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Ribbon Game

GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P16
Akashi Seijūro Kagami Taiga Kuroko Tetsuya OC (Own Character)
28.02.2015
27.12.2015
44
54.281
22
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08.11.2015 1.461
 
Als ich die Augen aufschlug, war es schon längst nach 10. Die Sonne schien in dieser kalten Jahreszeit sehr oft und auch heute fiel sie durch die Fenster im Wohnzimmer. Ich setzte mich auf und betrachtete den noch immer schlafenden Kuroko, der mir seinen Schoß als Kissen gegeben hatte. Und ich musste gestehen, dass das gar nicht mal so unbequem war. Glücklicherweise hatten wir die Heizung im Wohnzimmer über Nacht laufen lassen, so war es wenigstens warm genug, um sich nichts einzufangen. Dennoch konnte ich den Blauhaarigen, der mich gestern die gesamte Zeit in seinen Armen gehalten hatte, nicht einfach so sitzen lassen und kippte ihn mit aller Achtsamkeit um. Jetzt lag er wenigstens mit dem Kopf auf einem Kissen und solange wie er noch schlief, entschied ich mich dazu, seine Beine noch auf die Couch zu legen, damit er sich den Rücken nicht verdrehte. Er wachte nicht einmal auf, was ich sehr zu meinem Vorteil nutzte.

Besonders leise machte ich Frühstück für ihn und mich. Alles, was mich gestern noch belastet hatte, war jetzt abgeklungen. Wenn Kuroko bei mir war, hatte ich keine Sorgen mehr. Ich fühlte mich sicher und auch bei meinen Freunden, meinem Team und auch bei der Generation der Wunder fühlte ich mich irgendwie geborgen. Und dennoch war die Sache mit Akashi noch immer nicht geklärt. Es dauerte nur noch zwei Wochen und in dieser Zeit musste ich eindeutig stärker werden, um mit allen gegen ihn antreten zu können. Wir strebten den Sieg und gute Zusammenarbeit an. Die Zusammenarbeit hatte schon mal besser geklappt, als wir gedacht hatten, dass hatte man an Kises Mannschaft gesehen. Aber ich hatte den Sieg riskiert, da mich die Angst vor dem Tod in ein Loch geworfen hatte und mich nicht mehr herauslassen wollte. Und als ich dann nach Hause kam und Kuroko sah, ging in meinem Inneren ein Leuchten auf und ich spürte, dass ab jetzt alles anders werden würde.

Vor lauter Träumerei ließ ich den Reis fast anbrennen, doch ich schaffte es, ihn vorher noch aus dem Topf zu holen. Die Miso-Suppe war auch schon fertig und insgesamt brauchte ich nur noch den Tisch zu ecken, bis ich Kuroko aus dem Schlaf reißen würde. Obwohl er ja schon süß aussah, wie er dort so schlief. Im selben Moment fragte ich mich, wie lange er gestern wohl noch wach gewesen war. Die Zeit, die ich vor ein paar Tagen noch durchlebt hatte, schien wie verflogen, aber ich konnte auch die Risiken nicht vergessen, die ich in zwei Wochen eingehen musste, um mit meiner Mannschaft, mit meinen Freunden zu gewinnen. Der Tisch war gedeckt, jetzt hieß es nur noch: Weckmanöver einleiten und durchziehen. Ich setzte mich vor Kuroko und schaute in sein schlafendes Gesicht. Es tat mir schon fast leid, aber ich konnte es jetzt auch nicht verhindern, sonst wäre das Essen kalt. Vorsichtig rüttelte ich an seiner Schulter und als er dann nicht aufwachen wollte, rüttelte ich stärker. Mit der zeit flüsterte ich noch seinen Namen. Nach einem kurzen Murren schauten mich zwei verschlafene blaue Iriden an.

Ich lächelte leicht, ging dann in die Küche und wartete auf Kuroko, der mir nur schwerfällig folgte. „Hast du gut geschlafen?“, fragte ich leise nach und erntete ein Nicken von meinem Gegenüber. Immer wenn ich ihn ansah lief ich etwas rot an, weshalb ich es vermied, ihm direkt in die Augen zu schauen. Ein wohliges Gefühl breitete sich in meinem Inneren aus, als mir bewusst wurde, dass er und ich jetzt erst einmal für eine Weile allein waren. Wir unterhielten uns kaum, sahen zu, dass wir aßen und anschließend die Wohnung gemeinsam verließen, um zum Training zu gehen, was um 12 stattfinden sollte. Auf dem Weg dahin wurden meine Sorgen immer größer und ich blieb stehen. „Hast du Angst, dass die anderen dich ausschimpfen?“ Ich nickte ehrlich. Ein leichtes Kichern schlich sich in meine Richtung. „Werden sie nicht, das versichere ich dir. Du brauchst dir auch wegen dem Spiel gegen Kise-kun nicht den Kopf zu zerbrechen. Wir haben gewonnen und gegen Akashi-kun werden wir auch gewinnen, das haben wir uns doch versprochen, oder?“ „Ja, stimmt. Du hast ja recht“, meinte ich und strahlte jetzt wieder wie vorher meine Fröhlichkeit aus, die Kuroko schon lange vermisst zu haben schien. Er nahm meine Hand und zusammen gingen wir weiter, kamen der Sporthalle, in der wir trainierten immer näher. Uns trennten nur noch ein paar Meter vor dem Eingang.

Meine Nervosität war schon lange verschwunden und voller neuer Motivation trat ich mit Kuroko ein. Ich hörte noch kein Prellen der Bälle, also mussten sich alle noch umziehen. Jedoch war Riko schon längst in der Sporthalle und schaute neugierig durch die Tür. Dann kam sie zu uns und drückte mich fest. „Schön, dass du wieder da bist, Satsuki-chan. Danke, dass du hingegangen bist, Kuroko-kun.“ „Nicht der Rede wert. Sie bedeutet uns doch immerhin sehr viel, nicht wahr.“ „Das stimmt. Trainierst du heute auch, Satsuki-chan?“, fragte Riko und sah mich mit leuchtenden Augen an. „Ja, ich möchte noch besser werden, damit wir Akashi zusammen besiegen können“, meinte ich und lächelte jetzt etwas mehr.
„Oh! Wenn das nicht Satsuki ist. Kuroko hat es also geschafft. Das freut mich. Hey! Satsuki ist da!“ rief Hyuuga in die Umkleide und erreichte damit, dass nach und nach alle kamen und uns einkreisten. „Na endlich. Sie scheint wieder die Alte zu sein. Ich hab mir schon Sorgen gemacht“, sagte Teppei. Koga klopfte mir auf die Schulter, Mitobe grinste, Izuki begrüßte mich mit einem „Willkommen zurück“ und Kagami sah mich sprachlos an. Alle verstummten.

„Mach sowas nie wieder. Ich hab mir Sorgen um dich gemacht“, brummte er und hielt mir seine Faust hin. Sollte ich jetzt etwa einschlagen? Hieß das jetzt, dass er mich vollständig akzeptierte. Als Mitglied von Seirin? Mir stiegen die Tränen in die Augen. Vorsichtig streckte ich ihm meine Faust entgegen, berührte sie und ließ sie dort, bis sich auf Kagamis Lippen ein Lächeln abzeichnete. „Gut! Dann lasst uns anfangen!“, rief Riko und blies in ihre Trillerpfeife. „Kuroko, Satsuki, zieht euch schnell um, dann laufen wir uns warm und beginnen mit dem Training. Heute ist es sehr vielseitig. Es kommt ganz schön viel auf uns zu. Also beeilt euch.“ „Jawohl!“
Das Training dauerte wirklich lange. Wir schauten uns das Spiel von gestern an. Midorima hatte gegen Akashi gespielt. Ich schaute ganz genau hin und wie bei mir, brachte Akashi seine volle Kraft nicht zum Einsatz. Er hielt sich ebenfalls zurück. Er hatte wie ich etwas zu verbergen und ich hatte keine Mühe, damit herauszurücken. Das bedeutet, wir mussten entsetzlich aufpassen und unsere Fähigkeiten innerhalb der nächsten zwei Wochen enorm steigern.
Danach warfen wir Körbe und brachten auch Kuroko einige Würfe bei. Kuroko war das Verbindungsglied dieses Spiels, also mussten wir auch ihn wieder auf die Beine bekommen und aufbauen.

Nach einer Pause lief ich allein durch die Halle. Die Jungs schienen sich in ihrer Umkleide fröhlich zu unterhalten. „Du schaust wieder viel besser aus, als in den letzten Tagen. Hat dich Kuroko-kun wieder aufgebaut?“, fragte Riko und räumte die überfälligen Bälle in den Schrank. „Ja, kann man so sagen. Er war bei mir und hat mich getröstet, als ich es am dringensten gebraucht habe. Und auch der Gedanke daran, dass meine Familie hier ist und mich so duldet wie ich bin, gibt mir zusätzlich wieder meine alte Motivation zurück.
Voller Hoffnung schaute ich aus dem Fenster, wo es mir sofort die Sprache verschlug. Ich hatte gerade im Fenster eine mir bekannte Person gesehen. Ich ließ die Flasche fallen und rannte zum Ausgang. „Satsuki-chan?!“, rief Riko mir hinterher, doch den Rest blendete ich aus. Es konnte keine Illusion gewesen sein. Das konnte es nicht gewesen sein. Ich hatte ihn gesehen. Sein Braunes Haar, was meinem so ähnlich war und sein rechtes Auge bedeckt hatte. Sein linkes blaues Auge, welches immer strahlte, wenn er gelacht hatte!

Es konnte auf keinen Fall Einbildung sein. In meinem Kopf spielten sich die Szenen vor dem Flugzeugabsturz noch einmal ab. Als ich ihn das letzte Mal umarmt hatte. Als er mir zugewunken hatte, als er mit meinen Eltern zum Terminal gegangen war und gelacht hatte. Ich erinnerte mich an den Schmerz, als ich unterwegs in den Nachrichten gesehen hatte, dass das Flugzeug in dem meine Familie gesessen hatte, abgestürzt war. Dass viele Passagiere gestorben waren und ich den Anruf von der Polizei bekam. Dass ich meine Eltern identifizieren musste. Von meinem Bruder war seitdem keine Spur mehr vorhanden. Aber jetzt hatte ich ihn gesehen. Er musste hier in Japan sein! Den Ausgang hatte ich beinahe erreicht, dachte dabei an Akira und riss die Tür auf. Doch alles, was mir entgegenkam, war ein kalter Windstoß. Er war nicht da. Es kam mir vor, als hätte ich mir alles nur ausgedacht.
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