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Wohin die Liebe dich führt

von Pheyla
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Gen
Dominic "Dom" Toretto Leticia "Letty" Ortiz
20.03.2015
02.09.2022
9
12.685
2
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
20.03.2015 1.474
 
Hallo ihr Lieben,

zuerst: Seid bitte nicht zu streng mit mir. Das ist meine erste FF zu Fast&Furious und ich habe seit Jahren nichts mehr geschrieben.
Letty ist schon immer mein Lieblingscharakter in F&F gewesen und sie kam mir in den Filmen leider immer zu kurz. Zudem finde ich auch hier leider nur wenige Geschichten, in denen Letty mitspielt und noch viel weniger, in denen sie auch wirklich mit Dom zusammen ist. Daher wird es hier hauptsächlich um Dom&Letty gehen.
Ich versuche, regelmäßig neue Kapitel zu posten. Wenn es mal etwas länger dauert, bitte ich euch um etwas Geduld =)
Eigentlich war es als One Shot gedacht, um später daran weiter zu schreiben^^ Daher ist der erste Teil vielleicht auch etwas kurz geraten.
Aber nun, genug geredet. Los gehts!
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Die warmen Sonnenstrahlen fielen auf mein Gesicht und kitzelten meine Nase. Langsam kam ich nach einem tiefen und ruhigen Schlaf zu mir. Nach einer traumlosen Nacht hatte ich nun ein komisches Gefühl. Irgendetwas stimmte nicht.
Es fehlte etwas. Die Wärme, seine Arme, sein Körper. All dies spürte ich an diesem Morgen nicht, denn es war nicht da. Ich schlug die Augen auf.
Er lag nicht wie sonst eng an mich gekuschelt, er hielt mich nicht wie sonst im Schlaf in seinen Armen. Wo war er?
„Dom?“, rief ich. Vielleicht war er schon aufgestanden und machte Frühstück? Das kam schon ab und an mal vor in unserer Beziehung, wenn auch nur zu besonderen Anlässen.
Ich überlegte, was heute für ein Tag war. Ob irgendetwas Spezielles anstand. Einen Geburtstag hatte ich jedenfalls nicht vergessen, da war ich mir sicher.
Es war ungewöhnlich, dass ich keine Antwort erhielt. Nachdenklich schlug ich die leichte Bettdecke zurück und schwang meine Beine aus dem Bett.
Dann sah ich es. Ich sah das Geld, das auf meinem Nachtisch lag. Es dauerte nur einen Moment, bis ich realisierte, was das zu bedeuten hatte. Aber warum? Warum hatte er das getan? Hatten wir nicht erst gestern Abend noch darüber gesprochen? Hatten wir nicht gesagt, dass wir das schaffen?
Nein. ICH hatte das gesagt. Er hatte mir bei dieser Aussage nicht zugestimmt. Genau genommen, hatte er gar nichts gesagt. Er hatte mich nur angeschaut und ich dachte mich zu erinnern, dass ich seinen Blick seltsam fand. Nun wusste ich, was es war. Es war Schmerz in seinen Augen zu sehen.
Mein Schmerz kam schnell und heftig. Ich hatte das Gefühl, mir bohrte jemand einen Schraubenschlüssel ins Herz und drehte so lange, bis es in tausend Stücke zerbarst.
Ich konnte nicht sofort aufstehen, verkrampfte im ganzen Körper und hielt mich so stark an dem Bettrahmen fest, dass meine Knöchel weiß hervortraten. Wirklich begreifen, wieso er das getan hatte, konnte ich nicht. Realisieren, ja. Aber verstehen war dann doch etwas zu hoch.
Es war doch all die Jahre sonst nie ein Problem gewesen. Wir hatten schon immer mit den Bullen zu kämpfen gehabt, wurden immer verfolgt, auch unsere Werkstatt wurde schon gefilzt und trotzdem hatte er es nicht für nötig empfunden, mich deswegen zu verlassen. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass er mich nicht mehr liebte. Aber wieso hatte er mich dann verlassen? Er wusste doch ganz genau, dass ich ihn brauchte, dass ich ohne ihn nicht leben konnte! Und ich hatte immer gedacht, ihm erging es in der Hinsicht ganz genauso wie mir.
Hatte ich mich etwa getäuscht? Brauchte ich ihn mehr als er mich?
Die Tränen, die sich in meinen Augenwinkeln bildeten, hielt ich trotzig zurück. Ich würde auf keinen Fall weinen! Schließlich löste ich meine rechte Hand von dem Bettrahmen und wischte mir über die Augen. Ich würde doch wegen so etwas nicht heulen! Meine Kräfte mobilisierend atmete ich ein paar Mal tief durch. Dann stand ich auf, ließ das ganze Geld links liegen und ging in die Küche.
Dort wollte ich mir einen Kaffee machen, doch aus irgendeinem Grund wollte die Maschine heute nicht.
„Ach, verdammt!“, schrie ich und feuerte die Tasse, die ich mir aus dem Schrank genommen hatte, mit voller Wucht gegen die Wand.
Sie zersplitterte in unzählige kleine Teile. Ich konnte mir ein ironisches Lachen nicht verkneifen. Diese Tasse sah nun so aus, wie ich mich fühlte. Ich hatte das Bedürfnis, mich ganz fest zu halten, damit nicht ein Teil von mir verloren ging…doch das war schon geschehen. Was sollte ich denn ohne Dom tun? Mein halbes Leben hatte ich mit ihm verbracht und nun sollte alles einfach so vorbei sein? Nur weil er unsere Lage kritischer sah, als sie wirklich war?
Entkräftet sank ich an der Wand entlang zum Boden und blieb mit angewinkelten Beinen sitzen. Mit meinen Armen umschlang ich meine Knie und meinen Kopf legte ich darauf. So hatte ich das Gefühl, dass ich ganz blieb. Auch wenn das natürlich völlig hirnrissig war. Dom war weg. Und damit hatte er einen großen Teil aus meinem Herzen gerissen.

Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich schon so da saß, als ich eine Tür gehen hörte.
„Dom? Letty?“, rief jemand durchs Haus. Mia, Doms kleine Schwester, die ungefähr in meinem Alter war. Ich war noch nicht in der Lage, mich bemerkbar zu machen und eigentlich wollte ich auch gar nicht, dass sie mich so sah. Das würde nur meinen Ruf schädigen. Immerhin hatte ich nicht geweint. Die Blöße wollte ich mir einfach nicht geben!
Allerdings war ich immer noch unfähig, mich zu bewegen, als Mia die Küche betrat. Sie sah mich erst nicht, begutachtete aber stirnrunzelnd die Scherben der Tasse an der gegenüberliegenden Wand.
„Holla, was ist denn hier passiert…?“, murmelte sie fragend vor sich hin. Scheinbar suchte sie dann den restlichen Boden nach irgendwelchen Spuren ab, als sie mich entdeckte.
Ihr Gesichtsausdruck war schockiert, so hatte sie mich noch nie gesehen. Da war ich mir sicher. Sie ging neben mir in die Hocke und legte eine Hand auf meine Schulter.
„Letty? Was ist los? Was ist passiert?“, fragte sie verwirrt.
Ich sah auf und war mir bewusst, dass ich völlig fertig aussehen musste.
„Nichts“, erwiderte ich leise, als ich meine Stimme wieder gefunden hatte, „alles okay.“
Ich versuchte, den Schmerz in meiner Brust zu ignorieren. „Möchtest du einen Kaffee?“, fragte ich sie dann.
Mia sah mich nur verständnislos an und schüttelte den Kopf.
„Hier stimmt doch was nicht. Sag mir, was los ist, Letty. Bitte. Habt ihr euch gestritten?“
Ich sah die Besorgnis in ihren Augen und musste schlucken. Kaum merklich schüttelte ich nur den Kopf. Die Worte, die ich ihr sagen wollte, brachte ich eine ganze Weile nicht über die Lippen. Ich saß einfach nur da und sah sie an, aber Mia war geduldig. Sie setzte sich neben mich und nahm mich in den Arm. Ich widerstrebte nicht, was für mich doch ziemlich komisch war. Es tat gut, zu wissen, dass ein Teil meiner Familie noch da war. Auch wenn das nur einen geringen Trost für meinen großen Verlust bedeutete.
„Er ist weg“, brachte ich schließlich heraus.
Mia sah aus, als würde sie die Welt nicht mehr verstehen.
„Dom ist weg? Wo ist er hin? Für wie lange? Warum ist er weg?“, fragte sie mir Löcher in den Bauch.
Ich seufzte und befreite mich aus ihrer Umarmung.
„Keine Ahnung“, murmelte ich und stand schließlich auf. Mia tat es mir gleich. Sie sah mich besorgt an.
„Letty…was ist los? Ich habe dich noch nie so gesehen. Was ist passiert?“
Ich nahm mir ein Glas aus dem Schrank und füllte es mit Leitungswasser auf. Dann fing ich an, Mia die Geschehnisse des letzten Tages zu erzählen. Den Überfall auf den Tanklaster, die Probleme, die wir dabei hatten, aber ja doch unbeschadet herausgekommen waren und schließlich von dem Abend, an dem Dom mir seine Zweifel mitteilte, weil die Bullen ihm dicht auf den Fersen waren.
„Das heißt, Dom ist gegangen, um uns zu schützen“, stellte sie mit einem traurigen Unterton fest.
Erst jetzt merkte ich, dass dies auch für Mia schwer sein musste. Dom war schließlich ihr Bruder und die zwei hatten sich schon immer sehr nahe gestanden. Dennoch verringerte sich mein Schmerz durch ihre Aussage nicht.
„Aber das ist doch völlig unnötig. Und das sollte er auch wissen!“, erwiderte ich.
Mia zuckte die Schultern.
„Er liebt uns und will uns deswegen beschützen. Und ich glaube, an mehr hat er dabei nicht gedacht. Ich bin mir sicher, es ist ihm auch nicht leicht gefallen. Aber für ihn war es wohl der einzige Ausweg.“
Ich sah Mia an und wollte schon aufbrausend etwas antworten. Aber dann stockte ich. Ausweg. Bei diesem Wort ging mir ein Licht auf. Die Idee konnte ich nicht so schnell wieder bei Seite schieben. Meine Miene hellte sich etwas auf. Dom wäre damit nicht einverstanden gewesen, da war ich mir sicher. Aber er war nicht da und für mich schien es der einzige Weg, ihn zurückholen zu können.
„Ich finde einen Weg, damit Dom zurückkommen kann. Versprochen!“
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