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Ribbon Game

GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P16
Akashi Seijūro Kagami Taiga Kuroko Tetsuya OC (Own Character)
28.02.2015
27.12.2015
44
54.281
22
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27.09.2015 1.297
 
Während sich die Mitglieder von Seirin freuten, schaute ich noch immer nach oben, wo Akashi stand und mich mit seinem zweifarbigen Blick durchbohren zu schien. Er hatte es gesehen. Er hatte meine Stärke gesehen, die ich ohne die Schleife hatte. Akashi konnte sich bestimmt denken, was passierte, wenn ich die zweite auch noch abnahm. In seinen Augen sah ich etwas Nachdenkliches. Etwas, was er zu bereuen schien. Er hatte mich nicht umsonst unterschätzt, doch nun hatte ich einen Trumpf für den Sieg aufgegeben.

Akashi hatte nun Gelegenheit, sich auszumalen, was passierte, wenn Seirin gegen Rakuzan spielen würde. Vielleicht hatte er jetzt etwas Sorge, dass wir ihn besiegen konnten und wollte sich somit auf unser Spiel vorbereiten. Dennoch konnte ich jetzt nicht meine Gedanken an diese eine Sache verschwenden. Ich drehte mich um, kehrte meinem Gegner den Rücken und lief zu meiner Mannschaft, die ausgelassen feierte. Ich konnte mich nicht auf mein Glück verlassen. Ich wollte meine Mannschaft zum Sieg führen. Mit ihr das erreichen, was sie sich gewünscht hatten.

Sie wollten den Winter Cup gewinnen und Kuroko wollte nebenbei den Wunderkindern dazu verhelfen, wieder sie selbst zu werden. Und ich half ihm dabei. Doch als ich meinen Blick auf Murasakibara richtete, sah ich Trauer und Entsetzen. Er wurde von einem Mädchen wie mir besiegt. Hatte ihn das wirklich geändert? Ich war noch lange nicht so ausdrucksstark wie Kuroko, aber ich hoffte innerlich, dass ich bei ihm etwas erreicht hatte. Ich hoffte es so sehr.

Vorsichtig nahm ich mein Haarband aus der Hose, das ich darin verstaut hatte und sah es mir an. Weiß, wie die Unschuld, aber ich war nicht mehr unschuldig. Ich war nicht mehr das Mädchen, was alles auf sich sitzen ließ. Ich würde kämpfen. Für meine Freunde, für meine Mannschaft, für unser Leben. Die alten Zeiten waren vorbei, seitdem ich Kuroko getroffen hatte. Und auch er wartete nun bestimmt bei mir zu Hause auf uns. In diesem Moment war ich wirklich froh, dass Kise bei ihm war und auf den Blauhaarigen aufpasste.

Das Spiel war vorbei, wir hatten gewonnen und standen somit im Halbfinale. Yosen schied aus. Wir kamen dem Finale langsam näher und ich schaute noch einmal zurück, nur um zu sehen, dass Akashi schon verschwunden war. Akashi stand ebenfalls im Halbfinale und da Kaijo das letzte Spiel von gestern gewonnen hatte, stand auch Kise im Halbfinale. Aber eine Mannschaft fehlte und ich wusste bereits aus den Nachrichten, dass wir noch Shutoku mit Midorima im Spiel hatten. Wir hatten also vier Mannschaften mit Wundern darin. Kuroko bei uns, Akashi im Rakuzan, Kise in Kaijo und Mirdorima im Shutoko. Diese Mannschaften gab es und ich hatte Angst, dass wir Akashi schon im Halbfinale begegnen würden.

Und als ob meine Gedenken gelesen wurden, begann der Schiedsrichter damit, die Mannschaften bekannt zu geben, die sich im Halbfinale gegenüberstehen würden. „Aus Block A Seirin-Highschool!“ Ich blickte mich um und wartete gespannt auf den Gegner von Block B. „Gegen Kaijo-Highschool aus Block B! Das Spiel findet in zwei Wochen statt!“ Meine Augen weiteten sich bis zum Anschlag. Wir spielten in zwei Wochen gegen Kise? Dann bedeutete das, dass Midorima gegen Akashi spielen würde. Dieses Spiel würde direkt nach unserem stattfinden.

Mein Blick suchte den von Kagami, der jedoch bei der Verkündung gelächelt hatte. „Ich freue mich drauf“, meinte er mit dem Grinsen eines Teufels. Ein leichter Schauer fuhr mir über den Rücken. Er freute sich? „Wieso?“, fragte ich ihn. „Weil wir noch einmal gegeneinander spielen wollten. Das haben wir uns versprochen. Wir würden soweit kommen, dass wir noch einmal gegeneinander spielen.“ Jetzt konnte ich seine Denkweise nachvollziehen. Es war ein Versprechen, was die beiden am Leben gehalten hat. „bei so vielen Versprechen kommt man kaum hinterher. Aber wir werden sie alle einhalten“, sagte Kagami und legte einen Arm um meine Schultern. Ich lächelte leicht, gab ihm in meinem Inneren recht und freute mich endlich mit allen anderen.

Ich hatte jedoch nicht bemerkt, dass Yosen schon die Halle verlassen hatte. Und auch wir machten uns langsam aber sicher zu den Umkleideräumen auf, während ich mich bei Riko in der Garderobe umziehen konnte. „Das war ein tolles Spiel, Satsuki-chan. Ihr habt alle euer bestes gegeben“, meinte sie und drückte mich fest. „Wie wäre es, wenn wir noch essen gehen?“ „Klingt gut, aber dann müssen wir Kuroko und Kise was mitnehmen“, erläuterte ich und Riko war sofort damit einverstanden. „Hast du dein Haarband?“, fragte sie und schaute mich fragend an. „Ich hab es immer dabei. Selbst, wenn ich es nicht trage“, meinte ich und zog es aus meiner Hosentasche.

Dieses Haarband würde ich niemandem geben. Ich würde es nie im Leben verlieren, da es mein Andenken war und blieb. Diese beiden Schleifen und das Foto erreichten mein Herz so sehr, dass ich unwillkürlich an meinen verschollenen Bruder denken musste. „Satsuki-chan! Was ist los?!“, rief Riko und kniete sich vor mich. Schnell wischte ich mir die Tränen aus dem Augenwinkeln und lächelte. „Nichts. Ist alles gut“, gab ich ihr zu verstehen und schloss meine Tasche. „Ich warte draußen, bis die Jungs fertig sind. Die brauchen immer so lange.“

Fast fluchtartig verließ ich die Garderobe und schob mich durch die Flure, die bereits dunkel waren. Mir war es erst einmal recht. Ich brauchte im Moment kein Licht, denn keiner sollte sehen, was ich ihnen bisher immer verschwiegen hatte. Fünf Minuten waren schon lange vergangen. Ich konnte mich schon darauf einstellen, was gleich passierte. Ich musste nur noch einen Platz suchen, wo mich meine Freunde finden konnten. Ich schaute mich um, entdeckte einen Glaskasten mit Pokalen darin und entschied mich dafür. Es war nicht so nah am Eingang, aber auch nicht so weit von den Umkleideräumen entfernt.

Das letzte Mal, als Kagami mir eine Schleife gewaltsam entrissen hatte, hatte ich drei Minuten gebraucht, um sie mir wieder zu binden. Da war es noch kein Problem gewesen. Aber jetzt waren die Minuten beinahe im Sekundentakt verstrichen und ich hatte es auch zugegeben vergessen, sie so schnell wie möglich wieder zu binden. Beim Schlafen war es eine andere Sache. Es ging um den Grad der Anstrengung. Je mehr ich mich anstrengte, desto weniger Zeit blieb mir, meine Schleife wieder zu binden.

Der Glaskasten spiegelte, was mein Glück war. Vorsichtig band ich mir eine Schleife mit dem Haarband und als ich sie festzog, zog sich die Farbe Magenta in meinem linken Auge schmerzhaft zurück. Mein Körper hielt dem Druck kaum stand, meine Beine knickten ein. Mein Herz schmerzte beachtlich und ich fühlte mich, als würde mein Körper zerreißen. Ich hielt die Luft an, um nicht zu schreien, stöhnte gequält auf und mit jeder Sekunde schwand mein Bewusstsein.

Dennoch hatte ich das Gefühl, es noch nicht zu verlieren, kämpfte mich auf, musste jedoch feststellen, dass mein Körper mich nach unten zog und ich drohte mit dem Kopf auf dem Boden aufzuschlagen, als mich plötzlich eine große Hand packte und mich hielt. „Du solltest dein Limit kennen“, kam eine gelangweilte Stimme hinter mir und ich erkannte sie sofort. „Mura-sakibara?“, fragte ich erschöpft. Er hob mich sanft hoch und brachte mich zu einer Bank, wo er mich absetzte. Dann wühlte er in einer seiner Jackentaschen und hielt mir etwas hin. Ich nahm es zögerlich an. Ein Schokoriegel? „Damit dein Kreislauf wieder angeregt wird“, meinte er. „Du hast gut gespielt. Ich bin beeindruckt“, sagte der Lilahaarige und schaltete das Licht ein.

„Ich wünsche euch viel Glück im Halbfinale. Und bestell Kuro-chin schöne Grüße von mir. Ich wusste nicht, dass er krank ist.“ „Mach ich!“, lächelte ich und biss ein Stück vom Schokoriegel ab. Der Riese mit dem emotionslosen Gesicht wandte sich ab und verließ den Flur. Und als er durch die Tür verschwunden war spürte ich, wie mir salzige Tränen über das Gesicht liefen. Und dennoch lächelte ich. Ich hatte also doch etwas erreicht!
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