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Hexenjagd

von Kartoffel
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Ben Eduard Gretel Hänsel
04.03.2015
20.06.2016
7
5.139
3
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05.03.2015 887
 
Diese Augen, das Tor zur Hölle. Diese Stimme, das Krächzen des Todes. Diese Hexe sah sehr mächtig aus und dieser Gedanke machte mir Angst. Was konnte ich überhaupt gegen eine Hexe ausrichten. Sie würde mich bei lebendigem Leibe verspeisen. In meiner Angst, tat ich das erstbeste, das mir einfiel. Rennen.

Ich drehte mich um und rannte aus der Scheune. Um mich herum ging alles in Flammen auf. Die Hexe war dicht hinter mir und ich wusste ich kann ihr nicht entkommen. ,,Gleich hab ich dich Mensch! " hörte ich sie kreischen. Das Kreischen war so laut, dass ich mir die Ohren zuheben musste. Und promt stolperte ich über eine Wurzel. Ich viel mit den Armen nach vorn gestreckt auf den trockenen Boden und bemerkte, wie nah ich am Wald war. Die Scheune befand sich offensichtlich am Waldrand. Der Mond erhellte die Schwarze Nacht, die Hexe kam auf mich zu. Jetzt würde ich wohl sterben oder einen schlimmen Fluch abbekommen. ,,Hab ich dich, wer sagt es denn", begann die Hexe zu lachen. Ein widerliches Lachen. ,,Sie kam auf mich zu und hob einen Ast in der Hand. Der Ast war lang und mit Moos bedeckt. ,,Jetzt wirst du sterben." Lachte sie wieder. Ich kniff die Augen zusammen. Wieso kam es so weit?  Wo war Hänsel?  Würde er mich retten?  Fragen über Fragen, die meinen Kopf durchlöcherten. ,,Wie ist dein Name?", fragte die Hexe mich. ,,Warum will eine Hexe meinen Namen wissen? " Das ich eine Gegenfrage stellte, schien der Hexe nicht zu gefallen. Denn mich durchfuhr plötzlich ein starker Stromschlag. Ich sank auf die Knie und hielt mir die Seite. Das hatte weh getan. ,,Sagst du ihn mir nun? " Die Hexe kam immer näher auf mich zu. ,,Ich heisse Elisa " sagte ich eingeschüchtert. ,,Elisa, ein toller Name, nütz dir nur wenig, denn du wirst sterben." Die Hexe umfasste mit ihrer Hand meinen Hals und presste mich gegen einen Baum. Ich bekam kaum Luft. Immer stärker drückte sie mir die Luft ab. Meine Sicht verschwamm. ,,Ich werde dich quälen " rief die Hexe und begann zu lachen. Sie hielt den Ast vor mich und leckte mit ihrer langen Zunge darüber. Dann begann sie mich anzugrinsen. Sie nahm den Ast hinunter und rief laut ,,Stirb! "

Ein stechender Schmerz fuhr durch meinen Körper. Mein Blick wanderte nach unten und ich sah den moosbedeckten Ast in meinem Bauch stecken. Die Hexe lies mich los und ich sackte auf dem Boden zusammen. Verdammt. Der Schmerz wurde immer schlimmer und unausträglicher. Er zerfras mich von innen. Der Ast immer noch in mir steckend versuchte ich aufzustehen, was mir jedoch nicht gelang. Der Schmerz in meinem Bauch zwang mich in die Knie. Die Hexe trat wieder auf mich zu. Das war mein Ende. ,,Du bist hartnäckig Mensch." Die Hexe presste ihre Hand auf den Ast und der Ast schob sich weiter in meinen Leib. Ich schrie vor Schmerzen laut auf. Die Hexe lachte erneut. Dann zog sie an dem Ast und wieder durchströmte mich eine Schmerzvolle Welle. Erneut schrie ich so laut ich könnte. Auf meiner Stirn bildete sich Schweiss, meine Sicht verschwamm. Der Wald und die Hexe wurden undeutlicher.
Ich sackte wieder zusammen. Wartete auf meinen Tod, der hoffentlich bald kommen würde.
Plötzlich duchbrach ein Schuss die schwarze Nacht. Die Hexe flog nach hinten und keuchte auf. Ehe ich mich versehen konnte, kam Gretel auf mich zu. Hänsel sah kurz zu mir, ehe er auf die Hexe zuging.
,,Wie geht es dir? " fragte Gretel mich. Ich zuckte vor Schmerzen zusammen und Gretel legte mir die Hand auf die Stirn. ,,Du warst sehr tapfer. Du stehst das jetzt auch durch." Ein Schrei durchbrach die Stille und Hänsel kam wieder zurück. In der Hand trug er den Kopf der Hexe. Ihr Blick war starr und leer. ,,Das war nicht die Hexe, die wir gesucht haben! " stellte Hänsel fest. Gretel nickte wissend. ,,Ja diese war sehr schwach. Villeicht eine Frischlingshexe! " Hänsel nickte.und kniete sich zu mir. Er strich mit seiner Hand über meine Stirn. ,,Sie muss versorgt werden! " Hänsel nickte seiner Schwester zu und wandt sich von uns ab. Dann nahm er aus seiner Tasche eine silberne Spritze und rammte sie sich in den Oberschenkel. ,,Scheiss Diabetes "
Mir wurde immer schwindeliger. ,,Sie verliert viel Blut! " stellte Gretel fest, während sie meine Wunde begutachtete. ,,Ich nehm sie." Schon wurde ich von Hänsel hoch gehoben. ,,keine Angst, wir beschützen dich." Hänsel lief voraus, mit mir auf dem Arm und Gretel folgte uns. ,,Wie heisst du den eigentlich? " fragte Gretel mich und sah mir dabei in meine Augen. ,,Elisa " Gretel nickte und lief weiter. In Hänsels Armen fühlte ich mich sicher und geborgen. Ich schloss immer wieder die Augen und bemerkte wie müde ich wurde.
,,Schlaf Elisa, wir bringen dich nach Hause." Ich sah zu Hänsel nach oben in sein Gesicht. ,,Bist du noch da, wenn ich aufwache? " Verlegen sah ich auf den Boden. Aus den Augenwinkeln sah ich Gretel leicht lächeln. ,,Ich werde nicht weggehn Elisa. Das verspreche Ich. Und jetzt schlaf." Und schon fielen mir die Augen zu und um mich herum wurde alles schwarz. Einzig Hänsels Herzschlag konnte ich noch für einen kurzen Moment hören, ehe ich einfach weg war.
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