Die Jagd ist eröffnet

von Balariel
GeschichteRomanze / P18
12.03.2015
12.03.2015
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Mir gehört nichts, J. K. Rowling gehört alles.
Ich freue mich natürlich sehr über Reviews. :)




Die Jagd ist eröffnet



„Liebe Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse. Hört mir bitte gut zu.“
Das allgemeine Gemurmel in der Großen Halle erstarb, auch die jüngeren Schüler wollten verfolgen, was es Neues gab.
„Ich weiß, dass ihr alle schon fleißig für die UTZ-Prüfungen lernt.“
Kichernd tauschten die meisten der Angesprochenen Blicke. Bis auf Hermine hatte noch niemand von ihnen ernsthaft damit begonnen, sich auf die Prüfungen vorzubereiten. Die Schüler nahmen die UTZ-Prüfungen deutlich lockerer als die ZAG.
„Ich muss euch leider mitteilen, dass es eine kleine Änderung bei einer Prüfung geben wird. Genauer gesagt bei Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Es wird nicht länger nur eine theoretische Prüfung und eine kurze praktische geben. Auch für die UTZ-Prüfung wird es eine ausgedehnte praktische Prüfung geben. Das Ministerium hat unserem Drängen nachgegeben. Leider…“
Dumbledore machte eine lange Pause, so dass die Schüler schon unruhig begannen hin und her zu rutschen.
„Leider hat das Ministerium uns einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Prüfung beginnt in einer Woche. Sie wird aber mehrere Tage dauern.“
Ein lautes Krachen ließ alle in Richtung Hermines blicken. Diese hatte vor Entsetzten ihr Glas fallen lassen.
„In einer Woche?“
Sie quietschte, was der anwesenden Schülerschar weiteres Gelächter entlockte.
„Ja, Miss Granger. Eine Woche. Und jetzt lassen Sie mich erklären, wie die Prüfung ablaufen wird.“
Dumbledore räusperte sich gekonnt, um die Spannung zu erhöhen.
„Jeder von Ihnen wird durch das Schloss und über das Gelände gejagt. Das bedeutet: Zu bestimmten Uhrzeiten wird jeder von Euch zu seiner Prüfung antreten. Die Prüfungszeiten werden ausgelost. Es soll einer nachgestellten Verfolgung bzw. einem nachgestellten Kampf ähneln. Ausgewählte Personen, mit unterschiedlichen Kenntnissen in Magie, werden Euch jagen und versuchen, Euch kampfunfähig zu machen. Euer Ziel ist es, entweder alle Personen, die Euch verfolgen, auszuschalten, oder eine festgelegte Zeit zu überstehen, ohne dass Ihr euch erwischen lasst. Ihr solltet die Woche nutzen, um Euch gut in verschiedenen Zaubersprüchen zu üben. Deshalb sind alle 7. Klässler in dieser Woche vom Unterricht freigestellt.“
Dumbledore klatschte in die Hände.
„So, das wäre es so weit gewesen. Ich wünsche Euch eine gute Nacht und ein gutes Gelingen für die Prüfung.“

Hermine war sofort unter belustigten Blicken aufgesprungen und in die Bibliothek geeilt, um bis zur Nachtruhe noch zu recherchieren.
Die anderen Schüler sahen das etwas lockerer, sie fanden, dass sie nach dem Endkampf ganz gut in Form waren.

Die Woche verging und Hermine war aus der Bibliothek wie immer nicht wegzudenken. Sie konzentrierte sich inzwischen auf lautlose und zauberstablose Magie. Denn sie wollte auf Nummer sicher gehen, falls sie überwältigt werden sollte. Zu ihrer Freude hatte sie auch ein sehr gutes Buch über Illusionszauber gefunden. Hermine war sich sicher, dass ihr das Buch noch gute Dienste leisten würde.
Mit guter Laune kehrte sie in den Gemeinschaftsraum zurück. Dichtes Gedränge herrschte am Aushang und Hermine versuchte einen Blick zu erhaschen.
„Mine, wann bist du dran?“
„Wann bin ich was?“
„Na, wann deine Prüfung stattfindet.“
„Was?“
Hermine drängte sich unter Ellenbogeneinsatz bis nach vorne durch und suchte ihren Namen in der Reihenfolge.
„Nein! Nein, Harry!“
Schockiert drehte sie sich zu Harry um.
„Was hast du, Mine?“
„Ich bin als Allerletzte dran, Harry. Ich halt das nicht aus, so lange warten zu müssen.“
„Beruhig dich, Hermine. Hör auf zu hyperventilieren.“
Nur mühsam ein Grinsen unterdrückend begann er, ihre Schultern zu tätscheln.
„Du hast gut reden, Harry. Du musst ja nicht so lange warten. Du bist schon als Dritter dran.“
„Es wird schon gut gehen, Mine. Und denk doch nur dran. Du kannst dafür noch viel länger lernen, als alle Anderen.“
Das war ein Argument, das bei Hermine zog und Harry gratulierte sich im Stillen dafür.


„So, liebe Schüler. Heute ist der Beginn der praktischen Prüfung. Die jüngeren Schüler genießen einen Kurzurlaub in Hogsmeade oder bei ihren Eltern, so dass sie nicht im Weg sein werden. Die Räume der verschiedenen Häuser sind tabu, weil man sonst keine Chance hat, diese zu betreten.
Die Jägerschaft setzt sich aus einigen Schülern und auch aus einigen Lehrern zusammen. Aus jedem Haus werden ein Junge und ein Mädchen als Jäger antreten. Das sind wie folgt: Draco Malfoy und Pansy Parkinson, Padma Patil und Anthony Goldstein, Ernie Macmillan und Hannah Abbott und zu guter Letzt Harry Potter und Hermine Granger. Außerdem sind die Hauslehrer mit dabei. Natürlich sind die Unverzeihlichen Flüche verboten. Und es geht nur darum, den anderen unschädlich zu machen. Unnötige Gewalt wird streng bestraft.
Wenn man es geschafft hat, einen Jäger oder einen Gejagten zu eliminieren, erwarte ich einen Patronus, so dass die Person abgeholt werden kann und sie keinen Schaden nimmt. Gelingt es jedem von Ihnen, einen Patronus zu erzeugen?“
Die Schüler nickten, hatten sie doch alle in Dumbledores Armee gelernt, wie es funktionierte.
„Gut, dann beginnt die Jagd. Miss Brown, Sie sind die Erste. Sie haben einen Vorsprung von 10 Minuten. Viel Glück.“
Lavender sprintete davon, während die anderen sich gelangweilt ansahen oder überlegten, wo sie sich verstecken würde.

Die Zeit war vorbei und die Jäger sprinteten los, während Hermine locker losjoggte. Sie wusste, dass ihre Kondition nicht die Beste war und einen ganzen Tag zu rennen war ihr zu anstrengend.
Was mochte Lavender denn gerne? Ihr Aussehen und Wahrsagen.
Hermine schloss eine Mädchentoilette einfach spontan aus, weil sie dachte, dass es Lavender auf Dauer zu eklig war und lenkte ihre Schritte in Richtung des Wahrsagenturms.

Und richtig, an der silbernen Strickleiter stand Lavender und blickte sich ängstlich in der Gegend um. Hermine hob langsam den Zauberstab und überlegte, welchen Zauber sie benutzen sollte.
„Aus dem Weg, Granger. Ich hab nicht den ganzen Tag Zeit.“
Grob schubste Snape sie aus dem Weg und Hermine fiel zu Boden.
„Impedimenta.“
Lavender erstarrte. „Gut, die erste Nervensäge ist geschafft. Was liegen Sie da so auf dem Boden rum, Miss Granger? Wollen Sie mir für meinen Sieg auf den Knien Respekt zollen?“
Mit einem bösartigen Blick richtete sich Hermine auf. „Das war unnötig, Sir. Ich hätte Lavender erwischt und Sie hätten mich auch nicht schubsen müssen.“
„Finden Sie, Granger?“
Snape hob höhnisch die Augenbraue, bevor er den Zauberstab hob und einen Patronus zu Albus schickte. Dann löste er den Lähmfluch und packte Lavender an der Schulter.
„Nun, Miss Brown. Eine erbärmliche Leistung. Das wird keine gute Note.“
Gemeinsam schritten sie in die Halle, in der Hermine überrascht Ron musterte. Er hatte sich von Lavender tatsächlich überrumpeln lassen und war geschockt in die Halle transportiert worden.
„Danke, Miss Brown. Sie können gehen. Mister Goyle, Sie können starten.“

Der Tag zog sich und es war im Großen und Ganzen kein großer Aufwand, die Leute aufzuspüren. Bis jetzt hatte es nur Harry geschafft, zu gewinnen. Aber auch nur, weil er einige Jäger geschockt hatte und den Rest der Zeit auf der Toilette der Maulenden Myrte verbrachte.
Hermine hatte einige Male zum Sieg der Jäger beigetragen, doch noch viel öfter war sie in letzter Sekunde von Snape weggedrängt worden, so dass dieser seine ungeliebten Schüler vor den Zauberstab bekam. So glücklich hatte ihn noch nie jemand gesehen. Es fuchste ihn, dass er Harry nicht gefunden hatte. Hermine hatte bei seinem Versteck so einen Verdacht gehabt, aber wollte ihrem guten Freund den Sieg nicht abspenstig machen.

Es wurde Abend und alle angesetzten Prüfungen für diesen Tag waren vorbei. Erschöpft glitten alle an ihre Haustische und begannen erst einmal ordentlich zu essen.
„Ehrlich, Ron. Warum hast du dich von Lavender erwischen lassen? Du warst doch noch nicht mal ein Jäger.“
Rons Gesicht wurde so rot wie seine Haare. Mit vollem Mund druckste er herum. „Sie hat mich geküsst und mich dann geschockt. Ich war wirklich nicht darauf gefasst. Keine Ahnung, was das sollte. Vermutlich wusste sie selbst nicht so recht, wer genau ein Jäger ist.“
Harry prustete in seinen Becher Kürbissaft.
„Übrigens, danke Mine.“
„Wofür?“
„Dass du mich nicht aufgespürt hast.“
„Habe ich das?“
Hermine zwinkerte ihm belustigt zu. „Das bleibt aber bitte unter uns, Harry. Nicht, dass es noch nachträglich Probleme gibt.“
„Natürlich, Hermine. Es ist gut, dich als Freundin zu haben.“
„Obwohl es mich wundert, dass der große Snape dich nicht gefunden hat.“
Mürrisch blickte sie auf ihren Nachtisch herab.
„Was ist los, Mine?“
„Ach, er war nur heute wieder ein besonders großer Mistkerl.“
Flüsternd erzählte sie den beiden, wie Snape sich den ganzen Tag ihr gegenüber verhalten hatte.
„Aber was hast du denn von der Fledermaus erwartet?“
„Ich weiß es nicht, Harry. Vielleicht doch ein wenig Fairplay.“
Nachdenklich wanderte ihr Blick zum Lehrertisch. Ausgerechnet in diesem Augenblick hatte Snape aufgeblickt und verzog nun spöttisch den Mund. Dann nickte er ihr abfällig zu und Hermines Mund wurde trocken. So wie es aussah, konnte Snape es nicht erwarten, ihr einen Zauber aufzuhalsen.

Der nächste Tag unterschied sich nicht groß vom Vorherigen.
Hermine war dieses Mal jedoch auch von einem Lähmfluch getroffen worden. Draco Malfoy schlenderte provozierend auf sie zu, bevor er einen Patronus sandte.
„Na, Granger. Wie gut es tut, dir einen Zauber aufzuhalsen. Das hätte ich viel öfter machen sollen.“
In diesem Moment kam Snape um die Ecke.
„Malfoy. Sie sollten lieber weiter, bevor unsere reizende Miss Granger abgeholt wird.“
Er senkte den Zauberstab und Draco preschte davon, von einem ungläubigen Blick Hermines verfolgt, der sich nun auf Snape richtete.
„Schauen Sie nicht so überrascht, Granger. Was haben Sie erwartet?“
Dann drehte er sich mit wehendem Umhang um und ging in entgegen gesetzter Richtung zu Draco davon.

Hermine hatte sich vorgenommen, Snape beim Abendessen zur Rede zu stellen. Dass er so offensichtlich seine Schüler bevorzugte, kannte sie ja bereits. Aber dass er es auch bei einer allgemeinen Prüfung nicht änderte, schockierte sie zutiefst. Doch Snape kam nicht und murrend nahm Hermine sich vor, das Gespräch auf den nächsten Tag zu verschieben.

Auch dem Frühstück blieb er fern und tauchte erst kurz vor Beginn der nächsten Prüfung auf, so dass Hermine nur seinem wehenden Umhang nachblicken konnte, als er sich an die Verfolgung von Parvati machte.
Hermine begann deutlich weniger enthusiastisch nach Parvati zu suchen. Umso größer war die Genugtuung, dass sie es war, die Parvati fing und nicht Snape.
Sein verärgerter Blick hing auf ihr, als sie in der Großen Halle auf die nächste Jagd wartete. Kurz hatte sie der Gedanke gestreift, ihn öffentlich vor allen auf sein Versäumnis anzusprechen, hielt es dann aber für besser, noch etwas zu warten.

Die Gelegenheit ergab sich, als sie Neville eingeholt hatte und gerade einen Schockzauber sprechen wollte. Entwaffnet hatte sie ihn bereits und mit hängendem Kopf wartete er auf den Zauber.
Grob wurde sie an der Schulter gepackt und zur Seite gestoßen. Ihr Kopf schlug hart an der Wand des Gewächshauses an und wimmernd sank sie zu Boden.


Snape hatte indessen ohne weitere Rücksicht Neville eine Ganzkörperklammer verpasst und drehte sich schnaubend um.
„Miss Granger, Sie scheinen gerne vor mir im Dreck zu kriechen. Da könnte ich mich dran gewöhnen.“
Er sah die Wut in ihren Augen aufblitzen und leicht schwankend richtete sie sich auf und griff sich an den Kopf. An ihren Fingern hing Blut.
„Sie sind ein verdammter Mistkerl, Snape.“
Seine Lippen pressten sich zu schmalen Strichen zusammen.
„Wie bitte? Ich glaube, ich habe mich verhört, Miss Granger.“
„Nein, haben Sie nicht. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass Sie wirklich zuhören.“
„Wie können Sie es wagen, mich so zu beleidigen, Granger?“
„Dasselbe könnte ich Sie fragen. Die ganze Zeit schubsen Sie mich herum und beleidigen mich. Und das, obwohl ich Ihnen niemals etwas getan habe. Nicht zu vergessen, dass Sie Draco seinen Sieg geschenkt haben. Mit Verlaub, Sie sind ein arroganter Arsch.“
Wütend verschränkte sie die Arme vorm Körper, als Snape sich bedrohlich vor ihr aufbaute.
„Für diese Frechheiten könnte ich Sie von der Schule verweisen, Miss Granger. Was McGonagall wohl dazu sagen würde? Ihre Lieblingsschülerin, kurz vorm besten Abschluss aller Zeiten suspendiert?“
Hermine stockte kurz der Atem. Dann beschloss sie aufs Ganze zu gehen.
„Was würde Professor Dumbledore wohl dazu sagen, wenn er erfährt, dass Sie die Prüfungen zugunsten Ihrer Schüler manipulieren? Und das Sie mich mehrmals tätlich angegriffen haben?“

Snape erstarrte, bevor er sich besann. Er ließ sich von dieser Göre doch nicht einschüchtern.
„Tätlich angegriffen? Sie halten aber gar nichts aus, Granger. Sie sind nur ein kleines Mädchen, dass immer gleich heulend nach seiner Mutter ruft.“
Hermine explodierte. „ICH BIN VERDAMMT NOCHMAL KEIN KLEINES MÄDCHEN! UND SIE HABEN MICH VERLETZT, SIR!“
Schwer atmend blickte sie ihn aus blitzenden Augen an und zeigte ihm ihre blutverschmierte Hand. „Aber der werte Herr Professor ist ja nicht in der Lage, so etwas zu bemerken. Ich habe meine Platzwunde selbst geheilt, Professor. Sie können nur austeilen, Sir. Einstecken können Sie nichts. Wo bleibt Ihr Ehrgefühl?“
Sie hatte eine Grenze überschritten und merkte es in dem Moment, als Snape einen weiteren aggressiven Schritt auf sie zu machte und seine Hand ihre Kehle umschloss.
„Mein Ehrgefühl? Tut mir leid, Granger, aber das ist mir wohl in den langen Jahren unter Voldemort abhanden bekommen. Mich hindert also nichts daran, einfach zuzudrücken.“
Wie um es zu unterstreichen, drückte er ein kleines bisschen fester zu.
„Gut, Granger, wir sind quitt. Ich erzähle nichts von Ihrer Unverfrorenheit und sie erwähnen nichts von dem hier.“
Sein Blick zuckte zu Neville, der das Geschehen ängstlich verfolgt hatte.
„Und ich warne Sie, Longbottom. Ein Sterbenswörtchen und Sie werden die Hölle auf Erden erleben. Verstanden?“
Neville blinzelte zur Bestätigung einige Male. Snape ließ ihn in die Luft steigen, um ihn so in die Halle zu transportieren. Dann drehte er sich ein letztes Mal zu Hermine um.
„Das ist noch nicht vorbei, Granger. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie sehr ich mich auf Ihre Prüfung freue. Ich werde Sie etwas Demut und Respekt lehren. Und natürlich werde ich Sie fangen, und die Jagd damit gewinnen.“
Die ausgesprochene Drohung hing noch lange in der Luft, nachdem sich das Schlossportal hinter Snape geschlossen hatte.
Innerlich aufgewühlt machte auch Hermine sich auf den Rückweg. Snapes Blick schien den Rest des Tages auf ihr zu kleben und schickte eine Gänsehaut nach der anderen über ihren Körper.

„Hermine, Snape scheint dich den ganzen Tag mit seinen Blicken töten zu wollen.“, Harry stieß sie leicht mit der Schulter an.
„Ach, tatsächlich?“
Provozierend hob sie den Kopf von ihrem Abendessen und drehte sich mit ebenso finsterer Miene zu ihrem Professor um. Ihr Versuch, ihn mit ihrem Blick zu beeindrucken, entlockte ihm ein spöttisches Grinsen und Snape hob seinen Becher, um ihr hämisch zuzuprosten.
Hermine drehte sich gereizt zu ihren Freunden um. „Das kann morgen was werden. Snape kann es kaum erwarten, mich in die Finger zu kriegen.“
Dann breitete sich ein spitzbübisches Lächeln auf ihrem Gesicht aus „Aber er darf sich auf einige Überraschungen gefasst machen.“
Sie beendete ihr Essen und verließ die Halle, um sich ein letztes Mal in der Bibliothek auf den morgigen Tag vorzubereiten.

Hermine versank in ihren ausgewählten Büchern und schreckte erst merklich nach dem Anfang der Nachtruhe wieder auf.
Verdammt, warum hatte Madam Pince sie nicht darauf aufmerksam gemacht?
Von der Bibliothekarin war nirgendwo etwas zu sehen. Na gut, dann musste sie nur unbemerkt in den Turm zurückgelangen.
Hermine hatte es beinahe geschafft, als sie vor der letzten Ecke in eine schwarze Wand lief.
Sie wäre durch ihren Schwung fast hingefallen, doch zwei große Hände lösten sich aus der schwarzen Wand und packten sie an den Handgelenken. Keuchend erkannte Hermine Snape.
„Lassen Sie mich los, Sir.“
Wütend riss Hermine ihre Hände aus seiner Umklammerung. Snape trat aus dem Schatten hervor, so dass sie sein verärgertes Gesicht sehen konnte.
„Das ist wohl kaum der richtige Tonfall, Miss Granger. Vielmehr wäre eine Dankeschön angebracht gewesen.“
„Ich werde mich nach diesem Tag sicherlich nicht bei Ihnen bedanken. Eine Verletzung hat mir gereicht.“
Sie ging deutlich auf Abstand zu ihm, aber Snape ließ sich nicht beirren.
„Sie haben wohl noch nicht genug, Granger. Ich dachte, Sie wären klug genug, um zu verstehen, dass Sie es sich nicht noch weiter mit mir verscherzen sollten.“
„Ach ist das so, Sir? Sie werden mir die Prüfung morgen sowieso versauen, genauso wie sie mein gesamtes Leben hier versaut haben. Bleiben Sie mir vom Leib.“
Ungestüm drängte sie Snape zur Seite und preschte auf das Gemälde der Fetten Dame zu. Sie schaffte es hinein zu schlüpfen, bevor Snape seine Fassung wiedererlangte.

Überrumpelt starrte er ihr hinterher. Dann kochte die Wut in ihm hoch. Dieses verdammte Gör ließ ihn hier einfach so stehen? Nachdem sie ihn beleidigt hatte? Und sie hatte ihn so Konzept gebracht, dass er vollkommen vergessen hatte, ihr für das Brechen der Nachtruhe Hauspunkte abzuziehen.
Noch immer verärgert beendete er seinen Streifzug und ging zurück in seine Räumlichkeiten.
Er löste seine schwere Robe und ließ sich seufzend in einen Sessel vor dem Kamin sinken. Erleichtert griff er nach einem Weinglas und füllte es. Während er daran nippte, starrte er gedankenversunken in die Flammen.
Widerwillig musste er sich eingestehen, dass er heute seine Kompetenzen überschritten hatte, als er Hermine verletzt hatte. Und er zweifelte nicht daran, dass da wirklich eine Platzwunde gewesen war. Er kannte seine Kraft und er hatte sie sehr stark zur Seite geschleudert.
Und wie sie sich ihm in den Weg gestellt hatte und ihn beleidigt hatte. Hermine war eine wahre Löwin. Sie hatte sich auf ihre Hinterpfoten gestellt und die Krallen ausgefahren, um sich gegen die Schlange zu wehren. Die Kleine hatte Mumm. Er musste leicht schmunzeln, als er daran zurückdachte, wie sie die unschönen Worte verpackt hatte.
‚Mit Verlaub, Sie sind ein arroganter Arsch.‘  
So etwas hatte noch nie jemand zu ihm gesagt. Es reizte ihn, Granger morgen bei ihrer Prüfung ihre Grenzen aufzuzeigen. Und es ihr heimzuzahlen, dass sie ihn so beschimpft hatte. Obwohl er tief in seinem Inneren wusste, dass sie recht hatte.

Gequält und von einem unguten Gefühl ergriffen wachte Hermine auf. Es waren noch drei Prüfungen angesetzt, bevor sie mit ihrer dran war.
Das mulmige Gefühl in ihrer Magengegend ließ nicht nach, als sie hinunter in die Große Halle ging. Und es verstärkte sich zu absoluter Panik, als sie Snapes schnarrende, kalte Stimme an ihrem Ohr hörte.
„Ich kann es kaum erwarten, Sie zu erwischen, Granger. Wir waren gestern noch nicht fertig.“
Dann drängte er sich in üblicher Manier an ihr vorbei und ging auf den Lehrertisch zu, während Hermine zitternd am Gryffindortisch niedersank.
Apathisch brachte Hermine das Frühstück und die drei anderen Prüfungen hinter sich.



Nervös tippte Hermine mit ihrem Fuß einen unruhigen Rhythmus auf den Steinboden und wischte ihre schweißnassen Hände an ihrem Rock ab.
„Miss Granger?“
Dumbledore hatte sich zu ihr vorgebeugt.
„Wenn Sie soweit sind, beginnen Ihre 10 Minuten Vorsprung. Denken Sie dran. Eine Stunde müssen Sie hinter sich bringen, um zu gewinnen. Dann werde ich Ihnen einen Patronus schicken, dass die Zeit vorbei ist.“
Ein Schnauben kam aus Snapes Richtung und leise murmelte dieser. „Als ob Sie es so lange schafft.“
Dumbledore nickte ihr ein letztes Mal aufmunternd zu. Hermine zog ihren Zauberstab und sprintete aus der Großen Halle.
Sie brachte zwei Korridore hinter sich und die Halle, bevor sie stehen blieb. Langsam richtete sie den Zauberstab auf sich selbst.
'Bitte lass mich jetzt nicht im Stich. Beim Üben hat es auch immer geklappt.' schoss es ihr durch den Kopf. „Illusio Totalis.“
Voller Freude verfolgte sie, wie ihr Körper verschwand. Nun ja, nicht wirklich verschwand, aber er passte sich perfekt an den Hintergrund an und wechselte genauso schnell, wenn sie sich bewegte. Sie war nicht mehr zu sehen.
Ein kleines Grinsen umspielte ihre Lippen, als sie ihre Position bezog, um ihre Jäger auszuschalten.
Hermine hörte Getrappel von sich nähernden Schritten und die ersten Schüler und Professor Sprout kamen um die Ecke. Sie hielten nicht an, so dass Hermine nochmals die Bestätigung hatte, dass sie nicht zu sehen war.
Eine lautlose Flut an Schockzaubern brach aus ihrem Zauberstab hervor und zufrieden beobachtete sie, wie die erste Welle an Jägern zusammenbrach. Glücklich musterte sie ihre Opfer und sandte ihren ersten Patronus mit der Nachricht, Ernie, Padma, Pansy, Anthony und Professor Sprout abzuholen.

Mit beschwingten Schritten ging sie weiter. Das lief ja wirklich gut für sie. Bevor sie es vergaß, legte sie erneut einen Illusionszauber um sich. Nur um sicher zu gehen.
Ihre Schritte lenkten sie in Richtung Astronomieturm.
Ihre gute Laune stieg noch, als sie vor sich tatsächlich Malfoy erkannte. Sie schoss eine Ganzkörperklammer ab und beobachtete zufrieden, wie Malfoy mit vollem Schwung auf seine Nase fiel.
Genüsslich ging sie neben ihm in die Hocke und fing an zu flüstern.
„Na, Malfoy. Ist wohl doch kein so schönes Gefühl. Erst recht nicht, wenn du großer Reinblüter von einer Muggelstämmigen erwischt wirst. Ich wünsche dir noch viel Spaß.“
Ihr silberner Otter tollte davon, um auf Malfoys Niederlage aufmerksam zu machen.
Hermine schlenderte weiter. Bis jetzt lief es ja ganz gut. Doch es juckte sie in den Fingern, Snape zu finden. Und ihm zu zeigen, was sie alles konnte.

Locker schritt sie weiter aus und gelangte wieder in tiefere Gefilde, während sie an den Fingern abzählte, wer noch alles übrig war. Harry, Hannah, McGonagall, Flitwick, Snape. Hatte sie jemanden vergessen? Achja, Parvati, die ihre Rolle als Jägerin eingenommen hatte, um die Anzahl an Jägern konstant zu halten.
Nachdenklich blieb sie vor dem Gemälde zur Küche stehen. Würde irgendjemand davon ausgehen, dass sie sich bei den Hauselfen versteckte? Sie beschloss zu warten, wenn nicht, konnte sie hier immer noch die Zeit überstehen.
Ihr fiel ein, dass sie den Zauber erneuern sollte. Keine Sekunde zu früh, denn das Gemälde klappte zur Seite und Parvati und McGonagall traten heraus.
„Hm, naja immerhin war es eine Idee, hier vorbeizuschauen, Professor.“
Hermine konnte ihr Glück kaum fassen. Liefen die anderen Jäger auch nur in Gruppen herum? War sie eine der wenigen Einzelkämpfer gewesen?
Schnell lähmte sie die beiden und benachrichtigte Dumbledore.
Die zwei Gelähmten blickten sich irritiert um, konnten sie doch nicht feststellen, aus welcher Richtung sie überrascht worden waren.

Fröhlich schritt sie von dannen. Ihr war ein neuer Gedanke gekommen. Bestimmt gingen einige davon aus, dass sie sich in der Bibliothek versteckte. Es waren nur noch vier Jäger übrig, vielleicht würde es ihr gelingen, als Erste alle auszuschalten.
Leicht keuchend kam sie an der Bibliothek an und bemühte sich, still zu bleiben. Sie war zwar nicht mehr zu sehen, aber hören konnte man sie noch immer.
Und tatsächlich, gerade kam Harry mit eiligen Schritten auf die Bibliothek zu. Hermine fokussierte ihn. Sie hatte ihm seinen Sieg geschenkt, jetzt musste er seinen Teil erfüllen.
Plötzlich klappte die Bibliothekstür auf und Flitwick trat enttäuscht heraus.
„Hallo, Professor. Ist Hermine nicht in der Bibliothek?“
„Nein, Mr. Potter. Das war ehrlich gesagt auch meine Hoffnung. Ich habe alles abgesucht. Natürlich kann es sein, dass Miss Granger sich gekonnt zwischen den Regalen versteckt hält, aber ich habe sie nirgendwo gesehen.“
„Wollen wir vielleicht nochmal zu zweit alles absuchen?“
„Gerne, Mr. Potter.“
Bevor sich die beiden ganz umdrehen konnten, hatte Hermine sie schon erwischt.
Sie sandte den Patronus los und beugte sich zu Harry herunter.
„Sorry, Harry. Aber ich möchte gewinnen.“
Sie küsste ihn auf die Wange und Harry blickte sich orientierungslos um. Ihr Zauber hielt noch immer an und grinsend entfernte sie sich. Heute war wirklich ein guter Tag.
Sie war nur verunsichert, dass sie Snape bis jetzt kein einziges Mal gesehen hatte. Zusammen mit ihm war nur noch Hannah übrig. Und so langsam musste die Stunde sich doch dem Ende zuneigen, oder? Hermine hatte jegliches Zeitgefühl verloren.

Sie ging wieder ins Treppenhaus zurück und lehnte sich an ein Geländer.
Eine Etage tiefer trat Hannah gerade aus einer Tür. Mit einem mitleidigen Lächeln von Hermine wurde sie von einem Lähmfluch getroffen und ein erneutes Mal machte sich ihr Otter auf den Weg.

In diesem Moment schoss haarscharf ein Schockzauber an ihr vorbei und Hermine sprang zur Seite und drehte sich in die Richtung, aus der er gekommen war.

Wie eine sehr wütende Fledermaus stand hinter ihr Snape, doch auch er hatte sie nicht eindeutig sehen können. Auf gut Glück hatte er einen Zauber in die Richtung geschossen, aus der sich der Patronus gelöst hatte. Nun war er im Nachteil, konnte er doch Hermine nicht sehen, sie aber sehr wohl ihn.
Eine wahre Salve an Flüchen brach aus einer Ecke hervor und Snape hatte Mühe, alle abzuwehren. Doch langsam schien ihr Illusionszauber nachzulassen, denn er konnte ihre Umrisse erkennen.
Ein spöttisches Lächeln umspielte seine Lippen, als er gezielt auf ihre schummrigen Umrisse feuerte. Und Hermine erkannte, dass sie ihm in einem direkten Duell unterlegen war. Verzweifelt zauberte Hermine einen mächtigen Protego, drehte sich um, kletterte über das Geländer und sprang eine Etage tiefer.
Entsetzt rannte Snape zur Stelle, an der Hermine zuletzt gestanden hatte.
„Miss Granger? Geht es Ihnen gut?“ Leichte Besorgnis schwang in seiner Stimme mit und er verfluchte sich innerlich.
Eine Ganzkörperklammer schoss knapp an ihm vorbei. Er nahm es als Ja und riss den Kopf zurück. Unter sich hörte er Trippeln schneller Schritte. Offensichtlich hatte Hermine ihren Zauber erneuert und war davon geeilt.

Snape konnte nicht anders, als ihr in Gedanken Respekt zu zollen. Sie war wirklich gewieft. Warum hatte der Sprechende Hut sie nicht in sein Haus gesteckt? So heimtückisch, wie sie sich gerade verhielt, wäre sie dort bestens aufgehoben gewesen. Er wüsste zu gerne, wie lange ihm noch blieb, um sie unschädlich zu machen. Und ob sie schon viele andere Jäger erwischt hatte. Vermutlich, schalt er sich in Gedanken. Sie hatte gerade beinahe ihn erwischt und Abbott lag da unten.

Fluchend eilte Hermine durch den Korridor. Der Sprung war schmerzhaft gewesen. Sie war schlecht auf einer Stufe gelandet und den Rest der Treppe hinunter gefallen. Ein stechender Schmerz im Brustkorb ließ sie stehen bleiben. Verflucht, sie war so dumm gewesen. Und außerdem war ihr Snape entwischt.
Hermine lehnte sich an eine Wand und rutschte daran herab. Sie hoffte darauf, hier ihre Ruhe zu finden. Wenn sie doch nur gewusst hätte, wie lange die Prüfung noch dauerte. Es kam ihr so vor, als ob sie schon zwei Stunden unterwegs war.

Langsam erhob sie sich wieder. Hier konnte sie nicht bleiben, sie würde sich bei der Kälte in diesem Korridor nur erkälten. Stockend schritt sie voran. Sie hatte keine Idee, wo sie sich jetzt verstecken konnte, oder wo Snape sich gerade aufhielt.
Aufmerksam schaute sie sich um, konnte ihn aber nirgendwo entdecken. Dann hob sie ihren Zauberstab und entsandte einen Patronus, um sich zu erkundigen, wie lange die Prüfung noch andauerte.

Es war ein Fehler gewesen und sie bemerkte es in dem Moment, als sie eine Ganzkörperklammer von hinten traf.
„Miss Granger, Sie sind aber unvorsichtig geworden. Einfach so einen Patronus loszuschicken kann gefährlich sein. Ich hatte Ihnen doch gesagt, dass ich die Jagd gewinnen werde.“
Aus einer Nische löste sich Snape und hob ihren Körper leicht an, so dass sie stocksteif vor ihm stand. Er hatte aus einer vagen Vermutung heraus beschlossen, eine Abkürzung in dieses Stockwerk zu nehmen und zu hoffen, dass Hermine noch hier war. Abfällig lehnte er sie an die Wand und löste dann den Zauberstab aus ihren verkrampften Fingern.
„Eigentlich sollte ich gleich einen Patronus schicken, um meinen großen Sieg zu verkünden. Aber wie ich heute Morgen schon zu Ihnen sagte, wir waren gestern Abend noch nicht miteinander fertig.“
Sein Gesicht näherte sich ihrem, sie spürte seinen Atem und schloss genervt die Augen.

„Sie haben mich gestern Abend einfach so stehen lassen. Das war nicht sehr freundlich von Ihnen.“
Seine langen Finger bohrten sich in Schulter, die langsam wieder sichtbar wurde.
„Und ich nehme Ihnen Ihre Beleidigungen noch immer sehr übel. Obwohl ich mir eingestehen muss, dass ich in der Tat etwas grob zu Ihnen war. Aber Sie sollten es besser wissen. Da habe ich nach all den langen Jahren endlich einmal die Möglichkeit, den Schülern zu zeigen, wie schwach sie doch sind und Sie drängen sich immer dazwischen. Das konnte ich nicht zulassen.“
Ein letztes Flackern und der Illusionszauber löste sich auf.

Wenn es möglich war, beugte sich Snape noch näher an ihr Gesicht, ihre Nasen berührten sich nun fast. Seine Hand strich sacht über ihre Wange und sein Blick änderte sich, er wurde weicher. Doch seine nächste Aussage hatte nichts von ihrer Schärfe verloren.
„Und Sie, gerade Sie, Granger, mussten sich immer dazwischen drängen. Hat es Ihnen nicht gereicht, penetrant in meinem Unterricht zu nerven?“
Hermine spürte, wie Ärger in ihr aufstieg.
„Da habe ich Sie all die Jahre getriezt, in der Hoffnung, endlich Ruhe vor Ihrer Neugier zu haben. Doch es wurde nur schlimmer. Können Sie sich das vorstellen? Dass ausgerechnet Sie kleines Mädchen es beinahe geschafft hätten, mich in den Wahnsinn zu treiben?“

Hermines Ärger hatte sich inzwischen zu Wut gewandelt, mit einer einzigen flüssigen Bewegung schüttelte sie den Zauber ab und lähmte nun ihrerseits Snape. Kurz hielt sie sich keuchend die Seite, was Snape steif beobachtete.
„Ich bin kein kleines Mädchen mehr, Professor. Falls Sie es noch immer nicht bemerkt haben, ich bin 19 Jahre alt. Und kommen Sie mir jetzt nicht verdammt noch mal so, Sir. Sie waren nicht nur etwas grob, sie haben mich mehrmals weggestoßen, ohne dass es Sie auch nur ein kleines bisschen interessiert hat, ob ich mich dabei verletze. Ich habe mich nicht dazwischen gedrängt, ich habe die mir zugeteilte Aufgabe erfüllt. Wenn ich dabei immer etwas schneller war als Sie, kann ich doch nichts dazu. Vielmehr sollten Sie überlegen, was Sie falsch machen. Außerdem möchte ich anmerken, dass ich nicht penetrant genervt habe. Ich würde eher sagen, dass ich die Einzige in meiner Klasse war und bin, die sich jemals ernsthaft für Ihr Fach interessiert hat.“

Um ihre Worte zu unterstreichen hatte sie Snape immer wieder hart vor die Brust geschlagen. Sie riss ihren und seinen Zauberstab aus seinen Händen, was Snape mit einem zornigen Blick verfolgte.
Dann beugte sie sich ebenso nah an Snape, wie er es zuvor getan hatte und begann ihm spöttisch die Wange zu tätscheln.

„Sie haben mich also getriezt? Sie spinnen doch. Sie haben mich gedemütigt, Sir. Immer und immer wieder. Und wenn es Ihnen so viel Spaß macht, alle anderen zu demütigen und es allen heimzuzahlen, dann dürfen Sie jetzt gerne selbst eine Erfahrung damit machen.“
Mit einem Schlenker ihres Zauberstabs ließ sie Snape in der Waagerechten schweben und machte sich mit ihm auf in die Richtung Große Halle.
Die lautlosen Flüche und Beschimpfungen Snapes entgingen ihr. Doch der Gedanke, so bloßgestellt zu werden, entlockte ihm eine Menge unschöner Worte.

Die versammelten Schüler und Lehrer staunten nicht schlecht, als Hermine eintrat und den gelähmten Snape vor sich her schweben ließ.
Dumbledore zog überrascht die Augenbraue hoch. „Ah, Miss Granger. Da sind Sie ja schon. Ich wollte Ihnen gerade einen Patronus schicken, um Ihnen zu sagen, dass die Zeit abgelaufen ist. Aber wie ich sehe, haben Sie das Spiel gewonnen.“
Hermine lächelte ihn leicht an. „Ich habe mir vorgenommen, das Spiel zu gewinnen, Sir. Und ich habe es deshalb auch durchgezogen.“
„Nun, es sollte klar sein, dass Sie die praktische Prüfung mit Bravour gemeistert haben, Miss Granger.“
Ein Strahlen überzog Hermines Gesicht und sie blickte alle Anwesenden der Reihe nach an.
„Danke, Sir. Aber ich sollte jetzt lieber gehen, bevor Professor Snape sich wieder bewegen kann.“
Sie ging auf Dumbledore zu und drückte dem überraschten Mann Snapes Zauberstab in die Hand.
„So, auf Wiedersehen. Ich glaube, ich werde mich jetzt die nächsten Tage irgendwo verstecken.“
Sie zwinkerte und verließ eilig die Halle. Dumbledore blickte ihr nachdenklich hinterher.

„Ich glaube, dass Miss Granger noch viel intelligenter ist, als wir dachten.
So, verspürt irgendjemand hier das Bedürfnis, Severus freiwillig aus seiner misslichen Lage zu befreien?“, er rieb sich geschäftig die Hände.
Alle Anwesenden schüttelten den Kopf und gingen auf Abstand, während Snape ihn aus einem Blick seiner stechenden schwarzen Augen fixierte.
Dumbledore seufzte ergeben auf, bevor er auf Snape zu ging.
„Severus, ich bitte dich, hier kein Theater zu veranstalten.“
Dann löste er den Lähmfluch. Wie eine schwarze Fledermaus streckte Snape sich in die Höhe und zog verärgert den Umhang um sich.
„Ich danke vielmals für Eure Unterstützung. Wenn Ihr mich jetzt entschuldigen würdet, ich habe noch ein Hühnchen mit Miss Granger zu rupfen.“
Er entriss Dumbledore seinen Zauberstab, in der festen Absicht, Hermine ins nächste Jahrtausend zu hexen.
Besorgt blickte Dumbledore hinter Snape her, der mit bauschendem Umhang verschwand.
„Albus, meinst du, er wird ihr etwas antun?“
McGonagall war an ihn herangetreten.
„Ich hoffe nicht, Minerva. Aber Miss Granger hat ihn bloßgestellt. Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir etwas zwischen den beiden nicht mitbekommen haben.“


Hermine war schnell davon gerannt und stürmte nun geradezu in den Krankenflügel.
„Kind, was ist denn passiert?“, rief Madam Pomfrey entsetzt.
„Entschuldigung Madam Pomfrey. Ich wollte Sie nicht erschrecken. Ich bin bei der praktischen Prüfung gestürzt und habe jetzt ein Stechen im Brustkorb.“
„Gut, mein Kind. Leg dich auf die Liege, ich werde dich untersuchen.“
„Könnten Sie sich eventuell beeilen? Ich habe es mir etwas mit Professor Snape verscherzt und ich glaube, er kann es nicht erwarten, mich in die Finger zu bekommen.“
„Mit Severus? Der ist doch eigentlich ein ganz Lieber. Was hast du denn mit ihm angestellt?“
Während ihrer Unterhaltung hatte Madam Pomfrey ihren Zauberstab über ihren Körper wandern lassen.
„Ich habe ihn gelähmt und ihn in die Halle schweben lassen. Ich weiß, es war nicht nett von mir, aber er hat mich die letzten Tage immer wieder provoziert.“
Madam Pomfrey seufzte. „Severus war schon immer schnell eingeschnappt. Deine Rippe ist angebrochen. Ich bringe dir einen Becher Skele-Wachs, danach ist wieder alles in Ordnung.“
„Vielen Dank.“
Artig trank Hermine das widerliche Gebräu aus und sprang dann wieder von der Liege.
„Ich sollte lieber weg, bevor Professor Snape auftaucht.“
„Ja, das solltest du, Liebes.“
Hermine preschte aus dem Krankenhaus, schlingerte um eine Ecke und presste sich schnell in eine Nische.

Verdammt, Snape kam gerade den Gang entlang geeilt, als wäre er der Tod persönlich. Voller Angst überlegte sie, was sie jetzt am besten tun sollte. Dann schalt sie sich gedanklich eine Idiotin. Sie hatte doch festgestellt, dass ihr Illusionszauber gut funktionierte. Lautlos warf sie wieder einen auf sich.

Keine Sekunde zu früh, den Snape war jetzt auf einer Höhe mit ihr und stieß dann lautstark die Türen zum Krankenflügel auf.
„WO IST SIE?“
Erschrocken fuhr Madam Pomfrey herum. „Wo ist wer?“
„Miss Granger.“
Zähneknirschend baute sich Snape vor der Medi-Hexe auf.
„Miss Granger ist schon wieder weg, Severus. Und ich wäre dir dankbar, wenn du nicht in diesem Ton mit mir reden würdest.“
Snape stutzte kurz, bevor er einen sanfteren Ton anschlug. „Entschuldige Poppy. Aber dieses Gör hat mich vor allen Kollegen und einigen Schülern bloßgestellt. Sie hat eine Strafe verdient.“
„Sie hat es mir erzählt. Aber das Mädchen schien selbst zu wissen, dass ihr Handeln nicht in Ordnung war. Allerdings hat sie mir auch gesagt, dass du auch nicht gerade nett zu ihr warst.“
Vorwurfsvoll blickte sie ihn an.
„Natürlich war ich nicht nett zu ihr. Ich bin niemals nett. Aber sie ist zu weit gegangen. Ich werde sie weiter suchen.“
Und wieder preschte Snape davon.
Hermine hatte die Unterhaltung gebannt verfolgt und so komplett vergessen, dass sie die Zeit lieber für einen Rückzug hätte nutzen sollen.
Es wurde ihr erst wieder bewusst, als Snape an ihr vorbei in Richtung des Gryffindorturms rannte.

Langsam schlich sie in Richtung ihres Turms und schielte vorsichtig um jede Ecke, um nicht aus Versehen in Snape hinein zu rennen.
Wie angewurzelt blieb sie stehen, als sie sah, wie Snape sich vor dem Gemälde der Fetten Dame aufbaute.
„Ist Miss Granger schon hier eingetroffen?“
Aus großen Augen blickte die Fette Dame ihn an und antwortete kokett. „Nein, aber Sie können gerne hier warten, ich habe nichts dagegen.“
Schnaubend baute Snape sich wie eine Wand vor dem Porträtloch auf.
Innerlich fluchend schlich Hermine näher an ihn heran, nicht ohne vorher den Illusionszauber lautlos zu erneuern.
Sie konnte der Fetten Dame nicht einfach das Passwort sagen, Snape würde sie sofort erwischen.
So blieb sie neben Snape stehen und beobachtete ihn eingehend.
Während er, seiner Meinung nach unbeobachtet, im Gang stand, wich langsam die Wut aus seinem Gesicht. Die Lippen lagen wieder entspannt aufeinander und auch die vor Ärger zusammengezogenen Augenbrauen rutschen an ihre eigentliche Stelle zurück. Er sah so friedlich aus, dass Hermine am liebsten sein Gesicht berührt hätte, um zu fühlen, ob diese Entspannung wirklich echt war.

Sie hörten beide Schritte und Snapes Gesicht wurde sofort wieder die vor Ärger verzogene Grimasse. Anscheinend erwartete er, jetzt Hermine zu sehen, doch es waren nur die anderen Gryffindors, die über das Geschehen lachend eintrafen.
„Mines Auftritt war wirklich genial. Die Theorie, dass er eine Fledermaus ist, kann weiter bestätigt werden. Auch wenn er etwas steif durch die Gegend geflogen ist.“
Lautes Lachen hallte von allen Seiten wider, als Harrys Bemerkung endete.
Alle erstarrten, als sie Snape erblickten und das Gelächter verstummte augenblicklich.
„Na, haben Sie sich alle gut über mich amüsiert? Dreißig Punkte Abzug für Gryffindor.“
„Aber wieso, Sir? Darf man nicht einmal mehr über einen Witz lachen?“
„Sie halten mich wohl für dumm, Potter. Ich habe sehr wohl gehört, über was Sie sich unterhalten haben. Und jetzt gehen Sie mir aus den Augen, bevor es Sie noch mehr Hauspunkte kostet.“
Murrend schoben sich die Gryffindors an ihm vorbei.
„Warten Sie, Potter. Wissen Sie, wo Granger steckt?“
Hermine nutzte ihre Chance und huschte hinter den anderen durch das Porträtloch. Sie hörte aber trotzdem Harrys freche Antwort.
„Nein, Sir. Ich habe sie seit ihrem denkwürdigen Auftritt nicht mehr gesehen. Aber selbst wenn ich es wüsste, würde ich es Ihnen nicht sagen.“
Schnell huschte Harry durch das noch geöffnete Gemälde, bevor Snape seine Überraschung ob der frechen Antwort überwand.
Das Gemälde klappte zu und die versammelten Gryffindors hörten das Toben von Severus Snape.
Wieder brachen sie in Gelächter aus, da sie sich jetzt sicher fühlten.

Hermine löste den Zauber und wurde schlagartig sichtbar.
Kreischend stob der Rest der Gryffindors auseinander.
„Mensch, Hermine. Wie kannst du uns nur so erschrecken?"
„Tut mir leid, aber Snape hat mir keine andere Wahl gelassen."
„Mine, ich glaube Snape wird dir den Kopf abreißen, wenn er dich das nächste Mal sieht. Aber dieser Anblick wird in die Geschichtsbücher eingehen. Eine grinsende Hermine, die den großen Severus Snape lahmgelegt hat und ihn munter vor sich her schweben lässt."
Harry klopfte ihr begeistert auf die Schulter. „Aber sag mal, Mine. Wie hast du das alles geschafft? Ich meine, du hast mich und Flitwick umgehauen, ohne dass ich dich gesehen habe. Und du musst direkt  vor mir gestanden haben, denn du hast noch mit mir geredet."
Harry sinnierte einen Augenblick. „Hast du etwa meinen Tarnumhang benutzt?"
Entsetzt starrte Hermine ihn an. „Harry James Potter, du weißt haargenau, dass ich niemals bei einer Prüfung betrügen werde. Die Zeit, die ich allein in der Bibliothek verbracht habe, hat sich letztendlich gelohnt."
Ein lautloser Zauber und sie war wieder unsichtbar.
Erstaunte Ausrufe erschallten und fragend tastete Harry nach Hermine.
„Harry, nimm deine Hand da weg."  
Beschämt und leicht rot zuckte Harry zurück. „'Tschuldige Mine, das war wirklich keine Absicht."
Hermine wurde wieder sichtbar. „Naja, es tut mir leid, dass ich dich umgenietet hab, Harry. Aber es hat mir nicht gereicht, einfach die Zeit in einem Versteck auszuharren. Vor allem weil ich wusste, dass Snape mich ganz besonders jagen würde."
Sie machte eine kurze Pause und ging auf ihren Lieblingssessel vor dem Kamin zu. „Obwohl ich zugeben muss, dass Snape mich erwischt hat. Es war wirklich knapp, ich bin sogar über ein Geländer gesprungen und habe mir eine Rippe angebrochen. Snape hat mich nochmal aufgespürt und mich mit einer Ganzkörperklammer erwischt."
„Was?"
Die restlichen Gryffindors waren gebannt lauschend in die übrigen Sessel und Sofas gesunken.
„Ja, aber er war zu arrogant, um gleich einen Patronus loszuschicken. Er hat mich beschimpft, ich habe mich befreit, habe ihn erwischt und ihn beschimpft. Und den Rest kennt ihr ja."
Verschmitzt lächelnd blickte sie in die Runde.
„Oh man, Hermine. Snape verarbeitet dich zu Konfetti, wenn er dich erwischt."
„Ich weiß. Und ehrlich gesagt habe ich jetzt schon eine Heidenangst davor, ihm zu begegnen."
„Und du hast ihn echt beschimpft?"
Lachend begann Hermine zu erzählen, was sie ihm alles an den Kopf geworfen hatte.


Die nächsten Tage waren geprägt von einer omnipräsenten Angst Hermines. Es war Freitag und zum Essen musste sie weiterhin in die Große Halle. Anfangs hatte sie noch ihren Zauber benutzt, um unsichtbar zu bleiben, doch fiel es natürlich irgendwann auf, wenn ein Platz anscheinend leer war und doch Essen verschwand. So änderte Hermine über das restliche Wochenende ihre Taktik und rannte nur kurz in die Halle, um sich ein von Harry vorbereitetes Lunchpaket zu greifen und wieder zu verschwinden. Snape rannte ihr jedes Mal wie ein Berserker hinterher, aber bis jetzt hatte sie es noch jedes Mal knapp geschafft, vor ihm am Porträt der Fetten Dame anzukommen. Das alles sorgte dafür, dass sich die Geschichte wie ein Lauffeuer unter der kompletten Schülerschaft verbreitete. Schüler jeden Alters und jeden Hauses genossen es, die Erzählung auch zum tausendsten Mal zu hören.
Doch Hermine durchströmte jedes Mal die Verzweiflung, wenn sie wieder Zeit hatte, zu Atem zu kommen. Spätestens im Unterricht würde sie Snape wiedersehen. Und dort hatte sie keine Möglichkeit, vor ihm zu fliehen.
Auch Snape schien diese Tatsache irgendwann bewusst geworden zu sein, denn Montag und Dienstag beließ er es dabei, Hermine vom Lehrertisch aus mit seinen Blicken zu durchbohren. Ein süffisantes Lächeln umspielte seine Lippen, wenn er an Mittwochnachmittag dachte. Er würde Hermine schon zeigen, was es bedeutete sich mit ihm anzulegen.

Mit vor Aufregung zittrigen Knien schritt Hermine mit Harry und Ron in die Kerker herab.
Wie üblich verzogen sich die Drei in die letzte Reihe, um einen möglichst großen Abstand zwischen sich und das Lehrerpult zu bringen.
Ein lauter Knall ertönte, als Snape wie immer die Tür schwungvoll aufstieß. Er wusste um die Wirkung dieses Auftritts und er genoss sie in vollen Zügen.
Sein Blick fiel sofort auf die letzte Reihe und Genugtuung durchströmte ihn, als er sah, wie Hermine sich blass am Tisch festkrallte.
„Lesen Sie die Seiten 183-185 und brauen Sie den Trank. Ich dulde wie immer keine Fehler."
Snape ließ sich imposant auf seinen Stuhl sinken und beobachtete das geschäftige Treiben. Sein Blick fiel wieder auf Hermine, die noch immer erstarrt auf ihrem Stuhl saß.
„Miss Granger, wenn Sie der Meinung sind, dass mein Unterricht für Sie nicht anspruchsvoll genug ist, dort ist die Tür." Sein Arm streckte sich unter der Lehrerrobe hervor.
Verschreckt zog auch Hermine ihr Buch heran.
„15 Punkte Abzug für Gryffindor für Träumereien."
Ein wütendes Funkeln trat in Hermines Augen, als sie ihn anblickte, bevor sie sich wieder dem Buch widmete.
Zufrieden sank Snape in seinen Stuhl zurück. Diese Unterrichtsstunde versprach für ihn einfach nur wunderbar zu werden.

Kurze Zeit später war der Raum von aufsteigendem Rauch aus einem Dutzend Kesseln erfüllt.
Mit miesepetriger Miene schritt Snape umher, bevor er sich wie zufällig Hermines Tisch näherte. Das tat er sonst selten, wusste er doch, dass ihre Tränke stets tadellos waren und er sie damit nicht triezen konnte.
Er stützte beide Arme auf dem Tisch ab und beugte sich zu Hermine vor. Seine ganze Haltung strahlte eine verdeckte Aggression aus.
„Miss Granger, was zur Hölle denken Sie eigentlich, was Sie hier tun?"
Überrascht zuckte ihr Blick hoch und ihre Augen hefteten sich an seine.
„Entschuldigung, Sir. Könnten Sie vielleicht etwas präziser werden?"
Ein gemeines Lächeln umspielte seine Lippen und Hermine schluckte in böser Erwartung.
„Falls es Ihrer sonst so wunderbaren Aufmerksamkeit entgangen sein sollte, hantieren wir hier mit gefährlichen Stoffen. Und leider,"
Er zog das leider dermaßen in die Länge, dass selbst Goyle es als Sarkasmus verstand.
„leider sind Sie absolut unpassend geordnet, was das angeht."
„Sir?"
Hermine schluckte vor lauter Angst erneut und wich unwillkürlich einen kleinen Schritt zurück.
„Immer noch keine Idee? Dann werde ich Ihrem sonst so alles wissendem Verstand mal auf die Sprünge helfen. Wir können doch nicht zulassen, dass Sie als arme Gryffindor eines Tages dumm sterben werden."
Gekicher durchzog den Kerker, vor allem angestachelt durch Draco, während Hermines Wangen sich langsam rot färbten.
„Das Problem, Miss Granger, sind Ihre Haare. Ihre absolut widerspenstigen und unansehlichen Haare."
Snape richtete sich wieder zu seiner vollen Größe auf und blickte abfällig auf Hermine herab.
„Aber was sage ich hier überhaupt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich gerade lediglich Ihre Haare oder die ganze Miss Granger beschrieben habe."
Hermines Gesicht zuckte einmal kurz und ihre Augen wurden leicht glasig, da Tränen in sie strömten. Doch Hermine hatte sich noch immer gut unter Kontrolle und blinzelte diese weg.
Snape beschloss noch ein letztes Mal nachzutreten und umrundete den Tisch.
Gemächlich hob er seine Hand und griff in Hermines Haare. Mit angewiderter Miene ließ er sie wieder los.
„Falls es überhaupt wert ist, das als Haare zu bezeichnen. Selbst weibliche Bergtrolle pflegen sich besser. Binden Sie sie zusammen, oder ich schneide sie Ihnen ab, Miss Granger."
Zufrieden mit sich selbst ging Snape an sein Pult zurück und setzte sich. Noch immer lachten alle Slytherins hämisch über seine Darbietung. Hermine hatte inzwischen mit einem Zauber ihre Haare zu einem Dutt zusammengebunden.
Ihr Blick zuckte hoch, als ob sie bemerkt hatte, dass er sie beobachtete. Was er sah, ließ ihn einen kurzen Moment erstarren. Die Angst war aus ihrem Blick verschwunden und stattdessen sah er dort nur noch Hass. Blanker Hass, der sich gegen ihn richtete.
Er war zu weit gegangen und das wusste er. Doch auch Hermine hatte eine Grenze überschritten, als sie ihn in die Halle schweben ließ.

Die Stunde neigte sich dem Ende zu und jeder brachte eine kleine Phiole mit seinem Zaubertrank nach vorne. Hermines war perfekt gelungen, dass sah Snape auf den ersten Blick. Doch bemühte er sich wie immer, keinerlei Regung zu zeigen.
Eilig begannen die Schüler ihre Sachen zusammenzupacken und gerade Hermine schien es eilig zu haben, die Kerker zu verlassen. Da durchschallte noch einmal Snapes Stimme den Raum.
„Miss Granger, auf ein Wort."
Schnaubend lehnte sie sich an ihren Tisch und wurde mit vielen mitleidigen Blicken bedacht. Die Tür schloss sich hinter Parvati und die Zwei waren allein im Raum.
Trotzig blieb Hermine wo sie war, so dass Snape klein beigab und auf sie zuging.

„Miss Granger, meiner Meinung nach haben wir noch Einiges zu besprechen."
„Ach, ist da so, Sir?"
Snape zwang sich tief durchzuatmen. Er wollte seine Fassade als beherrschter Mensch nicht verderben, weil ihre trotzige Art ihn provozierte.
„Miss Granger, mir ist durchaus bewusst, dass ich gerade eben zu weit gegangen bin. Ich würde mich dafür bei Ihnen entschuldigen, wenn Sie sich für Ihre Aktion bei der Prüfung entschuldigen würden."
Verblüfft starrte Hermine ihn an. Damit hatte sie nicht gerechnet.
Doch dann durchströmte sie wieder das Hassgefühl, welches Snape vorhin schon beobachtet hatte.
„Jetzt auf einmal wollen Sie sich entschuldigen, Sir? Warum, ist Ihnen bewusst geworden, dass McGonagall Ihnen die Hölle heiß machen würde, wenn ich ihr davon erzähle? Meiner Meinung nach muss ich mich für nichts entschuldigen, Professor. Ich habe Sie lediglich genauso behandelt, wie Sie es jahrelang, hunderte Male bei mir getan haben. Aber wenn man einmal zum Gegenschlag ausholt, verkraften Sie es nicht.
Nein, Sir, ich werde mich nicht entschuldigen. Vielmehr sollten Sie auf die Knie gehen und mich für jedes einzelne Mal, dass Sie mich gedemütigt haben, um Vergebung anflehen."
Snapes Gesicht hatte sich bei ihren Worten zu einer bösartigen Grimasse verzerrt. Er beugte sich vor und stützte beide Arme auf den Tisch ab. Hermine war in dieser Position zwischen seinen Armen und dem Tisch gefangen. Wie eine Raubkatze näherte Snape sich seiner Schülerin.
„Ist das so, Miss Granger? Eine interessante Vorstellung, die sie da haben. Aber ich werde niemals vor Ihnen auf die Knie gehen."
„Dann, Sir, sehe ich nicht, wie wir beide auf einen grünen Zweig kommen sollen."
Hermine wollte seine Arme wegdrücken, um aus der unangenehmen Situation zu entfliehen. Aber Snape war deutlich stärker, als er aussah.
Amüsiert beobachtete er, wie Hermine an seinen Armen zerrte.
„Wohin wollen Sie denn, Miss Granger?"
„Weg aus Ihrer unerträglichen Anwesenheit."
Empört schnappte Snape nach Luft. Ein letztes Mal führte er sein Gesicht näher an Hermines.
„Diesem Wunsch kann ich leider nicht so nachgeben, Miss Granger. Aber Sie haben sich gerade für eine Runde Nachsitzen qualifiziert. 19Uhr in meinem Büro."
Mit diesen Worten stieß er sich vom Tisch ab und ging auf Distanz. Schnell griff Hermine nach ihrer Tasche und verließ fluchtartig den Raum.


Verärgert stand Hermine kurz vor 19 Uhr vor seinem Büro. Sie hatte lange überlegt, ob sie nicht einfach das Nachsitzen auslassen sollte. Aber sie hatte die nicht unbegründete Ahnung, dass das alles noch schlimmer machen würde.
Zögerlich hob sie die Hand, klopfte dann aber energisch an.
Die Tür schwang auf und Hermine trat ein.
„Ah, Miss Granger. Schön, dass Sie der Einladung gefolgt sind."
Ein spöttisches Lächeln durchzuckte Snapes Gesicht. Hermine bemühte sich um einen neutralen Ausdruck, als sie zu einer Frage ansetzte.
„Was soll ich machen, Sir?"
„Sie werden die Kessel dort hinten putzen."
Hermine wandte sich ab und schritt nach hinten, zog sich die Handschuhe über und wollte gerade beginnen.
„Das war noch nicht alles, Miss Granger. Da Sie offensichtlich davon fasziniert sind, wenn bestimmte Arbeiten auf Knien erledigt werden, möchte ich Ihnen diesen Teil natürlich nicht vorenthalten."
Mit einem bösartigen Lächeln beobachtete Snape, wie Hermines Wangen ein flammendes Rot überzog.
„Und natürlich möchte ich die Situation genießen. Sie werden also hier, direkt vor meinem Schreibtisch arbeiten."
Wenn es möglich war, vertiefte Hermines Röte sich noch weiter, was von Snape begeistert beobachtet wurde.
Ohne zu einem Widerspruch anzusetzen, trug Hermine die Kessel nach vorne, bevor sie auf dem kalten Steinboden in die Knie ging.
Innerlich fluchend begann sie mit ihrer Strafarbeit, während sie Snape in Gedanken nur so mit Schimpfwörtern überschüttete.
Dieser Bastard hatte sie nur dieser Aufgabe zugeteilt, weil er sie erneut demütigen wollte. Außerdem hatte er gewusst, dass sie den Rock der Uniform tragen würde.
Sie bemerkte nicht, wie Snape durch Legilimentik in ihre Gedanken eintrat und amüsiert ihren Schimpftiraden lauschte.
Als er ihren Gedanken über ihren Rock lauschte, fiel sein Blick unwillkürlich auf ihren Hintern, der gerade durch die Luft wackelte, weil Hermine sich zu einem besonders hartnäckigen Fleck vorgebeugt hatte.  
Sein Mund wurde auf einmal staubtrocken, als er sie so von hinten beobachtete.

Hermine hatte recht gehabt, dachte er sich. Sie war bei Weitem kein kleines Mädchen mehr.
Severus bemerkte, wie sein Blut plötzlich in andere Körperregionen floss und seine Hose auf einmal unglaublich eng wurde. Peinlich berührt schlug er die Beine übereinander. Er schalt sich selbst einen Dummkopf. Wann war ihm das letzte Mal so eine Peinlichkeit passiert? Ihm fiel nur seine Zeit als hormongesteuerter Teenager ein.
Um sich abzukühlen, widmete er sich wieder den Klassenarbeiten, die er eigentlich korrigieren wollte. Doch immer wieder wurde sein Blick wie magisch von Hermine angezogen. Diese bemerkte hin und wieder sein Starren und wusste nicht, ob sie sich darüber amüsieren, oder lieber schreiend weglaufen sollte.

Die Zeit verging und irgendwann fiel Severus Blick auf die Uhr, wo er mit Schrecken bemerkte, dass es schon kurz vor Mitternacht war.
Sein Augenmerk richtete sich auf Hermine, die inzwischen müde und kraftlos an den Flecken herum wischte.

Lautlos erhob er sich und ging auf Hermine zu. Severus konnte es sich nicht verkneifen, er blieb hinter ihr stehen und beugte sich über sie.
„Miss Granger, Sie können aufhören."
Erschrocken zuckte Hermine hoch und stieß mit ihrer Kehrseite an seinen Unterleib. An seinen Unterleib, an dem sich wieder eine eindeutige Erregung gebildet hatte, als er sich hinter ihr aufgebaut hatte.
Perplex verharrten Hermine und Snape in dieser Position, bis es Hermine gelang, sich mit großen Augen zu ihm umzudrehen. Sie taumelte zur Seite und rannte zur Tür, riss sie auf und verschwand in den Gängen.
Snape fluchte. So konnte er die Situation nicht stehen lassen. Zügig machte er sich an Hermines Verfolgung. Durch den Vorteil, den er durch seine langen Beine hatte, schaffte er es schnell, Hermine einzuholen.
Hermine hatte während des Rennens nach hinten gesehen und versuchte das Tempo zu erhöhen, als sie Snape direkt hinter sich sah.

Aus einer Eingebung heraus setzte Severus zu einem Hechtsprung an. Keine Sekunde zu früh, denn er sah, wie Hermine sich mit dem Illusionszauber tarnte. Aber er hatte seinen Schwung unterschätzt, denn er krachte gegen Hermines Körper und riss sie mit zu Boden.
Hermine jaulte vor Schmerz auf, als Snape sie unter sich begrub.
„Das tut mir leid, Miss Granger."
Snape rappelte sich leicht auf, allerdings nur so, dass Hermine nicht mehr sein volles Gewicht tragen musste.
„Sind Sie verletzt?"
„Gehen Sie verdammt nochmal von mir runter, Sir.“
„Das werde ich nicht, solange wir nicht ordentlich miteinander über das Ende Ihrer Strafarbeit geredet haben."
„Wenn Sie von mir runter gehen, erzähle ich niemandem, dass Sie ein notgeiler Bock sind.“
Wütend schnappte Snape nach Luft. „Ich bin kein notgeiler Bock.“
„Ach nein?"
Provokativ rieb Hermine ihre Kehrseite an seinem Unterleib, der sich noch immer an sie presste. Die Erregung war noch nicht vollständig abgeklungen und durch die Reibung erwachte sie zu neuem Leben.
„Hören Sie sofort auf, Granger."
„Dann gehen Sie von mir runter."
„Dann werden Sie wieder sichtbar."
Einige Zeit blieb es still. Dann gab Hermine nach und nahm wieder Farbe an.
„Geht doch."
Mühsam richtete Snape sich auf, darauf bedacht, Hermine an ihrem Handgelenk festzuhalten. Er hatte das Gefühl, dass sie sich sofort wieder tarnen würde, wenn er sie losließ.
Sorgsam half er ihr dabei, sich aufzurichten.
„Haben Sie sich verletzt, Miss Granger?"
Als sie sich zu ihm umdrehte, stockte ihm der Atem. Auf ihrer Stirn befand sich eine große Platzwunde, aus der langsam aber sicher Blut strömte.
Hermine schien es jedoch nicht zu bemerken.
Snape streckte seine Hand nach ihrem Gesicht aus, doch Hermine riss sich zornfunkelnd von ihm los und blieb mit verschränkten Armen vor ihr stehen.
„Fassen Sie mich nicht an."
„Sie sind verletzt, lassen Sie mich die Wunde heilen."
„Oho, der Professor macht ja Fortschritte. Das letzte Mal haben Sie nicht mal bemerkt, dass Sie mich verletzt haben."
„Jetzt seien Sie still, Granger. Sie machen es mir nicht gerade einfach, Ihnen helfen zu wollen."
Genervt griff Snape nach ihrem Gesicht und begutachtete die Wunde. „Episkey."
Zufrieden schaute er zu, wie die Wunde sich schloss und nicht ein kleiner Kratzer zurück blieb.
Dann blickte er Hermine intensiv in die Augen, ohne dabei die Hand von ihrem Gesicht zu nehmen.
„Und ich muss mich auch dafür entschuldigen, Sie ein kleines Mädchen genannt zu haben." Er schluckte. „Denn das sind Sie tatsächlich nicht mehr."
„Kaum sieht der Professor meinen Hintern, begreift auch er das endlich."
„Miss Granger, halten Sie den Rand."

Noch immer lag seine Hand an ihrem Gesicht und ihre Blicke hefteten sich aufeinander. Verwundert beobachtete Hermine, wie Snapes Gesicht immer weicher und seine Augen immer wärmer zu werden schienen. Sein Atem ging schwerer und stockend kam er mit seinem Mund näher.
Mit einem Ruck überwand er die letzte Distanz und presste seine Lippen auf ihre.

Eine schallende Ohrfeige traf ihn und er taumelte überrascht zurück.
„Oh Merlin, Professor. Das wollte ich nicht." Entsetzt blickte Hermine zwischen ihrer Hand und seinem Gesicht hin und her, ihre Augen füllten sich mit Tränen. Die Ohrfeige war ein Reflex gewesen.
Knurrend sprang Snape wieder einen Schritt näher heran, packte mit einer Hand ihre beiden Handgelenke und drückte sie über ihrem Kopf gegen die Wand.
„Wagen Sie es nie wieder, mich zu schlagen, Miss Granger."
Wieder presste er seine Lippen auf ihre, doch dieses Mal war er fordernder. Und zu seiner Überraschung ging Hermine auf den Kuss ein. Sie öffnete leicht ihre Lippen und freudig begann er ihren Mund mit seiner Zunge zu erforschen. Erregung durchströmte sie beide und Snape begann mit seiner freien Hand ihren Körper zu erkunden.

Da hörten sie beide gleichzeitig sich nähernde Schritte und brachen auseinander.
Ein Lichtkegel näherte sich ihnen und sie hatten gerade noch Zeit, ein wenig auf Abstand zu gehen.
Nur Sekunden später trat Filch um die Ecke und begutachtete die Szene, die sich ihm bot.
„Ah, Professor. Sie haben wohl auch Geräusche gehört."
„Natürlich, Filch. Unsere zauberhafte Miss Granger hielt es für angebracht, um diese Uhrzeit durch das Schloss zu streifen."
Hermine warf ihm einen verärgerten Blick zu. War ja klar, dass er die Schuld auf sie abwälzen würde.
„Ich würde sagen, Miss Granger, wir sehen uns morgen um 19Uhr zum Nachsitzen."
Zum Glück bemerkte sie das angedeutete Zwinkern Snapes, sonst hätte sie wohl nicht an sich halten können.
Sie senkte den Kopf. „Ja, Sir."
„Gut, dann gehen Sie jetzt zurück in Ihren Turm."
Nickend wandte Hermine sich ab und ging gemessenen Schrittes davon. Beide Männer blickten ihr hinterher.
„Sie sah recht aufgewühlt aus, meinen Sie nicht, Professor?"
„Das ist mir egal, Filch."
In Gedanken dankte Snape allen ihm bekannten Geistern dafür, dass Filch noch nie der Hellste gewesen war und deshalb die eindeutigen Zeichen zwischen Hermine und ihm nicht deuten konnte.
„Wenn Sie mich nun entschuldigen würden, Filch, ich gehe zurück in meine Räume. Gute Nacht."
Mit wehendem Umhang drehte er sich um und verschwand.

Aufgewühlt lag Hermine in ihrem Bett. Er hatte sie geküsst. Snape, der ihr das Leben immer wieder zur Hölle gemacht hatte, hatte sie geküsst. Und sie hatte ihn geschlagen. Stöhnend drehte sie sich im Bett. Das durfte doch nicht wahr sein.
Aber er hatte sie noch einmal geküsst. Grob und fordernd. Und dabei hatte er sie und ihre Hände festgehalten und an die Wand gedrückt. Wenn Hermine ehrlich zu sich selbst war, musste sie sich eingestehen, dass es ihr gefallen hatte.
Tief im Inneren fragte sie sich noch, was mit ihr los war, dass sie sich nicht wirklich gegen ihn gewehrt hatte. Das würde doch nicht gut gehen.

Zur gleichen Zeit lag in einem anderen Teil des Schlosses Snape in seinem Bett und dachte über das Geschehen nach.
Er schalt sich innerlich einen Idioten. In tausend verschiedenen Situationen hatte er allein heute seinen Job riskiert.
Schon bei der Strafarbeit war er zu weit gegangen, so etwas von ihr zu fordern. Wenn Hermine es darauf angelegt hätte und zu Dumbledore gegangen wäre, hätte er schon dafür eine Verwarnung oder eine Kündigung erhalten können. Und dann später, als sie seine Erregung gespürt hatte und er nichts dagegen unternommen hatte, sich von ihr zu lösen. Auch hierfür hätte sie ihn sexueller Belästigung anklagen können.
Nicht zu vergessen, als er sie verfolgt und schon wieder verletzt hatte. Sein zweiter richtiger, tätlicher Angriff auf Hermine.
Und wirklich zu weit gegangen war er, als er sie geküsst hatte. Hermine hatte ihn doch sogar durch eine Ohrfeige gebremst, aber er konnte eine weitere Demütigung von ihr nicht hinnehmen. Er hatte sich förmlich auf sie gestürzt und sie aggressiv gegen die Wand gepresst, bevor er begann ihren Körper zu erkunden.
Stöhnend war es nun an ihm, sich im Bett zu drehen. Beinahe waren sie von Filch erwischt worden. Obwohl er froh war, dass es nur Filch gewesen war und nicht McGonagall, die die Zeichen sicher richtig gedeutet hätte.
Unruhig dachte Snape nach. Er hatte keine Ahnung, wie er sich Hermine gegenüber die nächste Zeit verhalten sollte. Sie hatte ihn in prekären Zuständen erlebt. Und außerdem war sie trotz all dem noch immer seine Schülerin. Er konnte sich glücklich schätzen, wenn sie niemandem davon erzählen würde. Wieso war er überhaupt so dumm und hatte sie zu einer erneuten Strafarbeit bestellt?
Das würde alles doch nur viel schwerer machen. Er hatte kein Recht dazu, seine Position auszunutzen. Und erst recht nicht dazu, Schülerinnen zu irgendwelchen intimen Handlungen zu zwingen.
So in Gedanken diszipliniert schlief Snape ein.


Beide hatten den Tag nervös hinter sich gebracht und kurz vor 19Uhr stand Hermine wieder vor Snapes Tür.
Dieses Mal öffnete dieser die Tür persönlich und ging stumm einen Schritt beiseite, um sie eintreten zu lassen. Ein Hauch nach Rosenblüten zog an ihm vorbei und Snape atmete verblüfft ein. Hatte sie etwa Parfum aufgelegt?
Unbehaglich und schweigend standen sie sich gegenüber und wussten beide nicht so recht, was sie sagen sollten. Snape gelang es schneller, die Fassung wieder zu erlangen. Er räusperte sich.
„Miss Granger, wenn ich mich nicht täusche, sind Sie gestern mit der Ihnen zugeteilten Aufgabe nicht fertig geworden. Ich würde Sie deshalb Ihre Aufgabe fortfahren lassen."
Kurz meinte er, Enttäuschung über ihr Gesicht flackern zu sehen, doch Hermine senkte schnell den Blick. Mit einem merkwürdig kalten Unterton und krächzender Stimme setzte sie zu ihrer Antwort an.
„Ja, Sir. Wieder genauso wie gestern?"
Überrumpelt nickte Snape, er war schon wieder vollkommen in ihrem Duft versunken.
Seufzend schritt Hermine nach hinten, um die Kessel zu holen und ging dann ächzend in die Knie.
Snape widmete sich wieder der Korrektur einiger Tests, als er bemerkte, wie Hermine äußerst vehement gegen einen Fleck vorging.
„Haben Sie irgendetwas, Miss Granger?"
„Nein, Sir."
Ihr giftiger Unterton war ihm auch dieses Mal nicht entgangen und verwirrt beobachtete er Hermine. Er wurde aus ihr einfach nicht schlau.
Sollte er-?
Nein, er brach diesen Gedanken ab. Selbst er hatte kein Recht dazu, schon wieder in ihre Gedanken einzudringen.
Widerwillig wandte er sich wieder seiner Arbeit zu, als ihm ein leises Gemurmel von Hermine auffiel. Seine Neugier überwog seine Moralvorstellungen und mit einem lautlosen 'Legilimens' war er in ihren Gedanken.

Verblüfft erkannte er das offensichtliche Gefühlschaos in Hermine. Bis jetzt hatte diese seine Anwesenheit noch nicht bemerkt und er bemühte sich, es auch so bleiben zu lassen. Er tauchte weiter in ihre Gedanken ein, die ihm alle möglichen Schimpfwörter an den Hals warfen. Snape erstarrte bei seiner Suche in ihren Gedanken. Er hatte gerade etwas gefunden, das ihn sehr irritierte.
„Sie waren enttäuscht?"
Stockend erhob Snape sich aus seinem Stuhl und positionierte sich wieder hinter ihr.
„Wie bitte?"
„Die kleine Besserwisserin ist enttäuscht, dass die alte Fledermaus sie nicht weiter angefasst hat? Das kann ich natürlich nicht zulassen."
Seine Hand strich langsam über Hermines Hintern, die noch immer überrascht in ihrer Position verharrte. Noch einmal tauchte Snape in ihre Gedanken ein, um sie durch die gegebene Veränderung zu beobachten.
„Es hat Ihnen gefallen?"
„Bitte, was?"
Perplex starrte Hermine ihn an, während sie sich langsam aufrichtete.
„Es hat Ihnen gefallen, wie ich Sie gestern an die Wand gedrückt und geküsst habe?"
Ein flammendes Rot überzog Hermines Wangen. „Sie haben mich gelegilimenst? Dazu hatten Sie kein Recht."
Verärgert überkreuzte Hermine ihre Arme vor der Brust. Doch Snape ließ sich nicht bremsen. Noch immer ungläubig befragte er sie weiter.
„Und Sie waren enttäuscht, dass ich Sie tatsächlich nur die Strafarbeit erledigen lasse?"
„Ich wüsste nicht, was Sie das angeht, Sir."
„Es geht mich alles etwas an. Immerhin betrifft es mich. Also bitte antworten Sie mir vollkommen ehrlich auf meine Frage."
Hermine senkte den Blick. „Natürlich hat es mir gefallen. Sonst hätte ich mich richtig gewehrt."
„Oh, Merlin. Und ich habe mir die ganze Nacht Vorwürfe gemacht."
Überwältigt starrte Snape Hermine an. Diese verstand noch immer nicht richtig, was hier eigentlich vorging.
„Könnten Sie mich bitte in Ihre Gedanken einweihen, Professor? Ich halte mich nämlich noch an gängige Umgangsformen und tauche nicht einfach ungebeten ein."
Ihre gereizte Stimme holte ihn zurück in die Gegenwart.
„Miss Granger, das ändert alles. Zumindest für mich."
Seine Hand fiel kraftlos von ihrer Hüfte ab, an der sie gelegen hatte, seit Hermine aufgestanden war.
„Könnten Sie etwas deutlicher werden, Sir? Ansonsten würde ich mich gerne weiter der Strafarbeit widmen."
„Jetzt vergessen Sie doch mal einen Moment diese verdammte Strafarbeit."
Hermine zuckte bei seinem Tonfall zurück.
„Es hat Ihnen also gefallen? Sie hatten keine Angst oder haben sich ausgenutzt gefühlt? Sich nicht bedrängt gefühlt, weil ich meine körperliche Überlegenheit ausgenutzt habe?"
Hermine schüttelte verwirrt den Kopf.
„Dann sollten wir dort weitermachen, wo wir aufgehört hatten."

Snape packte sie um die Hüften und wirbelte sie zu einer Wand herum. Wie in der letzten Nacht griff er beide Handgelenke und drückte sie Hermine über den Kopf.
Fasziniert beobachtete er, wie Hermines Atmung sich beschleunigte und sie sich über die Lippen leckte. Er nahm es als Einladung und presste seine schmalen auf ihre vollen und weichen.
Ein Knurren entrang sich seiner Kehle, als Hermine begann, seine Unterlippe sanft mit den Zähnen zu bearbeiten.

„Letzte Chance, Granger. Noch können Sie gehen."
Als Antwort schlang Hermine ihm ein Bein um die Hüfte und zog Snape so noch näher an ihren Körper heran. Derart angestachelt platzierte Snape auch ihr anderes Bein um seine Hüfte und Hermine verschlang sie hinter seinem Rücken.
Die Situation, nur von Snape und der Wand gehalten zu werden, war für Hermine noch viel erregender, als sie gedacht hatte.
Snapes freie Hand war inzwischen zügig unter ihrem Rock verschwunden. Hermine stöhnte auf, als sie seine Finger spürte, die sie durch ihren Slip streichelten. Auffordernd drückte sie ihm ihr Becken entgegen und Snapes letzte Hemmungen verschwanden.
Ohne lange darüber nachzudenken, öffnete er seine Hose, zerriss ihren Slip und drang mit einem Stoß in sie ein.
Ein leiser Schrei entrang sich Hermines Kehle, als er in sie eindrang. Beruhigend begann Snape sie erneut zu küssen und fing langsam an, sich in ihr zu bewegen. Als er bemerkte, dass sie sich wieder entspannte, erhöhte er das Tempo und trieb sich schnell und mit steigender Aggressivität immer wieder in sie. Hermine stöhnte in seinen Mund, was seine Erregung, sofern möglich, noch weiter wachsen ließ. Ihr Kopf pendelte kurz zur Seite, bevor sie sich wieder fing und begann, Snapes Hals mit Zunge und Zähnen zu bearbeiten. Genießerisch legte dieser seinen Kopf in den Nacken, darauf bedacht, Hermine nicht fallen zu lassen.
Der Winkel, in dem er nun in Hermine stieß, ließ sie schnell auf ihren Höhepunkt zusteuern. Gepaart mit der Situation, die sie noch immer mitriss, holte sie ihr Höhepunkt ein.
Sie verbiss sich leicht in Snapes Hals, um ihren Schrei zu unterdrücken.
Hermines Kontraktionen um ihn herum, schickten auch Snape schnell über die Klippe und mit einem lauten Stöhnen entlud er sich in ihr.
„Hermine.“
Irritiert blickte sie ihn an, doch er hatte die Augen geschlossen.
Einige Stöße lang verharrte er noch in ihr und Hermine begann leicht über den Biss an seinem Hals zu lecken und zu saugen.

Vorsichtig zog Snape sich aus ihr heraus und stellte sie auf ihre Beine. Hermine taumelte und rutschte langsam an der Wand hinunter. Weil er nicht von oben auf sie herab blicken wollte, setzte er sich neben sie, wobei er seine Hose richtete.
„Es tut mir leid, Miss Granger. Das hätte nie passieren dürfen.“, kam es zögerlich und leicht bitter von ihm. Jetzt, wo sein Körper befriedigt war, konnte er endlich wieder vollkommen klar und nüchtern darüber nachdenken. Und den Fehler erkennen.
Ungläubig blickte Hermine ihn an.
„Miss Granger? Ist das Ihr verdammter Ernst? Sie haben gerade versucht, mir das Hirn raus zu vögeln. Sie haben mich sogar Hermine genannt. Und jetzt sind wir wieder bei Miss Granger? Was kommt jetzt? Wollen Sie mich einfach vor die Tür setzen?“, schrie sie fast.
„Das hatte ich ehrlich gesagt vor.“
Gekränkt schaute Hermine zu Boden, bevor sie aufstand.
„Na wenn das so ist, Sir. Ich möchte Sie nicht länger belästigen. Aber ich hatte gedacht, dass es Ihnen genauso viel bedeutet hätte, wie mir.“
Sie warf ihre Haare zurück und ließ die Tür des Zimmers mit einem Krachen ins Schloss fallen.
Ein letzter ungläubiger Blick Hermines galt der Tür, bevor sie sich auf den Weg zum Gryffindorturm machte.
Was fiel Snape ein, sie so auszunutzen? Sie nur als Mittel zum Zweck zu sehen. Bei seinen Worten zuvor hatte sie gedacht, dass er es ernster meinte.
Hermine spürte, wie langsam sein Sperma aus ihr heraus und an ihren Beinen herunter lief. Am liebsten hätte sie laut losgelacht, aber sie hatte die Befürchtung, dass es eher einem hysterischen Ausbruch ähneln würde.

Snape saß nach Hermines Abgang noch immer wie erstarrt auf dem kalten Boden, das Gesicht in den Händen vergraben.
Es hatte ihm durchaus etwas bedeutet, doch er wäre nie davon ausgegangen, dass es Hermine nicht nur um Sex ging. Ihre ganze provokative Haltung ihm gegenüber hatte er nach einiger Zeit als unterdrückten Trieb erkannt und eingestuft. Ihr erregtes Verhalten vorhin hatte ihn in dem Glauben bestärkt, dass sie gerade das Bedürfnis nach männlicher Nähe gehabt hatte.  Und auch er selbst erkannte, dass es bei ihm nicht anders aussah.
Aber es hatte ihr tatsächlich etwas bedeutet? Er dachte angestrengt nach. Hermine war keines dieser typischen jungen Dinger, die nur einen Mann wollten, um damit zu prahlen.
Sein Mund wurde staubtrocken, als ihm etwas einfiel, dass er zuvor gänzlich ausgeblendet oder verdrängt hatte.
Als er in sie eingedrungen war, hatte er einen leichten Widerstand gespürt. Snape stöhnte in seine Hände. Hermine war noch Jungfrau gewesen. Und er hatte sie genommen, ohne Rücksicht auf sie zu nehmen. Ohne überhaupt einen Gedanken daran zu verschenken.
Das bedeutete, dass ihr der Sex auf jeden Fall wichtig gewesen war. Und er hatte sie von sich gewiesen und vor den Kopf gestoßen.
Der nächste unheilvolle Gedanke breitete sich in ihm aus. Wenn sie noch Jungfrau gewesen war, verhütete sie überhaupt? Er hatte relativ wenig Lust darauf, in dieser Situation ein Kind gezeugt zu haben.

Müde rappelte er sich auf und ging ins Labor. Zu seiner Freude hatte er noch einige abgefüllte Verhütungstränke. Snape nahm ein Fläschchen heraus und ging zu seiner schwarzen Eule.
Er riss einen Fetzen Pergament ab und kritzelte eilig darauf. Dann überreichte er beides an die Eule, die mit dem Schnabel klackernd davon flog.
Stockend ging er in sein Schlafzimmer und ließ sich so angekleidet wie er war auf das Bett fallen. Aus seiner Robe kam ihm der Geruch Hermines entgegen und er atmete tief ein, bevor er die Augen schloss.
Snape hoffte, das Hermine ihm verzeihen konnte. Und das sie das Geschehene nicht weitererzählte. Er würde es nicht verkraften, wenn er aufgrund seiner Unbeherrschtheit und anschließenden Dummheit gefeuert werden würde.

Hermine hatte gerade die Tür ihres Schülersprecherinnenzimmers hinter sich geschlossen, als sie ein kratzendes Geräusch am Fenster bemerkte. Neugierig öffnete sie es und eine wunderschöne, rabenschwarze Eule segelte hinein. Augenblicklich wusste sie, wem diese gehören musste und am liebsten hätte sie sie einfach wieder fortgescheucht. Doch die Eule schien das zu ahnen, ließ das Stückchen Pergament und ein Fläschchen auf ihr Bett fallen und flog eilig wieder davon. Mit zitternden Fingern griff Hermine nach dem Pergament.

‚Wir müssen dringend reden. Nimm den Verhütungstrank.‘

Am liebsten hätte Hermine jetzt etwas zu Kleinholz verarbeitet. Kurz und knapp, ohne überflüssige Emotionen.
Nimm den Verhütungstrank.
Vielen Dank auch. Widerwillig griff Hermine nach dem Trank, musste sich dann aber eingestehen, dass Snape sich doch ein paar Gedanken gemacht haben musste. Sie hatte in der Tat nichts vorrätig, um einer Schwangerschaft vorzubeugen. In einem Zug leerte sie den Trank  und immer noch wütend warf sie sich auf das Bett und schlief gleich ein.


Die nächsten Tage hatte sich das Schicksal für Hermine gnädig gezeigt.
Immer wenn sie in der Großen Halle war, war Snape nicht anwesend. Sie hatte auch nicht vor, ihn in seinem Büro aufzusuchen. Doch der Mittwoch und der mit ihm verbundene Zaubertränkeunterricht rückte näher.
Mit gesenktem Kopf war Hermine wie üblich in die letzte Reihe geschlichen und hatte sich hingesetzt.
Die Tür flog wie immer mit einem lauten Krachen auf und der Unterricht begann.
„Lesen Sie die Seiten 412-417. Sie haben eine Stunde Zeit, um den Alterungstrank zu brauen.“
Mit hartem Gesichtsausdruck ließ er sich auf den Stuhl sinken und beobachtete das geschäftige Treiben der Klasse. Sein Blick blieb an Hermine hängen, die müde und angespannt schien. Sie überflog schnell das Rezept, weil sie das Kapitel wie immer schon gelesen hatte und machte sich mit gesenktem Blick auf in den Vorratsraum.
Am liebsten wäre Snape ihr gefolgt, fand es dann aber ein wenig zu auffällig. So blieb er weiter steif auf seinem Platz sitzen und betrachtete den Brauvorgang Hermines. Wie immer schnitt sie die Zutaten mit der nötigen Präzision, doch schien sie nicht mit ganzem Herzen dabei zu sein. Ihre gesenkten Augen zuckten einmal hoch und trafen auf seine. Snape konnte beinahe sehen, wie ihr Gesicht noch blasser wurde und sie eilig wieder wegsah.
Inzwischen war der Kerker vom Dampf vieler Zaubertränke erfüllt, da auch die anderen endlich begonnen hatten. So fiel es ihm schwerer, Hermine weiter zu beobachten und er begann, Angst und Schrecken zu verbreiten, in dem er zwischen den Reihen entlang schritt.
Er verfluchte innerlich die Wiederkehr des immer Gleichen, als er Neville zusammenfaltete, weil er beinahe eine Explosion ausgelöst hatte. Dann ließ er Harrys Zaubertrank aufgrund eines kleinen Fehlers verschwinden, doch es brachte ihm nicht die gleiche Genugtuung wie sonst, in das wütende Gesicht zu schauen. Er schritt weiter und legte ein höhnisches Grinsen auf, als er den grauen Klumpen in Rons Kessel erblickte und begann Draco für nicht vorhandene Meisterleistungen zu rühmen. Wie er diese Routine hasste. Doch nach all den Jahren hatte sich diese Methode bewährt. Man ließ ihn in Ruhe, die Schüler hatten Angst vor ihm, die Slytherins vergötterten ihn. Snape konnte sich ein leises Seufzen nicht verkneifen und voller Erstaunen richtete Hermine ihre braunen Augen fragend auf ihn, bis es ihr auffiel und sie wieder in den Kessel mit ihrem perfekten Trank stierte.

Die Doppelstunde neigte sich dem Ende zu und alle Schüler stellten sich vor seinem Pult auf, um eine abgefüllte Probe abzugeben. Mit weiterhin gesenktem Blick reichte Hermine ihm ihr Fläschchen und preschte auf ihren Platz zurück. Snape hatte ihre Eile bemerkt und runzelte unwillig die Stirn.
„Miss Granger, Sie bleiben noch kurz.“
Verärgert ließ Hermine ihre Tasche wieder zu Boden gleiten, die sie eben noch geschultert hatte.
Harry tätschelte ihr ein letztes Mal aufmunternd die Schulter, bevor er zusammen mit dem Rest aus dem Zimmer strömte. Die Tür schloss sich leise und Snape warf einen Muffliato auf sie.
Dann kam er langsam auf Hermine zu, die sich weiterhin weigerte, ihn anzusehen und auf die Tischplatte starrte.
„Miss Granger … Hermine. Wir sollten uns dringend über das Geschehene unterhalten.“
Hermine reagierte nicht und blickte weiterhin teilnahmslos auf die Tischplatte.
„Hermine, verdammt. Sieh mich wenigstens an, wenn ich mit dir rede.“
Kraftlos hob sie den Blick und Snape erschrak, als er die traurigen Augen sah.
„Es tut mir wirklich leid, Hermine.“
Jetzt schien Leben in sie zu kommen. „Was tut Ihnen leid? Dass Sie Ihre Bedürfnisse ausgelebt haben? Sie haben doch nur Angst, dass es Konsequenzen für Sie haben könnte.“
Sie sprang auf und versuchte sich eindrucksvoll vor ihm aufzubauen, was ihr aufgrund ihrer geringen Größe ordentlich misslang.
„Ich kann Sie beruhigen, Sir. Ich habe den Trank genommen und ich habe nicht vor, irgendjemanden an unserem Intermezzo teilhaben zu lassen. Wenn ich jetzt bitte gehen dürfte.“
„Nein, du darfst nicht gehen, Hermine. Nicht bevor wir das nicht geklärt haben.“
„Unsere Standpunkte sind doch wohl schon seit Tagen klar. Wir beide haben unsere Meinungen gesagt. Ich war dumm und Sie hatten es gerade nötig. Es wird nicht wieder vorkommen. Wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden, bald finden die Prüfungen statt und ich habe deutlich Besseres zu tun, als diese Peinlichkeit noch einmal durchzukauen. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.“
Bevor Snape reagieren konnte, hatte Hermine sich an ihm vorbeigeschoben und das Klassenzimmer verlassen.

Knurrend fuhr Snape sich durch die Haare. Schon wieder hatte Hermine ihn einfach stehen lassen. In Gedanken ließ er das Gespräch Revue passieren.
Hermine hatte nicht vor, irgendjemandem etwas zu erzählen. Zusammen mit dem Verhütungstrank gab es also schon mal keine unangenehmen Folgen für ihn. Doch ansonsten schien sie ernsthaft gekränkt zu sein. Und wieder schalt er sich einen Dummkopf. Er hatte alles kaputt gemacht. Diese junge Frau hatte ihm offensichtlich ihr Herz geschenkt und er war wie eine Herde Hippogreife darauf herumgetrampelt.


Die Zeit verging und die Prüfungen standen an. Snape hatte Hermine tatsächlich in Ruhe gelassen. Er wollte ihr ein wenig Abstand zugestehen und sie außerdem ihr Lernpensum erfüllen lassen. Doch er nahm sich vor, noch einmal mit ihr zu reden. Aus der Ferne beobachtete er sie, versteckt hinter Regalen in der Bibliothek oder verborgen hinter Bäumen, wenn sie am See saß.
Bewundernd musste er sich eingestehen, dass Hermine sich wirklich außerordentlich gut vorbereitete. Sie würde wohl locker einen der besten Schulabschlüsse seit Jahren schaffen.


Hermine hatte alle vorherigen theoretischen und praktischen Prüfungen mit Bravour hinter sich gebracht, als sie zur letzten antrat. Ausgerechnet Zaubertränke fand zum Schluss statt. Die Theorieprüfung war ihrer Meinung nach geradezu lächerlich einfach gewesen.
Nervös und angespannt wartete sie vor dem Raum, in dem sie zur Praxis getestet werden würde. Die Tür schwang auf und stockend trat Hermine ein. Sie lächelte den drei Prüfern zu und beinahe wäre ihr der schwarze Schatten in der Ecke entgangen. Beinahe, denn Snape trat in einen Lichtkegel.
Hermine biss sich verärgert auf die Lippen. Die anderen Schüler vor ihr hatten ihr gesagt, dass Snape nicht anwesend gewesen sei. Natürlich musste er bei ihr wieder eine Ausnahme machen.
„Miss Granger?“
Die krächzende Stimme eines Prüfers lenkte ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Drei.
„Ihnen wurde die Aufgabe zugeteilt, einen Verhütungstrank zu brauen. Sie können beginnen.“
Als die Bedeutung der Worte Hermine erreicht hatte, glitt ihr absolut wütender Blick zu Snape. Warum konnte er nicht damit aufhören, sie zu demütigen? Jetzt hatte sie während der Prüfung ganz sicher anderes im Kopf.
Sie zwang sich zur Konzentration und schritt auf den Vorratsschrank zu, aus dem sie mit schnellen und überlegten Griffen die benötigten Zutaten hervorholte.

Snape hatte ihren wütenden Blick bemerkt und sofort begriffen, dass sie ihn für den Schuldigen hielt. Aber die Tränke waren zufällig ausgelost worden, er hatte nicht geplant, sie noch einmal zu demütigen.
Verdammt, das würde alles noch einmal unnötig verkomplizieren.
Er beobachtete, wie Hermine mit wenigen geübten Griffen und Schnitten die Zutaten exakt vorbereitete und sie in der richtigen Reihenfolge in den Kessel gleiten ließ.
Die Prüfer beugten sich bewundernd nach vorne. Sie erkannten Talent, wenn sie es sahen und Hermine hatte keinerlei Probleme damit, den Trank zuzubereiten. Das Einzige, das ihr schwerfiel, war den Drang zu unterdrücken, irgendetwas nach Snape zu werfen.
Als der Trank die gewünschte Farbe annahm, löschte sie schnell das Feuer und schöpfte drei Proben in Fläschchen ab, die sie vor den Prüfern abstellte.
„Vielen Dank, Miss Granger. Sie und Professor Snape müssten nun kurz den Raum verlassen, bevor Sie Ihren Arbeitsplatz aufräumen dürfen.“
Hermine nickte betont freundlich und wandte sich ab. Sie konnte die Präsenz Snapes dicht hinter sich spüren, als sie den Raum verließ.

Unter Aufbietung aller Kontrolle gelang es ihr, die Tür nicht laut zuzuschlagen. Dann warf sie einen Muffliato darauf.
„Was sollte das, Sir?“, fragte sie zischend.
„Was sollte was, Granger?“, stellte er sich dumm.
„Sie können es wohl noch immer nicht unterlassen, mich zu demütigen. Hat es Ihnen nicht gereicht, dass ich mich vor Ihnen blamiert habe? Müssen Sie auch noch bei meiner Prüfung anwesend sein, wenn jeder andere ungestört brauen konnte? Und müssen Sie mir, verdammt nochmal, ausgerechnet diesen Trank als Prüfung zuteilen? Reicht es Ihnen nicht?
Ich liege doch schon am Boden. Warum müssen Sie jedes Mal, wenn Sie an mir vorbeikommen noch einmal nachtreten? Ich habe es kapiert, Sir. Sie sind der Beste überhaupt und in allem, ich bin die unwissende, kleine Göre. Aber ich bitte Sie darum, mich in Ruhe zu lassen.
Ich kann nicht mehr, verstehen Sie das? An all dem, was passiert ist, gehe ich langsam aber sicher zugrunde.“
Überrascht hatte Snape ihren Ausbruch verfolgt. Bevor Hermine wusste, wie ihr geschah, hatte er sie an seine Brust gezogen.
„Lassen Sie mich los, Sir. Falls Sie es nicht mehr wissen, das hatten wir schon einmal. Und es ist mir wirklich nicht gut bekommen.“
Unter aller Kraftaufbietung war es ihr gelungen, sich aus seinen Armen zu lösen. Schwer atmend ging sie auf Abstand.
„Hermine, ich …“
Die Tür öffnete sich knarzend wieder und beide bemühten sich, schnell einen neutralen Gesichtsausdruck aufzulegen.
„Miss Granger, wir haben die Beratung abgeschlossen. Bitte räumen Sie nun Ihren Platz auf. Die Ergebnisse erhalten Sie in einer Woche.“
Nickend trat Hermine ein, erleichtert, Snape nun doch noch einmal entwischt zu sein.
Eilig machte sie sich daran, ihre Arbeitsfläche zu reinigen und den Müll fachgerecht zu entsorgen. Snape war hinter ihr eingetreten, sah aber keine Möglichkeit, nochmal mit Hermine zu sprechen.
Mit finsterem Blick zog er sich wieder in seine Ecke zurück.
Hermine hatte die Arbeit beendet und sah auf. „Auf Wiedersehen.“
Sie nickte allen Anwesenden ein letztes Mal zu, wobei sie Snape getrost ausließ und verließ den Raum.
„Professor Snape, wir müssen Ihnen wirklich sagen, dass diese Miss Granger sehr großes Potenzial besitzt.“, murmelte einer der Prüfer.
„Das weiß ich, Herrschaften. Das weiß ich seit ihrem ersten Tag in meinem Unterricht.“


Die Woche bis zur Zeugnisverleihung und anschließendem Abschlussball hatte Hermine gut hinter sich gebracht. Sie hatte es sich angewöhnt, nie allein durch die Gänge zu streifen, um Snape keine Möglichkeit zu geben sie abzupassen. Egal ob am See oder beim Essen. Immer umgab sie sich mit anderen Schülern, ließ sich sogar auf ein Gespräch mit Lavender ein, um auf Snape beschäftigt zu wirken. Dieser hatte ihre Bemühungen mit absolutem Missmut verfolgt, doch er sah keine Möglichkeit, Hermine dezent von den anderen abzukapseln.



Der Abend der Zeugnisverleihung stand an und Hermine verließ zusammen mit den anderen Gryffindors den Turm. Nervös zupfte sie an ihrem Dekolleté herum, da sie Angst hatte, dass ihr das trägerlose Kleid herunterrutschte. Sie erreichten die Große Halle und ihr Blick fiel automatisch zur Lehrerempore. Und wie sie es erwartet hatte, waren Snapes Augen auf sie gerichtet. Verunsichert bemerkte sie, wie Snapes Gesichtszüge weicher wurden und seine Lippen sich sogar zu einem versonnenen Lächeln verzogen. Als er bemerkte, dass sie ihn beim Starren erwischt hatte, verschloss sich sein Gesicht wieder.

Innerlich verfluchte er sich und seine Schwäche. Aber er hatte nicht widerstehen können. Hermine sah einfach atemberaubend schön aus. Ihr trägerloses, bodenlanges, tiefblaues Kleid umschmeichelte wunderbar ihre Figur und er musste zugeben, dass ihr die Farbe gut stand. Die Rundungen ihrer Brüste waren zwar züchtig bedeckt, doch weckten sie in ihm wieder sein Begehren. Er hatte sie noch nie gespürt, da der Sex beinahe komplett bekleidet stattgefunden hatte. Das Dekolleté wurde durch die kleine Kette, die Hermine trug, noch betont.
Ihre Haare waren locker zurückgesteckt und einige Locken umrahmten ihr Gesicht.

Sie hatte sich inzwischen lächelnd auf der Sitzbank zwischen ihren Freunden niedergelassen und wartete darauf, dass das Prozedere begann.
Die Arme ausgebreitet, trat Dumbledore an das Rednerpult heran.
„Liebe Schülerinnen und Schüler. Wieder einmal sind sieben Jahre vergangen. Sieben Jahre, die rückblickend eher wie Sekunden erscheinen. Und doch, wenn ich in Ihre Gesichter sehe, muss ich der Zeit recht geben. Sie sind nicht länger Kinder, die naiv und freundlich in diese Halle hinein schritten. Sie sind junge Erwachsene, bereit sich voller Tatendrang in das Leben außerhalb dieser Mauern zu stürzen. Ich kann es kaum erwarten zu hören, was für Leistungen Sie alle erbringen werden. Aber vergebt mir die Worte eines alten und rührseligen Mannes. Ich möchte das alles hier nicht länger bremsen. Beginnen wir mit der Verleihung der Zeugnisse. Abbott, Hannah.“
Unruhe breitete sich unter den Schülern aus und Snape konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als er Hermines betretenen Blick sah. Er achtete nicht auf die Schüler, die an ihm vorbeiliefen und ihm schüchtern die Hand reichten. Er hasste es, bei der Zeugnisvergabe zusammen mit den anderen Lehrern Spalier zu stehen, um allen nervigen Schülern die Hand zu schütteln, obwohl er froh war, sie endlich los zu sein.

Hermines Name wurde ausgerufen und sehr blass trat sie stockend nach vorne.
Snape konnte es nicht fassen, dass sie sich tatsächlich Sorgen machte.
Freudestrahlend schüttelte Dumbledore die Hand, so dass Hermine das Gefühl hatte, ihre Schulter würde gleich ausgekugelt werden.
„Miss Granger hat den besten Schulabschluss seit 60 Jahren hingelegt.“
Jubel brach in der Halle aus und wie betäubt nahm Hermine ehrfürchtig ihr Zeugnis entgegen.
„Ich kann es kaum erwarten, mit Ihnen als Schülersprecherin zu tanzen. Ich hoffe, es ist Ihnen bewusst, dass Sie jede männliche Lehrkraft um einen Tanz bitten wird?“
Entgeistert blickte Hermine in Dumbledores strahlende Augen.
„Schauen Sie nicht so, Miss Granger. Das wird wunderbar.“
Er gab ihr einen sanften Stoß in den Rücken und Hermine stolperte auf die versammelten Lehrer zu, um artig die Gratulationen entgegen zu nehmen.
Snape kalte Hand schloss sich um ihre und überrascht blickte Hermine auf.
„Ich kann es kaum erwarten, mit Ihnen zu tanzen, Miss Granger.“
Hermines Augen wurden kugelrund. Auch das noch. Sonst hexte Snape doch jeden nach Mexiko, der ihn zum Tanzen zwingen wollte. Und ausgerechnet er wollte mit ihr tanzen.
Wie betäubt stolperte sie weiter, während sie ein leises Lachen von Snape hörte.
Die Zeugnisverleihung ging mit Blaise Zabini zu Ende und lächelnd ließ Dumbledore die Sitzbänke verschwinden. Dafür war die Halle gleich wieder festlich geschmückt und viele kleine Tische standen herum, an denen man sich im kleinen Kreis mit Freunden unterhalten konnte.
„Der Ball ist hiermit eröffnet. Habt Spaß und genießt diesen Tag, meine Lieben.“


Hermine hatte sich unsicher umgesehen und hatte Snape erblickt, der zielstrebig auf sie zu kam.
Mit einem mulmigen Gefühl im Magen drehte sie sich in die entgegengesetzte Richtung um und blickte erleichtert in die strahlend blauen Augen Dumbledores.
„Miss Granger, würden Sie mir die Ehre des ersten Tanzes erweisen?“
„Sehr gern, Professor.“
Sie legte ihre Hand in seine dargebotene und ließ sich von ihm zur Tanzfläche führen. Ein letzter Blick zurück zeigte ihr das Gesicht eines enttäuscht wirkenden Snapes.
Hermine schenkte dem keine weitere Beachtung und wirbelte lächelnd über die Tanzfläche. Dumbledore war wirklich ein sehr guter Tänzer, bei seinem Alter hatte sie das nicht mehr erwartet.
Zwei Tänze später wurde sie von Hagrid abgeklatscht, der ihr mehr auf den Füßen herumtrampelte, als das er tanzte.

Snape hatte unwillig beobachtet, wie Hermine auf der Tanzfläche austobte. Sie sah so wunderschön aus und sie lachte die ganze Zeit. Selbst als Hagrid ihr die Füße plättete. Verärgert griff er sich das dritte Whiskeyglas und kippte es in einem Schluck herunter. Er schauderte kurz, als der bittere Geschmack ihn durchströmte und blickte wieder zur Tanzfläche. Gerade wurde Hermine von Flitwick aufgefordert. Es sah einfach lächerlich aus, wie Flitwick seinen Kopf gerade knapp an ihren Bauch halten konnte. Nach Snapes Geschmack war er Hermine deutlich zu nah. Doch sie schien es nicht zu stören, vielmehr ließ sie Flitwick lachend ein paar Drehungen unter ihrem Arm durchführen.
Wuchtig stellte Snape das Glas zurück an den Tresen. Der nächste Tanz würde ihm gehören.
Unbemerkt näherte er sich Hermine, die sich gerade lachend zu Flitwick herunter beugte, damit er ihr einen Kuss auf die Wange geben konnte. Den Blick, den Flitwick dabei auf ihre Oberweite warf, bemerkte sie nicht.
In diesem Moment schob sich Neville an Snape vorbei und stellte sich vor Hermine.
„Hermine, darf ich bitten?“
„Gern, Neville.“
„Longbottom, nehmen Sie Ihre Hände von Miss Granger, der nächste Tanz gehört mir.“

Sowohl Neville, als auch Hermine erstarrten erschrocken und fuhren herum. Ohne weiter zu warten, platzierte Snape ruppig seine Hand an ihrer Hüfte und zog sie eng an sich.
„Professor Snape. Neville war vor Ihnen da. Halten Sie sich nicht für unhöflich, sich so hineinzudrängen?“
„Ich bin unhöflich.“
Seine große Hand schloss sich um ihre kleine und er begann die sich sträubende Hermine über die Tanzfläche zu führen.
„Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich nicht so an Sie pressen würden, Sir. Das ist mir unangenehm.“
„Das ist Ihnen unangenehm, Granger? Und ich dachte, es wäre die Tatsache, dass wir miteinander geschlafen haben.“, raunte er leise.
Empört schnappte Hermine nach Luft. „Was fällt Ihnen ein, das hier zu erwähnen? Los, schreien Sie es doch gleich in der Halle herum.“
Auch Snapes Stimme hatte einen gereizten Unterton angenommen. „Das hatte ich nicht vor, Granger. Und ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie wenigstens halb so freundlich schauen würden, wie bei jedem anderen Trottel, mit dem Sie getanzt haben.“
Hermines Stimme war jetzt ein lautes Kreischen und die Umstehenden drehten sich überrascht um. „Wie können Sie es wagen? Lassen Sie mich sofort los, Sir.“
Verzweifelt und mit zusammengekniffenen Lippen versuchte sie sich loszumachen, doch Snape entlockten ihre Bemühungen nur ein süffisantes Lächeln.
„War‘s das, Granger? Hören Sie auf, sich so lächerlich aufzuführen.“
Sein Grinsen wurde eine Spur gemeiner, als er mit seiner Hand, die auf ihrem Rücken lag, dafür sorgte, dass Hermine noch näher an seinem Körper lag.
Unauffällig rieb er seinen Unterleib an ihr und Hermine spürte seine eindeutige Erregung. Zischend erwiderte sie. „Ach, hat es der werte Herr Professor mal wieder nötig? Bin ich jetzt schon wieder gut genug?“
Um die beiden hatte sich inzwischen eine Traube gebildet und die Schüler und auch die Lehrer beobachteten die Auseinandersetzung interessiert, von den beiden Streitenden unbemerkt.
„Du warst immer gut genug, Hermine. Du hast es nur nie verstanden. Aber jetzt habe ich dich endlich in meinen Händen und du kannst nicht weglaufen.“
„Ich wüsste nicht, wann wir angefangen haben, uns zu duzen. Ich könnte Sie genauso wie das letzte Mal lähmen.“
„Das würdest du nicht wagen.“
Snape hatte seine Augenbrauen zusammengezogen. Beide bemerkten nicht, dass das Lied schon längst vorbei war, viel zu vertieft waren sie in ihren Disput.
„Letzten Endes habe ich die Jagd wohl doch gewonnen, Hermine. Ich halte dich in meinen Händen und du kannst mir nicht entkommen.“
Ohne weiter Zeit zu verschwenden, presste er seine Lippen auf Hermines und nicht nur Hermine schnappte erschrocken nach Luft.
Irritierte Blicke zuckten durch die Halle und Dumbledore lächelte wissend. Er hatte nach der UTZ-Prüfung schon vermutet, dass sich zwischen Snape und Hermine noch etwas abspielen würde.

Langsam schien Snape zurück in die Wirklichkeit zu kommen, denn er löste sich von Hermine, die ihn entgeistert und sprachlos anstarrte. Er richtete sich auf und musterte die entsetzten Schüler um ihn herum.
„Was?“
Der schlechtgelaunte Snape war zurückgekehrt, aber ein Blick auf Hermine, die keinen Muskel bewegt hatte, genügte, um ihn lächeln zu lassen.
„Hermine. Ich glaube, du hast mich etwas falsch verstanden. Du warst für mich kein Mittel zum Zweck. Ich habe etwas länger gebraucht, um es zu begreifen. Aber du bist mir unglaublich wichtig, geht das in deinen sturen Kopf?“
Überrumpelt starrte sie ihn noch immer an und Snape begann, sich im Kreise der Aufmerksamkeit deutlich unwohl zu fühlen. Hatte er sich in Hermines Äußerungen doch getäuscht und etwas falsch verstanden? Dass sie so gar nicht reagierte, verunsicherte ihn zutiefst.
„Du … du meinst das ernst?“
Snape nickte stockend.
„Wirklich?“
„Bei Merlins Unterhose, Hermine. Ja, ich meine es ernst.“
Ein Lächeln breitete sich auf Hermines Gesicht aus und Snape spürte sein Herz aufgehen. Das war das glückliche Lachen, dass er sich den ganzen Abend gewünscht hatte.
Dann fiel sie ihm um den Hals und Snape schloss sie glücklich in die Arme.
Er beugte sich zu ihr herunter und schnarrte ihr ins Ohr.
„Ich wäre dafür, dass wir uns ein wenig zurückziehen. Oder was meinst du?“
Hermine nickte schnell, was Snape wieder ein Lächeln entlockte.
„Und ich erinnere mich an eine gewisse Situation, als du mich ein wenig demütigend in diese Halle begleitet hast. Es ist an der Zeit, mich dafür zu revanchieren.“

Schwungvoll packte er Hermine an der Hüfte und warf sie sich über die Schulter, so dass Hermine halb an seinem Rücken herunter hing.
Verzweifelt bemühte Hermine sich, das Kleid an ihrem Oberkörper zu halten.
„Severus Snape, lass mich sofort los.“
Amüsiert blickte die Schülerschar auf das Paar.
„Wenn du nicht willst, dass alle hier Anwesenden meinen nackten Oberkörper sehen, solltest du etwas ändern.“
Seufzend knöpfte er seine Robe auf, wickelte sie ein und warf sie sich wieder über die Schulter. Absolut eingerollt, konnte sie ihre Arme nicht mehr bewegen und lag nun wie ein Fisch auf dem Trockenen auf ihm.
„Ich habe es dir doch gesagt, Hermine. Ich gewinne jede Jagd.“
„Dann solltest du wohl einen Patronus an Professor Dumbledore schicken, bevor es so endet wie das letzte Mal.“
Sie grinste in seinen Rücken und spürte wie ihr Körper von seinem Lachen geschüttelt wurde.
„Ich glaube, dass Albus meinen Sieg eindeutig bestätigen kann.“
Und ohne weiter auf die schockierten Gesichter zu achten, trug er Hermine aus der Großen Halle.

Snape hatte sie auf direktem Weg in seine Räumlichkeiten getragen und die Tür mit seinem Fuß hinter sich zugestoßen.
Vorsichtig ließ er Hermine von seiner Schulter gleiten und blickte ihr tief und eingehend in die Augen.
Mit der Hand strich er ihr die inzwischen unordentlichen Haare aus dem Gesicht.
„Hermine.“
Ihre Brust hob und senkte sich unruhig, als er mit der Nase durch ihre Haare strich und tief einatmete.
Er hatte angefangen, mit dem Mund und Zähnen an ihrer Kehle entlangzuwandern. Stöhnend ließ Hermine den Kopf nach hinten fallen.
„Ich würde sagen, du schuldest mir noch einen ordentlichen Tanz, Hermine. Vorhin hast du dich ja etwas gesträubt.“
„Aus berechtigtem Grund, mein Lieber.“
Aber Hermine schälte sich aus seiner Robe, die sie noch immer eingehüllt hatte und zog schnell ihr Kleid an die vorherbestimmte Position zurück. Snape konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Meinetwegen hättest du es auch so lassen können.“
Schnaubend blickte Hermine zu ihm auf. „Aber es geht um meine Ansicht.“
Provokativ fuhr sie mit der Zunge an sein Ohrläppchen.
Knurrend packte er sie wieder an der Taille und nahm die Tanzhaltung ein. Ein Schwung des Zauberstabes genügte, um sanfte Musik erklingen zu lassen.
Begehrlich wanderte seine Hand an ihren Po und Hermine schaute ihn amüsiert an.
„Habe ich etwas nicht mitbekommen, Severus?“
Ein warmer Schauer durchrieselte ihn. „Sag das nochmal.“
„Was?“
„Meinen Namen.“
„Severus.“
„Das fühlt sich gut an.“
„Genauso wie das hier?“
Hermine bewegte ihren Po, auf dem immer noch Severus Hand lag.
„Nein, besser.“
Sie tanzten langsam und eng umschlungen und Hermine legte vertrauensvoll ihren Kopf an seine Brust.
„Warum hast du deine Meinung geändert, Severus? Weshalb bist du auf einmal der Ansicht, dass du deine Zeit mit mir verbringen willst? Das letzte Mal wolltest du mich doch nur noch loswerden.“
„Ich war ein Idiot, Hermine. Ich dachte die ganze Zeit, dass du nur etwas Einmaliges wolltest. Erst als ich deine gekränkte Reaktion gesehen habe, wurde mir klar, dass ich falsch lag. Und ich bin ehrlich, Hermine. Du bist wirklich eine fantastische Frau geworden. Hübsch und intelligent. Und außerdem mir nicht abgeneigt. Das findet man nicht oft.“
Hermine lachte leise an seiner Brust.
„Und unsere ganze Streiterei ist im Rückblick nur durch sexuelle Anziehung entstanden. Zumindest von meiner Seite aus. Am liebsten hätte ich dich schon bei deiner Prüfung geküsst. Als ich dich so schön still in der Ganzkörperklammer vor mir stehen hatte, konnte ich mich nur knapp zurückhalten.“
„Dir ist doch klar, dass ich nur selten still bin?“
„Ich werde dich schon zum Schweigen bringen.“
Ganz zärtlich berührte er ihre Lippen mit seinen und registrierte freudig, dass sie die Lippen öffnete. Erneut begann er ihren Mundraum zu erforschen und fuhr mit seinen Händen an ihre Hüften.
Auch Hermine blieb nicht untätig und fing aufgeregt an, sein Hemd aufzuknöpfen. Überrascht zog sich Snape zurück.
„Was tust du?“
„Ist diese Frage ernst gemeint, Severus? Wir haben schon einmal miteinander geschlafen. Aber dieses Mal möchte ich es regelkonform machen.“
„Regelkonform?“
Amüsiert wanderte seine Augenbraue nach oben.
„Ja, Severus. Ich will dich sehen und fühlen. Das letzte Mal war zwar wirklich wundervoll, bis du es versaut hast, aber ich möchte es dieses Mal normal machen. Und jetzt lenk mich nicht ab.“
Mit verkniffener und konzentrierter Miene versuchte sie seine Knöpfe zu öffnen, was Severus wieder ein Schmunzeln entlockte. Er beschloss sie zu erlösen und begann selbst zackig die Knöpfe zu öffnen.
Ehrfürchtig strich Hermine ihm das Hemd von den Schultern und schickte ihre Hände auf Wanderschaft. Sie fühlte seine harten Muskelstränge, die sie so gar nicht bei ihm vermutet hätte. Die zahlreichen Narben, die ihn bedeckten, schienen sie nicht zu stören. Wieder begann sie an seinem Hals zu knabbern und drängte ihren Körper nah an seinen.
Ein kehliges Stöhnen entrang sich seiner Kehle und er ging ein bisschen auf Abstand. Er wollte das hier genießen und sich Zeit lassen.
Blitzschnell packte er Hermine an den Schultern und Kniekehlen, um sie in sein Schlafzimmer zu tragen.

Fest umschlang Hermine seinen Nacken und platzierte viele kleine Küsse an seiner Schläfe und Wange.
Sorgsam stellte er sie vor dem Bett zurück auf ihre Füße. Sein Gesicht vergrub er wieder an ihrem Hals und begann zu saugen, sie als die Seine zu kennzeichnen.
Seine Hände begannen an ihrem Rücken den Reisverschluss zu öffnen und Hermine bog den Rücken durch, um es ihm zu vereinfachen.
Leise raschelnd fiel der Stoff an ihrem Körper herunter und bildete zu ihren Füßen einen blauen See. Unter ihr trägerloses Kleid hatte kein BH mehr gepasst und so stand sie nur noch in Slip, Strumpfhose und High Heels vor ihm.
Sich ihrer fast kompletten Nacktheit bewusst, senkte Hermine ein wenig beschämt den Blick.
Sanft umfasste Severus ihr Kinn und hob ihr Gesicht an. „Du bist wunderschön, Hermine.“
Dankbar lächelte Hermine ihn an und ließ es zu, dass er sie erneut in einen Kuss zog.
Er drängte sie leicht zurück und mit einem überraschten Schrei fiel Hermine nach hinten auf das Bett um. Süffisant lächelnd ging Severus in die Hocke und zog ihr langsam die Schuhe aus, wobei er mit seinen langen Fingern um ihre Knöchel strich. Hermine räkelte sich auf dem Seidenlaken und Severus kroch langsam über sie.
Mit den Händen begann er sich nun ausgiebig Hermines Brüsten zu widmen. Zärtlich reizte er ihre Brustwarze und fuhr genießerisch mit der Zunge darüber.
Hermine atmete zischend ein und vergrub ihre Hände in seinen langen Haaren, um ihn näher an sich heranzupressen. Severus hatte die andere Brustwarze nun in den Mund gesaugt und biss zärtlich hinein.

Wimmernd schaffte Hermine es, Severus von sich wegzudrücken und ihn zu drehen, so dass sie nun schwer atmend, aber grinsend auf ihm saß.
Sie knöpfte seine Tuchhose auf und zog sie ihm langsam über die Hüften. Hervor kam eine, natürlich schwarze, Boxershort, die eine eindeutige Erregung barg.
Mit glänzenden Augen beobachtete Severus, wie Hermine schrittweise auch die Boxershort entfernte. Seine Erregung sprang ihr förmlich entgegen und etwas unbeholfen umschloss sie diese mit ihrer kleinen Hand. Severus umfasste ihre Hand, um ihr zu zeigen, wie es ihm gefiel und Hermine begann ihre Hand langsam auf und ab zu bewegen. Ein erster Lusttropfen trat heraus und ohne lange darüber nachzudenken, schloss sie ihre Lippen um seine Spitze.
„Hermine.“
Seine Stimme war kehlig und seine Hüfte begann ihr unkontrolliert entgegen zu zucken.
„Du solltest aufhören, sonst ist es vorbei, bevor es richtig angefangen hat.“
Er wartete nicht länger ab und rollte sich atemlos über sie. Vorsichtig begann er die Strumpfhose abzustreifen, wobei er Hermines Füßen erneut besondere Aufmerksamkeit widmete. Sie fühlte immer wieder Stromstöße von ihren Knöcheln bis in ihren Unterleib ziehen. Severus beugte sich wieder über ihren Oberkörper und fing an, mit seiner Zunge über ihren Bauch zu fahren. Seine langen Finger glitten unter den Bund ihres Slips und schoben ihn langsam an ihren Beinen hinunter. Dann begann er ihren Intimbereich genauso mit seiner Zunge zu verwöhnen. Er spürte, wie ihr Körper unter ihm bebte, als er auch die Finger zu Hilfe nahm.
„Severus, ich kann gleich nicht mehr.“
„Egal. Wir haben die ganze Nacht Zeit.“
Ein letztes Mal schloss er seine Lippen um ihre Knospe und saugte. Stöhnend kam Hermine zu einem ersten Höhepunkt. Noch bevor sie sich erholt hatte, war Severus mit einem Stoß in sie eingedrungen und zog ihren Orgasmus so in die Länge.
Ihre Fingernägel krallten sich in seine Schultern, als er seinen Rhythmus steigerte. Wieder beugte er sich herunter und küsste sie verlangend.
„Du gehörst zu mir.“
Und mit diesen Worten entlud er sich mit einer Wucht, die auch Hermine erneut über die Klippe springen ließ. Zitternd lagen sie aufeinander, bis Severus sich drehte und sie auf sich zog.
Träumerisch zeichnete Hermine seine Muskeln auf dem Oberkörper nach.
„Das war toll, Severus.“
„Das war nicht nur toll. Das war fantastisch, Hermine. Dir ist bewusst, dass ich dich nie wieder gehen lassen werde?“
„Dann ist ja gut. Ich liebe dich, Severus.“
Severus spürte, wie ihn eine Welle puren Glücks überrollte. Sie liebte ihn. Ihn, den alten Griesgram. Bis vor kurzem hätte er nicht gedacht, dass diese drei Worte wirklich eine so magische Wirkung besäßen. Doch er hatte sich geirrt. Wie in vielen Dingen, die sich in der letzten Zeit ereignet hatten.
Hermine schloss müde die Augen und atmete tief seinen Geruch ein. Severus zog die Bettdecke über ihre nackten Körper und schloss ebenfalls die Augen, darauf bedacht, Hermine nicht los zu lassen.



Glücklich erwachte Hermine und war sofort im Blick tiefschwarzer Augen gefangen. Severus hatte angefangen, mit ihren wilden Locken zu spielen, die sie beide bedeckt hatten.
Sie lächelte und richtete sich auf.
„Wie viel Uhr ist es, Severus?“
„Kurz vor acht.“
„Was? Dann ist ja gleich schon das Frühstück.“
Wie zur Bestätigung knurrte Hermines Magen laut, was ihn lachen ließ.
„Gut, dann sollten wir wohl gleich gehen. Aber ich würde vorschlagen, dass wir zuerst duschen gehen. Wir sehen beide etwas … derangiert aus.“
Zur Bestätigung küsste Hermine ihn auf die Wange. Dann sprang sie eilig auf und rannte in sein Badezimmer. Ächzend machte Severus sich daran, ihr zu folgen.

Hermine lächelte glücklich, als sie spürte, wie Severus hinter ihr unter die Dusche trat. Seine starken Arme zogen sie an seine Brust.
„Severus, wir haben nicht viel Zeit.“
„Na und?“
Sie begannen sich einzuseifen, wobei Snapes Hände immer wieder ganz unabsichtlich in tiefere Regionen glitten. Schnell presste er Hermine mit dem Bauch leicht gegen die Wand und drang von hinten in sie ein.
Er trieb sich hart in sie, so dass Hermine schon nach kurzer Zeit kam. Ihre Kontraktionen schickten auch ihn zum Höhepunkt.
„Severus, wegen dir haben wir noch mehr Zeit verloren.“
„Aber sie war gut investiert.“
Sie traten aus der Dusche und trockneten sich mit einem Zauberspruch. Snape ging zu seinem Schrank und holte frische Klamotten heraus.
„Ähm, Severus?“
„Ja?“
„Am gestrigen Tag war ich nicht wirklich auf so einen Ausgang vorbereitet. Ich habe keine Wechselkleidung mitgenommen.“
Amüsiert kramte Snape eine Hose und ein Hemd hervor und reichte es ihr.
„Soll ich das wirklich anziehen? Dann wird doch jeder wissen-“
„Nach unserem Abgang weiß es sowieso jeder, meine Liebe. Du kannst sie also gerne anziehen.“
Missmutig schlüpfte Hermine in seine Hose. Sie war ihr viel zu lang und Snape kürzte sie mit einem Zauberspruch.
„Ich hätte die Hose trotzdem gerne wieder in ihrem ursprünglichen Aussehen.“
„Natürlich.“
Sie griff sich das Hemd, gab ihm aber keine Chance einzugreifen und verwandelte es selbst in eine eng anliegende Bluse. Dann passte sie seine Hose an ihre Bedürfnisse an, so dass sie nicht länger wie ein Sack an ihr herunter hingen.
„Lass uns gehen.“
Er verschränkte seine langen Finger mit ihren und gemeinsam verließen sie die Kerker.

Vor der Großen Halle blieben sie stehen.
„Ich weiß nicht, ob ich das kann, Severus.“
Ihre Hand zuckte nervös in seiner.
„Natürlich kannst du das, Hermine. Du bist eine Gryffindor und willst mir doch wohl jetzt nicht erklären, dass du Angst hast.“
Hermine schüttelte panisch den Kopf.
„Meine Güte, du bist über ein Geländer gesprungen, nur damit ich dich nicht erwische. Dann kannst du wohl auch jetzt erhobenen Hauptes durch die Halle gehen.“
Er ließ ihr die Zeit noch ein letztes Mal tief durchzuatmen und öffnete dann die Tür.
Snape musste sie halb hinter sich herziehen. Die versammelten Schüler starrten das Paar entgeistert an und es wurde unnatürlich still. Nur die ehemaligen Siebtklässler und Lehrer lächelten wissend.
Ein Pfiff ertönte und Hermine hatte das Gefühl, dass er aus Harrys und Rons Richtung kam.
Hermine lief knallrot an und senkte den Kopf. Snape ließ sich nicht beirren und zog Hermine weiter zu ihrem Platz am Gryffindortisch.
„Warte auf mich. Ich hole dich ab, wenn wir beide fertig sind.“
Ein letzter Kuss auf ihren Kopf und er ging weiter zu seinem Platz.
Mit noch immer hochrotem Kopf begann Hermine, sich etwas vom Frühstück auf den Teller zu laden und schlang es eilig herunter.
Die Schüler schienen sich wieder gefangen zu haben, denn Gelächter, Geklatsche und Gejohle ertönte.
Harry und Ron klatschten ihr auf die Schulter.
„Da hast du aber einen Fang gemacht, was?“
Leicht grinsend hob Hermine den Kopf. „Es war ja auch eine Jagd, Jungs. Und ich habe gewonnen.“





Lange, über Jahre hinweg, hatte Snape mit dieser Entscheidung gehadert, bis er sich letztendlich doch auf seine Liebe besann.
Er blickte erneut in Hermines rehbraune Augen, die ihn überrumpelt anstarrten.
„Hermine Jean Granger, erfülle mir die größte Ehre, die ich mir vorstellen kann und werde meine Frau.“
Unsicher ging er in die Knie, holte er das kleine Schächtelchen heraus und klappte es auf.
Hermine erblickte einen schlichten silbernen Ring, der einen einzelnen kleinen Diamanten einfasste. Überwältigt presste Hermine ihre Hand auf den Mund und Tränen traten ihr in die Augen.
„Nun sag doch was.“
Snapes Stimme war ein Knurren, das seine Unsicherheit überspielen sollte. Dass Hermine nicht reagierte, nahm er als schlechtes Zeichen. Als sie seinen finsteren Blick bemerkte, brach sie in ein helles Lachen aus. Gekränkt zuckte Snape zurück. Fand sie seinen Antrag so lächerlich?
„Ja, Severus. Natürlich. Ja, ja und nochmal ja.“
Glücklich und noch immer Freudentränen weinend warf sie sich ihm um den Hals.
Dankbar küsste sie jede Stelle seines Gesichtes, die sie erreichen konnte.
Snape griff nach ihrer kleinen Hand und schob ihr breit grinsend den Verlobungsring über den Finger.
Dann stand er auf und zog sie eng an sich. Verlangend presste er seine Lippen auf ihre.

Heftig atmend brachen sie auseinander und Snape konnte es sich nicht nehmen lassen, in ihr Ohr zu schnarren.
„So, Miss Granger. Sagen Sie mir noch einmal, dass ich diese Jagd nicht gewonnen hätte. Ich halte Sie hier in meinen Armen und wir werden heiraten. Sie werden mir nie wieder entkommen.“
Hermine verschloss seine Lippen zu einem weiteren Kuss.
„Da ist sich der Professor sehr siegessicher. Aber ich kann mich an eine Situation erinnern, in der der werte Professor Snape mich angebrüllt hat und mir sagte, dass er niemals vor mir auf die Knie gehen würde. Meiner Ansicht nach habe ich also gewonnen, mein Lieber.“
Snape schnappte empört nach Luft. Daran hatte er gar nicht mehr gedacht. Doch dann begann er wieder glücklich zu lächeln.
„Du bist und bleibst eine Hexe, Hermine. Aber du bist ganz allein meine Hexe. Also werde ich dir großzügigerweise den Glauben lassen, dass du gewonnen hast.“
Hermine schloss lachend die Arme um seinen Hals.
„Wie du meinst, Severus. Aber wie auch damals habe ich den Sieg davongetragen. Da kannst du behaupten, was du willst.“
Bevor er widersprechen konnte, legte sie ihm einen Finger auf die Lippen.
„Nein, Severus. Still. Ich finde, wir sollten die Zeit besser nutzen. Und gerade der Anlass ist für mich sehr verlockend.“
Flink machte sie sich ans Öffnen der zahlreichen Knöpfe und Snape beobachtete sie schmunzelnd.
Sie war wirklich eine Hexe. Seine Hexe. So glücklich wie in diesem Moment war er das letzte Mal gewesen, als Hermine ihm gesagt hatte, dass sie ihn liebte. Sie hatte wirklich vor, den Rest ihres Lebens mit ihm zu verbringen.
Er richtete sich auf und warf sich Hermine wieder über die Schulter, um mit ihr ins Schlafzimmer zu gehen.
„Severus Snape. Ich dachte, ich hätte mich schon das letzte Mal klar ausgedrückt, wenn es darum geht, von dir so durch die Gegend getragen zu werden.“
„Ich fand das Resultat damals aber sehr angenehm, Liebste. Das kann man wiederholen.“
Lachend ließ Hermine sich ins Schlafzimmer entführen. Snape warf sie auf das Bett und beugte sich mit warmen Augen über sie.
„Ich liebe dich, Hermine.“
„Ich dich auch, Severus. Auch wenn du, mit Verlaub, ein arroganter Arsch bist.“
Grinsend beobachtete Hermine, wie Snape mit raubtierhafter Eleganz begann, über sie zu kriechen und mit den Händen über ihren Körper zu streichen.
„Miss Granger, Ihr Tonfall gefällt mir gar nicht. Von Ihrer Aussage ganz zu schweigen. Eine Strafarbeit ist meiner Meinung nach angemessen.“
Er rieb seinen Unterleib an Hermine, die seinen Kopf wieder zu einem Kuss herabzog. Beide hatten nicht so schnell vor, sich voneinander zu lösen.