Vergessen

KurzgeschichteDrama / P12
15.03.2015
15.03.2015
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In unserem Leben fällen wir viele Entscheidungen. Manche davon sind genau die Richtigen, manche wiederum werden uns die Beine brechen. Und wieder andere verfolgen uns mit Qual und Pein das ganze Leben lang.

Krystal ist tot!

So jedenfalls war die gängige Meinung im Universum. Seit Jahren hatte keiner mehr auch nur ein Lebenszeichen von ihr gehört. Manche sagen sie wäre von der Cornerianischen Armee abgeschossen worden, nachdem diese Star Wolf verfolgten.Wolf und seine Gefährten waren zwar nach dem Sieg über die Angler gefeierte Helden, doch das ehrliche Handwerk lag ihnen nie. Keine vier Monate dauerte es und ein Händlerschiff mit wertvoller Fracht wurde überfallen.Viel wurde über diesen Vorfall nicht preisgegeben und so bildete sich bald jeder seine eigene Meinung. Eins war allerdings klar: die damals gefeierten Helden sah man nur noch zu dritt.

Während ein Großteil des Sonnensystems diese Meinung vertrat, gab es auch einige Leute die schadenfroh behaupteten: "Krystal hat sich doch das Leben selber genommen! Der Verrat an Team Star Fox und die Schmach hat sie nicht ausgehalten und hat deswegen den einfachsten Ausweg genommen. Einfach so ihre alten Freunde zu hintergehen, so etwas feiges!"

Und egal wie böse, oder schadenfroh solche Sätze gesagt wurden, so ganz falsch lagen diese Leute damit nicht. Der Charakter der einst Krystal ausmachte starb. Sie konnte keine weiteren Schuldgefühle mehr ertragen. Ihre Seele war belastet von Verrat und Trauer. Wo damals noch Mut zu der Entscheidung war Fox und die Anderen zu hintergehen und sich Star Wolf anzuschließen ist Heute nur noch Scham. Man sagt man soll auf sein Herz hören, um die richtige Wahl zu treffen. Doch diese Wahl brach nicht einer ihrer Knochen, sondern ihre Seele in tausend Stücke. Es gab keinen Weg mehr zurück, nur noch nach vorn. Nach Vorne, so weit es nur möglich war. So starb Krystal schließlich im Lylat Sytem und die Kopfgeldjägerin Kursed war in der Freiheit des Universums geboren.

Die Jahre vergingen und es verschlug Krystal nach Kew. Kew war ein ziemlich normaler Planet. Gemäßigtes Klima, wenn auch sehr nass. Hier regnete es fast jeden zweiten Tag, so auch an diesem, doch zum erholen war der Planet perfekt. Tiere und Blumen hatten sich den Klimatischen Bedingungen angepasst, wodurch eine prächtige Flora und Fauna entstand. Da ist es nur verständlich, dass auch der Tourismus blühte. Viele kleine Alleen, mit ebenso kleinen Cafés konnte man finden und ließen einen den stressigen Alltag vergessen.

Die Sonne war schon untergegangen, doch trotz Regen, war es eine angenehm milde Nacht und Krystal hatte es sich in dem kleinen Café „Bean“ gemütlich gemacht. Es war eine eher ältere Location. Moderne Hologramme, oder Roboter die als Kellner arbeiteten fand man vergeblich. Hier legte man noch viel auf persönlichen Kontakt zu den Kunden und stach so von der Konkurrenz hervor. Auch die Tische waren noch aus dunklen Nussbaum gefertigt. Ein kleiner Strauß Blumen der Saison auf den Tischen war eine Selbstverständlichkeit.

Krystal saß in der letzten Ecke. Sie mochte es nicht im Getümmel der anderen Leute zu sein. Das ganze fröhliche Lachen, die tollen Erfahrungen der letzten Tage, all das kannte sie nicht mehr. Schon seit Jahren bestand ihr Leben aus jagen und töten Gesetzloser. Von lachen, von fröhlichen Zeiten ganz zu schweigen, waren nur blasse Erinnerungen geblieben.Wann sie das letzte mal wirklich glücklich war, wusste sie nicht mehr. Ihr Leben galt nur noch dem Moment.Vergangenheit und Zukunft brachten nur Schmerz.

„Bitteschön die Dame! Ein Cappuccino ganz wie sie wollten!“, sagte die plötzlich aufgetauchte, fröhliche Stimme des Kellners. Krystal nickte allerdings nur kühl, um schnell wieder ihre Ruhe zu haben. Der Kellner, welcher im übrigen ein junger Bär im feinen Anzug war, ließ sich nicht so leicht abschütteln. Er stellte das Getränk ab und setzte sich hin. „Meine Chefin hat gesagt ich dürfe das eigentlich nicht tun, aber ich konnte einfach nicht anders“, begann er. Krystal hob gebieterisch ihre Hand und unterbrach ihn: „Deine Chefin scheint eine ziemlich intelligente Frau zu sein. Warum hörst du dann nicht darauf?“ Ihr kalter Blick schweifte nun vom Fenster direkt in die Augen des Kellners. Dieser spürte sofort einen kalten Schauer über seinen Rücken wandern, doch war seine Neugier größer als seine Angst. „Mein Name ist Markus“, startete er seinen zweiten Versuch und überging damit Krystals Unterbrechen. „Seit über einem Jahr kommen Sie jeden Mittwoch hier hin, setzten sich an den gleichen Platz, bestellen das Gleiche und starren traurig in die Nacht hinaus. Was ist ihnen passiert, dass sie so eine große Trauer haben?“ Markus schluckte einmal kräftig. Er wusste nicht, ob sie jetzt einfach gehen würde, oder ihm gleich an die Gurgel geht.

Krystal allerdings blieb einige Sekunden lang still. Vielleicht lag es an der Wärme des Lokals, aber irgendwann erhob sie dann doch ihre Stimme, anstatt einfach zu gehen: „Du scheinst ein intelligenter junger Mann zu sein. Du hast sicher schon einmal etwas falsch gemacht, richtig? Sicherlich hast du mal ein falsches Geschenk gekauft, oder deiner Freundin vergessen zum Geburtstag zu gratulieren, richtig? Auch ich habe Dinge in meinem Leben falsch entschieden. Du wirst vielleicht eines Tages verstehen wieso ich so bin wie ich bin und tue was ich tue, wenn auch du selber deine Welt zerstörst!“

Mit diesen Worten stand Krystal dann schlussendlich doch auf, legte das Geld für den Cappuccino auf den Tisch, ließ einen verdutzten Markus sitzen. Doch gerade, als sie die Tür aufmachte blieb ihr der Atem stocken. Ein hellbrauner Fuchs mit weißer Weste und grüner Hose stand plötzlich vor ihr. Direkt dahinter war ein blauer Falke und zwei Frösche. Der eine grün, der andere pink. „Jetzt beeil dich doch Fox! Ich habe keine Lust hier länger im Regen zu stehen!“, meckerte Falco seinen Kollegen an und wirkte sichtlich genervt. Slippy und Amanda wirkten allerdings ziemlich amüsiert und genossen den angenehmen Regen. Fox winkte seinen Freund nur ab, blickte Krystal dabei direkt ins Gesicht. „Darf ich mal kurz vorbei?“, meinte er schlicht und verschwand anscheinend zu den Toiletten. Krystal war völlig perplex. Seit Jahren hatte sie Fox nicht mehr gesehen und jetzt, nach allem was passiert war erkannte er sie anscheinend nicht mehr. War das von ihm reine Absicht, oder hat er in all den Jahren sämtliche Erinnerungen an sie mit Absicht vergessen?

Keine drei Minuten später tauchte Fox wieder auf. Wieder drängte er sich mit einem einfachen „Entschuldigung“ an der völlig fertigen Krystal vorbei. Innerlich schrie sie tausend Wörter. Jedes einzelne von ihnen war ein verzweifelter Ruf nach ihm, doch hörte er keines davon. Fox und der Rest verschwanden im Regen der Nacht. Erst Minuten später fing Krystal sich, rannte voller Panik hinterher. Der Regen wurde immer stärker, ebenso wie ihre Trauer. Wieso hatte keiner von ihnen sie erkannt? Hatte sie sich so sehr verändert? War das immer noch der Zorn aus der Vergangenheit? Oder haben sie sich einfach mit der Tatsache abgefunden Krystal existiert nicht mehr?

„Bleibt!“, schrie sie völlig außer Atem in die Nacht. „Bitte nehmt mich mit!“

Sie rannte und rannte, doch weder fand sie jemanden, noch kam ein Ruf zurück. Krystal konnte schließlich nicht mehr schreien. Ihre Lungen platzten fast, ihr Herz raste wie noch nie zuvor, bis sie schlussendlich aufgab. Völlig entkräftet brach sie zusammen. Der Regen prasselte erbarmungslos nieder, während ihr Körper innerlich nach Fox schrie.

Sie war alleine. Sie war alleine und musste für immer mit der Entscheidung von vor Jahren leben.

Diese Entscheidung brach keine Knochen, es brach ihre Seele in tausend Stücke.

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Dies war mein kleiner OS. Und obwohl ich ein großer Fox x Krystal Fan bin, musste ich das einfach schreiben. Ich hoff es hat euch gefallen.
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