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★Lυllαby ★

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Familie / P12 / MaleSlash
Dr. Helen Magnus Nikola Tesla
12.03.2015
22.04.2015
26
67.876
6
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17.04.2015 3.059
 
Eine Welt brach kurzzeitig für den Ursprungsblutträger zusammen.
Es fühlte sich in etwa so an, als hätte man ihm mit voller Wucht einen Dolch durchs Herz gerammt.
"Reiß dich zusammen! Das ist immer noch Ari! Gut, sie weiß momentan nicht, wer ich bin und was passiert ist, aber vielleicht kommt ihr Erinnerungsvermögen ja wieder zurück. Sie lebt und braucht mich jetzt! Das ist alles, was zählt. Ich muss sie hier raus und in Sicherheit bringen." konzentrierte er sich auf die Fakten.
Sicher trat er auf die Kleine zu, wischte sich mit seinem Ärmel das Blut seiner Widersacher und von dem toten Killer vom Gesicht (er hatte dieses zugegeben furchteinflößende Detail fast vergessen) und kniete sich schließlich langsam neben sie.
Geduldig wartete er, bis sie mit tränennassen, kastanienbraunen Seelenfenstern zu ihm auf sah.
"Süße, ich weiß, dass du Angst hast und dass das höchstwahrscheinlich sehr verwirrend für dich sein muss. Aber ich glaube, ich kann dir helfen. Hier, siehst du! Das hast du gemalt."
Der Physiker zog jene Zeichnung aus seiner Jackett-Tasche hervor, welche er vor ein paar Tagen mitgenommen hatte, faltete das Papier auseinander und reichte es der Jüngeren.
Vorsichtig nahm sie das Bild aus seinen Händen und studierte es eingehend.
Instinktiv, strich sie mit ihren Fingerspitzen die Umrisse der mit Bunstift gezeichneten Personen nach.
"Niko, ... Helen, ... Mommy, ... Ich...", las das intelligente Kind die darauf verewigten Namen vor.  
Unwillkürlich schien es in ihrem Gehirn zu arbeiten.
Es war fast so, als käme ihr die Zeichnung bekannt vor.
Oder als versuchte sie zumindest, sich fieberhaft zu erinnern.
Ari war verständlicherweise noch immer sehr aufgewühlt.
Sie hielt dem Genie nach zwei Minuten das Blatt Papier hin.
Dann musterte sie ihn schweigsam, kraftlos und mit großen, verweinten Augen.
Ihr kompletter Körper schmerzte unangenehm und fühlte sich tonnenschwer an.
Der Geräuschpegel, welcher hinter der Tür an ihre Ohren drang, jagte ihr einen eiskalten Schauer über den Rücken.
Sirenengeheul, Schüsse, qualvolle Schreie, schwere Schritte, animalisches Gebrüll.
Der weiße, sterile, unfreundliche Raum, in dem sie sich befand, machte es nicht gerade besser.
"Hör mal, ich will dir nichts tun! Ich bin ein Freund und möchte dich nur in Sicherheit bringen.Nach Hause, okay, Prinzessin?" legte er ihr nochmals die Sachlage dar.
Der Erfinder, welcher nun auf ihrer Höhe war, lächelte sympathisch und streckte ihr daraufhin wohlwollend seine offene Handfläche entgegen.
Zunächst zögerte die kleine Lady noch.
Doch ihre innere Zerrissenheit, die Furcht und Zweifel, lichteten sich augenblicklich, als eine infernalische Explosion, welche ganz in der Nähe ihren Ursprung haben musste, das ganze Stockwerk, die Wände und den Boden erzittern ließ.
Das Kleinkind schrie schreckhaft auf.
Ihre Atmung und der Herzschlag, beschleunigten sich sofort.
Sie drohte, kaum dass sie sich gerade mühsam erhoben hatte, von dem gewaltigen Erdbeben heftig ins Wanken geraten, erneut hinzufallen.
Zwei lange,starke Arme, umschlangen reflexartig ihren Leib und hielten sie fest.
Als nächstes wurde sie an eine gestählte, männliche Brust gedrückt.
Das exotische Parfum, welches nach Zimt und Nelken roch, wehte ihr sogleich merkwürdig vertraut um die Nase.
Wärme.
Ein weiteres Herz, welches nah an dem ihren klopfte.
Weiche Hände, die sanft und überaus beruhigend, über ihr Haar und den Rücken wanderten...

Automatisch krallten sich ihre Finger in sein Hemd.
Verstört und mit schlotterndem Körper, vergrub sie ihr Antlitz zaghaft an seiner Schulter.
"Alles okay bei dir?" erkundigte sich der schick gekleidete, eigenwillige Mann mit dem frech-abstehenden, pechschwarzen Haar und der schlanken, muskulösen Gestalt, bei dem Sprössling.
Ohne ihn anzusehen, nickte sie.
"Müde! ... Mein Kopf tut weh! ... Angst!" jammerte der Schützling in weinerlichem Tonfall.
Sie stand kurz davor, erneut die Kontrolle über sich zu verlieren und wagte es daher nicht, ihn loszulassen.
Seine Nähe und die in diesem Moment so guttuenden Berührungen, gaben ihr Sicherheit.
Ein liebevoller, tröstlicher Kuss, wurde ihr plötzlich von dem Erwachsenen auf den Scheitel gehaucht.
"Versuch ein bisschen zu schlafen, Liebes! Mach ruhig die Augen zu. Du brauchst keine Angst zu haben. Ich pass auf dich auf. Wir gehen jetzt und dann kümmere ich mich um dich, okay? Dir wird's bald wieder besser gehen. Das verspreche ich dir!" säuselte Tesla beschwichtigend und mit einer engelsgleichen Stimme.
Auf einmal waren ihre Bedenken bzgl. des Fremden wie weg geblasen.
Jemand der sie so behandelte und mit ihr redete, konnte einfach nicht böse sein oder ihr schaden wollen.
"Okay...", plapperte das Kleinkind leise nach, legte ihren Kopf erschöpft bei ihm ab und schloss vollkommen erledigt die Lider.
Nach einer Weile, ebbte das Zittern und die Furcht ein wenig ab.
Mit einem Mal, war ihr alles egal.
Sie wollte nur noch weg von hier und endlich eine Runde schlafen.
"So ist's gut, mein Engel. Schlaf. Du hast so viel durchmachen müssen... Aber das wird schon wieder! Dafür werde ich sorgen!"
Vorsichtig näherte sich der Serbe, mit seiner angeschlagenen Tochter im Arm, der Tür.

Beschützerisch hielt er den inzwischen halbwegs schlummernden Wonneproppen fest und lugte mit Argusaugen um die Ecke.
Der Hobby-Pianist wusste, dass er nun auf der Hut sein musste.
Er konnte sich mit ihr im Arm nicht wirklich verteidigen oder gar kämpfen.
Doch zum Glück, hatte er den einzigen Weg, durch den er auch gekommen war, von jeglichen, bewaffneten SCAS&H Corporation Mitgliedern gesäubert.
Nikola war froh, dass das Mädchen immer mehr wegzudriften schien.
Er wollte sie nicht schon wieder mit Waffen, Gewalt, Blut und Toten konfrontieren.
Das hatte sie einmal mitmachen müssen (obwohl sie sich jetzt scheinbar nicht mehr daran entsinnte) und es nur schwer verkraftet.
Nochmals wollte er ihr diesen Alptraum ersparen.
Mit unmenschlicher Geschwindigkeit, durchquerte er den ellenlangen Korridor.
Das schrille, alarmierende Heulen, war inzwischen verschwunden.
Wahrscheinlich hatte es endlich jemand deaktiviert.
Gerade als er an nun leeren Abnormenkäfigen und Gehegen vorbei eilte, erregte ein bekannter Geruch seine Aufmerksamkeit.
Erleichtert, drosselte er sein Tempo, als ihm auch schon eine Unzahl an uniformierten Sanctuary-Mitarbeitern entgegen kam.
Allesamt bewachten sie den Flur oder halfen den armen, eingesperrten Kreaturen.
"Hey! Da sind Sie ja endlich! Hab mir schon Sorgen gemacht. Ich..."
Der Werwolf hielt abrupt inne, als er das kleine, schwarzhaarige Geschöpf mit dem hellen Teint erblickte, welches sich eng an den Weintrinker angeschmiegt hatte.
"Oh mein Gott! Ihr Kleid... das viele Blut... Ist das auch eine der hier festgehaltenen Abnormen? Was ist mit ihr? Ist sie...?" stammelte er hektisch und aufgeregt.
Gerade als der Sanguine Vampir das Wort ergreifen wollte, bog die kesse, in Mumbai geborene Kreaturen-Hüterin um die Ecke.
Sie gesellte sich mit ebenfalls geschockter und mitleidiger Miene zu ihnen.
Anschließend gab sie in etwa dasselbe, wie ihr Kollege von sich.
Mit genervtem Gesichtsausdruck, seufzte der angesprochene Adamssohn.
Er rückte die Kleine auf seiner Taille zurecht und führte seinen freien Zeigefinger, mit einer unmissverständlichen Geste, an die Lippen.
"Schhht! Sie hat viel durchgemacht und hat Schmerzen. Es ist nicht ganz so schlimm, wie es aussieht. Die Kleine ist ein ganz normales Kind. Und ja, sie wurde gegen ihren Willen hier festgehalten. Ist kompliziert... Sie braucht Ruhe und sollte schlafen. Ich wäre euch also dankbar, wenn ihr eure Klappe halten und leise sein würdet! Es sei denn, ihr wollt, dass sie aufwacht?" antwortete er bestimmt und in einem gedämpften Tonfall.
Beide schüttelten mit dem Kopf.
"Verflucht! Diese Leute sind echt krank! Sie ist wirklich süß. Armes Ding!" kam es von Kate, welche ihre Hand ausstrecken und die Wange des ehemaligen Wirts berühren wollte.
Der Gelehrte vereitelte die Tat und funkelte sie finster an.
"Nicht anfassen!"
Ein verächtliches, unverständliches Schnauben, kam von Freelander.
"Alter, ich tu ihr schon nicht weh! Was ist denn mit Ihnen los? Sie spielen sich ja auf, als wären Sie ihr Vater!"
Ari regte sich plötzlich.
Sie stöhnte kurz, drehte ihr Antlitz auf die andere Seite und kuschelte sich fester an den warmen Adoniskörper.
Ihr Brustkorb hob und senkte sich gleichmäßig.
Zärtlich strich ihr der Ältere einige Haarsträhnen hinters Ohr.
Ein exorbitantes, breites Grinsen, legte sich dabei auf das Gesicht der beobachtenden Zufluchts-Mitarbeiterin.
"Wo ist Dianna? Hat man sie schon gefunden?" wandte er sich nun an das Technik-Ass und beachtete Kate nicht länger.
Ein verneinendes Kopfschütteln folgte.
"Sie ist wie vom Erdboden verschluckt.Unsere Leute haben sehr penibel alle Stockwerke durchkämmt und konnten sie trotzdem nicht aufspüren. Keine Ahnung, wo diese Schreckschraube ist! Wenn wir Pech haben, konnte sie fliehen. Vielleicht ist sie schon längst über alle Berge!? Zuzutrauen, wäre es ihr. Das Gebäude ist riesig und es gibt etliche..."
Noch bevor das Computergenie zuende sprechen konnte, ertönte ein ohrenbetäubender Knall.
Abermals erzitterte der Untergrund und die Wände.
"Oh, das ist nicht gut! War das etwa schon wieder eine...?"
"Ich würde sagen, wir sollten machen, dass wir hier raus kommen!"
"Ach! ... Was du nicht sagst!?"
Während die beiden Sanctuary-Angestellten noch lautstark miteinander diskutierten, sich nervös umschauten und sicherheitshalber in Deckung gingen, reagierte das schlaue Physikgenie.
"Raus hier! Ich glaube, der ganze Laden fliegt bald in die Luft. Möglicherweise sind das Bomben!"
Augenblicklich gab die junge, dunkelhaarige Frau den Befehl.
Sie zögerte keine Sekunde länger.
"Abrücken, Männer! Schnappt euch jeden Abnormen, der nicht selbst laufen kann und dann alle raus hier!  Sofort!" teilte sie den Trupps über Funk mit.
Keine zwei Minuten später, nahmen alle Beteiligten die Beine in die Hand und stürmten zu den Ausgängen des unterirdischen, mehrstöckigen Unterschlupfs.

Nikola rannte mit Ari in seinen Armen los.
In dem vorletzten Korridor angekommen, überschlugen sich plötzlich die Ereignisse.
Eine meterhohe Feuersbrunst, versperrte ihnen von einer Seite aus den Weg und grau-schwarze, dichte Nebelschwaden, erschwerten auch noch die Sicht.
Der eigentlich geradeaus weiterführende Rettungsweg, war unüberwindbar verschüttet.

Anscheinend war der Teil des Gebäudes, mittels C4-Sprengstoff weggesprengt und zum Einsturz gebracht worden.
Überall lag Schutt, in Form von Glassplittern, Holz und andere kaputte Einrichtungs- oder Dekorationsgegenstände.
Die einzige, alternative Stahltür, direkt zu ihrer rechten, welche zum Treppenhaus führte, war mit Dellen übersät aber trotzdem fest, mittels eines Codes, den man in einer dafür vorgesehenen Vorrichtung, welche in der Wand eingelassen, jedoch restlos bei dem Angriff zerstört wurde, eingeben musste, verschlossen.
"Die ist eindeutig zu! Und da kommen wir auch nicht raus! ... Shit! Was machen wir jetzt?" fragte die Abnormen-Retterin mit dem dunklen Teint und blickte panisch in die Runde.
Hitze schlug allen Anwesenden drückend entgegen.
Das Atmen war ebenfalls, aufgrund des Rauchs überall, erschwert worden.
Der Jüngling mit dem Werwolfgen inspizierte den Funken sprühenden, defekten, fast bis zur Unkenntlichkeit verkokelten, elektrischen Mechanismus.
"Tja, das Gehäuse, die Tasten und die Kabel sind hin! Ich kann mich leider nicht nochmal reinhacken, um das Problem zu lösen."
Insgesamt waren sie fünfundzwanzig Leute. Alles bewaffnete, in diesem Fall nutzlose Agenten und acht Abnorme. Jedoch waren diese weiterhin stark von den zuvor verabreichten Drogen beeinflusst, welche ihre individuellen Fähigkeiten unterdrückte.
Ausserdem schienen sie zu ängstlich und verletzt (einige von ihnen konnten sich kaum auf den Beinen halten oder mussten von mehreren Personen getragen werden), als dass sie hätten hierbei helfen können.
"Zurück, können wir nicht mehr! Das wäre eine Sackgasse!" rief einer der Kreaturen-Helfer, welcher eines der speziellen Geschöpfe, mit einem zweiten Freund stützte.
Früher oder später, würden sich die orangeroten Flammen erbarmungslos ausbreiten.
Der fensterlose, größtenteils unterirdisch gelegene Bunkerkomplex, würde sich schon bald in einen gigantischen Räucherofen verwandeln.
Sie waren gefangen und saßen unweigerlich in der Falle...
Der Vampir seufzte schwer und ließ sein Augenmerk aufmerksam durch den Raum wandern.
Irgendwie musste es doch einen Weg hier raus, an die rettende Oberfläche geben.
Er überlegte angestrengt.
Auf einmal riss ihn ein festes, von den gefährlichen Rauchschwaden ausgelöstes, kindliches Husten, aus seinen derzeitigen Gedanken.
Die schwarzhaarige, junge Evastochter, strampelte, noch immer mit geschlossenen Lidern, wild mit den Beinchen.
Ihr Körper bewegte sich jetzt etwas in seinen Armen.
"Mist! Sie darf nicht noch mehr von diesen Dämpfen einatmen. Sonst kriegt sie noch eine Vergiftung. Ausserdem wird es hier allmählich immer ungemütlicher. Nicht mehr lange und die Flammen werden überall sein. Ich muss mir schleunigst was einfallen lassen!" schoss es ihm besorgt durch den Kopf.
Schließlich kam ihm eine Idee.
"Hier, halt mal! Alle zurück! Mister Foss, ich sage es nicht gern, aber ich brauche erneut ihre Hilfe!" entgegnete der Erfinder mit sicherklingender Stimme.
Er hob den Leib der Vierjährigen hoch und übergab sie vorsichtig an die Inderin.
Das Kleinkind war erschöpft.
Jedoch öffnete sie schlagartig ihre Augen, als sie bemerkte, wie sich zwei fremde Hände um ihren Körper legten.
Protestierend fing sie an zu zappeln, streckte ihre rechte Hand nach dem Nobelpreisträger aus und gab dann ein unzufriedenes, ängstliches Klage-Gewimmer von sich.
"Schon gut, Herzchen. Ich nehm dich gleich wieder. Muss nur noch schnell was erledigen. Bleib schön brav bei Tante Kate, okay?"
Der Erwachsene wuschelte seinem Mündel ein letztes Mal väterlich durchs rabenschwarze Haar, zwinkerte ihr zu und entfernte sich.
Die Haltung der Heranwachsenden entspannte sich auf einmal.
Freelander bemerkte, wie sie sich folgsam an sie anlehnte und sich kleine Finger in ihre kugelsichere Weste krallten.
"Keine Angst. Ich tu dir nichts, Süße!" murmelte die Ältere und strich ihr wie zur Bestätigung, sanft über die Wange.

"Okay, also, was machen wir?" wollte Henry von dem über 150-Jahre alten Herrn wissen und musterte ihn neugierig.
Alle um sie herum stehenden Leute, hielten nun wie vereinbart, einen ausreichenden Sicherheitsabstand ein.
"Siehst du die große Delle hier? Die Explosion hat eine gewaltige Druckwelle ausgelöst und die erste, stabilste Schicht beschädigt. Wenn du genau hin siehst, ist auf der linken Seite des Türblatts, in der Nähe des Scharniers, ein minimaler Riss. Deine Augen werden das vermutlich nicht sehen, aber meine schon. Wenn wir das richtig anstellen, können wir diesen erweitern. So lockert sich im besten Fall nicht nur das dahinter befindliche Material, sondern auch das Scharnier. Da das leicht verbogen ist, hoffe ich, dass wir es mit einer Hebelbewegung ganz rauskriegen und so die Bolzen lösen können. Heinrich, wir werden uns jetzt mit unserer ganzen Stärke, abwechselnd gegen diese Tür werfen! Sieh zu, dass du die Stelle hier triffst!" erklärte ihm der Unverwundbare den Plan und deutete auf den besagten Punkt.
Die Augen des HAP weiteten sich.
"Das schaffen wir niemals! ... Aber bereit, wenn Sie es sind!" erwiderte er, seufzte und nahm seine beeindruckend-starke Werwolf-Form an.
"Wir müssen! Jetzt sei mal kein Baby, Konzentrier dich und gib alles! Andernfalls reiß ich dir...", spornte ihn der andere an.
"Jaja, den Kopf ab! Ich weiß. Lassen Sie sich doch ruhig mal was Neues oder Originelleres einfallen!" brummte das Technik-Ass und machte sich bereit.
Ein freches Grinsen legte sich auf das Gesicht des Sanguine Vampirs.
"Ich versuch dich nur zu motivieren. Das scheint mir der einfachste Weg zu sein."
"Sie drohen mir, echt jetzt!? Was ist aus Lob, aufmunternden Worten oder dem altbewährten Schulterklopfer geworden?"
"Ist nicht so mein Ding. Wär's dir lieber, wenn ich von Erika anfangen würde?"
Kaum dass der Name seiner, zu Hause auf ihn wartenden Freundin gefallen war, setzte sich der Wolf-Abnorme in Bewegung.
Mit der ganzen Kraft, die die beiden Männer in ihrem Verwandlungszustand aufbringen konnten, stemmten sie sich abwechselnd gegen die Tür.

"Okay, ich nehm alles zurück! Sie sind ein verdammtes Genie!" entwich es dem Comicfan keuchend, welcher heilfroh und erleichtert dabei zusah, wie die Stahlbolzen aus dem nun vollends gelockert und verbeulten Scharnier herausfielen. Die systematisch auseinander genommene, stark verbeulte Tür, fiel kaputt und mit einem lauten Knarren, vor ihnen zu Boden.
Die Marmorstufen, des dahinter befindlichen Treppenhauses, wurden jetzt sichtbar.
"Auf geht's! Gehen wir!"
Nikola verließ als letzter den brennenden und nun immer mehr überhitzten, qualmenden Raum.
Er schickte seine Freunde, die restlichen Abnormen und die anderen Helfer selbstlos vor.
Gerade als er mitansah, wie alle die Stufen hinunter gingen, sich vor dem rettenden Ausgang versammelten und von Henry, Declan (ja, der Londoner-Sanctuary-Leiter und seine Leute, waren auch mit von der Partie) und Bigfoot, welche bereits zu Hilfe kamen, abgeholt und hinaus begleitet wurden, fiel ihm ein entscheidendes Detail auf.
Kate und Ari fehlten!
"Aber wie? Was? Wo? Sie sind doch eben noch an mir vorbei gelaufen!" erinnerte er sich verwirrt.
Nackte Angst und Panik, stiegen in dem Serben hoch.
"Hilfe!" kreischte eine ihm nur allzugut bekannt vorkommende Stimme, direkt über ihm.
Aus dem Augenwinkel heraus, erkannte er, wie jemand durchs Treppenhaus, bis ganz nach oben, aufs Dach flüchtete.
Wie vom Teufel besessen, jagte Tesla die Treppen hinauf.
Als er die oberste Etage erreicht hatte, fand er seine junge Kollegin, kreidebleich und mit schmerzverzerrtem Gesicht vor.
Sie lag auf dem Boden und presste ihre Hand fest auf die linke Seite ihres Oberbauchs.
Dunkelrotes, warmes Blut, lief ihr von dort über die Finger.
"Kate! Was...?"
Vorsichtig verhalf er ihr in eine sitzende Position, sodass sie sich an der Wand anlehnen konnte.
Die in Mumbai geborene Kreaturen-Hüterin, biss tapfer die Zähne zusammen.
Sie schluckte schwer und holte angestrengt Luft.
"Da waren zwei ganz in schwarz gekleidete Männer und eine blondhaarige Frau. Es tut mir leid, sie hat uns irgendwie abgepasst und gewartet, bis die Luft rein war. Dann hat sie uns hier hoch gezwungen und mit sich geschleift. Ich hab mich natürlich gewehrt. Die Typen, haben sich beide 'ne Kugel von mir eingefangen. Sie dürften nicht so weit gekommen sein. Die Blonde trägt ein Messer. Sie hat auf mich eingestochen, die Kleine entführt und ist auf's Dach rauf geflüchtet."
Rasende Wut überkam ihn.
Die Eingeweide des Hausbesitzers zogen sich unangenehm zusammen.
Unweigerlich ballte er seine Hände zu Fäusten, während sich seine Iris zu dem düsteren, unheilverkündenden Schwarz verfärbte.
"Gehen Sie und schnappen sich dieses hinterlistige Miststück! Verpassen Sie ihr bitte einen Arschtritt, den sie so schnell nicht vergisst!" zischte Freelander gepeinigt und stocksauer.
Der ehemalige Oxford-Student dachte an das Opfer, welches Dakara für das kleine Mädchen gebracht und an das Versprechen, welches er Helen gegeben hatte.
Es durfte nicht alles umsonst gewesen sein.
Er nickte, gab den Unten-Stehenden schnell vom Geländer aus Bescheid und stürmte ungehalten durch die vor ihm befindliche Tür.
Zwei Namen, gingen ihm wie eine hängen geblieben Abspielkassette, immer wieder durch den Kopf.
"Ari und Dianna!"
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