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Her - What has she done with me?

von Irratia
KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12
03.03.2015
03.03.2015
1
1.108
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5 Reviews
Dieses Kapitel
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03.03.2015 1.108
 
Hey Leute.


Das hier ist jetzt ein kleiner OS zu meiner FF „Die drei Musketiere, mein Bruder und ich…“. ( http://www.fanfiktion.de/s/53960cad0003d9571154a084/1/ )  Es ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber es wäre ganz gut, wenn man die Vorgeschichte kennt, der OS baut auf dem 13. Kapitel auf. Ich hoffe es gefällt Euch.

*****

Aramis eilte die Treppe des Haues hinab. Was hatte er da gerade getan? Ihr Geruch hing ihm immer noch in der Nase. Minze, der Wein, Äpfel. Statt sich wieder zu seinen Freunden zu gesellen trat Aramis aus dem Haus nach draußen in die klare, frische Nachtluft. Er musste seine Gedanken ordnen, den Kopf frei bekommen. Innerlich schalt sich der Mann als einen Dummkopf. Der Alkohol hatte ihn übermütig gemacht. Er hatte sich dem Drang nicht erwehren können. Mailine faszinierte ihn. Schon von Anfang an. Sie war anders. Anders als alle anderen Frauen, auf die er sich je eingelassen hatte. Ihre offene, und oft auch schroffe Art war erfrischend, im Gegensatz zu den Schmeicheleien der anderen Damen. Sie brachte ihn zum Lachen. Aramis hatte schon vor ein paar Tagen festgestellte, dass er Mailine mochte. Aber er hatte es sich nicht eingestehen wollen. Bis zum heutigen Abend.

Aramis spürte immer noch, wie stark sein Herz schlug. Ihre plötzliche Nähe, ihr Geruch, der kurze Kuss, das hatte ihm klar gemacht dass sie ihm wirklich etwas bedeutete. Mehr als ein paar Nächte, mehr als ein wenig Geturtel, nur um bald eine weitere Dame zu finden. Er stand noch immer auf dem Innenhof, aus dem Haus dröhnte Porthos Gelächter. Er konnte da jetzt nicht wieder hinein. Aramis seufzte leise und entschloss sich einen Spaziergang zu machen. Das würde ihm helfen, hoffte er. Schnellen Schrittes machte sich der dunkelhaarige Mann auf den Weg durch das nächtliche Paris. Es war lehr auf den Straßen und er traf nur vereinzelt auf Dirnen, Pärchen oder Betrunkene. Es war falsch gewesen sie zu küssen, oder? Sie hatte ihn nicht erwidert. Aber dazu war der flüchtige Kuss auch zu kurz gewesen. Oder? Hatte er jetzt alles zerstört? Hatte er sie überrumpelt? Würde sie jetzt nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen? Es schien Aramis, als würde sein Kopf vor Fragen überquellen.

Er blieb stehen um zu sehen wo er war. Aramis stand auf einer Brücke, unter ihm schimmerte das Wasser der Séine im Licht des Halbmondes. Er ließ sich gegen das Geländer sinken und atmete tief durch. Mailines Geruch hatte sich verflüchtigt, die Fragen, die in seinem Kopf schwirrten hingegen nicht. Ein weiterer, verzweifelter Seufzer verließ die Lippen des Musketiers und er vergrub eine Hand in seinen dunklen Haaren. Aramis versuchte die Fragen zu ordnen. Die Erste, die ihm in den Sinn kam: Hatte sie den Kuss absichtlich nicht erwidert? Sicherlich nicht, der Kuss war zu kurz gewesen und er hatte sie höchstwahrscheinlich überrascht.

Ein gewisses Gefühl der Erleichterung strömte durch seinen Körper. Ein Windstoß blies ihm die Gerüche der Stadt ins Gesicht. Exkremente, Heu, Essen und auch Rauch. Der letzte Geruch erinnerte  Aramis an das, was kommen würde. Der Krieg. Er hatte, um ehrlich zu sein, Angst vor dem Krieg. Angst um sein Leben, um das seiner Freunde, um die Zukunft Frankreichs und natürlich um Mailine. Er wollte sie beschützen, auch wenn Aramis klar war, dass Mailine sich sehr gut selbst verteidigen konnte. Die junge Frau war ihrem Bruder so ähnlich, ohne es zu merken. Die Geschwister taten immer so, als würden sie sich nicht ähneln wollen, als wären sie lieber vollkommen unterschiedliche Personen, dabei glichen sie einander.

„Hallo Aramis.“ ertönte plötzlich eine sanfte, säuselnde Stimme neben dem Mann. Eine Stimme, die er kannte und hassen gelernt hatte. „Was möchtest du?“ fragte Aramis Milady de Winter, die sich neben ihn an das Geländer gelehnt hatte. „Mit einem alten Freund sprechen.“ antwortete die Frau leise. „Es überrascht mich, dass du mich ansprichst. Schließlich sind wir meines Erachtens schon lange keine Freunde mehr.“ murmelte er, ebenfalls mit gesenkter Stimme, aber einem deutlichen, unfreundlichen Unterton. „Aber, aber Aramis. Du wirst mir doch die Sache mit den Zeichnungen von DaVinci nicht immer noch übelnehmen, oder?“ flüsterte Milady, und klang ernsthaft enttäuscht. „Zufälligerweise, doch.“ brummte Angesprochener kurz angebunden. Es herrschte kurzes Schweigen zwischen den Beiden.

„Du magst die junge Dame, oder?“ fragte Milady plötzlich und unterbrach somit die herrschende Stille. „Auch wenn sie nicht wirklich wie eine Dame scheint. Eher wie eine Mischung aus ihrem Bruder und einer Bauerstochter.“ setzte sie noch hinterher. „Erlaube dir nicht ein Urteil über Menschen die du nicht kennst.“ meinte Aramis. Es gefiel ihm nicht, wie Milady über Mailine sprach. Es klang abfällig. Seine angespannt klingende Antwort entlockte der Frau ein Lachen. „Du magst sie wirklich.“ stellte sie anschließend mit einem heiteren Lächeln fest. Aramis antwortete nicht, er betrachtete schweigend den Fluss unter sich. „Hast du sie schon geküsst?“ hakte Milady nach. „Ich denke nicht, dass dich so etwas zu interessieren hat.“ bemerkte der Dunkelhaarige, ohne den Blick vom Wasserstrom zu nehmen.

Milady setzte sich auf das Geländer, den Rücken zum Fluss gewandt und musterte Aramis eingehend. „Ich bin eine Frau, ich denke, ich kann die Gedanken dieses Mädchesn am besten nachvollziehen.“ warf sie ein. Aramis hob den Blick und starrte der Frau nun direkt in die Augen. „Woher soll ich wissen, ob ich dir vertrauen kann? Mein Vertrauen hast du bereits verspielt.“ mit diesen Worten wandte er sich ab und schritt davon. „Es sind die Dinge, die wir am meisten lieben, die uns zerstören.“ rief sie ihm hinterher. (AN: Ich weiß, das ist von Hunger Games, also Präsident Snow, aber es ist cool und episch.) „Du musst entscheiden, was das Beste ist.“ fügte sie noch hinzu.

Aramis machte sich nun mit schnellen Schritten auf den Heimweg. Das Gespräch mit Milady war alles andere als hilfreich für ihn gewesen. Sie hatte ihn noch mehr verwirrt, und seinen Unmut ihr gegenüber geschürt. Doch auf dem Rückweg hatte er genug Zeit nachzudenken. Aramis war weiter gelaufen, als gedacht. Kurz bevor er das Haus erreichte, hatte er seinen Entschluss gefasst. Er würde Mailine nichts von seinen Gefühlen erzählen, wenn überhaupt, dann erst, wenn der Krieg überstanden war. Den Kuss würde Aramis auf den Alkohol schieben, er würde sich so verhalten wie zuvor. Auch wenn es ihn schon jetzt schmerzte, aber es war das Beste für Mailine und ihn selbst. Auh Athos und D´Artagnan wären nicht sonderlich begeistert, wenn sie von seinen Gefühlen wüssten. Es war das Beste, auch wenn es wehtat…

*****

Jap. Ende. Das wars. Für einen OS ist es kurz, aber ich wollte nicht zu viel um den heißen Brei herum schreiben. Ich hoffe, dass es euch gefallen hat, so gut es halt geht und ja… Über Reviews würde ich mich freuen

GGLG; Moon
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