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Ribbon Game

GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P16
Akashi Seijūro Kagami Taiga Kuroko Tetsuya OC (Own Character)
28.02.2015
27.12.2015
44
54.281
22
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15.11.2015 1.523
 
„Satsuki-chan? Was ist los?“, fragte Riko besorgt, als ich schlussendlich zurückkam. Den Kopf ließ ich hängen. Es kam mir vor, als hätte ich ihn gesehen. Ich dachte sogar, dass ich ihn oder eher gesagt seine Anwesenheit gespürt hatte. Ich war mir schon fast zu hundert Prozent sicher, dass Akira, mein leiblicher Bruder vor dem Fenster gestanden hatte und mir beim Training zugeschaut hatte. Aber als ich dann die Tür geöffnet hatte, war er nicht da. Also war es nur Einbildung? Hatte ich wirklich den Wunsch, ihn wiederzusehen, sodass mir schon ein Geist vor meinen Augen erschienen war? Oder war es wirklich Realität und er hatte sich einfach nur so schnell es ging aus dem Staub gemacht? Das konnte ich mir nicht vorstellen und zugegebenermaßen wollte ich es auch nicht.

„Nichts, ich hab wahrscheinlich geträumt“, meinte ich und lächelte die Braunhaarige an, um meinen Schmerz vor ihr zu verbergen. „Akira, so heißt er doch, oder?“ Ich sah zu ihr auf. „Das ist doch der Name deines Bruders, oder etwa nicht?“ Riko betrachtete mich weiterhin, bis ich ihr ein Nicken zur Antwort gab. „Mach dir mal Keine Sorgen. Solange sein Name Intelligenz bedeutet, wirst du ihn auf jeden Fall wiedersehen. Ich glaube daran. Und du solltest es auch. Hab Vertrauen in deinen Bruder. Er ist bestimmt noch am Leben und sucht sicherlich schon nach dir.“ Wie konnte sie es nur schaffen, mir in dieser schweren Zeit ein Lächeln abzuverlangen. Sicher war mein Bruder noch am Leben. Aber solange er von den Behörden noch nicht gefunden war, galt er noch immer als vermisst. Ich musste auf meinen großen Bruder vertrauen. Riko hatte vollkommen Recht.

„Können wir weitermachen? Ich bin bereit“, rief Kagami und zerrte Kuroko gleich mit in die Halle. „Ich auch“, meinte dieser kleinlaut. „Gut, dann trommeln wir zuerst den Rest aus der Umkleide. Wenn sie innerhalb von zwei Minuten nicht draußen sind, laufen sie dreißig Runden. Nackt. Na los geht schon!“ So schnell hatte ich Kagami noch nie laufen sehen. Kuroko stand bei mir und lächelte, während ich leise lachte. „Wie sieht es denn aus? Wollen wir nach dem Training zur Belohnung noch ein bisschen was Essen gehen? Das Budget reicht noch aus.“ „Hört sich gut an, nur wohin? Ich glaube jeder hat einen anderen Vorschlag“, sagte Kuroko und setzte sich kurz auf die Bank. „Das lasst mal meine Sorge sein.“ Rikos Ideen waren für gewöhnlich eigentlich gut, aber hätte ich gewusst, dass es wirklich spät werden würde, hätte ich abgesagt.

„Mir tut jeder Knochen im Leib weh!“, beschwerte sich Koga. „Wir sind ja gleich da. Beschwer dich nicht. Wenn wir den Winter Cup gewinnen wollen, müssen wir eben harte Geschütze auffahren.“ Unser Coach hatte recht. Wir mussten uns extrem anstrengen, um zu gewinnen. Und das würden wir. „Wir sind da!“, rief Riko und stellte sich vor uns. „Was denn? Ein Onsen?“ „Ihr seid doch alle fertig.Also dachte ich, wir gehen hierher und entspannen ein Bisschen, ehe es morgen weitergeht.“ „Die Idee find ich gut“, pflichtete Kagami ihr bei. „Ich auch.“ Irgendwann hatten alle sich dazu entschlossen, mitzukommen, aus dem einfachen Grund, dass es allen gut tun würde. Die Onsen waren getrennt. Ich hatte mit Riko ein Becken ganz allein, während die Jungs nebenan sehr viel Radau machten. Von Kuroko hörte man allerdings nichts.

„Sie sind wirklich sehr lebhaft.“ Riko lächelt bei ihrer Aussage. „Sie sind auch für mich wie eine zweite Familie. Und ich freue mich, dass ich sie trainieren darf. Früher hat es immer mein Vater gemacht. Es ist meine erste Mannschaft.“ „Mir kommt es so vor, als hätte ich viele neue Brüder bekommen. Und auch eine große Schwester, die mich sehr gut versteht“, sagte ich. „Satsuki-chan. Du bist wirklich süß.“ „Das hat Akira auch immer gesagt. Er hat mir immer geholfen. Egal, wie groß meine Schwierigkeiten auch waren. Wir haben uns kaum gestritten.“ „Ich glaube, dass kaum jemand solch eine Geschwister Beziehung hat wie ihr beide. Man kann es sich wirklich sehr gut vorstellen. Weißt du, mein Vater und ich verstehen uns auch sehr gut, aber er hat kaum Zeit, weil er sich mit anderen Teams herumschlägt und diese trainiert. Damals hab ich mir gedacht, dass ich ihm vielleicht eine Mannschaft abnehmen könnte. Und jetzt? Jetzt habe ich eine komplette Idioten Mannschaft, die ja doch irgendwas drauf haben und mit der man den Winter Cup gewinnen könnte.“ „Das mit der Idioten Mannschaft haben wir gehört!!“, kam es von der anderen Seite. Kagami hatte seinem Ärger mal wieder Luft gelassen und es zu uns herüber gebrüllt. Riko und ich sahen uns an, bevor wir lachten. Danach sah ich in den Himmel, der von Sternen überzogen war und durch die Nedelschwaden der heißen Quelle mysteriöser wirkte, als wenn er klar war. Die Sterne funkelten hell und gaben mir ein Gefühl der Sicherheit. Vielleicht hätte ich ja bald wieder die Möglichkeit, meinen Bruder in die Arme zu nehmen.

Nach dem gemeinsamen Essen verstreuten wir uns in alle Richtungen, da jeder wo anders wohnte. Ich ging mit Kuroko zusammen, da er in dieselbe Richtung musste, wie ich. „Der Himmel ist schön, nicht wahr?“ Ich konnte diese Frage nur bejahen. „Hast du ihn dir vorhin auch angesehen, als wir im Onsen waren?“, fragte ich, um herauszufinden, ob er dasselbe getan hatte, wie ich. „Ja, er ist schön und klar. Es gibt einem Hoffnung auf das, was uns noch bevorsteht.“ Wie recht er hatte. Ich starrte wieder hinauf in den Himmel und begann mich zu drehen. „Pass auf! Da ist ein Ast!“, rief Kuroko und packte meinen Arm, doch ich riss ihn mit mir nach unten. Ich war froh, dass wir auf einer Wiese gelandet waren. Kuroko und ich lachte kurz, bevor er mir in die Augen sah. Seine Augen waren tiefblau, wie das Meer und dennoch lag noch etwas viel Weiteres in ihnen. Sie schienen mich zu verschlingen. Der Blauhaarige schien die Situation jetzt erst zu begreifen und gab mich frei. Schnell stand ich auf und klopfte mir den Schmutz von den Sachen. Dann liefen wir weiter, aber noch immer ging ich neben ihm her. Er strahlte eine schöne Wärme aus, obwohl er Kagamis Schatten war. Ich fühlte mich wohl. Am liebsten hätte ich ihn ganz nah an mich herangezogen. Aber ich unterdrückte diesen Wunsch, als wir mitten in die Stadt kamen. Unsere Wege trennten sich, wir verabschiedeten uns und ich beeilte mich, dass ich nach Hause kam.

Als ich jedoch die Wohnung beinahe erreicht hatte, stockte ich. die Tür stand auf, aber ich war mir sicher, dass ich sie fest verschlossen hatte, als ich zum Training gegangen war. Jemand war noch in dieser Wohnung, da ich Schatten sah, die sich unregelmäßig bewegten. Schnell lief ich hin, ohne mir der Gefahr wirklich bewusst zu sein. Aber ich musste dort hin. Das war die Wohnung, die meine Eltern mir hinterlassen hatten. Der Hausflur war vollkommen durcheinander. Überall lagen Sachen auf dem Boden zerstreut. Aus dem Wohnzimmer drangen laute Geräusche. Achtsam kämpfte ich mich vor, und als ich sah, was der Einbrecher dort tat, wurde ich wütend. Er hatte das Foto von mir und meinem Bruder aus dem Rahmen geholt und sah es sich grinsend an. „Gib das her!“, rief ich und stürmte auf ihn zu. „Oh, erwischt“, meinte er mit etwas tieferer Stimme und floh durch das Fenster. Ich lief ihm hinter her. Das war das Einzige Erinnerungsstück, was ich noch von meinem Bruder hatte. Auf diesem Foto konnte ich ihn sehen. Der Junge vor mir hatte blondes, kurzes Haar und seine grünen Augen hatten mich direkt angesehen. Er trug eine Trainingsjacke, auf der Rakuzan stand. Akashi hatte ihn also geschickt. Das würde er noch bitter bereuen. Egal, wie schnell ich rannte, ich konnte den Jungen nicht einholen. Er war zu schnell aber ich wollte dieses Foto unbedingt wieder haben. Ohne groß nachzudenken löste ich eine Schleife. Ich hielt das Band fest umklammert, während sich mein linkes Auge Magenta färbte.

Schnell hatte ich aufgeholt. Ich wusste nicht, ob der Junge neben mir Parcour machte oder einfach aus lauter Langeweile über jedes Hindernis sprang. Der Blonde kletterte eine Feuerleiter nach oben und befand sich anschließend mit mir auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses. Er ging ganz nah zur Dachrinne und holte das Foto aus seiner Tasche heraus. Es schien, als sein ein Zahn zu lang, denn er ragte über seine Unterlippe, als er grinste und noch ein Feuerzeug herausholte. „Wenn du es haben willst, musst du es mir schon entreißen“, meinte er und hielt die Flamme nah an das Bild. „Gib es mir“, meinte ich „Hol es dir, Magenta-Mädchen“, sagte er und wedelte mit dem Bild etwas herum. „Du hast eine wunderschöne Augenfarbe, von der ich Akashi ausführlich berichten werde.“ Alles was mein Gegenüber sagte, ging an mir vorbei und als er die Flamme noch näher an das Bild hielt, stürmte ich auf ihn los, riss ihm das Bild aus der Hand. Aber der Blondschopf war bereits zur Seite gesprungen, sodass ich über die Brüstung fiel. Der Junge hielt mir noch seine Hand hin, doch ich konnte sie nicht erreichen. Ich hielt das Bild und meine Schleife fest umklammert. Meine Augen kniff ich zu. Ich würde mir alle Knochen brechen. Ich würde sterben!
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