Chrolli - Eine Nacht Nur Jedes Jahr

KurzgeschichteRomanze / P12 Slash
Christian Mann Oliver Sabel
07.03.2015
07.03.2015
1
726
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
07.03.2015 726
 
St. Germain, Paris bei Sonnenaufgang. Die Vögel zwitschern. Ein kleines, romantisches Hotel. In einem der Zimmer liegen zwei Männer mittleren Alters aneinander gekuschelt im Bett. Sie beide sind nackt, eine leichte Decke bedeckt sie von der Hüfte abwärts.

Der eine von ihnen ist Christian Mann. Er liegt, die Arme hinter dem Kopf verschränkt, auf dem Rücken und schaute an die Decke. Der andere, Oliver Sabel, liegt mit dem Kopf auf seiner Brust und starrt mit leeren, zufriedenem Blick vor sich hin.

„Ich kann dein Herz schlagen hören!“, stellt Olli schläfrig fest. Christian nimmt sein Handy zur Hand, und mit einem Tastendruck erleuchtet das kalte Licht des Displays die beiden, und lässt den leichten Schweißfilm, der sich auf beider Körper gebildet hat, glitzern. Christian stöhnt resigniert. „Wir müssen in eineinhalb Stunden hier raus sein!“, flüstert er, und fährt dabei mit der Hand über Ollis Kopf. Olli hebt seinen Kopf, nimmt Christians Hand, und küsst sie. „Lass uns jetzt noch nicht daran denken, okay? Das ist noch so weit weg!“ Christian nickt. „Ich bin so froh, dass es bei dir dieses Jahr doch noch geklappt hat. Wenn wir uns wieder ein ganzes Jahr nicht gesehen hätten…“ Christian blinzelt. „Ich weiß nicht, ob ich das durchgestanden hätte!“ „Hey!“, beruhigt Olli ihn. „Ich bin da. Wir beide sind da. Hier und jetzt. Das kann uns keiner nehmen!“ Olli rutscht hoch, und küsst Christian zärtlich und sanft. Christian schließt die Augen und genießt einen dieser raren Küsse, Ollis Zunge, die über seine Lippen tanzt, und sich dann langsam, aber bestimmt, einen Weg durch seine Lippen hin zu seiner Zunge bahnt. Die Hände beider erforschen den so vertrauten Oberkörper des jeweils anderen. Olli küsst sich an Christians Kinn, über seinen Nacken hinunter, wo er an seiner Brustwarze knabbert und saugt, was Christian ein wolliges Stöhnen entlockt. Christian fährt mit seiner Hand über Ollis Hinterkopf, und drückt ihn sanft, aber fest an sich. Mit einem wissenden Grinsen verschwindet Olli unter der Bettdecke. Christian spürt, wie sich Olli immer tiefer und tiefer küsst, seinen Bauch hinunter, und mit seiner Zunge seinen Bauchnabel umkreist, bis…

Christian erhebt sich ächzend. „Es wird Zeit!“, meint er. Olli sieht ihn an. Dann erhebt auch er sich. Christian sucht seine Klamotten zusammen. Olli hält ihn an Arm fest, und zieht ihn in eine Umarmung. „Halt mich bitte einfach nur fest!“, flüstert Olli heißer. Christian schlingt seine Arme um Olli. „Bevor wir zurück in die Wirklichkeit da draußen müssen!“ Beide schließen die Augen, und saugen so viel von diesem Moment auf, wie sie nur können. Keiner von beiden weiß, ob sie sich in einem Jahr wiedersehen werden.

Als sie beide fertig gepackt haben, stellt Olli seine Koffer vor die Tür, und kommt noch einmal zu Christian, um sich zu verabschieden. Er stellt sich direkt vor ihm auf. „Also…“, beginnt Olli zögernd. „Also…“, erwidert Christian. Olli kommen die Tränen. Christian umarmt ihn. „Hey, wir wussten doch beide, dass der Abschied irgendwann kommen würde.“ Olli schnieft. „Ja, aber nach all den Jahren ist es immer noch so schwer.“ Er löst sich aus der Umarmung. Christian wischt Olli sanft mit seinem Daumen die Tränen aus dem Gesicht. „Wenn ich mir vorstelle, dass du mich gleich zu Abschied küssen wirst, und dieser Kuss wieder mindestens ein Jahr halten muss…“, sagt Olli, und wird dabei wieder emotional. „Ssscht!“, zischt Christian und legt Olli sanft den Finger auf die Lippen, um sie zu verschließen. „Mach es uns nicht noch schwerer, als es sowieso schon ist!“, mahnt Christian, nun auch ziemlich aufgewühlt. „Mach die Augen zu und küss mich! Jetzt! Bitte!“, fleht Christian jetzt. Olli fährt ihm mit der Hand zärtlich durch das langsam alternde Gesicht. Christian streicht Olli durch die grauen Schläfen. „Ich werde dich immer lieben, Christian Mann!“, haucht Olli. Die beiden schließen ihre Augen, und geben sich einem langen, leidenschaftlichen, nie enden wollenden Abschiedskuss hin, der beide packt, und mit ihnen auf dem höchsten Wellen reitet, und sie beide bis in die letzte Pore ihrer Körper elektrisiert. Als sie den Kuss beendet haben, hält Christian die Augen fest geschlossen, und fährt sich mit der Zungenspitze über die Lippen. Er konnte Olli auf ihnen schmecken. Irgendwann öffnet er die Augen, und Olli…ist verschwunden. Christian fährt sich nachdenklich mit den Fingerspitzen über die Lippen. „Mach‘s gut, Olli. Bis nächstes Jahr…hoffentlich!“, spricht Christian leise in den, außer ihm, nun leeren Raum hinein…