Geschichte: Fanfiction / Bücher / Tschick / Kapitel 50

Kapitel 50

GeschichteAllgemein / P12
Maik Klingenberg
11.03.2015
11.03.2015
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11.03.2015 640
 
Kapitel 50:
Ich sitze im Auto auf dem Beifahrersitz, aber nicht in dem alten Lada, sondern in unserem Nagelneuen Mercedes. Ich schaue meiner Mutter zu wie konzentriert sie Auto fährt. Tschick sah nie so konzentriert aus. Er sah immer aus als wäre es das einfachste der Welt , aber meine Mutter schaut als wäre es ihre erste Fahrstunde.
Im Radio laufen die Nachrichten und es wird immer wieder über Tschicks und meinen Ausflug berichtet. Ich fühle mich jedoch kein bisschen schlecht. Im Gegenteil - ich bin stolz und froh über die warscheinlich schönsten Tage meines Lebens. Im Auto schweigen Mama und ich uns die ganze Zeit an. Aber nicht , weil zwischen uns schlechte Luft herrscht, sondern ganz allein, weil Mama beim Autofahren nie sprechen möchte und auch keine anderen Stimmen, da sie sich voll und ganz aufs Autofahren konzentrieren möchte. Ich konnte es dann irgendwann tatsächlich schaffen sie zu überreden, leise Musik anzumachen. Allerdings schalte ich jetzt das Radio für einen Moment aus , weil Beyoncé lief. Nichts gegen Beyoncé , nein sie ist toll. Aber ich will jetzt einfach kein Beyoncé mehr hören. Weil, wenn ich das mache, dann erinnert mich das zusehr an die Zeit, in der ich in Tatjana verknallt war. Das will ich jetzt hinter mir lassen. Ich will alles hinter mir lassen. Ich will Paul hinter mir lassen, Herrn Brettfeld und seine Boumerangs, André , der dafür sorgte, dass ich nie wieder Psycho genannt wurde und Tatjana will ich hinter mir lassen . Das ist  alles Vergangenheit , die mich jetzt noch ein Dreck kümmert, denn ich bin gerade auf dem Weg nach Hamburg. Mama und ich ziehen in eine 3-Zimmer Wohnung und beginnen ein neues Leben. ,, Ich hab kein Bock mehr auf dieses Scheiß Berlin und diese Umgebung ! " , damit kam mir Mama , als sie mir erklären wollte, dass sie nach Hamburg wollte. ,, Hamburg war schon immer mein Traum! Du könntest ein Neustart machen an der Schule und ich auch ! Ich werde versuchen nie wieder zu trinken ! " , entschloss meine Mutter. Ich überlegte nicht lange und antwortete mit : ,,Einverstanden !" Ich meine Hamburg ist eine tolle Stadt. Nur, dass ich meinen Vater nicht so oft sehen würde , brachte mich zum Nachdenken , aber schließlich ist er ja nicht raus aus der Welt. Halt nur mit 'ner kleinen Entfernung. Mein Vater sagt , er wolle mich zweimal im Monat besuchen , aber im Moment wäre er ja mit seinem eigenen Umzug überfordert. Mit seinem eigenen Umzug mit Mona! Ich fand es nicht okay , wie er uns einfach sitzten ließ , aber was soll man da schon machen? Ich freu mich schon auf Hamburg, ich freu mich auf neue Freunde, auf neue Lehrer und auf einen neue Stadt. Allerdings muss ich an zwei Personen ununterbrochen denken. An Tschick und Isa und ich bin mir sicher, solche tollen Freunde , werde ich nie wieder treffen. Ich frag mich wie es Tschick nun im Heim geht und ob es dort okay ist. Und vorallem frag ich mich , wie es Isa geht ? Wo sie jetzt ist? Letzte Woche hab ich mich mit ihr an der Weltzeituhr getroffen und ich erklärte ihr , was nach ihrem Verschwinden auf unserer Reise passierte. Sie kicherte nur, aber viel passierte dann leider nicht mehr . Sie wollte mir noch das Geld zurückgeben. Das lehnte ich jedoch ab. Danach haben wir uns fast nur noch angeschwiegen. Beim Verabschieden drehte sie sich dann nochmal um und meinte :
,, Machs gut du Schwachkopf!" Und ich lächelte und meinte : ,, Das werd ich !" Ich vermisse die coole Zeit mit Tschick und Isa und eins ist klar : Das lasse ich ganz sicher nicht hinter mir! Das will ich für immer im Gedanken behalten und diese Geschichte vielleicht meinen Enkeln erzählen. Ich weiß nicht ob wir uns dazwischen je wiedersehen werden , aber wenn nicht , dann freu ich mich schon gewaltig darauf in 50 Jahren zurück nach Berlin zu fahren.....