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Ribbon Game

GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P16
Akashi Seijūro Kagami Taiga Kuroko Tetsuya OC (Own Character)
28.02.2015
27.12.2015
44
54.281
22
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11.10.2015 1.396
 
„Okay! Sehr gut, einfach weiter. Immer weiter passen!. Lasst euch keine Chance entgehen!“, rief Riko vom Spielfeldrand, während ich den Ball annahm und ihn in einer simplen Drehung weiter passte. Eine Woche war seitdem vergangen. Seit dem Tag, an dem wir wussten, dass wir ins Halbfinale einziehen würden. Kuroko hatte sich nach zwei weiteren Tagen erholt und war ebenfalls wieder auf dem Spielfeld zu sehen und in vollem Einsatz. Auch ich beteiligte mi9ch an dem Training und arbeitete mit meinen Kameraden gut zusammen. Immerhin wollten wir weiter hinaus. Wir wollten den Winter Cup gewinnen und doch war dazu mehr als nur einfache Arbeit erforderlich.

„Pause! Kurz! 5 Minuten, dann geht’s weiter!“ Wir hatten ein sehr strenges Trainingsprogramm und trotzdem hielten alle durch. Es konnte immer mal sein, dass die Startaufstellung daneben ging oder jemand ausgewechselt werden musste, was bei den nächsten beiden Spielen definitiv der Fall sein würde. Deswegen bereiteten wir uns ja vor, damit viele auch viel durchstanden. Ich verstand Riko sehr gut. Sie wollte uns auch zum Sieg führen und benutzte nur dafür solche Maßnahmen, wie sie keiner ertragen könnte. Keiner beschwerte sich. Keiner meckerte, außer über ihre Kochkünste, die langsam aber sicher immer besser wurden. Jeder war bereit, alles zu geben. Auch, wenn wir noch eine ganze Woche Zeit hatten, Zeit verging schneller, als man es sich vorstellen konnte.

Ich nutzte die Pause, um kurz an die Luft zu gehen. Die eisige Brise, die mir entgegenschlug fühlte sich für einen Moment gut an, bis mir so kalt wurde, dass ich anfing zu zittern. Oder war es gar nicht die Luft? War es die Angst? Die Angst vor dem nächsten Spiel, wenn wir Kise gegenüberstanden und uns ranhalten mussten, wenn wir sie besiegen wollten? Oder war es die Angst vor etwas ganz anderem? Vor etwas, was ich nicht mit meinen Freunden bereden konnte. Ich wollte sie nicht behindern, wollte ihnen keine Sorgen bereiten und sie die Orientierung verlieren lassen aus Sorge um mich. Ich musste es um jeden Preis geheim halten. Egal, was es kostete. Es durfte nicht in die Nähe meiner Freunde dringen. Niemals. Im Nachhinein, wenn ich darüber nachdachte, tat es mir schon leid, dass ich ihnen davon nichts erzählte, aber es musste um jeden Preis geheim gehalten werden.

„Okay, es geht weiter!“, rief Riko von hinten, was mir das Signal gab, rüberzugehen und wieder zu spielen. „Als nächstes 5 gegen 5 . Ich stelle die Mannschaften zusammen.“ Schließlich landete ich mit Koga, Kuroko, Mitobe und Izuki in einer Mannschaft. Die andere bestand aus Hyuuga, Kagami, Teppei, Tsuchida und Kawahara. Es sollte ein schweres Spiel werden, doch als wir und gemeinsam einen Plan überlegt hatten, klappte es relativ gut. Irgendwann wurde auch mal ausgewechselt, jedoch blieb ich das gesamte Spiel auf dem Feld. Mit Kuroko harmonierte ich perfekt und mit Izuki bildeten wir das perfekte Triple Team. Kuroko fungierte als Übermittler, während ich weiterleitete und Izuki das Feld im Auge behielt. Koga übernahm den Außenbereich mit Mitobe zusammen, während ich den Mittelbereich deckte. Wir hatten damit beabsichtigt, dass ich stärkerem Druck ausgesetzt war und so auch in Extremsituationen schnell handeln konnte. Wenn ich mir vorstellte, dass Kise vor mir spielte, bekam ich eine leichte Gänsehaut, dennoch fasste ich mich und spielte weiter wie bisher.

Das Spiel endete nach einer Stunde, da wir zwischendurch noch Pausen machten, zum Erholen. „Du wirst immer besser“, meinte Riko und setzte sich lächelnd neben mich, als das Spiel vorbei war und die Jungs sich eine Verschnaufpause gönnten. „Findest du? Ich glaube, ich muss noch ein bisschen besser arbeiten“, gab ich zurück und nahm einen Schluck aus der Trinkflasche. „Ich hab das Gefühl, dich heute zu sehr unter Druck gesetzt zu haben, das tut mir leid“, sagte die Braunhaarige und schaute auf ihre Jungs. „Nein, das war in Ordnung. Besser man verhätschelt mich nicht, da ich sonst nur zu einem Klotz am Bein werde“, antwortete ich und ließ meine Gedanken etwas kreisen. In diesem Moment stand Riko auf, rief noch „Wir machen Schluss für heute!“, ehe die Jungs erleichtert aufseufzten. Ich half noch die Bälle vom Werfen einzusammeln und legte sie in den Korb, ehe ich meine Sachen packte und nach draußen verschwand. Oben braute sich ein kleiner Schneesturm zusammen, dass sah man an den etwas schwarzen Wolken.

„Gehst du schon nach Hause?“, kam es neben mir leise. „Kurz zuckte ich zusammen, aber nur kurz. Ich hatte Kuroko nicht wahrgenommen. „Ist alles in Ordnung? Du siehst bedrückt aus“, sagte er und sah mir von der Seite ins Gesicht. „Ja, es ist alles gut, ich bin nur ein bisschen müde, werd mich vermutlich gleich hinlegen, wenn ich zu Hause bin“, log ich und dabei tat mir das Herz furchtbar weh. Wenn ich meinen besten Freund anlog, hatte ich solche Schuldgefühle, dass ich ihm am liebsten alles erzählt hätte, aber das konnte ich nicht. Ich durfte es nicht. Und es hatte oberste Priorität, es nicht zu sagen. Es nicht zu erzählen. Nichts.

„Na dann. Ich glaube ich gehe auch nach Hause. Eigentlich wollte ich noch zum Konbini, aber Riko hat heute das Training härter gestaltet, als sonst. Und trotzdem kann ich mich nicht beklagen.“ Kuroko wurde von einem eher leisen Bellen unterbrochen. Ich drehte den Kopf zur Seite und sah Nigou zu meiner Rechten, der mich freudig ansprang und mit dem Schwanz wedelte. Ich bückte mich nach unten und streichelte dem kleinen Husky über den weichen Kopf. Mit etwas traurigen Augen blickte ich ihn an und sofort ließ Nigou von mir ab und lief zu Kuroko. Das hatte er sonst nie getan. Es hatte sich angefühlt, als ob er sich erschrocken hätte, so als hätte er meine Gedanken gelesen. Vielleicht wusste er ja etwas davon, aber ich konnte nicht in den Kopf eines Hundes, geschweige denn in seine Gedanken blicken. Ich verabschiedete mich noch von Kuroko, ehe ich die Richtung änderte und mein Zu Hause ansteuerte.

Fast hätte ich es erreicht, als ich von weitem einen Jungen mit rotem Haarschopf erkannte. Innerlich schnürte sich bei mir alles zusammen. Wieso war er hier? Wieso legte er Wert darauf, extra hier her zu kommen, obwohl er gesagt hatte, ich hätte es nicht verdient. Dennoch konnte ich es nicht ändern, kam immer näher und wurde schließlich von zwei verschieden farbigen Augen angeschaut. „Du hast mich verspottet“, kam es kalt von ihm und seine Augenbrauen zogen sich bedrohlich zusammen. „Du hast nie etwas davon gesagt, dass ich mit ganzer Kraft gegen dich spielen soll“, gab ich zurück und trotzte Akashis wütendem Blick. „Das wirst du bereuen. Spätestens im Finale, solltet ihr gegen Ryouta gewinnen. Denn ich bringe meine Mannschaft ohne Zögern weiter. Und es ist mir egal, ob ich Shintarou gegenüber stehe, oder nicht. In dieser Situation ist jeder mein Feind“, meinte er. „Von mir aus. Nur wenn jeder dein Feind ist, warum unterhältst du dich dann mit diesem?“, fragte ich in einem ruhigen Ton und schob mich an ihm vorbei. „Du bist kaum als Feind wahrzunehmen. Eher bist du ein Spielzeug. Ein Spielzeug, bei dem sich die Batterien immer weiter leeren, bis nichts mehr davon übrig ist und es funktionslos zur Seite kippt.“

Ein Schauer lief mir über den Rücken. Noch einmal drehte ich mich um und sah Akashi in die Augen. Mein Blick war wütender als zuvor. „Wenn du es gewohnt bist, Menschen zu verspotten, dann fange bei dir an. Du bist nämlich jemand, der am meisten gelitten hat und es jetzt auf andere übertragen will. In meinen Augen ist das feige. Wenn du mich jetzt entschuldigst.“ Ich wandte mich von ihm ab und ging die letzten hundert Meter gelassen zu meiner Wohnung. Als ich dann die Tür geschlossen hatte, ließ ich mich kraftlos gegen diese sinken und rutschte auf den Boden. Das Zittern in meinem Körper, was ich bisher unterdrückt hatte, wurde stärker und drang nun nach außen. Meine Sicht verschwamm und aus meinen Augenwinkeln quollen unzählige Tränen, die mich dazu veranlassten, laut loszuweinen. Mein Kopf tat weh, wenn ich daran dachte, was Akashi zu mir gesagt hatte und wie recht er damit hatte. Er schien es herausgefunden zu haben, aber noch hatte ich eine Chance, dass er es nur als Redewendung benutzt hatte. Das Spielzeug, die Batterien, die sich immer weiter leerten, bis es zur Seite kippt. Ohne Funktion ist...

Er hatte recht. Er hatte so recht. Denn wenn ich es nicht innerhalb der Frist schaffte, meine Schleifen wieder an der richtigen Stelle anzubringen … dann würde ich sterben...
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