehr mit ihm klar kam... Oder Nick sich nicht mehr beherrschen konnte... Aber für den Moment war es eine schöne Vorstellung, einen anderen Mann dauerhaft glücklich machen zu können und noch kein Ende dessen zu berechnen. Versprechen, dass es nicht enden würde, wollte er lieber nicht. Wer sollte das schon garantieren? Man sah es doch an jeder Ecke, wie eine Beziehung oder sogar eine Ehe den Bach runter ging. Und eigentlich sollte Phil, dessen Eltern schließlich auch geschieden waren, wissen, dass es keine Garantie gab. Erst recht nicht bei Nick.
Er küsste seinen Freund innig, löste sich dann aber von ihm um die Kartons und die Plastikgabeln aus der Tüte zu nehmen.
„Guten Appetit!“
„Danke, dir auch.“ Nick sah an seinem Freund herab. „Wieso hast du dich angezogen?“
„Weil ich nicht nackt esse...“, murmelte Phil, nahm eine erste Gabel.
„Warum nicht?“
„Weil... Dann fühle ich mich unwohl.“
„Hmm...“ Sie schwiegen eine Weile, aßen, doch Nick behielt Phil die ganze Zeit im Blick. Ihm war  es – solange er alleine, oder zu zweit war – immer herzlich egal, ob er etwas an hatte oder nicht. Und eine Shorts war nun auch nicht wirklich gesellschaftsfähig, sollte Phil das wichtig sein. Dem Jüngeren behagte sein Blick offensichtlich nicht.
„Was?!“
„Nichts, nichts...“ Nick grinste leicht.
„Sag es mir!“
„Ich fände dich nackt ganz ansprechend...“

Das war so typisch Nick.
„Weiß ich. Aber dann würden wir nie aufessen.“
„Habe nicht viel Hunger...“, murrte Nick, sah ihn ein wenig erwartungsvoll an.
„Ich aber!“
„Dann kannst du ja essen und ich...“ Er steckte sich noch eine Nudel in den Mund, bevor er den Becher zur Seite stellte und näher zu Phil rutschte, sich schließlich einfach auf seine Beine setzte. Phil beobachtete ihn mit hochgezogenen Augenbrauen. Nick lächelte leicht, wollte ihn offenbar küssen, doch Phil fragte: „Kennst du Susi und Strolch?“
„... Was?!“
Offenkundig nicht das, was Nick hatte hören wollen.
„Susi und Strolch. Das ist ein Kinderfilm“, erklärte Phil trotzdem seelenruhig, unterdrückte ein diebisches Grinsen.
„Ich sitze hier – halbnackt – auf dir und du redest von Kinderfilmen?!“ Nick sah ihn fassungslos, resigniert an.
„Wegen der Spaghetti.“ Nun musste Phil doch grinsen.
Nick seufzte. „Klär mich auf.“
„Also Susi und Strolch sind zwei Hunde, die sich ineinander verlieben und irgendwann gehen sie Essen und bestellen sich halt zusammen Spaghetti. Sie saugen die dann immer so ein, weißt du? Und irgendwann essen sie das selbe Spaghetti und küssen sich dann. Verstehst du?“
Nick schwieg eine Weile und sein Blick glich dem, mit dem man Betrunkene betrachtete, die einem in einer Bar was vorlallten, anstatt anständig zu flirten.
„Hunde?“, hakte er schließlich tonlos nach.
Phil nickte. „Er eben ein Streuner und sie ein Rassehund.“
„Dann passt es ja prima zu uns.“
Der Jüngere musste lachen. „Du bist zwar super, aber ein Rassehund...?“
„Ich hätte es eher anders herum gesehen. In sofern der Typ gut aussah für einen Hund.“
„... Ich liebe dich!“
Nick grinste breit. „Also rück deine Spaghetti raus.“
Mit der kleinen Gabel zog Phil eine einzelne Nudel aus dem Karton, steckte die eine Seite in seinen Mund und hielt Nick mit der Gabel die andere Seite hin, die dieser fast vorsichtig zwischen seine Lippen nahm, dann Phil auffordernd ansah. Dieser begann die Spaghetti einzusaugen, grinste leicht, legte schlussendlich seine Lippen auf Nicks und schloss seufzend seine Augen. Nicks weichen Lippen... die jetzt ein wenig nach Soße schmeckten, was die Sache nicht unbedingt schlechter machte. Nick nahm ihm den kleinen Karton ab. Es folgten drei weitere Spaghetti, drei Küsse, die immer länger wurden. Es war vielleicht ein kindisches Bild, zwei erwachsene Männer in Unterwäsche auf einem Bett sitzen zu sehen, wie sie gemeinsam aßen, ihre Köpfe jedes Mal näher aneinander brachten um sich schnellst möglich zu küssen. Und der romantische Vergleich zu der Geschichte der beiden Hunde hinkte leicht, denn nach der vierten Nudel stellte Nick die Box ab, drückte Phil nicht eben sanft nach hinten in die Kissen und küsste ihn innig, erstickte jeglichen Protest.
„Du bist unglaublich“, keuchte Phil, als sein Freund seine Lippen endlich freigab, allerdings nur um eine brennende Spur über seinen Hals und seine Brust zu ziehen.
„Weiß ich...“, murmelte Nick, sah wieder auf. „Wenn du nicht willst und deine Pasta spannender findest...“
„Dann gehst du jetzt ins Bad und besorgst es dir selber?“, grinste Phil, doch Nick schüttelte den Kopf.
„Nein. Dafür würde ich nicht ins Bad gehen. Du sollst ja sehen, was du verpasst.“
„Nee! Hinterher versaust du noch mein Essen...“
„Als ob dich das stört...“
Phil biss sich auf die Lippe, errötete leicht.
„Außerdem“, raunte Nick, „glaube ich nicht, dass ich es mir selber machen werde...“ Er presste sein Becken an Phils.
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