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Mass Effect: Rising

von anjoe
GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Commander Shepard Garrus "Archangel" Vakarian James Vega Jeff "Joker" Moreau Kaidan Alenko Liara T'Soni
02.03.2015
28.05.2015
3
6.243
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02.03.2015 1.560
 
Die Normandy erhob sich.
Wie betäubt stürzte Kaidan die Rampe hinauf, mehr von Garrus getragen, als noch auf eigenen Beinen stehend.
„Ich muss...zurück!“, brachte er hervor, wankte, als die Normandy zum Ausweichmanöver ansetzt und wäre fast gestürzt. Heißer Schmerz brannte in seiner Seite auf. Er presste die Hand auf die linke Taille, merkte, wie heißes Blut seinem Körper entlang rann.
Garrus, selbst verwundet und voller Blut, stöhnte unter Kaidans Gewicht auf, verstärkte seinen Griff um dessen rechte Taille jedoch nur mehr und zog ihn mit sich.
„Wenn ich dich in diesem Zustand wieder rauslasse, Kaidan, wird Shepard mich... persönlich umbringen. Wir...können im Augenblick nichts tun.“, presste Garrus hervor.
Kaidan spannte seinen Kiefer an, weigerte sich, dies so hinzunehmen.
Er schaute auf, als er laute Schritte hörte. Crewmitglieder kamen die Shuttlebucht entlang auf sie zugerannt.
Garrus ließ Kaidans Taille los, als einer der Männer seinen Arm von Garrus Schulter nahm, um Kaidan selbst zu stützen. Zwei Liegen wurden angefahren und die übrigen Crewmitglieder halfen den beiden Verwundeten auf diese, wobei Kaidan bei der Bewegung vor Schmerzen laut aufstöhnte.
Die kleine Gruppe um Garrus setzte sich in Bewegung, Kaidans folgte und gemeinsam wurden sie im Laufschritt zum Aufzug zur Krankenstation geschoben.
Kaidans Blick flackerte.
Er schloss die Augen.
Ich werde dich für immer lieben...
Vor seinen Lidern sah er ihr Gesicht, ihre Augen, die tief in die seinen blicken, so fest und aufrichtig, als sie sich verabschiedet, bis sie sich von ihm abwendet und davonläuft.
Keuchend riss er die Augen auf.
Seine Augen brannten, als Wut und Verzweiflung in ihm aufloderten.

Die Türen des Aufzuges öffneten sich, als sie das Crewdeck erreichten. Kaidan wurde zuerst raus geschoben. Sie wandten sich nach links, umrundeten den Aufzug und liefen zur Krankenstation, wo Dr. Chakwas schon auf sie wartete.
„Legt ihn hier hin.“, wies sie die Männer an und deutete auf eines von zwei Betten zur Rechten des Raumes.
Sie hatte die Station schon vorbereitet. Im vorbeifahren sah Kaidan an den Betten kleine Tische mit Medi-Gel, weiteren Medikamenten, Werkzeugen und sonstigen Utensilien.
Zwei Männer schoben ihn ans Bett und trugen ihn von der Liege, begleitet von Kaidans heftigem Aufstöhnen.
„Ihn zuerst, Doktor.“, hörte er Garrus sagen, als dieser in die Station kam und zum anderen Bett gebracht wurde.
Mit einem prüfenden Blick auf die beiden wandte sich die Doktorin tatsächlich zu ihm.
Ich mache wohl wirklich nicht den besten Eindruck, dachte er verbittert.
„Zieht ihm die Rüstung aus. Aber seid vorsichtig“, sagte Dr. Chakwas und holte noch weitere Sachen aus ihren Regalen. Derweil schnallten ihm die zwei Männer, die noch bei ihm standen, die Rüstung auf.

Als endlich das letzte Rückenteil hinter ihm weggezogen wurde, ließ sich Kaidan zurück auf das kühle Bett fallen.  
Sein Blick begann erneut zu flackern und er hatte kalten Schweiß auf der Stirn, erschöpft von den Schmerzen.
Dr. Chakwas trat ans Bett heran und begutachtete die Verletzungen. Seine linke Seite war bis zu den Beinen mit Blut bedeckt, das aus seiner Wunde unterhalb der Rippen quoll.
„Gleich wird’s ihnen besser gehen, Kaidan.“
Sie legte ihm eine Injektionsnadel und verabreichte ihm zwei Spritzen durch die Kanüle.
„Was ist passiert?“
Kaidan sog scharf die Luft ein, als sie mit einer feuchten Kompresse vorsichtig den Rand der  Wunde abtupfte.
„Ein Reaperstrahl kam auf uns zu. Wir konnten noch ausweichen, aber dann flog uns ein explodierendes Hover-Car um die Ohren.“, antwortete Garrus neben ihm.
Sie blickte noch einmal auf die Wunde.
„Scheint wohl ein Teil gewesen zu sein...“, murmelte Chakwas, eher an sich selbst. „Was ist mit Shepard?“
Für einen Augenblick herrschte Stille.
„Zurückgegangen.“ Kaidans Stimme brach ab.
Dr. Chakwas schaute ihn für einen Moment in die Augen, dann wandte sie sich wieder der Wunde zu und säuberte sie, ihre Miene unergründlich.
Kaidans Verzweiflung wallte wieder in ihm auf.
„Medi-Gel muss reichen, Doktor. Ich muss zurück.“
Kaidans Widerstand prallte an ihr ab.
„Nichts da, Kaidan. Sie können doch kaum auf ihren eigenen Beinen stehen, geschweige denn ein Gewehr halten.“
Kaidan merkte langsam, wie das Medikament zu wirken begann und der Schmerz ein wenig nachließ. Das gab ihm neuen Mut.
„Shepard kann es nicht alleine schaffen, Doktor! Sie wissen nicht, was da unten abgeht! Sie braucht Hilfe!“
„Das Einzige, was Shepard im Moment braucht, ist Sie hier in Sicherheit zu wissen, Kaidan! Ich weiß, wie Sie sich fühlen müssen, aber Sie sind ihr in diesem Zustand keine Hilfe.“
Der Turianer lag nun ebenfalls auf einem Krankenbett zur Linken von Kaidan.
„Der Doc hat Recht...“, fügte Garrus deutlich milder hinzu.
Wütend presste er seinen Kiefer zusammen und wandte sich ab.
Immer wieder gingen ihm ihre Worte beim Abschied durch den Kopf.
Ich will nicht zurückgelassen werden...
Er wurde sich wütend seiner Hilflosigkeit bewusst. Er war wütend, dass er verwundet wurde, wütend, dass Shepard ihn fortgeschickt hatte. Er sollte bei ihr sein, sollte diesen Kampf bis zum Ende gemeinsam mit ihr durchstehen.
Zusammen.
Ich werde dich für immer lieben...
Er atmete tief ein, versuchte, die Gedanken beiseite zu schieben und sich stattdessen auf Dr. Chakwas zu konzentrieren, die weiterhin seine Wunde reinigte.
„Sie haben ein paar Splitter abbekommen. Es wird doch etwas aufwendiger werden.“
„Was soll das heißen?“
Sie stand auf und legte eine weitere Flüssigkeit an seine Injektionsnadel.
Fast augenblicklich durchströmte ihn ein warmes Gefühl.
„Ich muss Sie operieren.“
„Dafür ist keine Zeit!“
Er fühlte, wie sich sein Körper entspannte und konnte seine Augen kaum mehr aufhalten.
Schlafmittel, schoss ihm durch den Kopf.
Er versuchte sich aufzurichten, wollte gegen die Müdigkeit ankämpfen, aber er war schon zu betäubt. Die Gedanken entglitten ihm langsam.
Er hörte leises Rauschen, als das Funkgerät an Garrus Panzerung ansprang.
Das Bodenteam meldet sich...Shepard...
„Oh Gott...sie sind alle tot...“
Kaidans Herz setzte aus.
„Hat es jemand zum Strahl geschafft?“
„Negativ. Alle Truppen wurden ausgelöscht.“
Er hörte einen verzerrten Aufprall auf dem Boden, gefolgt von einem dumpfen Scheppern.
„Nein... nein.. nein...neinnn...“, murmelte Kaidan, schüttelte seinen Kopf hin und her, um den Nebel um seine Gedanken zu vertreiben und versuchte, mit aller Kraft auszustehen, „nein... nein...das kann nicht...Shepard...“
Der Schlaf übermannte ihn und er sank kraftlos zurück auf das Bett.

Shepard...
Als er wieder erwachte, waren Garrus und Dr. Chakwas noch bei ihm. Der Turianer saß auf  seiner Bettkante. Die Doktorin trug einen letzten Rest Medi-Gel auf seine Brust auf und wandte sich ab.
Kaidan versuchte sich aufzurichten. Seine Kehle war wie zugeschnürt.
Als Garrus sah, das Kaidan langsam wach wurde, lächelte er.
„Sie hat es geschafft.“, sagte er, „Sie ist auf der Citadell.“
„Admiral Hackett hat es über Funk verkündet.“, fügte Chakwas lächelnd hinzu.
Kaidan legte seine Handflächen über sein Gesicht und seufzte vor Erleichterung.
„Oh Gott...“
Sie lebt!
„Wie...wie hat sie es geschafft?“, fragte er nach einem kleinen Moment, konnte es kaum Glauben.
Garrus lachte kurz auf.
„Das weiß man doch nie bei ihr. In seiner Funknachricht sprach Hackett von einer 'Sie'. Ich kenne nur eine 'Sie', die sich einer Horde Reaper entgegenstellt und das dann wahnwitziger weise auch noch als Einziger überlebt.“
„Ja...“, seufzte Kaidan.
Das kann nur Shepard sein...
Allerdings waren Garrus Worte außerstande, den schweren Knoten in seiner Magengegend zu lösen. Niemand wusste, was sie auf der Citadell erwarten würde, nachdem die Reaper sie in Gewahrsam hatten.
„Allerdings sind wir wieder im Orbit.“, sprach Garrus weiter, „Der Tiegel ist nun hier. Die Normandy beschützt ihn nun, zusammen mit den anderen Flotten, bis Shepard die Citadell startklar gemacht hat und der Tiegel andocken kann.“
Kaidan sagte nichts darauf.
Es schmerzte ihn, nicht einfach den Kurs Richtung Citadell geben zu können, aber er verstand, dass die Normandy gebraucht wurde, um den Tiegel zu beschützen. Wenn der Tiegel zerstört wurde, wurde mit ihm auch jegliche Hoffnung auf einen Sieg zerstört.
Auch wenn es die Sache nicht leichter machte...

Dr. Chakwas schaute auf ein Datapad und drehte sich dann ihm zu.
„Wie fühlen Sie sich?“
Kaidan räusperte sich.
„Besser.“
„Ich habe alle Splitter aus ihrer Magengegend  entfernen können und habe die Wunde nun mit Medi-Gel verschlossen. Ihr Dickdarm wurde leicht perforiert, was mittlerweile wieder verheilt sein sollte, jedoch haben Sie durch die große Oberfläche der Wunde eine nicht unbeträchtliche Menge Blut verloren. Lassen Sie es langsam angehen und ruhen Sie sich noch einen Moment aus. “, sagte sie und legte kurz ihre Hand auf seinen Arm.
„Danke, Doc.“
Sie lächelte kurz und ging dann hinaus.
Er sah zu Garrus hinüber.
Der Turianer war aufgestanden und zog sich seine Panzerung wieder an. Diese hat nicht so übel gelitten, wie seine, wurde ihm bewusst, als er auf seine kaputte Brustplatte sah, die zusammen mit den anderen Teilen neben seinem Bett lagen.
Kaidan langte vorsichtig nach rechts, wo ein Stapel frischer Bordkleidung für ihn bereitlag, und biss die Zähne zusammen, vorbereitet, erneut den heißen Schmerz in seiner Seite zu spüren. Erleichtert stellte er fest, das der Schmerz auf ein erträgliches Maß abgeebbt war.
Er entfaltete die Kleidung und begann sich anzuziehen, ein wenig unbeholfen durch das harte Medi-Gel auf seiner Mitte und der Restwirkung vom Sedativum, wobei die Manöver der Normandy auch nicht förderlich waren.
„Garrus? Kaidan? Seid ihr wieder fit?“
Joker meldete sich über Lautsprecher.
„Jaa, wir kommen nach oben!“, antwortete Garrus.
„Alles klar!“
Als Kaidan sich aufrichtete und vom Bett erhob, legte Garrus ihm eine Hand auf die Schulter.
„Sie wird es schon schaffen.“
„Ja...“, sagte er leise, und gemeinsam gingen sie hinauf zur Brücke.
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