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★Lυllαby ★

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Familie / P12 / MaleSlash
Dr. Helen Magnus Nikola Tesla
12.03.2015
22.04.2015
26
67.876
6
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09.04.2015 2.023
 
"Okay, es läuft folgendermaßen, Arschloch: Du sagst mir genau, wohin meine beiden Freundinnen verschleppt wurden und im Gegenzug dafür, werde ich dich nicht qualvoll krepieren lassen, kapiert?"
flötete Nikola mit einer dunklen, nicht menschlich klingenden Stimme.
Er hatte sich über einen von ihm zuvor niedergeschlagenen Mann gebeugt.
Einen von Ramóns und Diannas schwarzgekleideten Handlangern, welcher entwaffnet und mit mittelschweren Verletzungen, kampfunfähig im Hausflur lag.
"Bitte, ... ich habe Schmerzen! Ich weiß nichts!" flehte der am Boden Liegende, welcher sich seinen gebrochenen linken Arm hielt und so gut wie überall am Oberkörper und im Gesicht, von blutigen Wunden und Kratzern übersät war.
Angst und Schmerz, stand in seinen Augen, welche kurz davor waren, sich mit Tränen zu füllen.
Er biss sich gequält auf die Lippe und stöhnte schwerfällig.
"Falsche Antwort, Leslie!" fauchte der Ursprungsblut-Träger, bleckte seine spitzen Fangzähne und leckte sich über das blutverschmierte Zahnwerk und die purpurroten Lippen.
Diese simple Tätigkeit, jagte dem eh schon verängstigten Söldner, welcher die rabenschwarze, düster verfärbte Iris des Vampirs beäugte, einen eiskalten Schauer über den Rücken.
Ungeduldig und auf einschüchternde, grobe Weise, packte er den Verhörten, schnürte ihm mit einer Hand um den Hals die Luft ab und drückte ihn anschließend fest gegen die Hauswand.
Der Serbe verschätzte sich etwas mit seiner Kraft.
Ein großes Loch bildete sich dort, wo das Haupt des Jungen den Putz berührte.
Ganze zwei Wandschichten wurden in einer sekundenkurzen Druckwelle durchstoßen.
Der Kopf des Jüngeren, welcher peinvoll aufschrie, blutete stark.
Benommen heulte er auf und fixierte die vernichtende, monsterhafte Schwärze, welche in den sonst kobaltblauen Seelenfenstern des Genies stand.
"Ups! Tschuldige, das hatte ich eigentlich nicht geplant. Wie du siehst, solltest du mich lieber nicht reizen oder unnötig aufregen! Also, ... ich warte! Den Aufenthaltsort, SOFORT!"
Der eindeutig Unterlegene, schnappte angestrengt nach Luft.
Transparente Tropfen, liefen ihm jetzt ungehindert über die Wangen und vermischten sich mit Dreck, Schweiß und Blut.
Er stand kurz davor, zu ersticken.
Teslas Griff wurde immer fester und zerquetschte ihm währenddessen die Kehle.
Höllenqualen beutelten ihn.
Wogen der Pein explodierten und fuhren dem Schwarz-Träger wie elektrische Schläge, durch den malträtierten Leib.
"Okay, ... Okay, ... ich... sag's... dir!"

Der Nobelpreisträger packte, ohne weitere Zeit zu vergeuden, eilig seine Tasche.
Als er von den neuen Erkenntnissen aufgestachelt, von der Küche durchs Wohnzimmer lief, fiel ihm das Blatt Papier auf, welches aus der letzten Seite des Malbuchs herausgetrennt und umgedreht worden war.
Zuerst wollte er es ignorieren und sich weiter seinem momentanen Treiben widmen, doch die Neugierde siegte letztlich.
Der Schwarzhaarige bewegte sich langsam auf den Glastisch zu und warf einen interessierten Blick auf Aris Zeichnung.
Sein Herz drohte auszusetzen.
Er rang betroffen und angestrengt um Fassung, als er sah, was die Kleine da, vor wenigen Stunden noch unbeschwert, gemalt hatte.
Das Bild zeigte drei Personen: Einen Mann (welcher eindeutig ihn darstellen sollte) und eine Frau mit langen, braunen Haaren, die eine kleinere Gestalt an den Händen hielt.
Darüber war ein großes, rotes Herz gezeichnet worden.
Über den Köpfen, standen zuordnend die Namen:
"Niko, Helen und Ich".
In der oberen, linken Hälfte, war eine weitere Frau mit langen, schwarzen Haaren, lila Schnörkeln und einem Heiligenschein verewigt worden.
Es sah so aus, als würde sie auf einer Wolke sitzen.
"Mommy", lautete die Bezeichnung, welche dem Engel galt.
Eine ganze Zeit lang, starrte er gedankenverloren das bunte, süße Kunstwerk an.
Seine Finger strichen andächtig über das Papier und fuhren sorgsam die Umrisse der Figuren nach.
Schließlich faltete er das Blatt vorsichtig zusammen und steckte es in die Tasche seines Jacketts.
Dann verließ der Erfinder das Anwesen, stieg in sein Auto ein und machte sich entschlossen auf den Weg.

"Danke für den Code. War doch gar nicht so schwer, oder? Sie haben das wirklich gut gemacht, Schätzchen." lobte sie Whitrows.
Die einst in Oxford studierende, kluge Dame, schenkte ihrer Gegenspielerin einen verachtenden Blick.
Sie war noch immer eisern an den Stuhl gefesselt.
Im Stillen fragte sie sich, wie viel Zeit wohl schon vergangen war.
Es gab keine Uhr, die ihr die Sache erleichtert hätte und auch die künstlichen, fensterlosen Lichtquellen, waren dabei nicht sonderlich hilfreich.
Allmählich quälten sie Hunger, ein schrecklicher Durst und Wasser lassen, würde sie vermutlich auch bald müssen.
Ihre Glieder und der Kopf schmerzten.
Sie wollte dringend hier raus!
Jede Sekunde, die sie mit der blonden Geschäftsführerin verbrachte, war eine Qual.
Ein Glück leidete sie nicht an Klaustrophobie.
Der Raum war verhältnismäßig einfach zu klein, muffig und stickig.
Er war fast gleichzusetzen mit der Höhle auf der Isla de Sungo.
Nur dass sie dort noch in besserer Gesellschaft war und sich wenigstens bewegen konnte.
"Ich finde, Sie haben sich eine kleine Belohnung verdient."
Wohlwollend, lächelte die ausgefuchste Blondine in Helens Richtung.
Sie gab ihren Untergebenen ein  paar Anweisungen.
Wenige Minuten später, überreichten diese ihr ein großes Glas Wasser und ein Schinken-Sandwich.
Mit vollen Händen und mit wachsamen Bodyguards im Rücken, trat die Schwarzmarkt-Händlerin an die Gefesselte heran.
Magnus Kehle fühlte sich wie ausgetrocknet an.
Ihr Bauch gab einen knurrenden Laut von sich.
Smaragdgrüne Augen, hefteten sich wie besessen auf die zwei Dinge, welche ihre Widersacherin mit einem überdimensioniert-breiten Grinsen in den Händen hielt.
Vorsichtig führte die Vierzigjährige das Wasserglas an die Lippen der Doktorin und hielt es langsam schräg.
Gierig öffnete diese ihren Mund und ließ die willkommene, kühle Flüssigkeit herein.
Es war eine wahre Wohltat.
Sie trank so schnell, dass sie sich schließlich verschluckte.
Die Britin fing heftig zu husten an und rang keuchend um Luft.
Sofort übergab die Jüngere das Trinkgefäß an einen ihrer neben ihr stehenden Jungs.
"Vorsicht, Doktor. Nicht so hastig!"
Sie strich mit ihren Fingerspitzen sachte über die gebräunte Haut, wartete, bis sich die 159-Jährige wieder gefangen hatte und hielt ihr dann freundlich das Sandwich hin.
Hungrig nahm die Brünette einen großen Bissen, kaute und schluckte schließlich.
Es war merkwürdig, denn ihre Hände waren noch immer fest an die Armlehnen gebunden.
Somit konnte sie nur ihren Mund einsetzen und war auf die zweite Person mehr oder weniger angewiesen.
Geduldig stand die Business-Frau da und beobachtete wie sie aß.

"So, versuchen wir's doch nochmal mit dem Wasser, okay, Schätzchen? Sie müssen bei Kräften bleiben. Denn gleich ist Showtime!" verkündete das Oberhaupt mit den dunkelroten Lippen und ließ sich das Getränk geben.
Fügsam nickte die Ältere.
Als sie einen großen Schluck im Mundraum angesammelt hatte, strich ihr Dianna eine der nussbraunen Haarsträhnen zurück.
Ihre tückischen, machtvollen Augen, leuchteten in einem gefährlichen türkis.
Sie genoss es in vollen Zügen, dass ihr die bekannte Schönheit so hilflos ausgeliefert war.
Plötzlich glänzten grüne, mit Bernsteinsprenkeln durchzogene Sehorgane.
Im nächsten Moment, spuckte die Netzwerks-Leiterin Whitrows schonungslos ins Gesicht.
Diese ließ vor Schreck und Überraschung das Glas fallen.
Angewidert und vor Wut schäumend, erntete die Xenobiologin einen bitterbösen Blick.
Transparente, nasse Tropfen, liefen der Firmen-Leiterin über das mit Make-Up verschönerte, helle Antlitz.
Augenblicklich verschwand einer der Muskelprotze und kehrte mit einem kleinen Handtuch ins Zimmer zurück.
Wortlos hielt er es seiner Vorgesetzten hin, welche sichtlich Mühe hatte, nicht auszuflippen.
Sie wischte sich das Gesicht ab, während die Wissenschaftlerin nur schadenfroh schmunzelte.
"Oh, Entschuldigung! Ich glaube, ich hab mich wieder verschluckt. Wie ungeschickt von mir!"
Der Vorstand der SCAS&H Corporation biss zornig die Zähne zusammen.
Sie wusste, dass das pure Absicht gewesen war.
"Ihnen wird das Lachen schon noch vergehen, Teuerste! Dafür werde ich sorgen! Sie sollten soetwas in Zukunft lieber unterlassen."
Mit einem letzten, wütenden Ausdruck, entfernte sich die blonde Evastochter.
"Mach das sauber!" schrie sie einen ihrer Mitarbeiter an und deutete auf das zerbrochene Glas, welches mit einer kleinen Pfütze, vor Helen auf dem Boden lag.
Der Angesprochene nickte und machte sich gleich an die ihm aufgetragene Aufgabe.
Kurze Zeit später, war die Teratologin wieder allein.
Sie seufzte schwer.
Ihr Augenmerk wanderte durch das kleine, leere Gefängnis.
Akribisch guckte sie unter sich und suchte den dunklen Boden ab.
Auf einmal legte sich ein mehr als nur erfreutes Lächeln auf ihre Lippen.
Da! Nicht weit von ihrem rechten Fuß entfernt, glitzerte eine längliche, fünf Zentimeter große und ausreichend breite, scharfe Scherbe.
Anscheinend hatte sie der Wachmann übersehen.
"Hervorragend! Jetzt muss ich nur noch einen Weg finden, wie ich da ran komme." fuhr es ihr von neuer Hoffnung gepackt durch den Kopf.

Eine halbe Stunde später, betrat Ramón mit drei seiner Kumpels im Schlepptau und einem beidseitig vollgeschriebenen Blatt Papier, sowie einem funktionstüchtigen Smartphone in der Hand, den kleinen Raum.
Sein giftgrünes Auge leuchtete.
Es weitete sich, als er die Geisel mit dem Stuhl auf dem Boden liegen sah.
Die Sanctuary-Leitung schien noch immer mit allen Armen und Beinen an die Sitzgelegenheit gefesselt.
Anscheinend hatte sie sich so sehr mit ihrem Gewicht auf die Seite geschmissen, dass der Stuhl samt ihrer Wenigkeit darauf, umgekippt war.
"Scheiße! Was hast du da gemacht, Püppi? Wolltest du etwa versuchen, dich zu befreien? Hast wohl gedacht, dass das Ding unter dir zusammen bricht oder die Fesseln nachgeben, was? Tja, tut mir leid, dass ich dich enttäuschen muss. Aber guter Versuch!"
Er schnitt eine süffisante Grimasse und machte sich mit seinen Leuten daran, sie wieder in eine aufrechte Position zu bringen.
Auch wenn es auf den ersten Blick wie ein verzweifelter, missglückter Befreiungsversuch ausah, so hatte das weibliche Genie doch erreicht, was sie ursprünglich vorgehabt hatte.
Das Glasstückchen ruhte unter dem Band ihrer Armbanduhr, am rechten, oberen Handgelenk.
Sie hatte es geschafft, die Scherbe mit ihren Fingern vom Boden zu sich zu ziehen und es letztlich mühsam und zeitintensiv vollbracht, den scharfen Gegenstand an ihrer Handfläche entlang, unter die Kabelbinder und das Schmuckstück gleiten zu lassen, wo es einsatzbereit steckte.
"So, der Boss will, dass wir das mit dem Video machen. Das wird jetzt folgendermaßen ablaufen: Ich werde dir eine deiner Hände lösen, du nimmst den Zettel hier und ließt genau und deutlich vor, was da steht. Keine Mätzchen! Und immer schön in die Kamera lächeln, verstanden?" erklärte ihr der Rotschopf.
Sein penetrantes Aftershave, benebelte den Geruchsinn der von Ekel erfassten Abnormen-Beschützerin.
Er war ihr inzwischen ganz nah und musterte sie gewohnt lüstern.

Die alterlose Dame fixierte ihn voller Abscheu.
Sie konnte förmlich fühlen, wie sein Vipernauge über ihren Körper wanderte und an ihrem Dekolleté hängen blieb.
Ohne jede Vorwarnung, hob er mit seinen viel zu großen, schwitzigen Händen ihr Kinn an.
Sein viel zu schneller, übelriechender Atem, schlug ihr unangenehm entgegen.
"Du kannst es einfach nicht lassen, was? Komm schon! Ich will ein kurzes Zeichen oder einen eindeutigen Wortlaut, dass du kapiert hast, was du tun sollst."
Ein verächtliches, genervtes, feindseliges Schnauben ertönte.
Dicke Wurstfinger, strichen ihr über die zarte Haut an ihrem Hals.
Die Kreaturen-Hüterin entzog sich seiner Berührung, so gut es ihr möglich war.
Am liebsten hätte sie ihm den Finger abgebissen.
"Hab's verstanden. Hör auf, mich anzufassen!" fauchte die charakterstarke, dominante Persönlichkeit.
"Gut. Dann fangen wir an!"
Der gefühlskalte Kappi-Träger befreite sie von der Fessel und drückte ihr das Blatt Papier in die Hand.
Einer der anderen Lakaien nahm das kamerafähige Telefon und schaute bereit in die Runde.
"Weißt du, ich bin richtig froh, dass du wieder hier bist, Püppchen. Es hat mir zugegebenermaßen einen Stich versetzt, als du das letzte mal ohne dich zu verabschieden, einfach so geflüchtet bist. Ich hoffe, dass du dich weiterhin so stur und temperamentvoll verhältst. Denn dann darf ich mit dir spielen! Dianna hat mir aufgetragen, dir nach dieser Prozedur hier, wieder Manieren beizubringen. Mach dich auf was gefasst, meine Hübsche! Du gehörst mir!" flüsterte ihr der braun gebrannte Muskelprotz abschließend ins Ohr, bevor er zurückwich.
Helen bekam eine Gänsehaut.
Anschließend gab der Auftragskiller das Zeichen.
Ein rotes Lämpchen leuchtete an dem auf sie gerichteten Smartphone auf.
Tapfer schluckte die Ärztin, schaute ernst in die Kamera und begann dann, den Text abzulesen.
Ihre Gedanken wanderten zu Ari, welche sich in dem nun nicht mehr einsehbaren Raum, direkt neben ihr befand und zu einem gewissen Vampir, den sie sich nur zu gerne in jenem Moment hergewünscht hätte.
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