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The Last Time

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Jedikiah Price John Youg Roger Jameson
05.03.2015
05.03.2015
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05.03.2015 3.037
 
Da meine Ausgangsszene noch nicht in Deutsch ausgestrahlt wurde, ist mein Ausgangszitat englisch.
Die FF selbst war ursprünglichauch englisch. Wer also lieber mein "Original" lesen will ;)  
(www.pergamentfalter.blogspot.de/2015/03/englische-fanfiktion.html)



"I was just thinking about the last time the three of us were together. I should've known better than to play paintball with you two." (Jedikiah)
~Episode 19, "Modus Vivendi" ~



"Ich musste gerade an das letzte Mal denken, als wir drei zusammen waren. Ich hätte es besser wissen müssen, als mit euch beiden Paintball zu spielen."
Ich muss ihn nicht ansehen. Das Lächeln in seiner Stimme kann ich nicht überhören und nur für eine Sekunde lächle ich ebenfalls. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, hier mit Jedikiah und in gewisser Weise auch mit Roger zu sitzen und welche von den alten Geschichten zu hören. Ich habe sie im Kopf. Natürlich. Wie könnte ich sie vergessen? Ich kann es nicht. Niemals. Es war die einzige wirklich gute Zeit, die ich in meinem Leben hatte. Der Tag, von dem er gesprochen hat... es war eine Zeit ohne das Annex Projekt, ohne die Schuld Roger ermordet zu haben - auch wenn er vielleicht irgendwann wieder am Leben sein sollte.
Ein Leben ohne ständiges Kämpfen und Weglaufen.
Es war eine gute Zeit, trotz des harten Trainings bei Ultra. Trotz der Konkurrenz mit den anderen, viel älteren Rekruten und all der Tests im Labor. Trotz all dieser Dinge war es irgendwie gut. Das erste Mal in meinem Leben gab es jemanden, der sich um mich gekümmert hat. Nicht diese "Tu, was ich dir sage, oder es setzt Schläge"-Sorge. Richtige familiäre Fürsorge.
Roger und Jedikiah - oder Jed, wie ich ihn nennen durfte, wenn es nicht um die Arbeit ging. Für mich waren sie das, was andere wahrscheinlich Familie nennen würden und trotz ihrer Pläne, trotz all dem, was sie mir angetan haben und wie besonders Jedikiah mein Leben ruiniert hat, kann ich sie nicht hassen. In mir sind immer noch einige positive Gefühle, die ich nicht näher benennen kann, und vor allem kann Roger uns den Weg in eine bessere Zukunft weisen. Er oder Stephen und ich kann zwischen den beiden nicht wählen. Ich will es nicht können.
Ich seufze. Diese Gefühle in mir sorgen dafür, dass ich an das Paintball-Spiel mit einem kleinen Lächeln zurückdenke. Nach allem, was passiert ist, hatte ich mir verboten, an diesen und einige andere Tage zurückzudenken. Doch jetzt, nachdem Jedikiah davon gesprochen hat... Jetzt erinnere ich mich und es fühlt sich an, als seien seit dem Spiel erst ein oder zwei Tage vergangen. Ich erinnere mich an Rogers Stimme, als er mich fragte, ob ich mit ihm und Jed auf eine "Feldmission" gehen wollte und wie dieser Tag einer der besten wurde, die ich bei Ultra hatte...

Ich treffe Jed und Roger in der Lobby. Nur für ein paar Sekunden zögere ich. Nicht wegen den Plänen. Natürlich nicht. Das allererste Mal darf ich Roger und Jed auf einer Mission begleiten und diese Chance werde ich mir garantiert nicht entgehen lassen. Was auch immer "Feldmission" genau meint... Ich zögere wegen Jed. Ich habe ihn noch nie ohne Anzug und Krawatte gesehen und jetzt trägt er Jeans und ein Sportshirt. Roger wollte mir nicht verraten, was wir machen werden, aber es muss etwas wirklich Ungewöhnliches sein. Vielleicht irgendein Untergrundauftrag?
Ich bin ein wenig nervös, als ich zu ihnen gehe. Roger lächelt und begrüßt mich mit einem Nicken, wie er es häufig macht. "Hallo John, pünktlich wie immer." Ich grinse.
"Hallo, Sir", sage ich zu Jed, genau so, wie ich es in offiziellen Situationen gelernt habe.
Trotzdem korrigiert er mich: "Für diese 'Misson' reicht Jed." Ich nicke überrascht. Das wird wirklich ein ungewöhnlicher Auftrag... Und warum hat er "Mission" so merkwürdig betont?
Wir gehen nach draußen und zu einem Auto, das direkt vor dem Ultra-Hauptquartier steht. Roger und Jed sitzen vorn, während ich mich auf einen der Rücksitze setze. Roger fährt. Auf dem Weg reden er und Jed über einige Breakouts und den Ärger, den Ultra mit ihnen hat, und Roger erwähnt jemanden, den er den Gründer nennt. Er unterbricht sich selbst und wechselt abrupt das Thema, als sein Blick meinen im Rückspiegel trifft. Dieser Typ, wer auch immer er ist, scheint ein Geheimnis zu sein. Vielleicht geht es in der Mission um ihn?
Auf einem Parkplatz neben einer großen Halle hält Roger an und ich kann eines der Banner an der Außenwand lesen. Paintball? Ich kenne das Spiel - in der Theorie, gespielt habe ich es nie - aber ich begreife nicht, was das mit einer Feldmission zu tun hat.
Obwohl... Roger hatte dieses merkwürdige Lächeln im Gesicht, als er heute morgen mit mir gesprochen hat. Heißt das, wir spielen Paintball? Ernsthaft?
Normalerweise wäre ich mir ziemlich sicher, dass Jed das niemals erlaubt hätte. Paintball ist ein Spiel, mehr nicht, oder? Jed hat mir immer erklärt, wie wichtig es ist, so oft wie möglich zu trainieren, um immer besser und stärker zu werden, und Roger sieht das genauso. Doch dieses Mal ist es anders. Es ist eine "Feldmission", wie ich sie nie zuvor hatte, Jed trägt Freizeitklamotten und ich darf ihn während der Mission Jed nennen. Drei wirklich gute Gründe, dass es dieses Mal nicht normal ist.
Wir gehen nach drinnen. "Ich kauf' die Tickets", meint Jed vollkommen entspannt und geht zum Ticketschalter. Roger und ich bleiben zurück. Er dreht mich an der Schulter herum, sodass Jed nur unsere Rücken sehen kann.
"Ich schätze, du hast verstanden, was es mit der Feldmission auf sich hat." Er grinst. Jetzt bin ich mir wirklich sicher, doch das bedeutet nicht, dass ich es begreife. Auf eine Art bin ich einfach nur glücklich, ohne es erklären zu können. "Sieh es einfach als zusätzliches Training. Ich hab gehört, dass deine Fähigkeiten im Schießen ziemlich gut sind. Ich bin mal gespannt, wie gut sie auf dem Feld sind."
"Wir spielen also wirklich Paintball?", frage ich ihn. Eigentlich habe ich es verstanden, aber... Na ja, eigentlich. So ganz angekommen ist es bei mir trotzdem noch nicht.
"Sicher", antwortet er schlicht. In Anbetracht meines normalen Lebens bei Ultra ist es überhaupt nicht so sicher, aber wer bin ich, das in Frage zu stellen? Das könnte ein genialer Tag werden, der sich komplett von meinem normalen, immer gleichen Training unterscheidet. Warum diese Möglichkeit aufs Spiel setzen?
Roger schaut kurz über die Schulter und beobachtet für einige Sekunden Jed. "Ich habe allerdings noch eine Zusatzaufgabe für dich. Eine geheime Aufgabe, die nur uns beide etwas angeht, okay?"
"Jed darf nichts davon wissen?"
"Nein, es geht um ihn." Ich akzeptiere die Aufgabe ohne zu wissen, worum es genau geht. Ich bin einfach nur neugierig. Die Aufgaben, die Roger mir während unserer gemeinsamen Trainingsstunden gab, haben mir immer gefallen und ich bin mir ziemlich sicher, dass er seinem Bruder nie wehtun würde, richtig?
"Jed versucht immer, in jeder Situation die Kontrolle zu behalten, egal, worum es geht", erklärt Roger mir und schaut ein weiteres Mal hinüber zu Jed. "Deswegen... Nun, lass es mich so sagen: Es ist verdammt lange her, seit Jed das letzte Mal richtig Spaß hatte. Ihm geht es immer nur um die Arbeit, weißt du? Genau aus diesem Grund werden wir beide heute dafür sorgen, dass Jed die Situation nicht kontrollieren und sich selbst gehen lassen kann. Und muss."
"Wie?" Es klingt merkwürdig, doch ich weiß, wie hart Jeds Arbeit ist. Vor einiger Zeit wollte ich ihn am späten Nachmittag etwas in seinem Büro fragen und als ich dort ankam, war er am Schreibtisch eingeschlafen. Es war keinesfalls das letzte Mal, dass er vollkommen erschöpft aussah.
"Indem wir unsere Fähigkeiten nutzen. Heimlich natürlich, okay?" Ich stimme zu. Es ist eine echt ungewöhnliche Aufgabe, wie ich sie nie erwartet hätte, klar, aber es klingt spaßig und ich stimme Roger zu: Jed braucht Abwechslung. Spaß. 'Ich auch', flüstert eine leise Stimme in mir. Vielleicht bekommen wir es heute beide...
"Hey, alles in Ordnung?" Jed kommt zurück, in seiner Hand die drei Tickets.
"Ja, ich hab John nur gerade die Regeln erklärt", erwidert Roger vollkommen unschuldig und ich stimme ihm nickend zu. Eigentlich hasse ich es zu lügen, doch ich glaube, dieses Mal geht es in Ordnung.
"Gut, dann lasst mich gleich noch eine hinzufügen: Keine besonderen Fähigkeiten."
"Natürlich nicht, oder, John?" Abermals nicke ich und versuche, so unschuldig zu wirken wie Roger.
Wir gehen zu den Umkleideräumen und hinter Jeds Rücken grinst Roger mich an. Vielleicht geht es ja doch nicht nur darum, die Kontrolle über die Situation zu übernehmen. Vielleicht geht es auch darum, Jed auzutricksen. Jetzt grinse ich ebenfalls und ich bin ziemlich froh darüber, dass Jed es nicht bemerkt. Das wird lustig. Auf jeden Fall. Es ist eine geheime Mission in einer sogenannten Feldmission. Merkwürdig, aber definitiv lustig.
Im Umkleideraum warten in den Schließfächern Schutzkleidung und die geladenen Paintball-Pistolen.
"Los geht's", erklärt Roger, sobald wir auf dem Spielfeld sind. Es ist riesig mit einigen Barrikaden und Formationen, die wie Verstecke aussehen. Stellenweise entdecke ich Steinhaufen, niedrige Holzpalisaden und sogar zwei alte Autos. Das gesamte Feld erinnert mich an Bilder einer Straßenschlacht, die ich gesehen habe. Ich atme tief durch, schaue mich um und versuche, mir die Anordnung der Barrieren zu merken.
"Spielen wir Jeder gegen Jeden oder Eins gegen Eins?", fragt Jed. Wir haben nur drei Stunden, bis wir zurück zu Ultra müssen. Daher beschliesen wir, dass Jeder gegen Jeden spielt und nur direkte Treffer auf den Rücken, die Brust und den Kopf zählen.
Ein paar Minuten später sind wir bereit für die erste Runde.
Ich verstecke mich hinter einer kleinen Barriere, die wie eine kaputte Wand aussieht, und halte nach Roger und Jed Ausschau. Sehen kann ich keinen von ihnen und ich bin mir nicht sicher, ob ich meine Kräfte nur gegen Jed oder auch gegen Roger einsetzen darf, also beschließe ich, vorerst ganz ohne auszukommen. Ich renne zum nächsten Hindernis und schaue mich um. Hinter einer Wand rechts von mir entdecke ich Jed, aber von Roger ist weiterhin keine Spur. Egal. Noch einmal atme ich tief durch und versichere mich, dass mich niemand beobachtet. Erst dann schieße ich auf Jed - und treffe lediglich seinen linken Arm. Verdammt, da war ich auch schon mal besser. Gleichzeitig spüre ich einen Treffer auf meinem Rücken und drehe mich um.
"Getroffen", erklärt mir Roger grinsend und versteckt sich hinter einem weiteren Hindernis - einem Steinhaufen. Für diese Runde bin ich raus und warte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Roger sich hinter mich teleportiert hat, denn in der Nähe gab es kein Versteck und nur eine Minute zuvor war er nirgends zu sehen gewesen. Ich seufze. Beim nächsten Mal werde ich meine Kräfte auch gegen Roger nutzen. Auf jeden Fall.
Jetzt beobachte ich erst einmal Roger und Jed. Mein erster Gedanke war, dass Jed diese Runde gewinnen wird, denn ein Schuss war kurz davor, Rogers Brust zu treffen, doch der Ball verfehlt ihn knapp. Keine Frage, das war eindeutig Telekinese. Letztendlich gewinnt Roger mit seinen Tricks die Runde.
In der zweiten Runde versuche ich es besser zu machen. Ich bin nicht besonders gut in Telepathie. Dennoch versuche ich, meine Gedanken nach außen abzuschirmen und überrasche Roger in seinem Versteck. Der Ball trifft seine Brust und sofort gehe ich wieder in Deckung. Fehlt nur noch Jed. Teleportation ist zu offentlichtlich, also suche ich telepathisch nach ihm. Ich erwische einen Gedankenfetzen und entdecke ihn vor mir hinter einem alten Auto. Kurz sehe ich mich um, ehe ich auf eine der niedrigen Wände klettere. Als er mich bemerkt,  drücke ich ab und der Ball trifft ihn am Kopf. Die Runde geht an mich.
"Ich dachte, wir waren uns einig, keine von euren Kräften zu nutzen?" Roger und ich versuchen, unschuldig auszusehen.
"Nie eine genutzt, Jed", antwortet Roger ihm.
"Ich auch nicht", bestätige ich und unterdrücke ein Grinsen, das mich nicht sehr glaubwürdig wirken lassen würde.
Jed sieht alles andere als überzeugt aus, belässt es aber dabei und wir machen weiter mit Runde drei. Dieses Mal blockiere ich Rogers Schuss mit Telekinese, werde jedoch im gleichen Augenblick von Jed getroffen. Roger ebenfalls.
Die fünfte Runde ist genauso kurz wie die Vierte. Sie wird zu einem Kampf zwischen Jed und Roger. Wieder einmal ist Roger der Sieger.
"Ich schätze, das war's." Roger schaut zu der Uhr über der Tür zu den Umkleideräumen. Die drei Stunden sind so gut wie vorbei, wie ich enttäuscht feststellen muss.
"Ich bin für eine letzte Runde." Von der Aussage sind Roger und ich definitiv überrascht. Jed zuckt nur mit den Schultern. "Hast du Angst um deinen ersten Platz, Roger?"
"Ich dachte eher, du willst nicht nochmal verlieren." Roger grinst. Ich muss mein Lachen unterdrücken - nicht dass Jed auf die Idee kommt, ich würde mich über ihn lustig machen - das Grinsen kann ich allerdings nicht verhindern. Eigentlich sollte sich diese Situation verdammt merkwürdig anfühlen, aber in Wahrheit will ich sie einfach nur genießen. Und das tue ich. "Dann spielen wir noch eine letzte Runde", verkündet Roger schließlich und wir gehen zurück aufs Feld.
Ich bleibe zunächst in meinem Versteck und höre drei Schüsse. Dann nichts mehr. Vorsichtig spähe ich um die Ecke. Niemand geht zum Spielfeldrand, also wurde wohl niemand wirklich erwischt. Ich lasse das Versteck hinter mir und renne zum nächstgelegenen Hindernis. Schuss. Instinktiv nutze ich meine Telekinese, um den Ball abzulenken und hechte hinter den Steinhaufen. Ich sehe Jed, der zu einem der Verstecke rennt und schieße. Der Ball trifft seinen Rücken. Er stolpert und bleibt schließlich stehen. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie er den Kopf schüttelt und zum Spielfeldrand geht, doch meine Aufmerksamkeit gilt vielmehr Roger. Ich kann ihn nirgends sehen.
'Letzte Runde, John', höre ich plötzlich seine Stimme in meinem Kopf. 'Ich nutze meine Fähigkeiten. Was du tust, bleibt dir überlassen.'
Diese letzte Runde wird die härteste. Roger und ich nutzen unsere Kräfte nicht mehr nur noch heimlich, sondern ganz offen. Einige Male teleportiere ich, um einem Schuss zu entgehen, oder lenke einen der Bälle telekinetisch ab. Roger ebenfalls. Für eine Sekunde sehe ich Jed grinsen, als hätte er gerade etwas herausgefunden, was er insgeheim schon die ganze Zeit gewusst hatte, dann teleportiere ich in eines der Verstecke und schirme meine Gedanken ab.
Ich will nicht, dass Roger schon wieder gewinnt. Unter gar keinen Umständen. Ich weiß, dass seine Kräfte viel stärker als meine sind... Dennoch... Eigentlich... Ja, das könnte möglicherweise funktionieren! Obwohl ich nicht weiß, ob ich wirklich schießen kann, während ich zur gleichen Zeit an zwei Orten bin... Ich muss es einfach versuchen. Es ist die einzige Möglichkeit, die mir einfällt, um Roger zu überlisten.
Ich konzentriere mich, so gut ich kann, und suche mir gedanklich zwei Punkte auf dem Spielfeld. Ich hoffe bloß, dass ich Roger irgendwo in der Nähe dieser Punkte entdecke, denn telepathisch finde ich ihn nicht...
Das Gefühl, zur gleichen Zeit an zwei Orten zu sein und unterschiedliche Bilder wahrzunehmen, ist unheimlich, aber irgendwie schaffe ich es, damit klarzukommen, und nutze die erste und vermutlich einzige Chance, die ich bekomme. Ich entdecke einen definitiv überraschten Roger und schieße. Der Ball trifft ihn auf der Brust, wie schon in der ersten Runde. Erst da merke ich, dass ich gar nicht mehr teleportiere und an zwei Orten bin. Ich stehe still vor Rogers Versteck und versuche, wieder zu Atem zu kommen. Wenn das mal keine neue Erfahrung war... Gleichzeitig an mehrere Orte zu teleportieren, habe ich zuvor schon ab und zu geschafft, aber ohne noch irgendetwas währenddessen zu machen. Zeitgleich zu schießen ist dagegen komplett neu, obgleich ich nicht hunderprozentig sagen kann, ob ich tatsächlich während des Teleportierens geschossen habe oder sofort danach.
"Super Idee, John." Ich spüre Rogers Hand auf meiner Schulter, schaue auf und lächle ihn an. "Ich wusste gar nicht, dass du das kannst."
"Ich auch nicht", gebe ich zu.
Jed kommt zu uns und grinst genauso wie Roger. "Ich weiß, dass wir einige Regeln hatten, genauso, wie ich weiß, dass ihr beide betrogen habt... Nein, sagt nichts. Ich hätte es besser wissen sollen, als euch beiden in dem Punkt zu vertrauen. Beim nächsten Mal ist ein Band, das eure Kräfte unterdrückt, Voraussetzung. Für euch beide", erklärt er uns weiterhin grinsend. Ich bin wirklich erleichtert, dass er nicht wütend zu sein scheint. Rogers Grinsen wird noch eine Spur breiter. "Deine Teleportationsfähigkeiten waren wirklich inspirierend, John. Ich denke, darüber sollten wir reden, sobald-"
"Jed", unterbricht Roger ihn genervt und Jed lacht.
"Natürlich nicht jetzt. Wir sollten uns umziehen und dann zu Ultra zurückfahren. Mittlerweile ist die Zeit wirklich rum."
Die Fahrt zurück zum Hauptquartier ist still und jeder hängt seinen eigenen Gedanken nach. Dieser Ausflug - Feldmission, korrigiere ich mich selbst - war großartig! Das letzte Mal, dass ich so viel Spaß hatte, ist verdammt lange her. Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, ob ich wirklich schon einmal so viel Spaß hatte. Ich hab keine Ahnung, warum Roger und Jed mich mitgenommen haben, aber dafür, dass sie es getan haben, bin ich ihnen extrem dankbar...


Ich seufze. "Ich bin nicht hier, um über Erinnerungen zu plaudern", mache ich ihm klar und lasse meine Stimme dabei so kalt wie möglich klingen. Entschlossen schiebe ich die Erinnerungen weg. Das ist Vergangenheit. Geschichte. Ich hab Jedikiah vertraut und er hat mich nehr als einmal betrogen. Nur ein paar Woche später habe ich am Annex Projekt teilgenommen und Roger ermordet. Zumindest dachte ich, ihn getötet zu haben... Genug! Ich bin nur hier, um Rogers Körper zu beschützen, denn das ist es, was ich ihm schulde. Mehr nicht.
Dennoch kann ich das leise, warme Gefühl in mir nicht vollends ignorieren und ein winziges Stimmchen besteht darauf, dass ich mich doch um Jed und Roger sorge. Zumindest ein kleines bisschen.
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