Evil Grin

von Huelk
GeschichteHumor, Romanze / P16 Slash
Daniel Ricciardo Jean-Éric Vergne
11.03.2015
11.03.2015
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11.03.2015 2.260
 
Kommentar: Hallo und schön, dass Ihr auch hier mal vorbei schaut. Mir war mal danach, etwas Neues zu versuchen und da habe ich mich mal an Jean-Éric Vergne und Daniel Ricciardo ran gewagt. Ich hoffe, dass es Euch so viel Freude bereitet, wie ich beim Schreiben hatte.

Disclaimer: Der Inhalt des Oneshots ist frei erfunden und entspringt lediglich meinen eigenen Gedanken. Einzig und allein die Startplatzierungen und das Datum entsprechen der Realität, der Rest ist fiktiv. Ich kenne keine der hier beschriebenen Personen, verdiene kein Geld damit und möchte auch keinem zu nahe treten.





Evil Grin



Hockenheim, Deutschland
21. Juli 2012


Seine Fröhlichkeit war ansteckend. Das konnte Jean wirklich nicht anders sagen.
Mochte das freie Training, das Qualifying oder das Rennen selbst auch noch so schlecht gelaufen sein, er brauchte Daniel nur anzusehen, um sich augenblicklich besser zu fühlen. Leichter irgendwie und befreit. Eine komische Grimasse des Älteren und schon konnte der Franzose sogar wieder lachen. Zumindest ein bisschen.

Ja, Daniel hatte seine ganz eigene Wirkung auf ihn und das war auch gut so.
Er war ihm für jeden Moment dankbar, den sie miteinander geteilt hatten. Für die glücklichen ganz besonders, aber auch für jene, in denen er niedergeschlagen und traurig war, und in denen Daniel dann alles unternommen hatte, um ihm wenigstens den kleinsten Hauch eines Lächelns zu entlocken.
Erstaunlich dabei war nur, dass der Australier mit ebenso viel Leidenschaft und Ehrgeiz zu Werke ging, wenn er seinen Teamkollegen aufmuntern wollte, wie er es auch im Motorsport selbst tat.

Ein Schmunzeln breitete sich unweigerlich auf Jeans Gesicht aus, als er sich an das letzte Bild erinnerte, das Daniel ihm geschickt hatte, um ihn wieder aufzuheitern.
Es war nach dem Bahrain-Qualifying gewesen. Während Daniel den unglaublichen Sprung in Q3 geschafft und einen sensationellen sechsten Platz in der Startaufstellung errungen hatte, war Jean wieder im ersten Durchgang gescheitert und hatte es gerade mal auf den 19. Platz gebracht. Es war ein absoluter Tiefpunkt gewesen.
Natürlich hatte sich der Franzose für Daniel gefreut. Natürlich hatte ihm das gezeigt, was mit dem Auto möglich war, dass er das vielleicht auch schaffen konnte. Aber das hatte er in dem Moment nicht sehen können. Dafür wog die Enttäuschung viel zu schwer.

Dem Australier war das nicht verborgen geblieben und als Jean, nichts ahnend, auf seinem Hotelzimmer gesessen und sich beinahe verrückt gemacht hatte, wegen des anstehenden Rennen, hatte sich auf einmal sein Handy gemeldet. Auf dem Bild war Daniel zu sehen, der sich die Haare nach oben gestylt hatte, als habe er einen Stromschlag abbekommen. Wie viel Haarwachs und Spray dafür nötig gewesen waren, hatte Jean niemals erfahren, aber es musste schon eine ganze Menge gewesen sein.
Dann hatte Daniel auch noch die Augen und den Mund ganz weit aufgerissen, als ob er laut schreien würde. Alles nur, um ihn wieder zu einem Lächeln zu verhelfen. Unter alle dem hatte auch noch der Spruch gestanden: Bei so viel Pech stehen einem ja die Haare zu Berge!

„Was ist so lustig?“, riss ihn Daniels neugierige Stimme plötzlich aus seinen Gedanken.
Der Ältere musste sein abwesendes Schmunzeln bemerkt haben. Natürlich. Er lag ihm ja auch zugewandt auf der Seite, hatte den Kopf auf die rechte Hand gestützt und wackelte nun mit seinen Augenbrauen.
Ein Bild, über das Jean sogleich wieder leise lachen musste. Er konnte es gar nicht verhindern. „Du. Was sonst?“, gab er also amüsiert zurück.
Vielleicht mochte Daniel, und auch dessen Humor, für manche Geschmäcker ein wenig schräg sein. Aber er mochte das. Es machte ihn eben besonders und vor allem so liebenswert.
„Aber ich habe doch gerade gar nichts gemacht“, wunderte Daniel sich und zog dabei nachdenklich die Stirn in Falten.
Einfach zu niedlich, wenn ihm die Fragezeichen regelrecht ins Gesicht geschrieben standen.
„Das musst du mir jetzt mal erklären!“, verlangte der Australier und pikste Jean dabei auffordernd und drängend gegen den Oberarm.

Sein Lächeln vertiefte sich, während er sich ein paar zu lange Haare aus dem Gesicht strich und ein wenig verlegen zu Daniel hinüber blickte. „Ich musste an das Bild denken, das du mir vor ein paar Monaten geschickt hast.“
Der Ältere sah nicht so aus, als hätte er jetzt verstanden, worum es ging. „JEV, ich schicke dir andauernd Bilder. Da musst du schon ein bisschen genauer werden.“
„Ich meine das, auf dem du so aussiehst, als ob du in eine Steckdose gefasst hättest“, erklärte Jean seinem ahnungslosen Freund und musste erneut lachen, als das besagte Bild wieder vor seinem geistigen Auge auftauchte.

Auch auf Daniels Lippen breitete sich nun sein berühmtes, breites Grinsen aus. Dann knuffte er Jean spielerisch in die Seite und empörte sich: „Hey! Ich hab in keine Steckdose gefasst! Und sowieso... Hast du selbst mal morgens in den Spiegel geguckt? Dann siehst du nämlich immer aus, wie... wie...“
Der Franzose hob die Augenbrauen. „Wie was?“
Daniel lief ein bisschen rot an, ohne aber das freche Blitzen in seinen Augen zu verlieren. „Wie ein aufgeplatztes Sofakissen!“
Augenblicklich schnaubte Jean nur halb beleidigt, weil er gegen das Lachen noch immer nichts tun konnte, das immer wieder in ihm hochkam. „Ey! So sehe ich überhaupt nicht aus! Das kannst du doch nicht einfach so sagen!“
„Na und ob ich das kann“, sagte Daniel und sein Grinsen wurde dabei, sofern das möglich war, noch breiter. Zumindest hatte es den Anschein. Es verleitete einen einfach dazu, es dem Älteren nachzutun. Man konnte sich gar nicht gegen so viel positive Energie wehren.
Wollte Jean auch gar nicht.

„Um noch mal auf das Bild zurück zu kommen...“, griff Daniel das Thema wieder auf und irgendwie war Jean ja klar gewesen, dass da noch was kommen würde. „Ich meine, es hat doch gewirkt, oder nicht? Immerhin hast du mich doch ein Rennen später erstmals im Qualifying geschlagen.“
Der Franzose verdrehte nur halb genervt die Augen. Das war ja sowas von zu erwarten gewesen, dass Daniel sich etwas darauf einbilden würde. Wie hatte er auch glauben können, dass der Ältere nicht auf die Idee kommen würde, dass das alles sein Verdienst war?
„Das lag eher daran, dass ich schneller war als du“, gab Jean mit einem Schmunzeln zurück. Er würde sich doch seine Fähigkeiten nicht absprechen lassen. Vor allem nicht von seinem durchgeknallten Teamkollegen!

Trotzdem wurmte es ihn schon ein bisschen. Vor allem, dass Daniel es heute fast erneut in Q3 geschafft hätte. Sein elfter Platz war einfach überragend und er selbst war wieder im ersten Durchgang gescheitert und musste sich ganz hinten auf Platz 18 herum schlagen. Er wusste, dass er es eigentlich besser konnte, aber...

Er keuchte überrascht, als der Australier mit einem Mal, ohne jede Vorwarnung, auf seinen Schoß kletterte. Nicht, dass Daniel besonders schwer wäre, aber er war einfach nicht darauf gefasst, als er sich nun mit einem Paar sehr durchdringender Augen konfrontiert sah.
„Ich glaube ich weiß, was dein Problem ist“, offenbarte Daniel, während seine Finger tastend über seinen Oberkörper wanderten. Jean konnte ihn nur fragend ansehen. Er hatte keine Ahnung, was das jetzt schon wieder sollte, aber er erkannte deutlich das Funkeln in Daniels Augen. „Du bist immer viel zu angespannt. Dein Physio macht einfach einen schlechten Job. Vielleicht sollte ich mal dafür sorgen, dass du dich ein bisschen entspannen kannst.“

So wie Daniel das sagte, wurde der Jüngere schlagartig rot. Es war nicht besonders schwer, die Doppeldeutigkeit herauszuhören. „Eigentlich macht Antti seinen Job ganz hervorragend“, verteidigte der Franzose seinen Trainer und versuchte Daniel streng anzusehen. Das verfehlte allerdings wie so oft seine Wirkung.
Der Australier lachte bloß einmal mehr, bevor er seine warmen Hände unter Jeans T-Shirt verschwinden ließ. „Ich möchte wetten, dass ich es besser kann“, sagte Daniel siegesgewiss  und zugleich auch ein bisschen herausfordernd.
Das würde Jean auch niemals bestreiten, allerdings lösten die Worte des Älteren leider auch ein recht unschönes Kopfkino in seinen Gedanken aus. „Dan, bitte! Ich will mir jetzt nicht vorstellen, dass Antti... naja, du weißt schon...“ Die letzten Worte nuschelte er mehr, als er sie sagte und die enorme Hitze, die er meinte auf seinen Wangen zu spüren, machte es nicht besser. Warum musste Daniel ihn auch immer so in Verlegenheit bringen?

Der Kleinere versuchte nach besten Möglichkeiten unschuldig zu gucken, aber das gelang ihm überhaupt nicht. Jean wusste längst, dass sein Freund eben das nicht war.
„Also wenn das so ist, dann sollte ich wohl besser dafür sorgen, dass du gar nicht mehr nachdenkst“, raunte Daniel seinem Franzosen zu, bevor er sich zu einem Kuss herunter beugte. Das war immerhin die liebevollste Art, Jean nicht nur zum Schweigen zu bekommen, sondern ihn auch am Denken zu hindern.
Wie von selbst entspannte sich der schlanke Körper unter ihm augenblicklich. Ihre Lippen berührten sich nur hauchzart, als sich Jeans Arme bereits um ihn schlossen, ihn enger an sich heran zogen. Diesmal lächelte Daniel nur innerlich, als der Jüngere ihren Kuss vertiefte, ihm deutlich machte, dass er mehr wollte. Diesen Wunsch würde der Australier sicher nicht ausschlagen. Er liebte es, dass Jean so anhänglich war, so verschmust und irgendwie unglaublich süß.

Wenn es nach Daniel ging, dann könnten sie sich natürlich immer sofort aufeinander stürzen, wenn sie sich sahen. Anfangs hatte er die Distanz kaum ausgehalten, zu der Jean sie beide manchmal gezwungen hatte. Aber inzwischen hatte er es lieben gelernt, dass Jean darauf bestand, dass sie sich Zeit ließen.
Er liebte es, dass er Jean langsam erkunden durfte. Er liebte es, dass er ihm dabei diese Laute entlocken konnte, die ihm selbst eine Gänsehaut bereiteten. Er liebte die Tiefe, die ihre Beziehung dadurch bekommen hatte, die Bedeutung, die er ihm mit jeder vorsichtigen Geste zeigen konnte.
Daniel fiel es noch immer nicht leicht, sich so lange zurück zu halten, aber er hatte die Erfahrung gemacht, dass der Jüngere sich dann leichter fallen ließ. Es hatte ihn fasziniert, wie viel Vertrauen Jean ihm zeigte, wenn er ihm Zeit gab. Vor einem Jahr hätte er nicht geglaubt, dass er zu so viel Geduld fähig war. Das war erst mit dem Franzosen gekommen.

Jetzt durfte er sich wieder ganz seinem Liebling widmen. Der weichen Haut, dem heißen Mund. Er durfte ihre Kleider achtlos zu Boden werfen, obwohl Jean so ordnungsliebend war. Er durfte mit ihm spielen, obwohl es dem Jüngeren immer sehr viel Selbstbeherrschung abverlangte. Er durfte sein primäres Ziel verfolgen, ihm wieder zu ein bisschen Lockerung zu verhelfen.
Alleine der Gedanke an diesen Moment, ließ Daniels Magen voller Vorfreude kribbeln.



Er konnte ihre beschleunigten Herzschläge gegeneinander pochen fühlen, als er schwer atmend auf Jeans Brust niedersank, die Augen schloss und sich seine schwarzen Locken kraulen ließ. Das Beste daran, Jean wieder etwas Entspannung zu bringen war, dass es auf ihn genau dieselbe Wirkung hatte.
Daniel lauschte dem leisen Keuchen eine Weile, bevor er den Kopf hob, um Jean ansehen zu können. Vielleicht sah er wirklich bescheuert aus, wenn er immerzu ein so großes Grinsen zeigte, vielleicht wirkte es auf manche tatsächlich ein bisschen unheimlich. Aber wie könnte er nicht?
Er hatte alles, was er sich in seinem Leben gewünscht hatte. Er hatte eine wundervolle Familie, er hatte seinen Rennfahrertraum verwirklichen können, musste sich um finanzielle Dinge nie wieder Sorgen machen und was ihm viel mehr als all das bedeutete: Er hatte Jean. Sein wohl größtes Glück, das Wunderbarste, das ihm hatte passieren können.
Wenn er ehrlich war, dann brauchte er all das andere gar nicht, wenn er nur Jean bei sich wusste. Also wie sollte er bei so viel Hochgefühl denn nicht über das ganze Gesicht strahlen? Er tat es noch mehr, als er sah, wie sich sein Grinsen, in einer etwas dezenteren Version, auf Jeans Zügen spiegelte.

„Wie machst du das nur?“, wollte Jean plötzlich von ihm wissen und im ersten Moment wusste der Australier nicht, was er meinen könnte. Dabei lag es doch auf der Hand.
„Wie mache ich was?“, stellte er stattdessen eine Gegenfrage.
„Du lächelst einfach immer. Selbst wenn es mal nicht so gut läuft. Ich habe dich noch nie anders gesehen. Ich weiß nicht recht, ob mich das faszinieren oder mir Angst machen soll“, erklärte Jean ihm, sah ihn aus großen, ehrlichen Augen an.

Daniel überlegte einen Moment, versuchte diesmal etwas ernster zu werden. „Weißt du...“, begann er und jagte Jean mit einem Mal doch einen gehörigen Schrecken ein. Er war stolz auf sich, dass er tatsächlich so sachlich klang, wie er es beabsichtigt hatte.
Hinter Jeans Stirn begann es währenddessen richtig zu arbeiten. Er fürchtete, dass Daniel ihm gleich etwas Schreckliches erzählen würde. Von einem Schicksalsschlag womöglich, der ihn dazu bewogen hatte, das Leben mit anderen Augen zu sehen, oder etwas in der Art. Das mochte unheimlich kitschig und klischeehaft klingen, aber auf so etwas liefen derartige Gespräche doch meistens hinaus, oder?
„Du darfst es aber keinem verraten, okay? Ich will nicht, dass es außer dir jemand weiß“, fuhr Daniel fort und zeigte ihm dabei seinen aller besten, bittenden Blick, der Jean schwer schlucken und nicken ließ.
„Natürlich. Ich erzähle es schon keinem“, versprach er dem Älteren. Niemals würde ihm in den Sinn kommen, ein ihm anvertrautes Geheimnis weiter zu tratschen. So war er ganz bestimmt nicht. Ob es nun ein Freund, Familie, sein Geliebter oder jemand ganz anderes war, spielte dabei keine Rolle.

Daniel senkte den Blick und spätestens da bekam Jean wirklich ein bisschen Panik.
„Es ist so...“, sagte er leise und holte noch einmal tief Luft, „ich kann auch ganz böse gucken!“
Und mit einem Mal fuhr Daniels Kopf hoch und zum Vorschein kam ein sehr übertrieben zornesverzerrtes Gesicht. Es dauerte drei Sekunden, bevor dem Franzosen aufging, dass Daniel sich eben den nächsten Scherz mit ihm erlaubt hatte und konnte nicht anders, als schallend zu lachen.

Dieses knautschige Gesicht war einfach zu niedlich.
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