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The Walking Dead - Carpe Diem

von Nayfe
GeschichteAbenteuer, Horror / P16 / Gen
Carol Peletier Daryl Dixon Glenn Rhee Maggie Greene Rick Grimes
20.03.2015
22.07.2021
123
586.697
91
Alle Kapitel
250 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
22.07.2021 4.952
 
Hallo meine lieben Leser,

erschreckend, wie lange ich hier kein Kapitel hochgeladen habe. Irgendetwas kommt mir immer dazwischen oder ich finde einfach nicht die Muße, wirklich tief in die Geschichte einzutauchen.
Doch derweil finde ich, es wird wieder Zeit, mich mehr diesen Dingen zu widmen, die einen forttragen aus dem Alltag und hinein in ein Abenteuer, das einen auf eine Reise mitnimmt.
Ähnlich wie einst Gandalf der Graue mit Bilbo Beutlin.

Vielen lieben und eine etwas verspätetes Dank an Kaddl für die Review zum letzten Kapitel!

Mittlerweile sind es 91!!!! Empfehlungen für diese Geschichte und das Abenteuer, das euch schon eine halbe Ewigkeit begleitet und ein wenig den Alltag auch Alltag sein lässt.
VIELEN LIEBEN DANK!

Zu diesem Kapitel:
Das Grady Memorial Hospital in Atlanta erscheint Fremden zunächst wie eine Zuflucht, doch hinter der Fassade des Guten steckt eine eingefleischte Maschinerie.
Beth Greene ist dankbar für ihre Rettung, muss nun jedoch dafür bezahlen, indem sie ihre Schulden abarbeitet. Mary Walker schlägt sie daher für leichtere Assistenztätigkeiten an ihrer Seite vor, denen Dr. Edwards neugierig zustimmt. Dabei lernt Beth, dass es bestimmte Regeln gibt, die ihre Welt erschüttern und so fernab dessen sind, was ihr Vater Nächstenliebe genannt hatte. Mary Walker zieht ihren eigenen Vorteil aus ihrer "Gefangenschaft" und steckt ihre Nase permanent in medizinische Angelegenheiten von Dr. Edwards, der ihr immer mehr Verwantwortung überträgt.
Sehr zum Missfallen der Anführerin Officer Dawn Lerner, deren Perfektionismus und Kontrollwahn Beth ebenfalls kurzweilig zu spüren bekommt, als Dr. Edwards sich einem Befehl widersetzt.
Zudem erhalten beide Hilfe von dem Krankenpfleger und selbsternannten "Mädchen für Alles" Noah.
Viel Spaß beim Lesen!

Eure Nayfe ;)
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Mary Walker, Beth Greene, Noah und Dr. Edwards
(Grady Memorial Hospital, Atlanta)

Die Tage im Krankenhaus begannen für Mary Walker in einem regelmäßigen Turnus als wäre sie in einer Art Dauerschleife gefangen.
Frühstück und anschließend Visite bei den Patienten oder eine Operation mit Dr. Edwards, bei welcher sie langsam angelernt wurde, auch wenn sie nicht selbst an den Patienten durfte, so lernte sie durch das Zuschauen eine Menge.
Mary legte ihren Kittel, der ihr viel zu groß und zu lang war, und das Stethoskop an und blickte in den Spiegel ihres Badezimmers – fast schon professionell.

Die Augen ihres Spiegelbildes zeigten ein hartes Blau und ihre Gesichtszüge hatten beinahe denselben Ausdruck wie bei ihrer großen Schwester angenommen, doch ohne diese Maske, die sie jeden Tag mit dem Arztkittel aufs Neue aufsetzte, würde sie innerlich nicht überleben.
Es fiel ihr leicht, Menschen medizinisch zu versorgen, doch sie einfach aufzugeben, wenn keine Besserung ersichtlich war, hatte Mary bisher nur schwer ertragen können.
Mary hatte ihre ältere Schwester oft genug dabei beobachtet, wie aus der recht fürsorglichen, aber strengen blonden Frau in Jeans, weißem T-Shirt und roter Lederjacke mit der Uniform ein komplett anderer Mensch zum Vorschein gekommen war.
Zugegeben, sie hatte sich immer vor dieser Seite an ihrer Schwester etwas gefürchtet, doch beim Anblick ihres eigenen Spiegelbildes im Arztkittel erkannte sie, dass eine Uniform auch eine Art Schutzschild sein konnte.

„Mary“, durchbrache eine männliche Stimme ihre Gedanken, „du wolltest noch zur Wäschekammer und wir haben heute zusammen Schicht.“
Noah steckte seinen Kopf durch Marys Zimmertür und drehte sich mit dem Rücken extra in Richtung Badezimmer, sollte Mary nackt sein und verschlafen haben.
„Also, dann bist du heute mein persönlicher Assistent?“, scherzte Mary, flocht die letzten Haarsträhnen zu einem Zopf und kam aus dem Bad. Noah hatte sie schon häufig in einem Arztkittel gesehen, doch heute wirkte sie darin ein klein wenig anders auf ihn.
„Natürlich, Dr. Walker, ich bin heute nur ganz für Sie da und ich habe dir bereits Frühstück mitgebracht. Ich weiß, dass du nicht gerne im Speiseraum mit den anderen isst. Also, was steht heute an?“, grinste Noah und erntete einen skeptischen Blick seitens Mary.
„Ich dachte zwar, dass Dr. Edwards die heutige Runde mit mir macht, aber deine Gesellschaft gefällt mir besser und er traut es mir endlich zu“, schlussfolgerte Mary, nahm sich ein dickes Sandwich und verschlang es hastig. „Du solltest bei Dr. Edwards vorsichtiger sein, Mary“, ermahnte Noah seine Begleiterin zur Vorsicht, „vielleicht wartet er nur darauf, dass du einen Fehler machst.“

Mary hielt sich davon ab, mit den Augen zu rollen und ihre Missgunst über Noahs Bedenken bezüglich ihrer angeblichen Naivität zum Ausdruck zu bringen, weil sie seine Ermahnungen nur gut gemeint waren und sie niemals vergessen ließen, wo sie hier eigentlich war.
„Also, wollen wir dann?“, lächelte Mary Noah an, nahm ihr Klemmbrett, legte die Liste mit den Patientendaten ein und sie begannen ihre alltägliche Runde.

Nach einer ganzen Weile erreichten sie Zimmer 7 – Beth Greene.
Mary klopfte an, trat abrupt ein und fand Beth außerhalb des Bettes am Tisch vor dem Fenster vor, während sie sich an ihrem Arm kratzte, weil der Gipsverband juckte.
„Guten Morgen, Beth“, grinste Mary amüsiert über Beths Verzweiflung, „wir beide kommen zur Visite und wollen wissen, wie es dir geht.“
„Das Ding juckt und macht einen irre!“, antwortete Beth und schalt sich selbst, weil ihr Tonfall ziemlich gereizt klang.
Mary setzte sich auf den anderen Stuhl, während Noah folgsam das Klemmbrett hielt und alles notierte, was Mary ihm diktierte.
„Beth, sieh mal, bitte, mich einmal an und folge meinem Zeigefinger“, bat Mary sie und machte die typischen Routineuntersuchungen, „kannst du dich an irgendetwas vor dem Krankenhaus erinnern?“
Beth überlegte, doch immer noch wusste ihr Gehirn nicht, wie sie hierher gelangt und bei wem sie vorher gewesen war oder ob das tatsächlich stimmte – der Nebel war noch immer zu dicht.

„Nicht besonders viel“, sagte Beth nachdenklich, „ich erinnere mich an dich, das Gefängnis, einer Stadt namens Woodbury und an meine Familie. Das habe ich wieder, aber was nach dem Gefängnis kam, ist komplett weg und ich verliere langsam die Hoffnung, dass ich es zurückbekomme.“
„Dein Gedächtnisverlust ist nur vorübergehend und du solltest nichts erzwingen, aber gleichzeitig dich erinnern. Es ist komplett normal, wenn da noch Lücken sind“, sprach Mary in einem ruhigen Tonfall, den sie sich von Dr. Stevens abgeguckt hatte, „dein Knöchel hingegen ist wieder fit und der Gips kann in ein paar Tagen runter. Die einzige schlechte Nachricht für dich ist, dass ich dich entlassen und für leichtere Arbeiten einteilen kann. Jeder muss hier seine Schulden abbezahlen.“
Beth schüttelte verständnislos den Kopf, weil ihre Rettung einen Preis gehabt hatte und sie das nicht verstand.
Wieso verlangten die Menschen eine Gegenleistung für etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte?

„Sie hat die Regeln nicht gemacht“, sprang Noah Mary zur Seite, ehe Beth irgendetwas erwidern konnte, „wir kennen uns noch nicht. Ich bin Noah und das Mädchen für Alles hier.“
Der dunkelhäutige junge Mann gefiel Beth, als er sie anlächelte und er wirkte vertrauenswürdig. Sie hatte Marys Rat widerwillig beherzigt und niemandem sich richtig anvertraut, weil die Teenagerin ihr deutlich zu verstehen gegeben hatte, dass dies nicht wie ihre Gruppe oder Woodbury war.
Was genau Mary damit gemeint hatte, wusste Beth nicht, aber es musste Gründe geben, weshalb ihr zur Zurückhaltung geraten wurde.

„Für heute kannst du bei Noah und mir mitlaufen“, schlug Mary vor, „aber erst einmal gehen wir zur Kleiderkammer und besorgen dir etwas anderes als dieses Krankenhaushemdchen. Das habe ich schon die gesamte Woche machen wollen, aber ich bin einfach nicht dazu gekommen, tut mir leid.“
„Schon in Ordnung“, winkte Beth ab, erhob sich von ihrem Platz und folgte Mary und Noah zur Kleiderkammer am Ende des Ganges.

Dort befanden sich mehrere Kleiderständer mit unterschiedlichen Kleidungsstücken aller Formen und Farben, womit man locker das gesamte Gefängnis und Woodbury hätte einkleiden können.
„Das meiste stammt aus Plünderungen aus der näheren Umgebung“, erklärte Noah Beth, denn meistens hatte er hier Dienst geschoben, „aber für den heutigen Tag sollte ein Schwesternkittel reichen. Du hast manchmal im Gefängnis auch auf der Krankenstation ausgeholfen, also solltest du das können.“
Beth suchte sich mehrere Kleidungsstücke heraus, die sie außerhalb ihrer Arbeitszeit im Krankenhaus tragen würde und nahm sich zwei Kittel mit.
Sie erinnerte sich schmerzvoll daran, wem sie bei der Wundversorgung geholfen hatte – ihrem Vater.

So viele waren gefallen.

Das schoss Beth blitzartig durch den Kopf und sie fragte sich, ob überhaupt jemand diesen Überfall überlebt hatte.
„Mary, denkst du, dass noch mehr überlebt haben?“, fragte Beth und Mary zuckte mit den Schultern: „Ich weiß nur, dass deine Schwester, Sasha und Bob bei mir gewesen sind, bevor diese Gruppe mich entführt hat. Sie tun einem nichts, solange man einen Nutzen für sie hat. In meinem Fall retteten meine medizinischen Kenntnisse mein Leben, ebenso Noahs, obwohl er sich hier mehr oder weniger um alles kümmert.“
Mary blickte zu Noah und anschließend zu Beth, die ihren Blick betreten senkte – man hatte sie also alle entführt.

„Was wollen sie von uns?“, forschte Beth nach, worauf Mary jedoch keine Antwort wusste.
„Sie brauchen in sämtlichen Bereichen immer Nachschub. Stirbt einer der Plünderer, sucht die Abteilung nach einem Neuen. In Marys Fall war eine Krankenschwester gefressen worden und sie Einsatz bewiesen, daher erschien sie ihnen die beste Wahl“, erklärte Noah betrübt, denn er war am längsten hier, „sie verpflichten einen, die Schuld für ihre vermeintliche Rettung abzuarbeiten. Wir sind keine Gefangenen, aber wir können auch nicht hingehen, wohin wir möchten.“

Sein letzter Satz brachte es im Grunde auf den Punkt.
Beth erschien dieser Ort von Sekunde zu Sekunde nicht mehr wie ein Paradies, mehr wie ein Gefängnis.
Wie konnten Menschen nur so sein?

„Kommt, sonst heißt es wieder, wir würden bei der Arbeit nicht zügig sein“, unterbrach Mary die Unterhaltung über ihre freiwillige und auch unfreiwillige Unterkunft.
Sie kehrten der Wäschekammer den Rücken und wollten mit Mary die Visite fortsetzen, als ihnen auf dem Gang Officer Dawn entgegenkam, die mit Dr. Edwards eisern verhandelte.
„Wenn es keine Besserung gibt, dann tun Sie, was zu tun ist!“, verlangte Officer Dawn vom Arzt und diese Worte versetzten Mary erneut einen Schrecken. Sie ahnte, worum sich dieses Gespräch drehte, doch sie lächelte und tat so als hätte sie davon nichts gehört.
„Ah, Miss Walker, schön Sie zu sehen“, begrüßte Dr. Edwards seine Schülerin, „sind Sie mit der Visite fertig? Was macht sie hier?“
„Auf dieser Station sind alle versorgt und Beth habe ich soeben aufgrund ihres Zustandes entlassen“, erklärte Mary und setzte ihr süßes Lächeln auf, „danke, dass Sie mir heute freie Hand gelassen haben. Noah war mir eine große Hilfe.“
„Noah, Sie sollten eigentlich in der Wäscherei sein“, mischte Officer Dawn sich ein und bedachte Noah mit einem ermahnenden Blick, „Sie sollten die Flure wischen, die Wäsche waschen und morgen erst wieder Krankenpfleger sein.“
„Es tut mir leid, aber ich dachte, Mary könnte Hilfe bei ihrer ersten eigenen Visite gebrauchen“, gab sich Noah unterwürfig, was er hasste, aber er hatte gegen die Regeln verstoßen, um mal etwas anderes zu machen.
Officer Dawn verdrehte die Augen, schüttelte den Kopf und beließ es bei der Ermahnung, ehe sie verschwand. Mary hob mahnend eine Augenbraue, ehe auch Noah sich entschuldigte und zur Wäscherei dackelte.
„Gut, es sind eh nur zwei Leute notwendig“, bemerkte Dr. Edwards, „aber wenn Sie wach sind, Beth, können Sie Mary und mir direkt zu Hand gehen.“
„Ja, Dr. Edwards“, stimmte Mary ihrem Lehrmeister wortlos zu, „vielleicht ist es möglich, dass Beth mich eine Weile begleitet, zumindest bis Officer Dawn mit Noah fertig ist.“
„Das könnte wirklich eine Weile dauern“, kommentierte Dr. Edwards Marys letzten Satz und erklärte sich mit der Verpflichtung von Beth für die Krankenstation einverstanden – so bezahlte sie ihre Rettung.

Gemeinsam mit Dr. Edwards gingen beide Teenager ein Stockwerk tiefer und direkt in ein Zimmer mit einem komatösen Patienten.
Die Plünderer hatten ihn vor ein paar Tagen mit einigen Vorräten unter einer Brücke nicht weit entfernt vorgefunden und Mary hatte bei seiner Operation das erste Mal am Tisch einen Luftröhrenschnitt machen dürfen.
Beth stand neben Mary und wusste nicht, was sie hier wollten, doch Mary biss bereits sich wütend auf das Innere ihrer Lippen, weil sie es bereits wusste – Dawn hatte vorhin ihr Urteil gefällt.    
„Ich habe alles Erdenkliche für ihn getan, aber leider hat sich sein Zustand nicht gebessert“, erklärte Dr. Edwards vollkommen sachlich, „Herzstillstand und starke Dehydrierung.“
Dr. Edwards ging zu den Geräten hin, welche den Mann am Leben erhielten und zog wortwörtlich den Stecker.
Sofort schlugen die Geräte den üblichen Alarm, welchen Dr. Edwards mit der Betätigung eines weiteren Schalters unterband.
„Warten Sie“, stammelte Beth schockiert, „das war es jetzt?“
„Tja, wenn Patienten keine Anzeichen der Besserung zeigen“, erklärte Dr. Edwards sachlich, nahm ein langes Messer und stach dem Toten in den Hinterkopf, „Dawn bestimmt den Zeitpunkt. Mary, hänge ihn von den Maschinen und Beth kann dir bei dem Rest helfen. Ich habe noch zu tun.“

Mit diesen Worten verließ Dr. Edwards den Raum und ließ die beiden Teenager allein.
Mary nickte stumm und begann wortlos ihre Arbeit, während Beth nur still neben dem Bett stand und nicht fassen konnte, was soeben geschehen war. Wie konnte Mary das einfach zulassen?
„Hättet ihr ihm nicht noch eine Chance geben können?“, fand Beth ihre Stimme wieder und blickte zu Mary, „warum hast du nichts getan? Dr. Edwards hätte bestimmt auf dich gehört!“
„Ich bin hier auf demselben Weg gelandet wie du, Beth“, entgegnete Mary, „Dr. Edwards sieht irgendetwas in mir, aber solange ich ihm nicht gefährlich werde, kann ich auch nur begrenzt tun und lassen, was ich möchte. Diese Gemeinschaft hat Regeln und wir müssen sie befolgen, wenn wir hier überleben wollen. Jetzt hilf mir endlich, die Leiche muss noch warm sein!“
Zögerlich nahm Beth ihre Arbeit auf, half Mary den Mann zu entkleiden und ihn in das weiße Bettlaken zu hüllen, ehe die Stopper des Bettes gelöst wurden und sie ihn den Gang bis zu einer verschlossenen Tür hinunterschoben.

„Warte kurz“, bat Mary sie, klopfte an eine andere Tür, eine Frau in Polizeiuniform kam raus und schloss ihnen wortlos den Gang auf. Das kannte hier wohl jeder schon. Gemeinsam schoben sie die Leiche auf dem Bett bis zum Ende des Ganges, wo ein Aufzugschacht offenstand.
„Beerdigen wir ihn gar nicht?“, wunderte Beth sich, doch Mary biss sich missmutig auf die Lippen: „Ich würde es gerne, aber niemand darf das Gebäude ohne Erlaubnis verlassen. Es ist nicht das würdevollste Entsorgungssystem, aber alles, was wir haben. Sie bewachen das Treppenhaus und die Flure, aber die Fensterscheiben im Erdgeschoss sind zerstört und manchmal gelangen die Untoten dadurch in den Keller, wohin dieser Schacht auch führt, und den Rest kannst du dir denken. Der Aufzugschacht ist der schnellste Weg nach unten.“

Mary packte das Bett an, Beth trat widerwillig dazu und gemeinsam kippten sie das Bett, bis der Tote von der Liege rutschte und wie ein Stein den langen Weg in die dunkle Tiefe hinunterfiel. Kurz darauf war ein atonales und hungriges Ächzen zu hören.
Beth blickte zu Mary, die kein Wort über das soeben Geschehene verlor und stattdessen lieber schwieg.
Sie wusste nicht, was ihre Freundin fühlte oder dachte, aber Beth spürte, dass ein Mensch vor ihr stand, der anders war als sie.
Zusammen mit Mary ging Beth zum Mittagessen in die konstruierte Kantine, wo es zwei unterschiedliche Gerichte gab, was Beth als Luxus empfand, den sie sich nicht einmal im Gefängnis geleistet hatten. Es war gegessen worden, was sie auf Lager hatten.

„Spaghetti habe ich seit einer Ewigkeit nicht mehr gegessen!“, staunte Beth und bekam eine große Portion, „woher habt ihr das Mehl für die Nudeln und die Eier?“
„Sie haben einen Nutzgarten hier und ein paar Hühner. Dawn hat auch einmal überlegt, größere Tiere zu halten, aber die Vorräte aus der Stadt versorgen uns bisher noch gut und dafür müssten einige von ihren Leuten länger wegbleiben und das hat sie nicht besonders gerne“, erklärte Mary und es war das erste Mittagessen, welches sie nicht allein und in der Kantine einnahm.
Ansonsten hatte sie sich mit ihren Büchern immer auf ihr Zimmer zurückgezogen.
Für Beth machte Mary an diesem Tag eine Ausnahme, die ihr jedoch auch zur Tarnung diente, weil sie Gerüchte über ihre zweifelhafte Loyalität vernommen hatte.

Urheber dieser Gerüchte war Officer Goreman, welcher stets die Nähe der Neuankömmlinge suchte, ganz besonders der weiblichen.
Mary genoss die Gesellschaft der anderen Bewohner nicht und vor allem hatte sie sowohl medizinisch als auch menschlich ein Problem mit Officer Goreman.
Beth wollte darauf etwas antworten, als Officer Goreman den Speiseraum betrat, beide Blondinen mit einem schmierigen Lächeln bedachte und Mary ihm einen warnenden Blick zuwarf, bloß nicht in ihre Nähe zu kommen.
Zu ihrer eigenen Überraschung schien dieser Blick am heutigen Tag auszureichen oder Goreman war zu hungrig, um seiner Vorliebe für das weibliche Geschlecht zu frönen – sie traute ihm jedoch nicht.

„Halte dich von Goreman fern“, riet Mary Beth still, „er ist ein Widerling. Ihm verdankst du deine retrograde Amnesie und den Armbruch. Für die medizinische Hilfe verlangt Dawn eine Gegenleistung und rate mal, wie sie sich eure Loyalität erkauft. Goreman bringt die meisten Bewohner verletzt her, damit sie ihre Schuld bei Dawn anschließend abarbeiten können. Ein einfaches und banales Prinzip. Zudem ist er besonders an den weiblichen Patientinnen und Helferinnen interessiert, denen er etwas gegen sexuelle Dienstleistungen schenkt. Er wird das bei dir ebenfalls versuchen, daher warne ich dich vor. Mich lässt er aktuell in Ruhe, weil ich der Schützling von Dr. Edwards bin, und jetzt lächele mich an und lache als hätte ich etwas Interessantes oder Witziges gesagt.“
Beth gab sich Mühe, auch wenn ihr diese Art der Unterhaltung weniger lag, denn sie konnte nicht besonders gut lügen und schätzte es auch nicht, aber sie wollte Mary nicht in Schwierigkeiten bringen.
Die Information über Goreman, ihren Gesundheitszustand, seine Erpressungen für sexuelle Dienste und die Tatsache, dass sich ihre Gegenleistung durch einen geschickten Betrug erkauft worden war, machte sie jedoch ein wenig rebellisch und unzufrieden.

„Meinst du, ich kann mich für den Dienst auf der Krankenstation einteilen lassen?“, fragte Beth nachdenklich, wobei sie auch in Marys Nähe bleiben wollte, um vielleicht unter den Schutzschirm von Dr. Edwards wie Mary zu schlüpfen.
„Ich denke, darüber lässt sich mit Dr. Edwards und Dawn verhandeln“, nickte Mary zufrieden, „du solltest Dr. Edwards das Mittagessen in sein Arbeitszimmer bringen und ihn darum bitten. Er ist für Bitten empfänglicher, wenn man ihm etwas Essbares unter die Nase hält.“
Ermutigt erhob Beth sich von ihrem Mittagessen, nahm die Bestellung von Dr. Edwards entgegen und begleitete Mary bis zu seinem Arbeitszimmer, wo die junge Greene allein eintrat und Dr. Edwards ein wenig überrascht von dem Service schien.
„Oh, Miss Greene, vielen Dank“, lächelte Dr. Edwards Beth freundlich an, „ich hoffe, das Meerschweinchen ist schön knusprig gebraten. Haben Sie schon einmal probiert?“
„Oh, nein“, schüttelte Beth den Kopf, „je mehr Schulden ich mache, desto länger muss ich sie abbezahlen. Es gab Spaghetti Bolognese für uns und das hatte ich schon ewig nicht mehr.“
„Als Arzt genieße ich hier einige Privilegien“, erklärte Dr. Edwards ihr, „und in vielen Teilen Südamerikas sind Meerschweinchen eine echte Delikatesse. Zudem vermehren sie sich wie unsere Hasen gleich schnell und sorgen konstant für Nachwuchs und Fleisch. Wenn Sie sich hier gut integrieren, bekommen Sie vielleicht auch mal ein Stück.“
„Darüber wollte ich mit Ihnen reden, Dr. Edwards“, nahm Beth seinen Gedanken auf, obwohl Meerschwein nicht unbedingt ihre bevorzugte Nahrung war, „ich möchte hier auf der Krankenstation arbeiten und Mary Walker zur Hand gehen, um von ihr zu lernen.“

Dr. Edwards musterte Beth auffällig, wägte mutmaßlich ab, ob er durch seine Zustimmung einen Vorteil gewann und wessen Gedankengut diese Idee war, doch zu mehr kam der Arzt nicht.
Die Tür des Büros flog blitzartig auf, eine Krankenschwester stürzte herein und keuchte: „Dr. Edwards, Dawn schickt mich! Ein Neuzugang, Sie müssen sofort kommen! Es geht um Leben und Tod!“ Der Arzt hatte kaum seine Mahlzeit angerührt, da musste er sich neuen Aufgaben widmen, doch Beth glaubte, ein wenig Unmut über diesen Befehl an ihm erkennen zu können.
„Miss Greene, holen Sie Miss Walker“, befahl Dr. Edwards eilig, „es könnte für sie durchaus interessant werden.“

Beth nickte, machte umgehend auf dem Absatz kehrt und eilte zu Mary, die im Stationszimmer gerade die vorrätigen Arzneimittel zählte und aufschrieb, was sie benötigten.
„Mary, sie brauchen dich bei einem Neuzugang“, richtete Beth ihrer einzigen Freundin hier aus.
Sofort ließ Mary alles stehen und liegen, krallte Beth am Arm und zog sie den Gang hinunter, bis sie in ein Zimmer mit einer größeren Menschentraube kamen.
Dort waren bereits mehrere Polizisten, einschließlich Officer Dawn und Dr. Edwards versammelt, die um einen schwer verletzten Mann standen und die Stimmung nicht zwangsläufig gut war.
„Sein Name ist Gavin Travitt“, erklärte Officer Dawn streng, „er ist auf der Flucht vor Beißern aus dem Fenster gestürzt. Retten Sie ihn!“
Mary bezweifelte umgehend die Wahrheit der Aussage, doch trat sofort mit ihrem Stethoskop an den Patienten heran, horchte seine Vitalwerte ab, doch Dr. Edwards schob seine Schülerin beiseite.
„Ich kann nichts für ihn tun“, weigerte Dr. Edwards sich und legte seine Hände in den Schoß, „es fehlt mir an Geräten, seine Schwere der Verletzung zu ermitteln und ich soll doch keine Mittel vergeuden.“
Die Gesichtszüge von Officer Dawn erhärteten sich rasch: „Sie wollten Menschen retten? Retten Sie ihn! Versuchen Sie es!“
Die Worte der Anführerin klangen streng nach einem Befehl und Dr. Edwards missfiel der Ton, in welchem Dawn ihm diese Anweisung gab, doch er beugte sich ihrem Willen, denn er lebte hier recht gut – geschützt von so vielen Polizisten mit Waffen.

„Mary, hängen Sie den Mann an das EKG und nun, dürfen Sie lernen und führen den ersten Ultraschall Ihres Lebens selbstständig durch“, gab Dr. Edwards eindringlich seine Schelle von Dawn an Mary weiter, was ihr nicht gefiel, doch sie gehorchte, denn Dr. Edwards überließ ihr das zweite Mal größere Verantwortung.

Sie wollten ihren Schutzherren nicht verärgern.

Mary griff zum Ultraschallgerät, hielt die schlechten Vitalwerte im Blick und das Piepsen des EKGs drängte sie zur Eile.
Der Mann war aus dem Fenster gesprungen – oder war von Gorman geschubst worden – und hatte mit ziemlicher Sicherheit irgendwo innere Blutungen.
Gavin Travitt blieb nicht mehr viel Zeit, wenn Mary die Verletzungen nicht fand.
„Sie lassen Ihre Gespielin diese Untersuchung durchführen! Das sollten Sie machen!“, protestierte Dawn, doch Dr. Edwards verteidigte Mary: „Sie lernt schnell und…“
„Ein Spannungspneumothorax! Die Lunge ist eingerissen!“, unterbrach Mary die Streitenden, „Dr. Edwards, Sie müssen eingreifen!“
Das rüttelte den Arzt wach, befahl Beth ihm eine Hohlnadel aus dem Schrank hinter ihr zu geben und er rammte ihm anschließend Gavin Travitt in den Brustkorb.
Blut spritzte, Gavin Travitt schrie kurz auf, sackte dann jedoch wieder in die Bewusstlosigkeit zurück und die Vitalwerte verbesserten sich, aber sein Zustand war immer noch kritisch.
„Sehr gut, Mary“, lobte Dr. Edwards seine Schülerin offen und Mary war froh, diesen Test bestanden zu haben – es bedeutete mehr verantwortungsvolle Aufgaben.
„Kommt er durch? Wird er es überleben?“, wollte Officer Dawn wissen, doch Dr. Edwards zuckte lediglich mit den Schultern und hielt energisch dagegen: „Er ist aus dem zweiten Stock gesprungen, hat vermutlich innere Blutungen und ich müsste ein CT machen, um zu sehen, wie schlimm es ist. Selbst wenn er es schafft, hätte ich nichts, um ich zu retten! Das wäre Vergeudung von unseren Mitteln!“

Dawn Lerners Gesichtszüge verspannten sich zu einer widerlichen Fratze, sie holte blitzartig mit der Hand zu einer Ohrfeige aus, die umgehend Beth derart hart traf, dass sie auf Beths Wange einen großen roten Striemen hinterließ, der blutete – eine Tat im Affekt.
Sie verschwand wütend aus dem Zimmer und ließ Dr. Edwards mit einer blutenden Beth und Mary allein zurück. Beth war entsetzt und ihr hatte es die Sprache verschlagen, die sie erst wiederfand, als Marys Hände sich fürsorglich um ihre Wunde kümmerten.

„Ist sie immer so?“, wollte Beth neugierig wissen und blickte von Marys konzentriertem Gesicht zu Dr. Edwards, der betreten lächelte: „Nur, wenn sie einen schlechten Tag hat. Unser Pech ist es, dass sie keine anderen hat. Mary, kümmern Sie sich um neue Kleidung für Miss Greene? Danach brauche ich Sie dringend auf Station.“
Beth blickte an sich herab und entdeckte die Blutflecken, welche für sie jedoch kein Grund war, sie zu wechseln – war nicht so schlimm.
„Ach, das kann ich noch tragen. Sie müssen sich keine Umstände wegen mir machen“, beschwichtigte Beth diese Bemühungen, doch Dr. Edwards schüttelte den Kopf: „Dawn mag es gerne sauber und Sie wollen nicht noch mehr von ihren schlechten Tagen erleben, oder?“
„Die Unordnung in ihrem Büro hält sie Ihnen wohl immer noch vor, Dr. Edwards?“, erkundigte Mary sich und Beth musste darüber lächeln.
„Wir lassen Dawn alle auf unsere Art für ihre Zwangsstörung mit der Sauberkeit büßen“, grinste Dr. Edwards schelmisch, „nur, Mary hier muss sich noch etwas einfallen lassen. Ich weiß nicht, wer Ihnen diese Haltung bezüglich Ordnung beigebracht hat, Miss Walker, aber es ist viel zu wenig, um Dawn auf die Palme zu bringen.“
„Sie haben mir gesagt, dass Ordnung der erste Sieg eines Arztes ist, Dr. Edwards“, lehnte Mary sich etwas aus dem Fenster, lächelte wie immer lieblich und erntete zu ihrer Überraschung ein Lachen von Dr. Edwards: „Touché, Mary. Seien Sie fleißig und Miss Greene kann an Ihrer Seite mitlaufen, wenn sie sich ebenfalls als nützlich erweist.“ Dr. Edwards hatte also aus Beths Bitte geschlossen, dass die Idee Mary entsprungen war, was nicht der Tatsache entsprach, doch beide ließen ihn in dem Glauben.
Der Mediziner verließ mit wehendem Kittel den Raum und Beth mit Mary allein zurückließ.

Das konnte sie sich also bei dem Mediziner erlauben.

Sie testete gelegentlich aus, wie weit sie bei Dr. Edwards gehen konnte, um ihre Grenzen auszuloten, was dieser mit Sicherheit auch wusste, aber solange er ihr keine aufzeigte, blieb sie größtenteils im Rahmen dessen, was sie sich ihm gegenüber traute.
„Er ist wirklich nett“, bemerkte Beth und war erleichtert, vielleicht noch einen guten Menschen an diesem Ort gefunden zu haben. Mary knuffte Beth maßregelnd in die Seite, denn sie konnte nicht laut sprechen, weil sie vermutete, dass irgendjemand ihrem Gespräch lauschen könnte.
„Ich bin dankbar für seine Lektionen und sein Vertrauen“, eröffnete Mary ihrer Gefährtin, „näher komme ich meinem Berufswunsch wohl nie wieder.“
„Du wolltest schon immer Ärztin werden?“, fragte Beth und Mary nickte: „Ja, ich hege diesen Wunsch schon sehr lange. Es geht so viel Wissen aus Theorie und Praxis verloren, weil so viele schon gestorben sind, die mehr wussten.“
„Wie bist du eigentlich seine Schülerin geworden?“, fragte Beth interessiert, denn nach ihrem ersten Eindruck war Dawn für die Einteilung der Arbeitskräfte zuständig.
„Einer der Patienten ist während meiner Zeit mit dem Putzeimer in seinem Zimmer blau angelaufen und drohte zu ersticken“, erklärte Mary gelassen, „Dr. Edwards war noch beschäftigt, also habe ich eingegriffen, den Zorn von Dawn auf mich gezogen und dem Patienten das Leben gerettet, indem ich ihn intubiert und beatmet habe. Es scheint einen bleibenden Eindruck bei Dr. Edwards hinterlassen zu haben, denn er hat bei Dawn mich extra angefragt. Seit diesem Tag laufe ich ihm hinterher, darf mittlerweile auch selbstständiger arbeiten und im Gegenzug bringt er mir sein Handwerk bei.“

Mary wirkte auf Beth so zielstrebig und willensstark, dass ihr innerlich bewusst wurde, nie so direkt über ihre Zukunft nachgedacht zu haben.
Mit Sicherheit hätte sich alles in ihrem Leben in irgendeiner Weise gefügt, daran hatte sie immer geglaubt, doch einen konkreten Berufswunsch hatte Beth selbst nie gehabt.
Ihre große Schwester Maggie war einmal nach dem College mit der Antibabypille nach Hause gekommen, welche Beth als Zwölfjährige entdeckt und umgehend im See entsorgt hatte, weil der Glaube an Gott ihnen dies verboten hatte – so ihre eigene Überzeugung.
Hershel Greene hatte seine jüngste Tochter immer vor der harten Realität der Außenwelt beschützt, damit Beth nicht seinem schlechten Beispiel aus der Vergangenheit folgte.
Mary war jünger als Beth, aber sie war wohl in einem weniger behüteten Welt aufgewachsen.

„Ich könnte dir heute noch nicht sagen, was ich gerne geworden wäre“, gestand Beth offen ihrer Verbündeten, „mein Dad hat gemeint, dass ich schon irgendwann meine Berufung finden werde, aber ich noch viel Zeit dafür habe.“
„Dein Dad war ein guter Mensch“, lächelte Mary Beth freundlich an, „ich kenne meinen biologischen Vater gar nicht und meine große Schwester hat nie besonders viel über ihren Stiefvater geredet.“
Beth empfand Mitgefühl mit ihrer Freundin, dass sie ihren Ursprung nicht kannte und Daryl hatte ihr erst kürzlich deutlich gemacht, dass nicht jeder so gut behütet aufgewachsen war als sie.
In einer Zeit wie dieser – mit Beißern – empfand Beth durchaus in ihrer Herkunft einen Nachteil und spürte erneut, dass zwischen der deutlich jüngeren Mary und ihr trotz allem eine Schlucht klaffte.

„Kennst du ihn gar nicht?“, wunderte Beth sich und hoffte, die Gefühle ihrer Freundin nicht zu verletzen.
„Ich war noch klein, als er weg ist“, erinnerte Mary sich dunkel, „und Paul und ich waren ihm nie wichtig genug, um zurückzukehren. Es ist dann womöglich besser, wenn man diesen Menschen erst gar nicht kennt. Keith ist in den letzten Jahren für meinen Bruder und mich mehr und mehr eine Art Vater geworden oder zumindest das, was ich mir immer unter einen Vater vorgestellt habe.“

Die beiden Teenager waren unterschiedlich aufgewachsen, aber es hatte dennoch Menschen in ihren Leben gegeben, deren Liebe sie stets begleiteten hatte.
Beth mochte Jenna Walker nicht besonders gut leiden und sie führte in ihren Augen eine sehr strenge Erziehungslinie, aber in einem Punkt zollte selbst Beth dieser Frau Anerkennung – für Mary und Paul würde sie alles tun.
„Doch genug davon“, klopfte Mary ihrer Gefährtin auf die Schulter, „holen wir dir zum zweiten Mal frische Kleidung aus der Wäschekammer, bevor Dawn dich aufknüpfen lässt.“
Beth nickte, denn ihr blieb nichts anderes übrig, als sich in Marys Nähe aufzuhalten.
Die Warnungen ihrer Freundin nahm sie ernst, glaubte jedoch innerlich, dass hier jeder nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht war.
Dr. Edwards schien nett und sie würde sehr gerne in seiner Abteilung arbeiten.
Vielleicht war Mary einfach zu misstrauisch und gab den Menschen hier keine richtige Chance, weil sie anders aufgewachsen war als Beth.

Es würde sich schon alles irgendwie finden.
Diese stille Hoffnung keimte in Beth auf und gab ihr unerwartet etwas Zuversicht zurück.
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