A Murderers Daughter

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Gretel Hänsel
11.03.2015
05.09.2016
11
13.370
6
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11.03.2015 991
 
Heyo, :)
In dieser FF geht es natürlich um die beiden Geschwister. Aber auch um das 17 jährige Mädchen Saphir, die Tochter des Bürgermeisters und des Mannes der Monat für Monat immer mehr unschuldige Frauen auf den Gewissen hat. Nun da die Hexenjäger in ihre Stadt kommen hofft sie darauf das der Albtraum endlich aufhört.
Ich hoffe die Geschichte gefällt euch, hinterlasst doch ein Review :D
LG light

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„Du solltest auch mitkommen, dein Vater will dich auch dabei haben!“, sagte meine Mutter mit ihrem anscheinend nie verschwindendem sorgenvollen Blick, während sie sich ein Tuch um die Schultern legte.
Sie stand im Türrahmen meiner kleinen Kammer und versuchte mich wie jedes mal zu überreden ihr und meinem Vater bei einem seiner Prozesse Gesellschaft zu leisten. Das tat sie obwohl sie wußte das ich nicht kommen würde. Ich antwortete schon gar nicht mehr auf ihr Bitten und saß einfach mit dem Rücken zu ihr auf meinem Bett und sah die Wand an. Alles war besser als ihr oder meinem Vater an so einem Tag in die Augen sehen zu müssen. Natürlich vergab ich ihnen, schließlich waren sie meine Eltern, doch ich würde nie gutheißen was mein Vater tat und zugesehen hatte ich seit dem Tag vor 6 Monaten auch nicht mehr. In manchen Momenten war ich mir oft dann jedoch gar nicht mehr so sicher ob ich ihnen wirklich vergab oder ob ich meine Wut einfach in mir selbst vergrub. Meinen Frust, meine Trauer und meine Enttäuschung. Mit einem Seufzer wandte sich meine Mutter ab, schließlich mußte auch sie irgendwann einsehen das es keinen Sinn hatte.
Als sie gegangen war entspannte ich mich merklich. Ich legte mich auf die Seite, zog die Beine an und schlang meine Arme darum. So viel unrecht geschah in dieser Stadt. Mittlerweile mußten sie doch gemerkt haben das sie so viele unschuldige Frauen getötet hatten, denn die Kinder waren immer weiter verschwunden. Doch bei jedem Verdacht, glaubten sie aufs Neue das es nun endlich die Richtige war. Dabei war es nur eine zur Last gewordene Mutter, eine störende Nachbarin oder eine ungehorsame Tochter.
Das Rufen der Meute klang nun sogar bis zu mir hinauf. Ich zog mir das Laken über den Kopf, gab es dann jedoch auf und beschloß bevor ich die Schreie Magdalenas hören mußte, lieber aufs Feld weit weg vom Marktplatz zu gehen. Magdalena hatte in der Gaststätte zum Grünen Baum gearbeitet. Sie war immer nett und verständnisvoll gewesen wenn ich mich mal wieder dort vor meinem Vater oder einem seiner öffentlichen Prozesse versteckt hatte und ich hatte gut mit ihr reden können. Seufzend schwang ich meine Beine über den groben Holzrahmen meines Bettes und stieg in meine schlichten Lederschnürschuhe.
Noch einmal strich ich mir meine hellbraunen Locken aus dem Gesicht, wischte mir müde über mein Gesicht und schlang mir mein Lieblings Wolltuch um die Schultern, bevor ich aus meinem Zimmer und dann aus dem Haus meiner Eltern trat. Während ich durch die Straßen lief sah ich auf den Boden und mied in die Gesichter derer zu sehen, welche in Richtung Marktplatz strömten. Das Getuschel hatte ich mittlerweile gelernt zu ignorieren. Irgendwann war es auch dem letzten aufgefallen das ich nicht zu den Prozessen erschien und für die Tratschweiber am Brunnen war das natürlich ein gefangenes Fressen. Doch da ich die Tochter des Bürgermeisters war, würde keiner es wagen seine Vermutungen laut auszusprechen. Nur war es nicht zu  vermeiden das mir andere Dorfbewohner aus dem Weg gingen und zum Leidwesen meines Vaters gab es auch keinen Junggesellen der schien Interesse an mir zu haben. Das lag nicht daran das ich unansehnlich war ... nein, ich war Durchschnitt.
Ich war ein ganz normales siebzehnjähriges Mädchen, doch für sie war ich komisch, weil ich meine eigene Meinung hatte und andere Ansichten wie sie. Einige hatten vielleicht sogar Angst vor mir, aber die meisten hielten mich einfach für unerzogen. Nicht weil ich keine Manieren hatte, sondern weil ich nicht alles tat was man mir sagte und weil ich es wagte zu wieder sprechen ... weil ich es wagte selbst zu denken und Dinge in Frage zu stellen.
Gerade wollte ich in die Gasse die zum Südtor führte einbiegen, als plötzlich ein Schuss ertönte. Erschrocken blieb ich stehen und versuchte mich zu beruhigen. Kurz schloss ich die Augen und versuchte meine Tränen zu unterdrücken. Dann kam mir jedoch der Gedanke das dies eigentlich nicht Magdalenas Todesurteil hätte gewesen sein können. Vater ertränkte die Frauen oder verbrannte sie. War es eine seiner neuen Foltermethoden um ein Geständnis aus ihnen hervor zu locken? Nein das konnte nicht sein, er hatte da seine Methoden und wich nur ungern von ihnen ab. Kurz überlegte ich, dann wandte ich mich jedoch um und rannte in Richtung Marktplatz. Es mußte irgendwas passiert sein...
Diesen Gedanken unterstützten auch die Protestrufe die plötzlich zu hören waren. Keuchend bog ich um die Ecke und drängte mich durch die Masse aus Schaulustigen. Obwohl ich nicht besonders groß war konnte ich nun auch erkennen was sich auf dem hölzernen Podest in der Mitte abspielte. Natürlich stand dort mein Vater mit seinen beiden dreckigen Handlangern Leopold und Nathanael. Mit zweitem überlegte mein Vater schon seit geraumer Zeit mich zu verloben, da er glaubte spätestens mit 18 müsste eine Frau unter die Haube kommen. Auch meine 17 Jahre waren für viele hier schon ein Skandal.
Diese Tatsache beschäftigte mich gerade jedoch nicht. Was mich beschäftigte waren die junge Frau und der junge Mann die mit gezückten Waffen ebenfalls auf dem Potest standen. Die Frau hatte dunkle lange Haare und trug eine dunkle Hose. Schon oft hatte ich mich gefragt wie es war eine Hose zu tragen. Man fühlte sich bestimmt stark, zumindest hatte diese Frau eine sehr selbstbewußte Ausstrahlung um die ich sie beneidete. Sie hielt Nathanael einen Revolver an den Kopf und stand beschützend vor Magdalena, während der junge Mann eine Armbrust drohend auf meinen Vater gerichtet und sich an die Masse gewandt hatte.
„Ihr seid töricht zu glauben dies sei eine wahre Hexe!“
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