Letter

KurzgeschichteSchmerz/Trost / P12
Eliot Nightray
01.03.2015
01.03.2015
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Den OneShot habe ich vor knapp zwei Jahren geschrieben und heute noch einmal leicht überarbeitet.

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Mir ist es gelungen, nun - hat ja lange genug gedauert - endlich, aufzuschreiben wie mich Elliots Tod berührt hat. Er war ein besonderer Charakter.
Und die müssen ja bekanntlich immer sterben.


Diesen OS habe ich aus der Ich-Form & von den Situationen die er beinhaltet sehr neutral geschrieben, da ich mich nicht festgelegt habe, wer den Brief genau schreibt.
Sinn der Sache ist, dass er Leser es sich aussuchen kann. Ob es nun Leo, oder ein männl. oder weibl. OC ist. Das ist vollkommen euch überlassen.

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An Elliot

Auch wenn du diesen Brief nicht lesen wirst, ich muss einige Dinge aufschreiben um sie zu verarbeiten.
Und vielleicht siehst du mir ja gerade in diesem Moment über die Schulter und wachst über mich. Wie ein Schutzengel.
Ich vermisse dich. Deine Gestalt. Deine Anwesenheit. Deine Fähigkeit mich mit deinem Pianospiel zu verzaubern. Einfach alles an dir.

Mit deinem Tod habe ich eine geliebte Person verloren, eine solche die man so nie wieder finden wird.
Denn so wie jeder Mensch bist auch du ein Unikat, ein Einzelstück, jemand ganz besonderes gewesen.
Meine Trauer sitzt tief, sie frisst mein Herz von Innen auf. Es ist, als würde es einfrieren. Und ich kann nichts dagegen tun.
Am Anfang habe ich gar nichts gespürt, der Schmerz der später kam war viel schlimmer als der Schock, den dein Tod mit sich brachte.
Eine gähnende Leere in mir droht alles zu verschlingen. Ich scheine mich selbst zu verlieren.
Ich will und kann nicht akzeptieren dass du jetzt weg bist, mir genommen wurdest, und nie mehr wiederkommst.
Und um die Leere zu vergessen denke ich oft an unsere gemeinsame Zeit zurück. Meist rolle ich sie von ganz vorne auf.

Angefangen bei unserer ersten Begegnung.
Weißt du noch? Wir waren so verschieden …
Und doch stimmte die Chemie zwischen uns.
Wir ergänzten uns.

Oder im Nightray-Anwesen, als uns niemand beobachtete, wir allein waren.
Weißt du noch? Wir hatten so viel Spaß. Wir haben so viel gelacht.
In deiner Gegenwart wurde es nie langweilig.  Oder nein, warte.
Wenn wir zusammen waren, dann wurde es nie langweilig.

Und damals im Musikraum der Akademie. Weißt du noch?
Du hattest mir dein neues Pianostück vorgespielt und wolltest meine Meinung dazu hören.
Doch im ersten Moment konnte ich dir nicht einmal antworten.
Zu versunken war ich noch in die Töne, welche bis vor wenigen Sekunden den Raum erfüllten.
Erst warst du sauer, weil ich nichts sagte.
Aber als ich dir dann mitteilte was mir durch den Kopf ging, warst du so glücklich.
Da musste ich auch lächeln. Das ist eine meiner liebsten Erinnerungen.

Ein anderes Beispiel war in der Bibliothek.
Weißt du noch? Ich wollte unbedingt dieses eine Buch lesen.
Aber es stand so weit oben im Regal, dass ich nicht rankam.
Da bist du von deinem heißgeliebten Holy Knight aufgestanden.
Hast das Buch aus dem Regal gezogen & es mir lächelnd in die Hand gedrückt.

Es gibt so viele unzählige Momente die ich mit dir genossen habe. Aber … ach quatsch.
Ich habe alle Momente in deinem Beisein genossen. Und mittlerweile habe ich auch verstanden, dass diese Zeiten jetzt vorbei sind.
Du wirst nicht mehr zurückkommen. Allein der Gedanke daran lässt mein eingefrorenes Herz in tausendmillionen Scherben zerspringen.
Es tut einfach so unglaublich weh. Weh zu wissen, es vorbei ist.
Ein paar Mal habe ich damit gespielt, meinem traurigen Leben ein Ende zu setzen.
Aber ich tu's nicht. Ich lebe weiter. Werde versuchen glücklich weiterzuleben und mein Sein zu genießen.

Du hättest es so gewollt, nicht wahr Elly?
Ich werde leben. Für dich.
Dir gehört meine Trauer. Mein Lachen.
Und auch die Tränen die ich vergoss und jene, welche in dieser Sekunde auf diesen Brief tropfen.


In Liebe,
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