Auf den zweiten Blick

von Harmony88
GeschichteRomanze / P16 Slash
Dr. John Watson Sherlock Holmes
09.03.2015
09.03.2015
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Auf den zweiten Blick

Disclaimer: Die folgende Geschichte ist frei erfunden. Die Charaktere basieren auf der BBC Serie „Sherlock“ und entstammen der Feder von Mark Gatiss, Steven Moffat und Stephen Thompson beziehungsweise im Original Sir Arthur Conan Doyle. Ich verdiene hiermit kein Geld, sondern habe nur ein wenig Spaß. :-)

Inhaltsangabe: Ausgebremst durch einen persönlichen Schicksalsschlag muss John erst noch lernen, sich in seinem neuen Leben zurechtzufinden. Als ausgerechnet ein junger Rennfahrer in eben jenes tritt, scheint es jedoch ganz von selbst wieder Fahrt aufzunehmen. [AU]


*****



Der Job war ein Glücksfall gewesen, weshalb John ihn sehr ernst nahm. Er war morgens der erste vor Ort und abends der letzte der ging. Abgesehen von seinem Verantwortungsbewusstsein gab es jedoch noch ein paar andere Faktoren, die ihn dazu veranlassten, der Arbeit nicht nur nachzugehen, um seinen Kühlschrank füllen zu können, sondern zuzulassen, dass sie neben den üblichen acht Stunde auch noch beinahe seine gesamte Freizeit in Anspruch nahm.

Einer dieser Gründe war, dass es ihm so doch noch möglich war seinen Traum zu Leben. Einen Traum, den er aufgrund seines Beines schon zu den Akten gelegt hatte. Klar, er lebte ihn nun in abgespeckter Form aber immerhin lebte er ihn. Immerhin konnte das nicht jeder von sich behaupten. Nach einer schweren Zeit war er wieder motiviert jeden Morgen aufzustehen und zur Arbeit zu gehen, etwas das er sich vor gar nicht allzu langer Zeit noch nicht hatte vorstellen können. Ein weiterer Grund war, dass er beim Aufbau etwas neuem dabei sein konnte. Es war ein kleines Team, dem er sich angeschlossen hatte. Keines in dem endlose Geldströme flossen wie in der Formel 1, dass jedoch dennoch Aussicht auf Erfolg hatte. Seit einiger Zeit jedenfalls, seit Sherlock Holmes, das vielversprechendste Motorradtalent auf der Insel zu ihnen gewechselt war. Sherlock Holmes, der junge wilde mit der dunklen Mähne, dem vorlauten Mundwerk und dem unzähmbaren Temperament. Sherlock Holmes - Grund Nummer drei.

Die Teststrecke lag verlassen vor ihm, als John an diesem Morgen die letzten Meter von der Bushaltestelle zu den Garagen zurücklegte. Es wurmte ihn, dass er es immer noch nicht hundertprozentig schaffte einen flüssigen Bewegungsablauf hinzubekommen. Man konnte es immer noch viel zu deutlich sehen, weshalb er immer noch ungewollte Aufmerksamkeit auf sich und unangenehme Fragen anzog wie das Licht die Motten. Und obwohl er in der letzten Zeit große Fortschritte gemacht hatte, ging es ihm dennoch nicht schnell genug voran.

Der Asphalt war noch nicht komplett abgetrocknet, er würde also vorsichthalber die Regenreifen aufziehen, bevor er Sherlock heute auf die Strecke schickte. Er blickte auf seine Armbanduhr. Es war erst kurz vor acht, er hatte also noch jede Menge Zeit. Vor zehn würde sich der Fahrer nicht blicken lassen. So war es zumindest bisher gewesen. Heute schien der Hase jedoch anders zu laufen, denn als John um die Ecke bog, saß dort auf einem Stapel aussortierter Reifen vor ihrer Garage kein geringerer als Wunderkind Sherlock Holmes.
In Jeans, ausgelatschten Turnschuhen, Lederjacke und einer umgedrehten Mütze auf dem Kopf wirkte er noch jünger, als er es ohnehin schon war. Der Schatten eines Bartes hingegen deutete schon wieder in eine andere Richtung. Und dann war da noch die Kippe in seiner Hand.

„Ah John, guten Morgen.“, sagte der jüngere, als er ihn erkannte. „Wieder der erste hier?“

„Jupp.“, entgegnete John und schloss die Garage auf. „Hat dir noch niemand erzählt das Benzin brennbar ist, Sherlock?“

„Vermutlich schon aber ich hab nicht zugehört.“, entgegnete der Lockenkopf.

John schmunzelte.

„Was machst du überhaupt so früh hier?“, fragte John. „Ich hatte mich schon gefreut noch ein paar Stunden in Ruhe arbeiten zu können, bevor du mir auf die Nerven gehst.“

„Jemand hat mir gesagt ich müsse meinen Job ernster nehmen.“, erklärte Sherlock, während er sich lässig gegen eines der Regale lehnte.

„Tatsächlich? Und ich dachte immer sie lassen dich an der langen Leine.“, sagte John, während er etwas umständlich in einen Overall schlüpfte.

„Der Welpenschutz ist vermutlich vorbei.“, sagte der Jüngere. „Jetzt wo die Saison vor der Tür steht und es bald wieder um Ruhm und Ehre geht.“

„Das Geld nicht zu vergessen.“, warf John ein.

Sherlock machte eine wegwerfende Handbewegung.

„Entgegen der gängigen Meinung macht Geld allein ganz und gar nicht glücklich.“, sagte der Motorsportler. „Ich gehe dir nicht wirklich auf die Nerven oder?“, schob er fragend hinterher.

„Nein.“, sagte John lächelnd, während er zwei Reifen aus dem Regal heraussuchte und in Richtung von Sherlocks Maschine rollte. „Wenn du dich umziehen gehen willst.“, fügte er hinzu. „Ziehe ich solange die Reifen auf.“

„Wozu gehen, umziehen kann ich mich genauso gut hier. Wir sind doch unter uns.“, sagte Sherlock grinsend. „Das ist doch kein Problem oder?“

> Sag einfach doch. < soufflierte sein Gehirn. „Nein, nein - natürlich nicht.“, hörte er sich Sekunden später selbst sagen.

„Idiot.“, knurrte er.

„Hast du was gesagt?“, fragte Sherlock, der gerade mit seinem Pullover kämpfte.

„Nein, nein.“, sagte er und machte sich an die Arbeit.

Reifen wechseln, eine Tätigkeit die er schon unzählige Male ausgeführt hatte und im Schlaf beherrschte, hatte sich noch nie so schwer angefühlt wie in diesem Moment. Seine Augen und auch ein anderes Körperteil wollten seinem Willen einfach nicht gehorchen. John hatte Sherlock schon dutzende Male in engen Rennanzügen gesehen, die nicht viel Spielraum für Phantasie ließen und doch war es etwas ganz anderes, auch nur das geringste bisschen Haut zu sehen. Ihm wurde heiß und er musste seine Gedanken schnell in andere, abtörnende Bahnen lenken, damit es nicht gleich fürchterlich peinlich werden würde.

„Ich bin startklar.“, rief John über die Schulter hinweg und hoffte inständig, dass er tatsächlich jede Schraube festgezogen hatte.

Er schob das Motorrad nach draußen und studierte die Bedingungen. Die Regenwolken der Nacht hatten sich verzogen, doch der Asphalt glitzerte immer noch an einigen Stellen. Die Entscheidung auf die anderen Reifen umzusteigen war also goldrichtig gewesen. Seine Hand verweilte auf dem Totenkopf, Sherlocks Markenzeichen, der an der rechten Seite der Maschine angebracht wurden war. John hatte ihn eigenhändig aufgebracht.

„Ich bin auch soweit.“, sagte Sherlock und trat neben ihn.

John zog scharf die Luft ein. Es waren Momente wie dieser, in denen er ihm so nah war, die ihm schmerzlich bewusst machten, wie weit voneinander entfernt sie in Wahrheit doch waren. Das Leder knirschte bei jeder von Sherlocks Bewegungen und er reckte ihm seinen Hintern sehr verführerisch entgegen, als er sich auf die Maschine schwang.

„Denk dran, da sind funktionstüchtige Bremsen eingebaut.“, bläute ihm John ein.

„Der sichere Weg ist nicht immer der beste.“, entgegnete Sherlock keck.

Er zwinkerte ihm zu, klappte das Visier runter und brauste davon.


***



In den nächsten Tagen kam es häufiger vor, dass Sherlock in den frühen Morgenstunden auftauchte und sie gemeinsam an seiner Maschine herumschraubten. Sie fluchten zusammen, wenn es nicht so lief wie es sollte, lachten zusammen und lernten sich ganz nebenbei besser kennen. Sherlock hatte eine sehr hohe Meinung von ihm, lobte seine Arbeit und war begierig darauf dazuzulernen.

Als John an diesem Morgen an der Strecke erschien, heizte Sherlock bereits in vollem Tempo über die Piste. Ihm blieb fast das Herz stehen, als er sah wie der jüngere das Motorrad hochriss und sich an weiteren kleinen Stunts versuchte. Und es war nicht die Maschine, um die er sich sorgte.

„Der Motor hört sich beim Beschleunigen merkwürdig an.“, sagte Sherlock, als er zwei Stunden später in die Garage zurückkehrte und das Motorrad abstellte. „Das bedeutet wieder Extraschichten für dich fürchte ich.“

„Kein Problem.“, versicherte John, der gerade damit beschäftigt war ein paar Ersatzteile zu säubern.

Und er meinte es so. Sherlock entschädigte ihn jeden Tag für etwaige Unannehmlichkeiten ohne es zu wissen. In dem er ihm hier und da ein Lächeln schenkte. In dem er mit ihm lachte. Mit der Art, wie er sein Haar schüttelte, wenn er den Helm abnahm. Mit den eng anliegenden Klamotten. Mit all den Dingen, die bereits Teil seiner zugegebenermaßen nicht ganz jugendfreien Träume gewesen waren.

„Ich könnte dir helfen.“, bot Sherlock an.

„Und von heute an mit den Füßen Violine spielen?“, fragte John sarkastisch. „Das will doch wirklich niemand sehen.“

Sherlock grinste. Dass Geige spielen war seine zweite große Leidenschaft, wie John in den letzten Tagen erfahren hatte.

„Ich hab schöne Füße.“, sagte der jüngere trotzig.

„Was noch zu beweisen wäre.“, entgegnete John.

Kaum hatten diese Worte seinen Mund verlassen, ließ sich Sherlock auf seinem Hosenboden nieder und begann damit seine Schuhe aufzuschnüren. Es folgten die Socken und schließlich hielt er ihm zehn blanke, wackelnde Zehen unter die Nase. Nicht tatsächlich unter die Nase natürlich, denn auch er konnte nur bis zu einem bestimmten Punkt gehen.

„Oh ja, wirklich atemberaubend.“, sagte John lachend. „Oder sollte ich lieber sagen atemraubend.“

„Hey.“, protestierte Sherlock und schlug ihm spielerisch gegen den Oberarm. „Zehn Stück, was willst du schon groß mehr verlangen?“, fragte er grinsend.

Das Lachen auf Johns Gesicht gefror.

„Hab … hab ich was Falsches gesagt?“, fragte der Jüngere besorgt.

„Ich hab noch ne Menge zu tun.“, sagte John und ging zum Motorrad zurück, um sich den Motor anzusehen.

Sherlock betrachte ihn eine Weile nachdenklich, bevor er für ein paar Stunden verschwand, weil er ein paar Termine wahrnehmen musste. Am Abend jedoch kam er noch einmal zurück um seinen Rucksack zu holen.

„Dir scheint heute eine Menge durch den Kopf zu gehen.“, sagte er vorsichtig, nachdem er mehrere Minuten schweigend neben John auf dem Boden gesessen hatte, der damit beschäftigt war sein Arbeitsgerät zu ölen. „Nimm dir doch einfach mal die Maschine und gib Gas. Das hilft dabei auf andere Gedanken zu kommen.“

John warf ihm einen langen Blick zu. Genaugenommen wollte er gar nicht auf andere Gedanken kommen, würden diese ihn doch von ihm wegführen. Sherlock sah ihn abwartend an, also sah er sich doch zu einer Antwort genötigt.

„Ich kann nicht fahren.“, sagte er.

„Du arbeitest bei einem Motorradrennstall und willst mir weißmachen, dass du keinen Führerschein hast?“

Das  hab ich nicht gesagt.“, sagte John.

„Aber …“, begann der Jüngere.

„Gute Nacht, Sherlock.“, sagte John entschieden.


***



John hatte erwartet, dass Sherlock sich nach seiner eindeutigen Zurückweißung von ihm abwenden, zumindest aber ihr Verhältnis auf ein rein professionelles zurückschrauben würde, doch da hatte er die Rechnung ohne den sturen Lockenkopf gemacht. Der stand am nächsten Morgen nämlich noch zeitiger als sonst auf der Matte.

„Da hat wohl jemand Ambitionen Mitarbeiter des Monats zu werden, was?“, stichelte John, dem die Beharrlichkeit den Jüngeren imponierte.

„Da bist du mir doch schon um Meilen voraus.“, entgegnete Sherlock grinsend.

Er legte seine Sachen ab, krempelte seine Ärmel hoch, griff nach einem Schwamm und einem Wassereimer und begann damit seine Maschine zu waschen.

„Du wirst mich noch arbeitslos machen.“, scherzte John.

„Nein, höchstens nass.“, entgegnete Sherlock und warf den Schwamm nach ihm.

Mit einer schnellen Reaktion gelang es dem Mechaniker jedoch auszuweichen.

„Nicht übermütig werden Freundchen.“, sagte er und drohte ihm spielerisch mit dem Zeigefinger.

„Du weißt doch, ich scheue das Risiko nicht.“

Und da war es wieder, dieses Zwinkern, in Kombination mit seinem Lächeln ziemlich unwiderstehlich. Er fragte sich einen Moment wie viele Mädchen wohl Poster von ihm an ihren Schlafzimmerwänden hatten - und ob auch Jungs darunter waren. Gedanken, die in diesem Augenblick jedoch nicht gerade hilfreich waren. John räusperte sich und machte sich dann ebenfalls an die Arbeit.

„Wie wäre es mit einer kleinen Pause?“, fragte Sherlock ihn gegen Mittag.

„Gute Idee.“, stimmte John zu und wischte sich mit dem Arm den Schweiß von der Stirn.

„Du sorgst für die Getränke und ich für die Musik.“

John nickte zustimmend und verließ die Garage, um am Automaten um die Ecke zwei Coke zu ziehen. Auf dem Rückweg hörte er bereits die ersten klassischen Töne nach draußen wehen. Violine ohne Zweifel. Er lächelte. Dieser Zug an Sherlock gefiel ihm. Als er die Garage betrat, staunte er nicht schlecht. Die Musik kam nicht von CD oder seinem Mobiltelefon, sondern direkt live vom Instrument. Sherlock hatte seine Violine mitgebracht. John stellte die Getränke ab und nahm auf einen alten ausrangierten Stuhl Platz. Seine Augen verließen dabei keine Sekunde lang den jungen Mann, dessen Finger dem Instrument unglaublich schöne Töne entlockten. Eigentlich war er einer jener Vertreter von Musikliebhabern, die mit geschlossenen Augen genossen, doch in diesem Fall kam das natürlich überhaupt nicht in Frage.

„Müsste da jetzt nicht irgendwo ein Schwan auftauchen?“, fragte John, nachdem Sherlock geendet und er seine Darbietung mit Applaus gewürdigt hatte.

„Du kennst es?“, fragte Sherlock, der nach einer leichten Verbeugung das ohne Zweifel äußerst wertvolle Instrument zurück in seinen Kasten legte.

„Ein Mechaniker mit Ahnung von klassischer Musik, wer hätte das gedacht.“

„Stopp.“, sagte Sherlock und schüttelte entschieden den Kopf.

John hielt inne.

„Du solltest dir nicht selbst dieses Label geben. Du bist so viel mehr, als man auf den ersten Blick sehen kann.“, sagte der jüngere.

John warf ihm einen unsicheren Blick zu. Unweigerlich verlagerte er sein Gewicht. Wusste er es? Nein. Unmöglich. Es war keine große Story gewesen. Er selbst hatte die Presseberichte verfolgt, in die Kreise eines Sherlock Holmes war es aber sicher nicht vorgedrungen. Blitzschnell traf er die Entscheidung es zu wagen. Er hatte ohnehin nichts zu verlieren. Im schlimmsten Fall blieb einfach alles wie es im Augenblick war.

„Was siehst du denn auf den zweiten Blick?“, fragte er mit belegter Stimme.

„Einen Mann den ich lieben könnte, wenn er mich nur ließe.“

Das saß. John bekam weiche Knie und musste sich an das nächstbeste Regal klammern, um nicht umzufallen. Funktionierten seine Ohren richtig? Es war einfach zu schön, um wahr sein zu können. Hatte sein Wecker heute Morgen geklingelt? Er wusste nicht was er tun, hatte keinen blassen Schimmer wie er reagieren sollte. Sherlock schien es zu spüren und nahm die Angelegenheit in die eigenen Hände.

„Erinnerst du dich daran, wie ich dir sagte man hätte mir nahe gelegt mich professioneller zu verhalten? Und das ich deswegen eher zur Arbeit komme.“

John nickte, während er verzweifelt versuchte seine Gefühle in den Griff zu bekommen.

„Es hat keine solche Anweisung gegeben.“

„Nicht?“, brachte der Mechaniker ungläubig heraus.

„Nein.“

„Du kommst also jeden Tag früher hierher, weil …“

„ … du hier bist.“, beendete Sherlock seinen Satz. „Ja, John. Genauso ist es.“, bestätigte er.

John sah ihn an. Ungläubig und voller Freude zugleich und tat dann etwas, mit dem Sherlock nicht gerechnete hatte. Er begann lauthals zu lachen. So richtig mit dem ganzen Körper. Wenn er so weiter machte, würde er es bald im Bauch und hinter den Ohren spüren.

„Was?“, fragte Sherlock, dem der Witz irgendwie entgangen sein musste.

Der Ältere antwortete ihm nicht. Er lachte nur noch heftiger.

„John?“

Er lachte weiter. Sherlock warf ihm einen bösen Blick zu.

Das war nicht unbedingt die Reaktion, die ich erzielen wollte, als ich dir mein Herz ausgeschüttet habe.“

Mit Mühe gelang es John sich am Riemen zu reißen.

„Ich … ich … lache nicht über dich … sondern über mich …“, sagte er und wischte sich eine Träne aus dem Gesicht.

Sherlock betrachtete ihn skeptisch.

„Eine Erklärung bitte.“, forderte er.

Du  kommst also jeden Tag eher her, um Zeit mit mir allein verbringen zu können, richtig?“

„Ja.“, bestätigte der Lockenkopf, der jedoch immer noch nicht erkennen konnte, was daran so verdammt unterhaltsam sein sollte.

„Und ich …“, nahm John den Faden wieder auf. „ … fange jeden Tag so zeitig an, um noch ein paar Dinge zu schaffen, bevor du auftauchst, weil ich mich so schlecht konzentrieren kann, sobald du um mich herumscharwenzelst …“

Sherlock grinste.

„Heißt das …?“, fragte er hoffnungsvoll.

John nickte.

„Oh ja genau das heißt es.“, sagte John. „Sherlock Holmes, ich würde mich sehr gerne von dir lieben lassen.“

Sherlock strahlte.

„Das klingt so geschäftsmäßig.“

„Also von meiner Seite her ist es gefühlmäßig.“, sagte John mit einem breiten Grinsen auf den Lippen.

„Wir sollten es besiegeln.“

„Mit einem Kuss?“, neckte ihn John.

„Einer wäre zumindest ein guter Anfang.“

In dem Bestreben keine Zeit mehr zu verlieren, weil sie schon viel zu lange um einander her getänzelt waren, setzten sich beide beinahe zeitgleich in Bewegung und trafen sich in der Mitte des Raumes.

„Ich weiß nie was ich mit meinen Händen machen soll.“, murmelte John, beide jetzt, wo sie sich so nahe waren, nicht mehr ganz so selbstbewusst.

„Ich schon.“, entgegnete Sherlock, führte erst Johns rechte zu seinem Mund und hauchte einen Kuss darauf, bevor er das gleiche mit der anderen wiederholte.

Schlussendlich kamen sie auf Sherlocks Hüfte zum Liegen.

„Du bist ziemlich groß.“, grummelte John.

„Und du redest zu viel.“, entgegnete Sherlock.

Als sich ihre Lippen schließlich berührten, spielte alles andere keine Rolle mehr. Der Größenunterschied, ihre völlig unterschiedlichen Hintergründe oder die Tatsache, dass jederzeit jemand hereinkommen konnte. All das war egal. Es war nicht mehr der Kopf der sie leitete, die Herzen hatten die Führung übernommen.

War der erste Versuch noch scheu und brav, konnte man ihnen eine Weile später schon deutlicher ansehen, das sie den Tag nicht nur mit Schrauben am Motorrad beziehungsweise fahren eben jenes verbracht hatten.


***



Trotz jeder Menge Material für schöne Träume hatte John an diesem Morgen nichts in seinem Bett gehalten. Sherlock live und in Farbe war auch um einiges besser, als sein Traumkollege in schlechtem Licht und ohne die Chance ihn berühren zu können. Er war früh an der Strecke und hatte sich vorgenommen heute einen der Begleitwagen durchzusehen, den einer der Sponsoren gestellt hatte. Ein Kollege hatte das Auto am gestrigen Tag bereits vorbereitet, sodass John nur kurz die Standfestigkeit überprüfte und sich dann gleich an die Arbeit machte.

Er achtete nicht auf die Zeit, vertraute darauf, dass er Sherlock schon kommen hören würde und sollte damit auch rechtbehalten. Er hörte das scharfe Einatmen, gefolgt von gespenstiger Stille. Sein Blick schweifte zu seinen Füßen und es bestätigte sich was er schon befürchtet hatte: das rechte Hosenbein war hochgerutscht. John schloss für einen Moment die Augen um sich zu sammeln, dann kam er unter dem Wagen hervor, blieb aber auf dem Hosenboden sitzen und machte sich nicht die Mühe die Prothese wieder zu bedecken.

„Dann ist die Katze wohl aus dem Sack.“, sagte er.

Ein halber schöner Tag war ihm vergönnt gewesen. Ein beschissener halber Tag. Er sah auf. Sherlock war noch da, hatte nicht gleich die Flucht angetreten. Das musste er ihm anrechnen. Musste er? John studierte sein Gesicht. Nicht der Schock stand darin geschrieben, wie so vielen anderen vor ihm. Auch nicht das Entsetzen oder Mitleid. Es war etwas anderes, etwas wie … Wut. Moment. Wut?

„Und du lässt mich ungestraft schlechte Witze über Füße machen.“, sagte Sherlock kopfschüttelnd. „Ich dachte das Humpeln wäre einfach nur ein Humpeln. Warum hast du nie etwas gesagt?“

„Ja wieso eigentlich nicht?“, brummte John. „Es ist sonst der total gute Gesprächseinstieg. Tolles Wetter heute, wir sollten ins Schwimmbad fahren, ach übrigens ich hab nur noch ein Bein.“

Er verschränkte die Arme vor der Brust. Versuchte sich zu wappnen. Versuchte eine Barriere aufzubauen, die den Schmerz abfedern würde, doch Sherlock kam einfach auf ihn zu und riss sie wieder ein. Er kniete sich neben ihn auf den Boden und gönnte sich einen genaueren Blick.

„Darf ich?“, fragte er atemlos.

John nickte.

Vorsichtig rutschte Sherlock noch ein Stück näher und schob das Hosenbein ein paar Zentimeter weiter nach oben. Sacht fuhr er mit den Fingerkuppen über das glatte Material

„Kühl.“, murmelte er. „Ganz im Gegensatz zum Rest deines Körpers.“

„Hör mal Sherlock …“

„Faszinierend.“, sagte der Rennfahrer.

„Faszinierend?“, wiederholte John ungläubig. „Du findest es nicht abstoßend?“

„Nein. Wieso sollte ich? Es ist außergewöhnlich. Ein weiter Teil deiner Einzigartigkeit.“, sagte Sherlock.

John schluckte gegen einen großen Kloß in seinem Hals an. Nicht viele Menschen würden so reagieren. Viele Menschen ließen sich von Äußerlichkeiten leiten. Sollte er tatsächlich ein solch außergewöhnliches Exemplar gefunden haben, dass dies nicht tat? Es schien beinahe so.

„Es gibt eine Geschichte dahinter nicht wahr?“

„Die gibt es.“, bestätigte John.

„Bist du gewillt sie zu teilen?“, fragte Sherlock sanft.

„Ja aber nicht heute.“

„In Ordnung.“, stimmte der jüngere zu und drückte seine Hand.

Er hätte es leicht selbst herausbekommen können, überlegte John, während er sich über die feuchten Wangen wischte.

„Du hast deinen neuen Freund also noch nicht gegooglet?“, fragte er.

Sherlock schüttelte den Kopf.

„Ich wollte mir mein eigenes Bild machen und nicht das Bild welches andere über dich haben, als ersten Eindruck vermittelt bekommen.“


***



Die nächsten Tage waren unbeschreiblich schön. Sherlock hatte keinerlei Berührungsängste. Und John bewunderte ihn dafür. Erinnerte er sich doch nur noch zu gut daran wie schwer es ihm selbst am Anfang gefallen war, sein neues Äußeres zu akzeptieren. Sherlock war neugierig und glücklicherweise nicht übervorsichtig. Er behandelte ihn genauso wie vor der Offenbarung - nun gut nicht wirklich hundert Prozent genauso. Doch das würde er auch gar nicht wollen, war diese Veränderung in ihrer Beziehung schließlich gewollt und eine, die er über alle Maßen hinweg genoss.

„Du bist so grummelig heute.“, sagte Sherlock, als sie eines Abends bei ihm auf dem Sofa saßen und sich einen Film ansahen. „Bist du mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden?“

Einen Moment lang herrschte vollkommene Stille im Raum, bevor sich ihre Blicke trafen und sie beide losprusteten. Sie lachten so lange bis ihnen die Bäuche wehtaten.

„Bei Gott. Genau das ist einer der Gründe warum ich dich liebe Sherlock Holmes.“, sagte er und küsste ihn leidenschaftlich.

„Aber mal im Ernst.“, sagte Sherlock, der ihn trotz aller Euphorie nicht aus den Augen gelassen hatte. „Hast du Schmerzen?“

„Der Stumpf tut ein wenig weh.“, gab er zögerlich zu. „Ich musste heute viel stehen. Und der Rest sind Phantomschmerzen, denn was nicht mehr da ist, kann auch nicht wehtun.“

„Was hältst du von einer Massage?“, fragte Sherlock. „Das ist gut für die Durchblutung, nicht?“

„Ich weiß nicht.“, sagte John.

Er mochte es eigentlich nicht besonders, wenn jemand den Stumpf berührter. Schon während der Rehabilitation und in der Physiotherapie, die er seitdem benötigte, waren dies die schwersten Augenblicke für ihn gewesen.

„Diese Violistenhände.“, sagte Sherlock und hielt ihm seine unglaublich langen und zarten Finger unter die Nase, die trotz der Tatsache, dass er in seinem Sport immer gut zupacken musste, top gepflegt und unversehrt waren. „Müssen doch noch für was anderes gut sein oder?“

„Also schön.“, lenkte John ein.

Er setzte sich auf, schaltete die kleine Lampe neben der Coach an, legte die Prothese ab und zog schließlich auch die Bandage ab, die er zum Schutz vor Reibung und Druckstellen um den Stumpf gewickelt hatte.

„Wenn es nicht geht, sag es mir, dann höre ich sofort auf.“, sagte Sherlock.

Er wusste, dass dies ein großer Vertrauensbeweise seitens John war und so wartete er auch dessen bestätigendes Nicken ab, erst dann formte er seine beiden Hände zu einer Schale und blies hinein um sie zu wärmen, bevor er mit der Massage begann.

„Kann man sowas heutzutage auch bei Youtube lernen?“, fragte John nach einer Weile.

„Nein.“, entgegnete Sherlock ohne sein tun einzustellen. „Aber bei entsprechenden Kursen im Krankenhaus schon.“


***



Sherlock begann langsam aber sicher Johns Sicht auf gewisse Dinge zu verändern. Vor allem aber die Sicht auf sich selbst. Erst letzte Woche hatte er ihn dazu gebracht kurze Hosen zu tragen. Etwas, dass er vorher lange Zeit nicht einmal in Erwägung gezogen hatte, so abwegig war es ihm vorgekommen.

An diesem Morgen stand er wieder vor der Garage und wartete auf seinen Freund. Während die Piste mal wieder abtrocknete, kam Sherlock mit dem Fahrrad zur Rennstrecke. Er schloss das Rad an und schlenderte zu ihm hinüber. John lächelte und reichte ihm einen Kaffee. Sherlock küsste ihn zur Begrüßung. Ihr eigenes kleines Morgenritual, welches sie an den Tagen vollzogen, an denen sie nicht gemeinsam aufwachten.

„Du kannst damit aufhören, weißt du.“, sagte Sherlock, der sich neben ihn stellte und seinen Blick über die Piste schweifen ließ. „Es ist völlig unnötig sich jeden Morgen aufs Neue Sorgen zu machen.“, fügte er hinzu, noch bevor John Gelegenheit dazu hatte nachzufragen.

Sherlock griff nach seiner Hand und drückte sie.

„Ich gehe nirgendwohin. Hörst du?“, bekräftigte der Rennfahrer. „Ich werde weiterhin jeden Tag hierher kommen, werde abends mit dir Take away essen, schlechte Filme schauen und bei dir oder mir übernachten. Und selbst wenn ich irgendwann mal einen Grand Prix gewinnen und mehr Geld verdienen sollte, wird sich daran nichts ändern - außer vielleicht, dass aus deiner und meiner irgendwann unsere Wohnung wird.“

John war sprachlos.

„Und während du das alles jetzt in aller Ruhe verdauen kannst.“, sagte der Jüngere. „Werde ich mal schauen, ob du auch ordentlich gearbeitet hast.“, fügte er grinsend hinzu.

„Ich arbeite immer ordentlich.“, entgegnete John automatisch.

„Wir werden sehen.“, rief Sherlock von drinnen, während er sich in aller Eile umzog.

„Vergiss den Helm nicht.“, sagte John und drückte ihn ihm vor die Brust, als er an ihm vorbei ins Freie huschte, wohin er das Motorrad inzwischen geschoben hatte.

„Danke.“, sagte Sherlock, küsste ihn und verschwand sogleich darunter.

Auf dem kurzen Weg zu seinem Arbeitsgerät wackelte er demonstrativ mit dem Hintern, was John ein breites Grinsen entlockte. Sherlock warf noch einen kurzen Blick zurück über die Schulter, dann schloss er das Visier und gab Gas. John trat ein paar Schritte näher an die Strecke, um seinen Freund besser im Blick behalten zu können. Die Piste war von seinem Standpunkt aus nicht komplett einzusehen, der größte Teil jedoch lag in seinem Fokus.

Sherlock gab ordentlich Gummi. John musste sich eingestehen, dass er es mehr als nur ein bisschen vermisste. Der Wind im Gesicht und in den Haaren. Ans Limit gehen. Es war eben doch etwas anderes, wenn zum Schrauben verdammt war und nicht mehr selbst fahren konnte. Er musste zugeben, dass er es nach seinem folgenschweren Unfall noch nicht wieder probiert, dass er es noch nicht gewagt hatte. Das ein oder andere Mal hatte er sich auf eines der Motorräder gesetzt. Weiter war er jedoch nie gegangen. Er konnte sich jedoch vorstellen, dass es da jemanden gab, der diese Tatsache irgendwann in naher Zukunft ändern würde.

Sherlock hatte sich und die Reifen inzwischen warm gefahren und machte schon wieder Faxen. John wünschte der jüngere würde das unterlassen, obwohl ein kleiner Teil von ihm natürlich verstand, dass er alle Möglichkeiten ausschöpfen, sich ausprobieren und über die eigenen Grenzen hinausgehen wollte. Ob er es wohl aufgeben würde, wenn er ihn darum bat?

Ein hässliches Kratzen drang an seine Ohren. Sherlock hatte sich sehr tief in die Kurve gelegt. Zu tief, wie John im nächsten Moment realisierte, als sein Freund die Kontrolle verlor und in vollem Tempo in eine der Absperrungen krachte.

„Nein, nein, nein, nein. Das darf doch alles nicht wahr sein.“

Intuitiv schnappte sich John den Erste Hilfe Kasten, schrie „Ruft einen Krankenwagen“ in Richtung der anderen Garagen und rannte los. Vergessen war die Prothese, die er noch nie bis an ihre Grenzen gebracht hatte. Vergessen war der Schmerz, der sich sogleich bemerkbar machte. Und vergessen war die Tatsache, dass möglicherweise noch andere auf der Piste unterwegs waren.

Sherlock bewegte sich nicht, als er ihn schließlich erreichte und sich neben ihm in den Kies kniete, doch er atmete. Glücklicherweise lag die Maschine nicht auf ihm. Dieser Umstand war ihm vor gut zwei Jahren zum Verhängnis geworden. Alleine hätte er sie hier und jetzt mit Sicherheit nicht von ihm runterbekommen ohne weiteren Schaden anzurichten. So jedoch konnte er sich, wenn auch mit zitternden Fingern, direkt an die Arbeit machen. Er klappte das Visier auf und checkte erneut die Atmung. Regelmäßig. Den Helm abzunehmen traute er sich jedoch nicht.

„Du verdammter Idiot.“, zischte er

„Ich liebe dich auch.“

Sherlocks Augen flatterten einige Momente, dann öffneten sie sich schließlich ganz. John wollte vor Erleichterung schreien, während er in einiger Entfernung bereits die Sirenen des herannahenden Krankenwagens hörte.

„John?“

Der Mechaniker sah in sein Gesicht und erstarrte. Der andere lächelte. Er lächelte. Es war so ziemlich das schlimmste eingetreten was hätte passieren können und er hatte den Nerv zu lächeln. Wenn er ihn gefragt hätte, hätte Sherlock ihm erklärt was Phase war. Sein Gesicht – im Augenblick mit Spuren von Motoröl überseht -, seine Präsenz bedeutete Sicherheit, bedeutete das alles gut werden würde. Er legte sein Leben seit einiger Zeit jeden Tag aufs Neue in seine Hände. Und hatte es auch heute nicht bereut. John hatte ihn an den Helm erinnert. Und er war hier, als erster am Unfallort.

„Mein Bein.“, zischte Sherlock und nun war ihm deutlich anzusehen, dass er Schmerzen hatte.

John rückte vorsichtig nach unten und sah es sich an.

„Gebrochen.“, diagnostizierte er. „Ich werde es schienen.“, fügte er hinzu, während er bereits den Erste Hilfe Kasten nach geeignetem Material durchsuchte.

Doch davon bekam Sherlock schon nichts mehr mit. Er hatte das Bewusstsein verloren.

„Für was so ein abgebrochenes Medizinstudium doch gut ist.“, murmelte John erleichtert, während er fünfzehn Minuten später dabei half seinen Freund in den Krankenwagen zu verladen.


***



Sherlock erinnerte sich nicht an viel von dem was passiert war. Nicht daran, wie der Unfall passiert war und auch nur Bruchstückhaft an die Zeit danach, bis er schließlich mit einem dick eingegipsten Bein im Krankenhaus erwacht war - mit John an seiner Seite.

„Die haben gesagt jemand hat sehr professionell erste Hilfe geleistet.“, sagte er nach einer Weile einvernehmlichen Schweigen und einem Ich-bin-froh-das-du-noch-lebst-du-blöder-Idiot-Kuss.

„Ja jemand hat das getan.“, bestätigte John.

Sherlock drehte seinen Kopf und sah ihn an.

„Teil deiner Geschichte?“, fragte er.

„Ja.“

Stille.

„Danke.“

„Nicht dafür.“

„Du würdest mich wahrscheinlich am liebsten eigenhändig verprügeln oder?“, fragte der Jüngere.

„Ja das stimmt.“, sagte John mit unterdrücktem Zorn in der Stimme. „Warum zum Teufel dachtest du nur es sei notwendig mich zu beeindrucken?“

„Wenn man verliebt ist, tut man verrückte Dinge.“, murmelte er. „Zum Beispiel wie ein verrückter ohne Rücksicht auf Verluste über den Kurs rennen.“

John sah ihn mit gehobenen Brauen an.

„Ganz vorsichtig Freundchen.“, sagte er, grinste aber.

„Wir sind halt beide ein bisschen anders, deswegen passen wir auch so gut zusammen.“

Wer war John, um dagegen zu argumentieren? Also schwieg er. Er war froh, dass alles recht glimpflich über die Bühne gegangen war. Sherlock hatte sich nicht lebensbedrohlich verletzt und nur das war es, was zählte. Sie würden in der nächsten Zeit viel Gelegenheit dazu haben zu Reden. Es war Zeit alle Karten auf den Tisch zu legen. Sherlock verdiente die ganze Geschichte und es würde ihm selbst gut tun, sie mit jemandem zu teilen.

„Weißt du was wir als erstes machen, wenn ich hier raus komme?“, fragte Sherlock ihn später am Abend, als John sich zu ihm gekuschelt hatte.

„Mh?“, fragte John, der kurz davor gewesen war einzudösen, während er sich ein wenig aufrichtete. „Ich fürchte du wirst es mir gleich sagen und ich fürchte außerdem, dass es etwas total dummes sein wird.“

Sherlock drückte ihm einen Kuss auf die Wange.

„Ich höre.“, sagte John.

„Wir werden auf dieses verfluchte Motorrad steigen.“

„Wir?“, hakte der Ältere nach.

„Oh ja, wir.“, bestätigte Sherlock.
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