Léoflice Sincealdu

von Nairalin
DrabbleDrama / P12
Eowyn Grima Schlangenzunge
09.03.2015
09.03.2015
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Huhu,

hier ist mein Wichtelgeschenk für Thainwyn zum Wichteln Poesie-Drabbles von AuctrixMundi.

Vorgabe:

Zitat: „Ein Schauer geht durch alte Eiben./An leichenfahlen Fensterscheiben/Huschen die Schatten der Tänzer vorbei.“ Das dunkle Tal von Georg Trakl
Verarbeitung des Zitats: Leitmotiv
Drabbleform: Frei
Max. erwünschtes Rating: P18
Fandom: Der Herr der Ringe, Das Silmarillion, Assassin‘s Creed, TES V: Skyrim, Das Lied von Eis und Feuer, Harry Potter, Freie Arbeit
Sonstiges: /


Nachdem ich ja weiß, welche Leidenschaft mein Wichtelkind hat, dachte ich mir, dass es doch eine Idee wäre, genau diese Sprache etwas einzubauen. Ich hatte nur ein kleines Problem: Es gibt NIRGENDS im Internet eine Seite, die einem die Komposita erklärt und auch die jeweiligen Lautangleichungen. Vielleicht habe ich mich hier dumm angestellt, ich hoffe mal nicht, aber ich lasse mich sehr gerne bei folgendem korrigieren:


Nomen sincealdu 'andauernde Kälte'
Adjektiv léoflice 'wert, geliebt, schön, wertvoll, kostbar'

Laut dem, was ich mir heraussuchen konnte, ist die Wortstellung dem Deutschen in dem Fall gleich. Thainwyn, vergib mir, sollte ich was falsch gemacht haben >.<

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Léoflice Sincealdu


Er schaute sie unter schweren Lidern an und atmete tief ein, bevor er den Weinkelch zu seinen Lippen führte. Sie ignorierte ihn, sie, seine léoflice Sincealdu, der er verfallen war, wie kaum etwas anderes. Ihre Haare waren blass-golden und schimmerten kühl im Licht der Sonne. Ihre Haut so ebenmäßig wie feinstes Porzellan und Augen von der Farbe des Nebels, der im Spätherbst durch die Hügel Rohans waberte.

Er strich sich die Haare zurück und setzte sich aufrecht hin, während er mit perfekten Tischmanieren sich von den anderen am Tisch abhob. Doch er konnte sehen, wie sehr sie seinen Blick mied. Ihre scheinbar perfekte Maske zerbrach darunter und brachte zum Vorschein, was wirklich dort war.

Sie war nicht kalt, sie hatte Feuer in sich, welches sie wärmen könnte, wenn sie es denn zuließe. Er wusste, dass der Verlust der Eltern sie tief getroffen hatte und sie durch ihre makellose Erscheinung, ihrer Präsenz bei ihrem Onkel, versuchte, eine Liebe zu erlangen, die sie glaubte, nicht zu erhalten. Wie sehr wollte er ihr diese geben, wenn sie es denn zuließe.

Schon als Kind hatte er die traurige Gestalt gesehen und nichts sehnlicher gewünscht, als ihr die Masken herabzureißen, die sie glaubte, tragen zu müssen. Er wollte, dass seine léoflice Sincealdu sie selbst sein konnte. Wenn er sie allein antraf und in die Enge trieb, begann die Illusion wie ein Schatten tanzend wegzuhuschen. Tränen und Furcht waren das Ergebnis. Ein Anfang, doch er musste noch mehr sehen, noch mehr hervorholen.

Ein Schauern erfasste sie, wie er bemerkte. Er lächelte leicht und wandte sich dem König zu, der lachend auf den Tisch klopfte, weil der Scherz gelungen war. Er musste sie bewahren. Sie würde Fenster errichten und einen gläsernen Sarg um sich erbauen. Bezaubernd anzusehen wäre sie. Gleich einer ewigjungen Leiche, blass… kalt.

Léoflice Sincealdu.
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