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Ribbon Game

GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P16
Akashi Seijūro Kagami Taiga Kuroko Tetsuya OC (Own Character)
28.02.2015
27.12.2015
44
54.281
22
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Dieses Kapitel
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25.10.2015 1.444
 
Lange sah ich Kise an und lächelte traurig. „Für dieses Lächeln werde ich dich vernichten!“, meinte er leise, jedoch voller Wut. Ich wusste selbst, dass er nicht darüber erfreut sein würde, aber eine andere Wahl blieb mir nicht übrig. Die Wahrheit konnte ich ihm nicht sagen. Zu groß war die Angst, verpetzt und verraten zu werden. Andererseits, wer würde seinen Teamkameraden nicht erzählen, dass man nach einem anstrengenden Spiel vermutlich sterben würde? Ich glaubte, es gäbe keinen, der seinen Mund darüber halten und kein Wort deswegen verlieren würde. Es war bereits alles geplant gewesen.

Unsere Mannschaft hatte den Ball und es wurde reihum gespielt. Zuletzt bekam ich ihn und sollte den Korb werfen, aber Kise nahm ihn mir zu leicht ab und punktete selbst für sich und seine Mannschaft. Die Zuschauer jubelten und manche verspotteten Seirin und auch meine Persönlichkeit. Aber das war noch lange kein Grund, auf den anderen herumzutrampeln. Mit der Zeit fand ich wieder ins Spiel und lieferte mir ein schönes Duell mit Kise, der sich mit seinen Fähigkeiten durch unsere Abwehr schob und immer wieder punktete. Ich wusste, er war in der Zone, aber er hatte bisher nichts außer Schnelligkeit gezeigt. Und als sich auch Kuroko und Kagami langsam an seine Bewegungen gewöhnt hatten, drehte der Blonde erst richtig auf. Er verwendete Stile, die ihm nicht gehörten. Er kopierte die gesamte Generation der Wunder und führte ihre Techniken aus.

Immer mehr Punkte trennten uns und schließlich kam das Ende des dritten Viertels. Wir saßen erschöpft auf der Bank und ließen uns Handtücher und Wasser bringen. Und während ich trank, schaute ich durch die Zuschauerreihen. Ich sah Aomine mit einem Pinkhaarigen Mädchen in der letzten Reihe stehen. Mirdorima schaute mit seinem Team zu und auch Murasakibara bekam ich zu Gesicht. Mir fehlte allerdings jemand. Ich wusste, dass nach unserem Spiel Rakuzan gegen Shutoku spielen würde, aber dennoch war Midorima anwesend und Akashi nicht. Erst als ich genauer hinsah, entdeckte ich ihn nah am Ausgang. Er hatte sich im Schatten der Tribüne versteckt und beobachtete mich.  Ich würde nicht noch mehr von mir preisgeben, dachte ich im Stillen und stand auf. Meine Augen waren  genau auf seine gerichtet. Er kam aus der Dunkelheit heraus. Er wusste, dass ich ihn erkannt und gesehen hatte. Er brauchte sich nicht mehr zu verstecken. Vorsichtig verschränkte er die Arme vor der Brust und sah zu mir herunter. Nachher würde es andersrum sein. Nachher würden wir triumphierend dort oben stehen und auf euch herabblicken. Da konnte er sich sicher sein. Wir würden dieses Spiel ebenfalls gewinnen und ins Finale vorrücken.

Noch 10 Minuten galt es zu spielen. In diesen Minuten würde sich alles entscheiden. Wir würden verdammt nicht noch mal gewinnen. Meine Hände ballten sich zu Fäusten, als der Schiedsrichter das Spiel wieder anpfiff. Ein paar Mal schaffte ich es, mich gegen Kise durchzusetzen. Ich interpretierte seine Fähigkeit schnell und legte meine Möglichkeiten so, wie ich sie gerade brauchte, um mich gegen ihn durchzusetzen. Unser Zusammenspiel mit Kagami und Kuroko und auch mit Izuki und Hyuuga passte perfekt und langsam aber sicher kamen wir wieder in das Spiel zurück und kämpften uns vor. Unser Punkteabstand verringerte sich immer mehr und irgendwann hatten wir die letzte Minute erreicht.

Es war sehr hitzig und auch die anderen hatten ihre Grenzen langsam erreicht. Es stand bereits 79 zu 80 für Kaijo. Wir brauchten einen Korb. Ich hatte den Ball und Kise stand vor mir. Die Sekunden liefen weiter, während ich mir über die Situation klar wurde und meinen Blick schweifen ließ, ohne allerdings Kise eine Möglichkeit zum Angriff zu geben. Schlussendlich spielte ich ihn zu Hyuuga, der zwar am weitesten entfernt, dafür aber frei stand und den Ball sehr gut annahm um dann mit dem Kopf durch zu Wand zu brachen. Auf dem Weg zum Korb gab er an Kagami ab, der sich mit Kise noch ein Battle lieferte, ehe er den Ball gegen die Platte spielte. Der Ball prallte ab und wurde in einiger Entfernung von Kuroko gefangen, der in der letzten Sekunde den Ball zum Korb von Kaijo schickte. Die Uhr war  beinahe abgelaufen, als der Ball in diesen traf und die Punkte noch vor Ende zählten. Wir hatten mit 81 zu 80 gewonnen, doch ich freute mich über diesen Sieg kaum.

Wir reihten uns auf und bedankten uns für das Spiel und als Kaijo beinahe zur Tür heraus war, ergatterte ich einen Blick auf den weinenden Kise und seinen Captain. Meine Freunde umringten mich mit den anderen und freuten sich über alles. Ich tat, als ob ich mich unendlich freuen würde, doch im Endeffekt hatte  Kise von Anfang an recht gehabt. Ich spielte ihnen etwas vor und konnte mich somit kaum als Mitglied von Seirin sehen, obwohl ich offiziell als dieses eingeschrieben war. In diesem Spiel hatte ich meine Schleife nicht ein  einziges Mal abgenommen. Ich hatte  mit eigener Kraft gespielt, aber gegen Akashi würde das allein nicht ausreichen. Es wurde eine dreißig Minütige Pause angesagt, in der sich Shutoku und auch Rakuzan warmspielen sollten. Wir nutzen die zeit anderweitig. Einige gingen in die Umkleiden, um sich umzuziehen und aus ihren verschwitzen Klamotten herauszukommen. Ich jedoch machte mich auf den Weg nach draußen, wo ich in die Sterne sehen konnte. Der Himmel war fruchtbar schwarz geworden und nur die Sterne machten ihn erträglich.

Doch als ich nach draußen trat, war ich nicht die Einzige, die dort nach einer Antwort zu suchen schien. „Ihr hab gut gespielt“, kam es von der Seite und als ich mich umdrehte, sah ich Kise in seine braunen Augen. „“Du hast dich nicht gefreut. Du hast es nur als Chance gesehen, weiterzukommen, oder?“, fragte er und stellte sich neben mich. „Ich habe meine Gründe.“ „Aber es ist doch keine Grund, den anderen nicht zu sagen, dass es dir nicht gut geht. Das ganze Spiel hat dir keinen Spaß gemacht. Es tut mir leid, was ich zu dir gesagt habe, aber ich wollte einfach, dass du wieder so leidenschaftlich spielst, wie du es gegen alle anderen Wunder bisher getan hast. Ich habe mir jedes Spiel von Seirin angeschaut, als es hieß, es spiele ein Mädchen in der Mannschaft. Aber du hattest Spaß und warst mit vollem Eifer dabei. Ich frage mich nur, was seit damals passiert ist“, sagte Kise und legte seinen Kopf auf seine Arme.

Mir war es gar nicht aufgefallen. In letzter Zeit hatte ich das Gefühl, je näher ich dem Finalspiel kam, desto trauriger wurde ich. Es war wie zu Anfang in meiner alten Schule. Jedoch unterschied sich dieses Gefühl von dem, was ich jetzt hatte. Es war der Unterschied, dass ich meine Freunde alle verlieren würde, weil ich nicht mehr da war. Damals war es das Gefühl gewesen, dass ich keine Freunde haben würde, da mich sowieso alle gemieden hatten. Aber jetzt, da ich die Bedeutung von Freundschaft, Freude und Schmerz verstand, machte es die Situation, auf die ich mich zubewegte, noch schlimmer als ohnehin schon. Aber andererseits konnte ich mein Versprechen Akashi gegenüber nicht brechen. Ich hatte ihm damals gesagt, dass ich ihn auf den Boden der Tatsachen zurückholen würde und das würde ich tun. Nach allem, was ich gesehen hatte, war er im Inneren eingesperrt und konnte sich nicht öffnen. So als hätte er den Löffel und die Kontrolle an jemand anderen weitergegeben. Im Endeffekt war Akashi jedoch noch genauso, wie vorher auch. Er hatte mit jemandem getauscht. . Ich war mir mittlerweile zu hundert Prozent sicher.

Ich sah Kise an. „Es tut mir leid, dass ihr verloren habt. Ich habe dich und deinen Captain weinen gesehen. Es hat mir wehgetan. Zumal ich weiß, was für ein Mensch du bist. Wie aufgeweckt du bist und wie freundlich. Aber es gibt etwas in diesem Rahmen, was ich noch erreichen muss, vor dem kann ich mich nicht drücken. Das ist mein Ziel und das muss ich erreichen. Ich möchte es aber nicht allein erreichen, ich möchte es mit meinen Freunden zusammen schaffen, verstehst du das?“ „Natürlich, aber du kannst ihnen doch nicht einfach etwas vormachen. Kurokocchi hat mich letztens angesprochen und mich gebeten, ein Auge auf dich zu werfen. Du verschweigst ihnen doch etwas. Und das belastet nicht nur dich, sondern auch ganz Seirin. Du kannst ihnen doch ehrlich gegenüber treten.“ „Ich weiß, dass ich das kann, nur muss ich dich jetzt bitten, nichts zu sagen. Ich bitte dich inständig darum nichts zu sagen, damit sich die anderen keine Sorgen mehr machen und ich mich bemühen kann, im nächsten Spiel mit meinen Freunden zu gewinnen. Wenn das so weitergeht wie jetzt, wird es irgendwann ein Ende haben.“

„Was wird ein Ende haben?“, fragte eine mir bekannte Stimme. Panisch drehte ich mich um und sah in die blauen Augen von Kuroko.
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