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Ribbon Game

GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P16
Akashi Seijūro Kagami Taiga Kuroko Tetsuya OC (Own Character)
28.02.2015
27.12.2015
44
54.281
22
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13.12.2015 1.252
 
Ich setzte mehr Kraft frei. Meine zweite Schleife hatte ich noch nicht gelöst, aber das würde ich bald tun. Bald. Schon sehr bald. Ich stellte mich Akashi gegenüber und schaute ihn grimmig an. Es war mir ernst. Kuroko und Hyuuga standen neben mir, doch ich kümmerte mich nicht um sie, schnappte mir den Ball und korbte selbst ein. Das Spiel schien sich zu einem Einzelspiel zu entwickeln. Ich spielte ganz allein gegen Akashi und konnte mich sogar gegen ihn durchsetzen. Das war doch viel besser, als Teamwork! Wieso hatte ich das vorher nicht schon mit einkalkuliert? Das machte die ganze Sache viel einfacher. Und während die anderen damit beschäftigt waren, die Gegner zu decken, punktete ich lustig weiter. Mich konnte nichts aufhalten.

„Satsuki!“ Ich sah nach links, wo Kuroko stand und mich bat, ihm den Ball zuzuspielen. Aber ich ignorierte ihn, preschte durch die Mauer und holte die nächsten Punkte. Plötzlich wurde abgepfiffen. „Das zweite Viertel ist nun zu Ende! Es folgte eine kurze Pause von 10 Minuten!“, rief der Schiedsrichter. Gelangweilt ließ ich den Ball fallen. Riko stand auf und kam auf mich zu. „Hast du das gesehen? Ich hab so viele Punkte geholt. Damit holen wir locker auf und schlagen den Rakuzan!“, lachte ich, doch im nächsten Moment hallte ein lautes Klatschen durch die Reihen. Meine Wange brannte wie Feuer. Die Braunhaarige hatte mich geschlagen. Was hatte ich denn falsch gemacht? War es so verkehrt Punkte für seine Mannschaft zu holen?! War es wirklich so falsch?!

„Du bleibst das nächste Viertel draußen, Satsuki. Ich bin enttäuscht von dir. Ausgerechnet du. Ich verstehe es wirklich nicht. Denk darüber nach. Und schau dir die Gesichter der Zuschauer an. Das ist kein Basketball, was du spielst“, meinte Riko traurig und wechselte mich aus. Schnell schaute ich mich zu allen Seiten um. Nicht nur Riko hatte diesen enttäuschten Gesichtsausdruck. Auch Hyuuga, Izuki, Teppei, Kagami, Koga und sogar Kuroko. Was hatte ich bloß falsch gemacht? Ich verstand es nicht. Vorsichtig wich ich zurück, drehte mich um und verließ so schnell es ging die Bank und die Halle. Mein Weg führte mich nach draußen, wo mir ein kalter Wind entgegenschlug und die Tränen aus meinen Augenwinkeln vertrieb. Mehrmals atmete ich tief ein und aus, um mich zu beruhigen. Das Zittern, was meinen Körper überkam, kam nicht nur von der Kälte, sondern auch von der Angst, die ich hegte.

„Du hast dich gerade ganz schön verändert“, kam es plötzlich von hinten. Ich fuhr herum, entdeckte vor mir sowohl Midorima als auch  Aomine, Kise und Murasakibara. „Ich habe nichts falsch gemacht!! Was wollt ihr eigentlich alle von mir?!“, rief ich. „Nichts falsch gemacht. Du hast deinen eigenen Vorsatz gebrochen. Du wirst wie Akashi und hast auch gerade so gehandelt“, meinte Aomine. „Du hast uns gesagt, wir sollen mit Leidenschaft spielen. Und was machst du?“, fragte Midorima. „Du spielst vollkommen allein. Dein Teamspiel ist verloren gegangen.“ Murasakibaras Stimme hallte in meinen Ohren wieder. „Deine Leidenschaft hat sich in Machtgier umgewandelt. Ganz wie Akashicchi“, beendete Kise. „Aber wenn du meinst, du hast nichts falsch gemacht, dann denke einmal darüber nach, wieso Riko dich ausgewechselt hast“, gab mir Midorima den Ratschlag, bevor sich alle vier Wunder umdrehten und verschwanden.

Plötzlich schoss mir das Bild von Kuroko durch den Kopf. Wie er dort gestanden hatte. Er war bereit gewesen, den Ball anzunehmen und was habe ich getan? Ich habe ihn vollkommen ignoriert. Meine Sehnsucht nach dem Sieg hatte die Überhand gewonnen. Das Team und die Leidenschaft hatte ich völlig fallen gelassen. Wie konnte ich nur?! Ich hatte meine gesamte Mannschaft im Stich gelassen. Ihr Vertrauen missbraucht, um alleine den Sieg zu erreichen. Die Zuschauer sahen verständnislos aus. Sie waren empört, wütend, wie jemand nur so spielen konnte. Im Nachhinein hatte ich es verstanden, aber ich war mir unsicher, ob mir die anderen ihr Vertrauen noch einmal schenken würden. Viel Hoffnung auf eine zweite Chance hatte ich nicht. Vorsichtig berührte ich meine linke Wange, die noch immer schmerzte, wenn man sie berührte. Riko wollte mich aufwecken. Sie wollte, dass ich wieder die Alte würde. Wieso hatte ich es nicht schon vorher bemerkt?! Ich schlug mit der geballten Faust meinen Frust an die nahegelegene Wand. Und dennoch würde ich nicht aufgeben. Auch wenn mir jetzt bewusst geworden war, wie sehr ich meine Kameraden und Freunde vernachlässigt hatte, konnte ich Riko wenigstens bitten, mich ein letztes Mal einzuwechseln.

Mein linkes Auge begann plötzlich zu schmerzen. Es wurde Zeit. Höchste Zeit, um dieses Spiel zu Ende zu bringen. Und zwar mit Teamwork und Leidenschaft! Das dritte Viertel war beinahe vorbei. Ich musste mich also beeilen. Mit neuer Entschlossenheit stürmte ich durch die Gänge und durchquerte den Flur zum Spielfeld. Dort saß Riko und sah mich an. Anscheinend hatte sie auf mich gewartet. Sie hatte einen Glanz in den Augen, der mir zeigte, dass es ihr leidtat, dass sie mich geschlagen hatte, aber ich konnte ihr keinen Vorwurf machen. Vielleicht war es genau das gewesen, was ich gebraucht hatte.
„Hast du dich beruhigt?“, fragte sie ernst. „Ja hab ich. Bitte wechsele mich für das letzte Viertel ein. Ich werde so spielen, wie ich es immer getan habe.“ „Schön, das freut mich.“ Sie stand auf und nahm mich fest in die Arme. Auch ich legte meine Hände um ihren Rücken, spürte zum letzten Mal ihre Wärme, ehe das dritte Viertel abgepfiffen wurde.

Ich sah auf den Punktestand. 99 zu 78 für den Rakuzan. Kuroko kam auf mich zu, sah mich gebannt mit seinen blauen Augen an, als ob er wissen wollte, wie es mir ging. Ich nickte leicht. „Koga! Du hast dich gut geschlagen. Ab jetzt übernimmt Satsuki wieder.“ Rikos Worte klangen überzeugend. Ich sah meine Mannschaft an, die sich um mich versammelt hatte. Wir bildeten einen großen Kreis. „Bitte schenkt mir noch einmal euer Vertrauen!“, sagte ich laut und verbeugte mich tief. „Das haben wir doch schon. Wir machen den Rakuzan und Akashi platt!“, meinte Kagami, als sei es selbstverständlich. Kuroko streckte seine Hand in die Mitte des Kreises. Ich legte meine darauf, gefolgt von Kagami und dem Rest der Mannschaft. Zum Schluss legte auch Riko ihre Hand noch darauf.

„SERIN...“ „GO!!“, riefen wir und lachten. „Lasst uns loslegen“, meinte Kagami. Die anderen liefen vor zum Spielfeld, während ich Riko kurz zur Seite zog. „Danke, dass du mich noch einmal einwechselst“, meinte ich. „Kein Problem, aber du wirst noch häufiger in der Startaufstellung stehen“, meinte sie und lächelte. „Nein“, antwortete ich. „Das hier ist mein letztes Mal heute. Aber einmal wollte ich es wenigstens sagen. Danke für alles, Riko-neesan!“, meinte ich. Das Lächeln der Braunhaarigen verschwand nun gänzlich. Verwirrt sah sie mir hinterher. „Aufstellung!“, rief der Schiedsrichter. Kuroko und ich positionierten uns vor Akashi. „Hast du immer noch nicht aufgegeben?“, fragte der Rothaarige mit einem vorwurfsvollen Grinsen. „Tut mir leid“, sagte ich und zog an Kurokos Ärmel, sodass er mich ansah. „Könntest du bitte darauf aufpassen?“, fragte ich und gab ihm mein erstes weißes Haarband. „Aber hast du nicht selbst eine Tasche?“ „Bitte?“, drängte ich. Der Blauhaarige nahm das Band und steckte es sich in die Tasche.

„Akashi“, sagte ich und schloss die Augen. „Wir haben noch nicht aufgegeben. Meine Hand umschloss die rechte noch verbliebene Schleife und zog daran. Ich gab Kuroko das zweite und letzte Band. Ich öffnete die Augen und merkte, wie sich auch mein rechtes Magenta färbte. „Wir haben gerade erst angefangen! Und jetzt stürzen wir dich in die Niederlage!“, rief ich, ehe das Spiel angepfiffen wurde. Jetzt konnten wir beginnen. Unser und mein letztes Ziel würde bald erfüllt sein!
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