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★Lυllαby ★

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Familie / P12 / MaleSlash
Dr. Helen Magnus Nikola Tesla
12.03.2015
22.04.2015
26
67.876
6
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
04.04.2015 2.924
 
→Tut mir leid fürs lange Warten! Frohe Ostern und schöne Feiertage, ihr Lieben!←
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Der Schwarzhaarige brachte Ari schließlich (nachdem er sich den restlichen Nachmittag und Abend mit ihr beschäftigt, für sie gekocht und ihren Zustand im Auge behalten hatte) ins Bett.
Das Kleinkind konnte kaum noch ihre Augen offen halten, als er sie väterlich ins Schlafzimmer trug, zudeckte und ihr aus einem Märchenbuch (sie bestand trotz der Müdigkeit vehement darauf) vorlas. Während die Vierjährige langsam aber sicher in den Schlaf abdriftete, seelenruhig in den Daunenkissen lag und der beruhigenden Stimme des Älteren lauschte, zierte ein zufriedenes Lächeln ihre Lippen.
Es dauerte keine zehn Minuten, da war der unkomplizierte Engel brav eingeschlafen.
Eine ganze Zeit lang, saß Tesla neben ihrem Bett und ließ sein Augenmerk wachsam, hingebungsvoll und merkwürdig ergriffen, über den unter der Decke versteckten, kindlichen Leib und das putzige Antlitz des Mädchens wandern.
Wieder verspürte er dieses geradezu verzehrende, starke Gefühl und eine tiefe Sehnsucht, welche ihn zu überwältigen schien und von denen er vor ein paar Tagen noch so felsenfest überzeugt war, etwas Derartiges gar nicht zu besitzen bzw. empfinden zu können.
Liebe und der Wunsch, nach einer eigenen Familie...
Diese bisher unbeachteten, für ihn unwichtigen Themen, welche er eigentlich schon seit über ein Jahrhundert abgehakt hatte, kamen nun immer deutlicher an die Oberfläche und machten unweigerlich auf sich aufmerksam.
Ein stilles Seufzen entfuhr dem uralten, größteils einsamen Hausbesitzer.
Sein Herz durchfuhr ein ungewohnter Schmerz, ähnlich wie ein Stich, als er dem Sprössling vorsichtig einige Haarsträhnen aus dem Gesicht strich und dabei zusah, wie sie zusammengerollt auf ihrem bequemen Quartier ruhte.
Ihr Atem ging regelmäßig.
Der Erfinder konnte nicht anders, als zärtlich ihre rosigen Wangen und die zarte, porzellanweiße Haut zu berühren.
Sein Inneres, welches ohnehin schon bzgl. Helen und allem, was vor sich ging, ruhelos aufgewirbelt war, tobte jetzt heftig.
Der Wirtskörper regte sich plötzlich.
Mit geschlossen Amethystaugen, ergriff sie die Hand des Blutsaugers und zog ihn, wie ein Kuscheltier, fest zu sich.
Auch wenn der Unsterbliche um einiges stärker als das schutzbedürftige, zur Hälfte menschliche Geschöpf war, gab er dennoch nach, schüttelte mit dem Kopf und legte sich dann grinsend zu ihr.
Sofort schmiegte sie sich stumm an ihn.
Ein herzerwärmendes Schmunzeln umspielte ihre Mundwinkel.
Wie von selbst, legte der Adamssohn seinen Arm um den Wonneproppen.
Ihre Finger strichen sanft über seine noch immer festgehaltene Hand.
Die junge Dame und der Vampir, schauten sich für einen flüchtigen Augenblick gegenseitig an.
Sie schenkten sich zeitgleich ein allessagendes Lächeln.
Von einer überraschenden Sentimentalität gepackt, zog der gestandene, normalerweise recht gefühlskalte Herr die Heranwachsende näher zu sich.
In jenem Moment, in dem sie ihr Haupt mit einem letzten, erschöpften Gähnen in sein Hemd vergrub und er ihr einen leichten Kuss auf den Scheitel aufdrückte, ... wünschte sich Nikola nichts sehnlicher, als dass die süße, vier Jahre alte Lady, welche ihn so bedingungslos akzeptierte, ihn zum lachen brachte und ihm mit eindeutigen Gesten und wenigen, ausgewählten Worten zu verstehen gab, dass sie ihn mochte, brauchte und sogar lieb hatte, ... seine eigene Tochter wäre.
Er wusste es nicht, aber Ari sah in ihm ebenfalls den Vater, den sie nie hatte.

Die Ursprungsblut-Trägerin war bereits vor vielen Stunden auf der Couch eingeschlafen und erholte sich von den kräftezehrenden Ereignissen.
Gerade als der Klavierspieler leise das Wohnzimmer betrat und Feuerholz im Kamin nachlegte, schreckte sie auf einmal abrupt hoch.
Schreckhaft und mit wild pochendem Herzen, griff sie instinktiv unter ihr Kissen.
Doch Magnus Finger ertasteten nicht die geladene Schusswaffe, welche normalerweise stets darunter versteckt war.
Das konnte eigentlich nur eines bedeuten:
Sie befand sich nicht in ihrem gewohnten Schlafgemach, im Sanctuary, in Old-City!
Alarmiert schweiften ihre smaragdgrünen Augen durch den Raum.
Erst als sie die vom schwachen Licht des Feuers erhellten Umrisse  und die ihr bekannt vorkommende Umgebung, sowie das Mobiliar erkannte, atmete sie erleichtert auf.
"Hey, ganz ruhig Liebes! Du bist in Sicherheit. Alles okay?"
Eine besorgt klingende, sanftmütige Stimme, drang sogleich an ihre Ohren.
Der ehemalige Oxford-Student setzte sich neben die Frau, welche sich allmählich wieder orientierte und nun genau wusste, wo sie war.
Sie schluckte schwer, seufzte, setzte einen freundlichen, ihre kurzzeitige Angst überspielenden Gesichtsausdruck auf und fixierte dann ihr Gegenüber.
"Nikola. Entschuldige, ich..."
Urplötzlich erfasste sie ein pulsierender Schmerz, welcher von einer ganz bestimmten Stelle ihres Hinterkopfes ausging.
Die 159-jährige verzog kurz gepeinigt ihre Mimik und griff sich verwundert an den Kopf.
Der Serbe legte mitfühlend seine Hand auf die ihre.
Seine eisblauen Augen musterten sie eindringlich.
"Helen? Ist schon gut. Du bist bei mir zu Hause. Du bist draußen ausgerutscht und hast dir eine Platzwunde zugezogen. Erinnerst du dich? Du hast bis eben geschlafen... Hast du starke Schmerzen? Ist dir schlecht?" fragte er die Teratologin beunruhigt.
"Geht schon. Nein, mach dir keine Sorgen. Ist nur ein unangenehmes Pochen. Ich hab lediglich schlecht geträumt und kurzzeitig nicht so recht gewusst, wo ich mich befand. Wie lange war ich weg und wo ist Ari?" antwortete sie ehrlich und lenkte bewusst vom Thema ab.
Der gutaussehende Mann rückte näher an sie ran.
"Okay. Wenn es schlimmer werden sollte, sag mir Bescheid, dann hol ich dir ne Schmerztablette. Du warst insgesamt vier Stunden im Traumland. Die Kleine ist oben und schläft wie ein Baby. Ihr geht's gut." erzählte ihr Tesla.
Er legte ihr vorsichtig den Arm um die Schulter.
"Ja, mach ich. Danke, dass du dich um sie gekümmert hast." kam es von der braun gebrannten, zähen Schönheit.
Der Weinliebhaber zwinkerte ihr frech zu.
"Ach, ist doch selbstverständlich. Hör mal, Darling, ... du solltest dich wieder hinlegen! Es ist spät und du brauchst deinen Schlaf. Soll ich dich hochbringen oder möchtest du weiter hier liegen bleiben?"
Die Kryptozoologin lehnte sich mit dem Rücken an die Lehne des Möbelstücks an.
"Ich möchte einfach nur hier sitzen bleiben. Momentan bin ich eh wach. Ausserdem sind vier Stunden für meine Verhältnisse genug Schlaf."
"Helen, wirklich...", versuchte der Gleichaltrige vernünftig einzuwerfen.
Sie unterbrach ihn und schnitt ihm somit abrupt das Wort ab.

"Ich bin kein kleines Kind, Nikola!" fauchte sie ihn barsch an und entzog sich seiner Reichweite.
Es ging ihr auf die Nerven, dass er sie so bemutterte und zum Schlafen zwingen wollte.
Zudem brachten seine pure, schon wieder viel zu nahe Anwesenheit, der liebliche Klang seiner Stimme, sein verführerisches Parfum, der anziehende, stattliche Adoniskörper, seine scheinbar schamlosen Berührungen und seine silber-grauen, wie Saphire funkelnden Augen, die Xenobiologin fast um den Verstand.
Alles in ihr schrie.
Sie ertrug es kaum, neben ihm zu sitzen.
Ihre Gefühle spielten, auch aufgrund des gerade erlebten Alptraums, den Kopfschmerzen und dem, was sie auf der Internetseite des Abnormenschwarzmarktes gesehen und gelesen hatte, verständlicherweise verrückt.
"Tut mir leid. Das weiß ich doch! Okay, magst du dann was trinken? Wie wär's mit einem Glas Wasser oder Wein? Oder hast du Hunger? Ich hab vorhin Eintopf gemacht und...", fuhr der Nobelpreisträger nervös und fürsorglich fort.
Schlagartig riss ihn ein verärgertes Schnauben aus dem angefangenen Satz.
"Verdammt, Nikola! Hör verflucht nochmal auf! Ich ertrag das nicht mehr länger!" keifte die Sanctuary-Leitung wütend.
Ihre Emotionen waren nun an einem empfindlichen Punkt angekommen und drohten, sie gänzlich zu überwältigen.
Sauer, gekränkt und den Tränen nahe, rutschte Helen auf der Sitzgelegenheit vor und erhob sich hastig.
Nicht wissend, was er getan hatte und weshalb seine Bekannte so zornig auf ihn war, verfolgte das Genie ratlos und verwirrt das Geschehen.
Im selben Augenblick, in dem sich die Britin aufgerichtet hatte und fluchtartig das Zimmer verlassen wollte, wurde ihr urplötzlich schwarz vor Augen.
Schwindel überkam sie und sie begann, bedrohlich zu schwanken.
"Scheiße! Nicht jetzt! Ich muss hier raus! Ich... ich...", binnen Sekunden, gaben ihre Beine nach.
Der Sanguine Vampir reagierte schnell und fing sie auf, bevor sie zu Boden stürzen konnte.
"Vorsicht! Du bist noch etwas wacklig auf den Beinen, Darling. Komm, wir setzen uns erst mal wieder!" sprach er voller Sorge.
Ein dicker Kloß bildete sich in dem Hals der Engländerin.
Ohne dass sie etwas dagegen tun konnte, sammelten sich transparente, wie kleine Diamanten glitzernde Tropfen in ihren Seelenfenstern.
"Bitte... Nikola! ... Verschwinde! ...  Lass mich einfach in Frieden! ... Und hör endlich auf, mich Darling zu nennen!" brachte sie mit brechendem Tonfall hervor.
Sie wollte ihn wegstoßen, erneut aufstehen und aus der Situation raus, doch ihr Körper war wie gelähmt.

"Helen, ... was hab ich dir denn getan? Warum bist du auf einmal so abweisend und komisch zu mir? Ich meine es doch nur gut mit dir und mache mir eben Sorgen um dich! Liebes ich..."
Das zentrale Netzwerks-Oberhaupt schluchzte bitterlich.
Sie begann zu zittern und war drauf und drann, zusammen zu brechen.
"Du... hast... eine... Freundin, ... oder?" stammelte sie und starrte mit tränengetrübtem Blick zu ihm hoch.
Es zerriss dem Hobby-Pianist das Herz.
"Was?"
Konsterniert und im ersten Moment sprachlos, huschte ihm ein amüsiertes Lächeln übers Gesicht.
Was zum Teufel ging hier vor?
Im nächsten Moment traf ihn eine schallende Ohrfeige.
"Ich hätte es wissen müssen! ... Warum hast du mir, seit ich hier bin, immer wieder Hoffnungen gemacht? ... Du hast mich mit deinem verfluchten Charme eingelullt. Ganz zu schweigen, von deinem ewigen Süßholzgeraspel und den Berührungen! ... Ich hab dir vertraut! ... Weißt du, ich habe es damals bereut, als wir uns getrennt hatten... Ich dachte, so wie du mit Ari umgehst und das, was du mir gestern gesagt hast, zeugten von Reife und Verantwortung, ... ich dachte, du hättest dich geändert, ... aber da habe ich mich anscheinend getäuscht! ... Ich hab mich die ganze Zeit gewundert, wo deine ständigen Flirtereien bleiben und gestern oder vorhin, als wir zusammen auf der Couch lagen, hast du keine Initiative ergriffen! ... Früher bist du regelrecht über mich hergefallen und hättest mich sofort geküsst, wenn sich unsere Finger ineinander verschränkt oder ich mich an dich geschmiegt hätte. Jetzt, wo ich darüber nachdenke, ergibt das plötzlich alles einen Sinn! Du hast mich und die Kleine heute morgen allein gelassen, nicht weil du einkaufen oder Blut besorgen warst, sondern weil du zu IHR wolltest! ... Wer ist SIE? ... Ach, weißt du was, ich will's gar nicht wissen! ... Irgendwie kann ich das sogar verstehen! ... Ich bin alt, aufbrausend, dominant, vermutlich zu kompliziert für dich und mit meiner Arbeit verheiratet. Du interessierst dich doch gar nicht wirklich für mich oder meine Gefühle! ... Ausserdem..."

Nikola versiegelte haltlos ihre Lippen mit den seinen.
Protestierend holte sie ein weiteres Mal aus, doch er fing ihre Hand pfeilschnell in der Luft ab.
Er lehnte sich mit seinem ganzen Gewicht gegen sie und drückte ihren Körper mit sanfter Gewalt in das weiche, unter ihnen befindliche Polster.
Er hielt ihre beiden Hände mit einer von seinen fest und streckte sie gefahrlos über ihren Kopf.
Seine muskulöse, angespannte Brust, drängte sich fest an die ihre.
Wie zwei galoppierende Pferde, rasten die Herzen der Ursprungsblut-Träger ganz nah beieinander.
Seine einzige, freie Hand, schlang sich besitzergreifend (jedoch sorgsam darauf achtend, die verbundene Wunde nicht zu streifen) in die nussbraune Haarpracht seiner Partnerin.
Er drückte ihr Gesicht näher an das seine heran und verstärkte somit den Druck seines Kusses.
Magnus wollte Widerstand leisten, ihm Einhalt gebieten.
Ihn zwingen, damit aufzuhören.
Doch sie war zu schwach und auf der anderen Seite, genoss sie es berauscht.
Tränen liefen ihr weiterhin erlösend und zitternd die Wangen hinab.
Es kam ihr wie in einem bizarren Traum vor.
Eine hautverbrennende Hitze, durchfuhr ihren Leib und ließ sie alles um sich herum vergessen.
Sie bemerkt beiläufig und mit weichen Knien, dass er hungrig mit seiner Zunge über ihre Unterlippe leckte und sogar spielerisch daran knabberte.
Scharf und zugegeben davon angetan, öffnete sie ihren Mund und ließ ihn gewähren.
Geschickt und leidenschaftlich, tauschten sie mehrere Zungenküsse miteinander aus.
Der Teil ihres Gehirns, welcher für das rationale Denken zuständig war, schaltete sich jetzt gänzlich aus.
Sie stöhnte lustvoll, als er um Luft zu holen kurz von ihr abließ und nur wenige Augenblicke später, feurig ihren Hals entlang wanderte.
Die Vorsitzende der Zufluchtsstätte staunte und schloss fasziniert die Augen, als er mit seinen Fingern ihren Pullover zurückschob und sich mit seinen zarten Lippen, akribisch einer ganz bestimmten Stelle an ihrem Schlüsselbein widmete.
Ihr Körper bäumte sich unterdessen erregt auf.
Ihre Beine schlossen sich automatisch um seine Hüften.
"Helen, es gibt seit Jahren nur eine Frau, der mein Herz gehört: Und das bist DU! Ich habe keine andere! Gott verdammt! ... Wie kommst du nur auf sowas? Herzchen, ich musste mich, seit du bei mir aufgetaucht bist, so zusammenreißen! Ich dachte die ganze Zeit über, dass du nichts mehr von mir wollen würdest. Also, abgesehen von meiner Hilfe und Freundschaft... Ich war mir nicht sicher, ob du nicht vielleicht jemand neues an deiner Seite hättest, der im Sanctuary auf dich wartet. Ausserdem hatte ich entsetzliche Angst, dass du womöglich mit Dakara und Ari gehen würdest, wenn ich dich küsse... Du hast so viel durchgemacht, da wollte ich dich nicht bedrängen oder einschüchtern. Ich wollte dich nicht schon wieder verlieren! Nur deswegen, habe ich mich zurückgehalten! Und mach dich ja nie wieder so runter! Du bist mit weitem Abstand, die schönste, cleverste, tapferste und anziehendste Frau, die ich kenne. Du magst temperamentvoll und dominant sein, aber ist das so schlecht? Ausserdem bin ich das, wie du ja sicher noch weißt, auch! Wenn jemand kompliziert und mit seiner Arbeit verheiratet ist, dann jawohl ich! Vampir und Genie, schon vergessen? Du liebst, was du tust und riskierst jedes mal dein Leben für Abnorme. Das ist wirklich zu bewundern, wenn du mich fragst! Ich kenne dich, Ljubavi! Ich könnte jetzt noch von deinem Sex-Appeal, den verdammt heißen Kurven, deinen ellenlangen Beinen und von deinen Augen anfangen, die mich jedes mal wie Sterne anstrahlen, ... aber bis ich mit meiner Liste durch wäre, würden wir noch Tage dasitzen!" säuselte ihr der Vampir verliebt ins Ohr.
Er streichelte ihr sanft über die Wange und verlor sich in ihren mit bernsteinfarbenen Sprenkeln verzierten, glasigen Augen.
Eine unbeschreiblicher Funke loderte in seinem Innersten.
"Ich lass dich jetzt los, okay? Wenn du willst, schlag mich nochmal! Du kannst alles mit mir machen, Liebes!" zeigte er sich vertrauensseelig und befreite ihre Hände aus seinem eisernen Griff.

"Du... dämlicher... Idiot!" hauchte die bildschöne Evastochter leise.
Ein überglückliches Lächeln zierte ihr errötetes Antlitz.
Sie atmete schwer.
Tesla stützte sich mit beiden Armen rechts und links von ihr ab.
Er erwartete eine weitere Ohrfeige oder sonstige, nachvollziehbare, temperamentvolle Handlungen.
Doch anstatt ihm eine zu verpassen, packte die Doktorin seinen Hemdkragen und zog ihn mit einem leuchtenden Funkeln in den Augen, näher zu sich.
"Küss mich, Nikola! Und wehe, du lässt mich nochmal so auf dem Schlauch stehen! Halt mich fest und lass mich nicht mehr los, okay?" brachte sie angestrengt hervor.
Abermals, zierte ein exorbitantes Grinsen das Gesicht des Mannes.
Die Erwachsene vergrub ihre rechte Hand fest in seinem pechschwarzen Nackenhaar und hauchte ihm einen langen, romantischen Kuss auf den Mund.
Der Schwarzhaarige erwiderte ihn dankbar und schlang seine Arme beschützend um sie.
Die linke Hand der klugen, gebildeten Lady, fuhr sogleich ungehemmt über seinen Rücken.
Mal zeichnete sie seine feinen Muskeln unter dem Hemd nach oder kratzte ihm mit ihren Fingernägeln wild über die helle, makellose Haut.
Sein Blut geriet aufgeregt in Wallung, als er registrierte, wie sich ihre Hüfte an seiner überhitzten Lendengegend bewegte.
Er schluckte schwer und unterdrückte ein animalisches Knurren.
"Helen? ... Darling! Du musst damit aufhören! Du bist verletzt! Lass uns das verschieben, okay?"
Die Biologin lächelte kurz.
Ihr Körper verzehrte sich nach seinen Berührungen und den Küssen.
Zu lange schon, waren ihr die Freuden dieser süßen Wonne verwährt geblieben.
"Mir geht's gut. Ist schon okay...", warf sie ein.
Nikola drückte ihr einen zärtlichen Kuss auf die Stirn und beäugte sie mit hochgezogenen Augenbrauen.
"Du kannst dich nicht mal auf den Beinen halten! Ich bin schon froh, dass das Zittern nachgelassen hat. Wir haben alle Zeit der Welt, mein Schatz! Werd erst mal wieder gesund. Ausserdem, was soll unser Kind denken, wenn sie zufällig aufwacht und runter kommt? Ich glaube, ich will ihr das mit den Bienchen und Blümchen noch nicht erklären müssen."
Die Kreaturen-Hüterin schmunzelte belustigt.
"Okay, überzeugt. Du hast recht. Ähm... unser Kind?" hakte sie interessiert nach und fixierte ihn fragend.
"Ja. Irgendwie ist sie das doch, oder?" entgegnete der Adamssohn zwinkernd.
Er setzte sich hinter seine Angebetete, zog eine der Wolldecken über ihre Beine, lehnte sich gegen eines der Kissen und legte liebevoll die Arme um sie.
Geborgen kuschelte sich die Abnormen-Retterin an ihn.
Mehrere schweigsame Minuten vergingen.
"Tut mir leid, was ich dir an den Kopf geworfen habe. Das war nicht fair!"
"Ach, schon vergessen, Darling. Aber man, du kannst ja ganz schön eifersüchtig sein, wenn du willst!"
"Ich war nicht..., ja, na schön. Vielleicht ein wenig..."
Die Finger der beiden verschränkten sich unaufgefordert miteinander.

"Denkst du, dass es möglich ist, Dakara in einen anderen Wirtskörper umzusiedeln?" traute sich das Physikgenie mutig zu äußern.
"Keine Ahnung! Ich weiß absolut nichts über Lichtbringer. Aber ich denke, wenn sie wieder bei Kräften ist und das einmal geschafft hat, müsste sie das rein theoretisch wieder vollbringen können. Warum willst du das wissen, Nikola?" gab die Medizinerin neugierig von sich.
Kobaltblaue Sehorgane betrachteten smaragdgrüne.
Der Hausbesitzer legte sich die nachfolgenden Worte sorgfältig zurecht.
Selbstlos, entschlossen und mit sicher klingender Stimme, verkündete er:
"Weil ich Ari gerne adoptieren möchte!"
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