Aishiteru! - Can you feel the beat of my Heart?

von XLynn777X
GeschichteHumor, Romanze / P16
Kyoko Mogami Ren Tsuruga Sho Fuwa
15.03.2015
15.03.2015
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Ein herzliches Willkommen zu meiner neuen FF <3

Dieses Mal zu Skip Beat!
Ich habe den Anime gesehen und Manga angefangen und musste einfach eine FF dazu schreiben *-*

Arigatou Fire-Eater
(http://www.fanfiktion.de/u/Fire-Eater)
fürs Beta lesen <3
Ich hoffe die anderen Kapitel gefallen dir genauso gut wie dieses :3
Hab dich sehr lieb <3

Euch anderen wünsche ich viel Spaß beim ersten Kapitel & hoffe sehr, dass es euch gefällt (:
Eure LucyLynn



Kapitel 1:


„Kyouko. Würdest du mit mir nach Tokyo gehen wollen?“

Das waren Shou's Worte gewesen. Und nun war sie schon seit mehreren Monaten hier, in Tokyo, allein.

Zusammen mit ihrem Freund, Shoutaro Fuwa, aus Kindertagen hatte sie ihren Heimatort verlassen. Ihm zu Liebe hatte sie die Schule abgebrochen, nur um ihn bei dem zu unterstützen was er tat. Doch inzwischen war Shou nur noch selten zu Hause, seine Agentur, Queen Records, spannte ihn viel ein und er hatte Erfolg. 

Kyouko hatte unterdessen einen Job in einem kleinen Restaurant angenommen, einfach um Shou nicht immer nach Geld fragen zu müssen; er bezahlte schon die Miete für die Wohnung, in der sie normalerweise zusammen lebten, obwohl er so selten zu Hause war. 
Also hatte Kyouko sich einen Job gesucht, um ihre Lebensmittel und andere Kleinigkeiten finanzieren zu können, außerdem vertrieb es die Langeweile. Shou war es egal ob sie arbeiten ging, oder nur zu Hause rum saß, solange sie da war.

Mit ihren sechzehn Jahren war es ihr anfangs schwer gefallen jemanden zu finden, der sie einstellen wollte, jedoch hatte sie schließlich mit ihrem Fleiß und ihrem Können überzeugt.

Kyouko war ein sehr unscheinbares Mädchen, schwarze Haare, ein einfacher langweiliger Schnitt und stets ungeschminkt. Aber sie war ein sehr fröhliches Mädchen, lachte viel und tat fast alles was man von ihr verlangte, besonders für Menschen die sie gern hatte, zum Beispiel Shoutaro. Sie war nun schon seit vielen Jahren in ihn verliebt und als er gefragt hatte, ob sie ihn nach Tokyo begleiten wolle, war ein Traum für sie in Erfüllung gegangen.

Ihr Märchenprinz wollte, dass sie ihn begleitete. Ohne nachzudenken hatte sie zugesagt und es bis zu diesem Tag auch noch nie wirklich bereut, auch wenn sie ihren Liebsten nur noch selten zu Gesicht bekam.

In Tokyo hatte Shou auch endlich angefangen ihre Gefühle zu erwidern und sie waren ein Paar. Kyouko vermisste ihn sehr, wenn er nicht bei ihr war, aber sie hatte Verständnis dafür. Berühmte Musiker hatten nun ein Mal viel zu tun und auch wenn Shou noch nicht lange bekannt war, war er doch schon sehr beliebt, er galt als ultra cool und hatte viele Fans.

Der junge Mann stand gern im Mittelpunkt und noch viel lieber mochte er es wenn er angehimmelt wurde. Die Sechzehnjährige stand schon immer in seinem Schatten, nur bei seinen Eltern, die ein Hotel führten, war sie sehr beliebt gewesen. Sie hatten dem Mädchen alles beigebracht was sie wissen musste und Kyouko hatte ihnen oft im Betrieb geholfen, es hatte ihr Spaß gemacht. 

Shoutaro hatte sich nie für das Hotel seiner Eltern interessiert. Es war schon immer sein Traum gewesen berühmt zu werden, zu singen und im Rampenlicht zu stehen. Das war schließlich auch der Grund gewesen warum er ihren Heimatort verlassen hatte und nach Tokyo gegangen war.

Anfangs hatte Kyouko sich gefragt warum er sie mit genommen hatte, ausgerechnet sie, das unscheinbare Mädchen, das sich nicht viel aus ihrem Aussehen machte. Doch dann, nachdem er eine Beziehung mit ihr eingegangen war, war sie sich sicher, dass er sie gefragt hatte ob sie ihn begleitete, weil er sie liebte. Mit diesem Gedanken hatte sie sich abgefunden, denn wie sollte es anders sein?

Die gutgläubige Kyouko war nie auf die Idee gekommen, dass Shou nur nicht ganz alleine sein wollte, wenn er in eine fremde Stadt kam, dass er jemand brauchte, der für ihn sorgte und ihm genau das sagte, was er hören wollte. Jemand der kochte, die Wäsche machte und putzte, ohne dass er danach fragte. Sie war nie auf die Idee gekommen, dass er sie womöglich nur ausnutzte, denn er liebte sie doch, sie waren doch ein Paar.

Die junge Schwarzhaarige vertraute ihrem Freund auch voll und ganz. Wann immer sie andere Mädchen von Fuwa Shou schwärmen hörte, überkam sie Stolz und keine Eifersucht. 
„Ja, das ist mein Freund. So cool ist er.“, dachte sie im Stillen und Lächelte zufrieden vor sich hin. Und auch wenn sie Shoutaro besser kannte als jeder Andere, machte sie sich keine Sorgen, obwohl sie wusste wie gern er umschwärmt wurde und das auch manchmal ausnutzte, nur um sich bestätigt zu sehen. Denn er liebte sie doch, oder nicht?

~

„Kyouko... Kyouko...“ Es war die Stimme ihrer Chefin die sie aus ihren Gedanken riss.
„Kyouko, du kannst dich jetzt umziehen und nach Hause gehen. Wir sind fertig.“ Die Frau lächelte sie freundlich an und das Mädchen nickte, ehe sie in die hinteren Räume verschwand.

„Sie ist immer so verträumt...“ Der Chef und Koch des Restaurants sah Kyouko nach. Seine Frau nickte.

„Ja, aber sie macht ihre Arbeit immer gut und ist freundlich zu den Gästen, man kann sich nicht beklagen.“ Dieses Mal war es an dem Koch zu nicken. „Aber ich frage mich, ob ihr Freund so gut für sie ist...“, fuhr die Frau fort. „Immer wenn sie denkt, dass keiner hinsieht, kann man sehen wie sehr sie ihn vermisst und wie schmerzhaft es für sie ist ihn nur so selten zu sehen.“ Besorgt seufzte die Frau und faltete den Lappen in ihrer Hand.

„Mh...“ Der Koch nahm eines seiner Messer und fing an es mit einem Lappen zu reinigen. „Ich wüsste zu gerne wer es ist... Sie hat nie seinen Namen erwähnt. Ich mache mir ein bisschen Sorgen um sie, auch wenn sie nach außen hin immer so fröhlich wirkt.“

„Vielleicht gerade deswegen...“, vermutete sie nun, verstummte jedoch als sie Kyouko zurückkommen hörte und setzte ein Lächeln auf.

„Bis morgen.“, das junge Mädchen strahlte die beiden Älteren an und verließ winkend das Lokal. Nicht ahnen, dass eben über sie geredet worden war und man sich Sorgen um sie machte.

Gut gelaunt stieg die Sechzehnjährige auf ihr Fahrrad und radelte nach Hause, auch wenn dort wahrscheinlich niemand auf sie warten würde, so war er doch immer präsent in der gemeinsamen Wohnung. Die Kleider im Schrank, das Duschgel im Bad und der von ihm so heiß geliebte Wackelpudding im Kühlschrank, für den Fall, dass er nach Hause kam.

Mit dem Fahrrad brauchte Kyouko nicht lange, um von ihrer Arbeitsstelle nach Hause zu kommen. Bereits 10 Minuten später bog sie ihn die Straße ein, in der ihr Wohnhaus lag. Auf den letzten paar Metern ließ sie das Fahrrad nur noch rollen, bis es drohte zu kippen und sie anhielt.

Im laufe der einsamen Wochen war es für sie zur Gewohnheit geworden nach oben zu ihren Fenstern zu schauen, wenn sie nach Hause kam, in der Hoffnung dahinter Licht zu sehen, dass auf Leben im Inneren der Wohnung hinwies.
Doch wie meistens waren die Fenster auch heute dunkel und man konnte nicht erkennen, dass jemand dort war. Kyouko seufzte. Das letzte Mal, dass sie Shou gesehen hat war jetzt schon fast zwei Wochen her, wo blieb er denn nur so lange?

Ernüchtert schob sie ihr Fahrrad zu seinem Platz, wo sie es abstellte und verschloss. Ihre eben noch bestehende Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihrem Liebsten war schnell vergangen, ihr Herz fühlte sich auf ein Mal so schwer an. 
Langsam und nicht mehr so euphorisch wie noch wenige Momente zu vor betrat sie das Gebäude und fuhr mit dem Aufzug nach oben in ihre Etage.

Seufzend betrachtete Kyouko ihre Wohnungstür. Sie wollte nicht in ihre leere Wohnung, in der niemand auf sie wartete. Wollte nicht einen weiteren Abend alleine verbringen und alleine in dem großen Bett einschlafen müssen. Jeden weiteren Abend schmerzte es mehr, aber sie war entschlossen sich das nach außen hin nicht anmerken zu lassen und schon gar nicht Shou gegenüber, denn sie wollte ihm keine Last sein, die ihn von seinem Traum ablenkte.

Als sie den Schlüssel im Schloss drehte und die Tür aufstieß nahm sie ein Geräusch wahr, es klang wie das gedämpfte Prasseln von Wasser. Konnte es sein? Wie erstarrt stand sie auf dem Flur, unfähig sich zu bewegen.

Shoutaro. Er war zu Hause!
Tonnenschweres Gewicht fiel von ihrem Herzen und ein breites Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Jetzt über das ganze Gesicht strahlend betrat sie die Wohnung und schloss die Tür hinter sich. Um ihn jedoch nicht zu stören ging sie erst leise in die Küche um Tee zu kochen, auch wenn sie am liebsten gleich zu ihm ins Bad gestürmt und ihm um den Hals gefallen wäre.

~

„Willst du mich denn nicht begrüßen?“
Kyouko schreckte zusammen als sie seine Stimme aus ihren Gedanken riss, fast hätte sie sich das heiße Wasser über die Hand geschüttet.
„Shou-chan!“, sie stellte den Kessel zur Seite und fiel ihm um den Hals.

Die noch feuchten, blonden Haare hingen im leicht in den Augen, die glänzten während er sie betrachtete. Er war nackt, hatte sich lediglich ein Handtuch um die Hüften geschlungen.
Sein Gesicht und seine Augen waren jedoch das einzige was Kyouko wirklich interessierten, sein Blick ließ  ihr das Herz schlagen, so laut, dass sie sich sicher war er könnte es hören. 

Sie konnte seine Muskulatur spüren, als er die Arme um sie legte und sie an sich drückte. Das Gesicht vergrub er in ihrem Haar. Sein Duft war wirklich atemberaubend, er raubte ihr alle Sinne und sie fühlte sich gleich viel freier, leichter. Erst jetzt merkte sie wirklich, wie sehr sie ihn vermisst hatte, wie schwer ihr Herz sich ohne in anfühlte.

„Es tut mir leid. Ich hatte so viel zu tun, dass ich nicht früher nach Hause kommen konnte..“, seine Stimme klang sanft.
„Ich verstehe... Deine Karriere ist sehr wichtig.“, murmelte die Schwarzhaarige, die sich glücklich an den jungen Mann in ihrer Küche schmiegte.
„Ja das ist sie... Aber es ist gut, dass du es verstehst...“
Kyouko nickte ohne auch nur einen Millimeter von ihm abzurücken. „Ich will dich unterstützen so gut ich kann!“, beteuerte sie, wie schon so viele Male zuvor. Shou nickte nur.

Nach einigen Minuten löste sie sich von ihm. „Ich habe uns Tee gemacht...“ Sie lächelte schüchtern.
Gemeinsam gingen sie ins Wohnzimmer hinüber und setzten sich an den Tisch. Shou schaltete den Fernseher an und nahm einen Schluck von seinem Tee.

Schweigend saßen sie da, schauten auf den Fernseher und tranken ihren Tee.
„Hast du schon gegessen?“, brach Kyouko schließlich das Schweigen. Wenn er noch nicht gegessen hätte, würde sie jetzt in die Küche gehen, um zu kochen, denn sie selbst bekam auch Hunger.
Shoutaro schüttelte den Kopf. „Nein. Aber... was hältst du davon wenn wir ausgehen?“

„Ausgehen?“ Sein Vorschlag überraschte das Mädchen. „Aber was ist wenn dich jemand erkennt?“
Er lächelte sanft. „Ich werde mich natürlich tarnen und selbst wenn, es macht mir nichts aus erkannt zu werden.“, Der junge Star zuckte mit den Schultern. „Also. Was hältst du davon Kyouko?“
Sie war immer noch ziemlich überrumpelt von seinem Vorschlag, nickte jedoch. Wie hätte sie ihm auch nur einen Wunsch abschlagen können?
„Ich... ich gehe eben schnell duschen!“ Kyouko sprang auf und ging ins Bad, Shou hatte sich bereits wieder dem Fernseher zugewandt.

~

Als Kyouko im Bad verschwunden war, seufzte Shoutaro.
Auf ihre eigene Weise war sie schon süß, wie sie ihm einfach keinen Wunsch abschlagen konnte. Aber sie war immer so unscheinbar, so eine graue Maus. Und auch wenn es gut für ihn war, da sie so keine Aufmerksamkeit auf sich zog und von ihm ablenkte, würde er sich so niemals mit ihr sehen lassen können. Er als Star mit einer solch nichtssagenden, grauen Maus.

Früher oder später würde er sich von ihr trennen müssen, wenn sie sich nicht veränderte. Irgendwo tat ihm dieser Gedanke leid, aber seine Karriere war alles für ihn und er würde alles tun was dafür nötig war. Auch wenn es hieß Kyouko zum Teufel zu schicken und ihr das Herz zu brechen, er würde es tun und sie würde es sicher verstehen, wenn er es für seine Karriere tat.

Seine Gedanken schweiften ab. Er war noch ein Neuling im Showgeschäft, aber seine Managerin setzte viel Vertrauen in ihn. Sie sagte er hätte Talent, wirkliches Talent und genau die richtige Art aufzutreten, um ganz groß raus zu kommen und jeden anderen zu übertreffen.
Shou hoffte es, denn genau das war es was er wollte, alle anderen übertreffen und ganz besonders einen. 

Tsuruga Ren, ein Schauspieler der Agentur LME, ein verdammt guter Schauspieler, auch wenn er das nicht zugab. Er sah ihn als seinen Konkurrenten an, wollte ihn um alles in der Welt übertreffen, ihm seine Fans stehlen. Denn ganz egal, wie gut Tsuruga schauspielerte, sein Charakter kotzte Shou an, diese arrogante Art, wie er jeden von oben herab behandelte.

Bei dem Gedanken an ihn schnaubte der Blonde aufgebracht und schaltete den Fernseher aus. Gerade im rechten Moment wohl, denn was er nicht wusste, war, dass sein selbsternannte Erzfeind in den nächsten Minuten in der Sendung auftreten würde, die er eben noch geschaut hatte. 
Wenn er das gesehen hätte, hätte das ihm die Laune und Kyouko sicher den Abend versaut.

Ehe der Blonde aufstand, atmete er noch ein Mal tief durch. Der Gedanke an den Schauspieler hatte ihn aufgebracht und auch wenn Kyouko ihm sicher zugestimmt hätte, wollte er nicht, dass sie es merkte und sich Gedanken machte. Dann erhob er sich und ging in das gemeinsame Schlafzimmer, um sich etwas zu suchen was er anziehen konnte, ohne zu sehr aufzufallen, aber es durfte auch nicht zu schlicht sein, falls man ihn doch erkannte.

Als er den Flur betrat konnte er Kyouko leise summen hören, das Wasser lief nicht mehr, sie schien fertig zu sein mit duschen. Er lächelte.
Hoffentlich zog sie sich wenigstens etwas halbwegs schickes an, wenn er schon vorschlug mit ihr weg zu gehen. Shou kannte ihren Stil ja, er war immer schon einfach und unauffällig gewesen, aber er sprach sie nicht darauf an, obwohl er wusste, dass sie sich ihm zu liebe verändern würde, wenn er sie darum bat. Das wäre dann aber nicht mehr Kyouko, wenn sie sich veränderte. Dann sollte dies aus eigenem Willen geschehen, auch wenn sie das vielleicht trennen würde.

~

Kyouko lächelte. 
Als Shou vorgeschlagen hatte auszugehen, hatte sie beschlossen ihn zu überraschen. Sie wusste wie gern er im Mittelpunkt stand und bewundert wurde und sie wusste auch, dass er sich nur ungern mit ihr sehen ließ. Nicht nur weil er berühmt war, sondern weil sie schon immer eine graue Maus gewesen war.

Für genau solch einen besonderen Anlass war sie von ihrem letzten Gehalt shoppen gewesen. Ein neues Outfit und sogar ein wenig Schminke. Dinge, die sie sonst nie tragen würde.
Shou würde staunen und sie hoffte sehr, ihm damit eine Freude zu machen.

Gut gelaunt summend kleidete sie sich also an. Das Outfit war ganz anders als alles, was sie besaß. Ein schwarzer Rock, an dem links und rechts jeweils zwei Ketten befestigt waren, die von hinten nach vorne verliefen. Dazu ein Top, die Grundfarbe war ebenfalls schwarz, darüber eine weitere Stoffschicht, blau, locker fallend mit extra hineingerissenen Löchern. Eine schwarze Jacke, schwarze Kniestrümpfe mit blauem Rand und schwarze Converse mit blauen Schnürsenkeln vollendeten das Outfit. 

Kyouko wusste nicht, ob sie sich in diesem Outfit wohlfühlen sollte, dennoch gefiel es ihr in irgendeiner Weise und sie hoffte sehr, dass es auch Shoutaro gefiel.
Ihre Haare würde sie heute offen tragen, das hatte sie schon lange nicht mehr getan, es war anders als normal, frecher.

Mit dem Make Up tat sie sich jedoch schwer. Einige Minuten stand sie vor dem Spiegel, zweifelnd ob sie es denn überhaupt auftragen sollte.
Seufzend betrachtete sie ihr Gesicht im Spiegel, unspektakulär und langweilig, Viel würde sie schon nicht verkehrt machen können und falls es ihr doch misslang, würde sie es abwaschen und darauf verzichten.

Unsicher wie sie es beginnen sollte, griff sie nach der Wimperntusche, schraubte sie auf und betrachtete sich erneut im Spiegel ehe sie die Bürste ansetzte und ganz vorsichtig Wimperntusche auftrug.
Nachdem ihr das gelungen war fasste Kyouko etwas mehr Mut und griff nach Lipgloss und Kajal, nahm von allem jedoch nur einen wenig, dezent und doch auffallend für die Leute, die sie nur anders kannten.

Zuletzt trug sie vorsichtig den Puder auf, den die Verkäuferin im Geschäft ihr empfohlen hatte.
Sie war echt dankbar gewesen, dass die Verkäuferin ihr so hilfreich mit Rat und Tat zur Seite gestanden hatte, sie hatte dem jungen Mädchen sogar erklärt wie man die einzelnen Produkte richtig verwendete. 
Mit einem unsicheren, aber nicht unbedingt schlechten, Gefühl hatte Kyouko an dem Tag den Laden verlassen und die Kosmetika danach nicht wieder angerührt. Bis heute.

Ein letztes Mal betrachtete Kyouko sich heute im Spiegel, sie erkannte sich selbst fast nicht wieder, obwohl mit allem sparsam umgegangen war. Was Shoutaro wohl sagen würde? Würde es ihm gefallen, oder wäre er entsetzt? Die Frage machte dem Mädchen große Angst und sie war kurz davor sich wieder abzuschminken, als es an der Tür klopfte.

„Kyokou, alles okay bei dir?“ Shou schien sich Sorgen zu machen. „Du brauchst sonst nie so lange im Bad...“
Die Sechzehnjährige atmete tief ein und schloss die Augen. „Es ist alles in Ordnung, Shou-chan!“, antwortete sie gut gelaunt, ehe sie nach ihrer schwarzen, kleinen Tasche griff. Schnell verstaute sie noch den Lipgloss darin, die Verkäuferin hatte gesagt, dass man ihn eventuell nach einiger Zeit auffrischen müsse.

Aufgeregt öffnete das Mädchen die Tür.
Das Herz schlug ihr bis zum Hals, die Angst vor der Reaktion ihres Freundes schnürte ihr fast die Kehle zu. Als sie Shoutaro entdeckte, hielt sie für einen Moment die Luft an.

Er stand dort, an die Wand gelehnt, trug eine zerrissene Jeans und einen schwarzen Kapuzenpulli, ohne Aufdruck.
Staunen stand ihm ins Gesicht geschrieben, als er sie betrachtete und Kyouko errötete.

„Shou... Shou-chan.“, begann sie unsicher. „Ich... hoffe, du nimmst mich so mit...“, ihr Blick war auf den Boden gerichtet.
„Sie mich an, Kyouko-chan.“ Seine Stimme war sanft und noch ehe sie den Kopf heben konnte, spürte sie seine schlanken Finger unter ihrem Kinn. Vorsichtig hob er ihren Kopf an, zwang sie ihn anzusehen, sein Blick war freundlich, nicht verärgert wie das junge Mädchen es erwartet hatte.

„Du siehst ganz anders aus. Aber wie kommt das?“ Seine Hand strich durch ihr offenes Haar, nahm eine Strähne auf und hob sie zu seiner Nase.
Unsicher sah Kyouko ihrem Freund in die Augen. „Ich... Ich weiß, dass du gerne im Mittelpunkt stehst...“ Sie pausierte und wollte wieder zu Boden sehen, doch Shou hinderte sie sanft daran.
„Und mir ist klar, dass ich als das unscheinbare Mädchen, dass ich bin, nicht mit dir mithalten kann... Deshalb...“, sie zögerte erneut, ihre Stimme war leiser geworden. „Deshalb wollte ich es mal ausprobieren... Anders zu sein...“

Das Mädchen hatte die Augen geschlossen, sie wollte ihn nicht ansehen, aus Angst nur Spot in seinen Augen zu erkennen. Doch als sie seine Lippen auf den ihren spürte, sanft und fordernd zugleich, wusste sie, dass er sie nicht verspottete.
Es geschah nicht oft, dass er sie küsste. Kyouko hatte sich daran gewöhnt, sie erwartete es nicht von ihm, es reichte ihr bei ihm zu sein.

Wie jedes Mal dachte sie, ihr würde das Herz stehen bleiben, in der Hoffnung den Moment dadurch ewig festzuhalten. Seine Küsse lösten ein Kribbeln in ihr aus, überall in ihrem Körper, die Schmetterlinge in ihrem Bauch tobten so wild, dass sie meinte man müsse es sehen. Und nie wusste sie, wie sie darauf reagieren sollte, was Shou von ihr erwartete.

Unsicher erwiderte sie seinen Kuss, gab seinen fordernden Lippen nach und genoss den Moment mit geschlossenen Augen. Sachte griff er nach ihren Handgelenken, drehte sie und drückte sie sachte mit dem Rücken gegen die Wand, all das ohne den Kuss zu lösen.
Weil sie das Gefühl hatte, dass es in dieser Situation das Richtige sei, bereite sie ihre Arme vorsichtig von seinen Händen und schlang sie um den Hals des Blonden, um ihn ein wenig näher an sich ziehen zu können.

Shou lächelte, das konnte sie spüren, und es veranlasste sie dazu ebenfalls zu Lächeln. Sie entspannte sich und hoffte dieser Kuss würde niemals enden, doch das war ihr nicht gegönnt. Der junge Mann löste den Kuss, entfernte sich jedoch nur wenige Zentimeter von ihrem Gesicht und lächelte.

„Du siehst heute wunderschön aus, Kyouko-chan.“, sein Lächeln war echt und seine Augen glitzerten liebevoll. Zart strich er ihr mit der Hand über die Wange, ehe er nach ihrer Hand griff. „Lass uns gehen“
Er zog die Kapuze auf und verließ mit dem schwarzhaarigen Mädchen an der Hand die Wohnung. Sein Lächeln war weder spöttisch, noch aufreißerisch, es blieb, auch wenn er den Blick von ihr abgewandt hatte, denn es war echt.
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