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Ribbon Game

GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P16
Akashi Seijūro Kagami Taiga Kuroko Tetsuya OC (Own Character)
28.02.2015
27.12.2015
44
54.281
22
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07.03.2015 1.113
 
Mit der Zeit, die ich damit verbrachte, den Ball in den Korb zu werfen, hatte ich Hunger bekommen. Ich nahm meine Tasche, nachdem ich den Basketball darin verstaut hatte und setzte mich in Bewegung.

Dieser rothaarige Junge ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Er war überheblich, dennoch machte er einem Angst, wenn man ihm in die Augen schaute oder auch nur seine Stimme hörte. Er beschäftigte mich den ganzen Weg über.

„Dann verachte mich. Denn ich strebe den Sieg an.“ Das hatte er gesagt. Eigentlich hätte ich es ihm verübeln können, aber ich hatte noch nie in einer Mannschaft gespielt und wusste nicht, wie wichtig es dort war, zu gewinnen.

Deshalb würde ich auch nie einer beitreten. Lieber spielte ich weiter Street. Allein.

Ich hatte die letzte Kreuzung überquert und stand nun vor einem Restaurant mit einem großen goldenen M obendrauf. Doch bevor ich es betrat, stieß ich an etwas an. Verwirrt sah ich mich um, doch da war nichts. Absolut gar nichts.

„Entschuldigung“, kam es plötzlich von der Seite. Nochmals drehte ich mich um und sah an der Stelle, die vorher noch hundertprozentig leer gewesen war, nun einen blauhaarigen Jungen. Wie konnte das sein? Er war doch vorher noch nicht dagewesen.

„Schon gut“, stotterte ich noch immer verwirrt. Der Junge hielt mir die Tür auf. „Du warst zuerst hier. Bitte.“ Ich verbeugte mich kurz, ehe ich hindurch huschte und ein leises ,,Danke“, murmelte. Am Schalter bestellte ich mir zwei Burger und ein Getränk. Das würde bei mir reichen.

Ich setzte mich ans Fenster und beobachtete, was draußen vor sich ging. „darf ich mich dazusetzen?“, fragte jemand. Ich fuhr herum. Der blauhaarige Junge stand mit einem Vanillishake vor mir und wartete gelassen auf eine Antwort.

Ich nickte langsam. Noch nie hatte ich mit einem Fremden zusammengesessen. Es war mir ein bisschen unangenehm. „Du hast Schleifen im Haar“, merkte er kurz an. „Wenn sie dich stören, dann ist es mir egal. Ich werde sie nicht rausnehmen“, sagte ich und biss in meinen Burger.

„Das wollte ich nicht sagen. Es ist zwar ungewöhnlich, aber du wirst deine Gründe dafür haben. Mich stört es jedenfalls nicht.“ Dieser Junge schien freundlich zu sein, aber ich wusste nicht, wie lange noch.

Ich wusste auch nicht, wie hinterhältig er sein konnte. Doch wenn ich ihm so in seine blauen Augen sah, konnte ich nicht recht glauben, dass er ein schlechter Mensch sein würde. Genauso wie dieser Rothaarige von Rakuzan. Auch wenn Letzterer verdammt furchteinflößend aussah.

„Du spielst?“ Damit riss mich der Blauhaarige aus meinen Gedanken. Ich sah auf meine Tasche, die neben mir auf dem Sitz lag. Der Reißverschluss hatte sich etwas geöffnet, sodass nun die orangene Farbe des Basketballs hindurch schien.

Ich schloss die Tasche wieder, beantwortete dabei jedoch seine Frage. „Ja. Aber ich spiele nur Street.“ „Ich spiele auch. Aber in einer Mannschaft“, erwiderte er, bevor er mir seine Hand hinhielt. „Ich bin Kuroko Tetsuya.“ Zögernd nahm ich sie entgegen. „Satsuki“, murmelte ich, wollte nichts weiter sagen.

„Wenn du möchtest können wir nachher mal spielen.“ „Hört sich gut an“, sagte ich und trank einen Schluck. In meinem Inneren wuchs das Interesse, gegen ihn zu spielen. Er war besonders. Seine mangelnde Präsenz konnte im Spiel zu einem Vorteil für die Mannschaft werden. Selbst ich merkte, dass er ebenso etwas zu verbergen hatte, wie ich.

Bei Kuroko konnte ich es vielleicht herausfinden, wenn er es einsetzte. Nur ich würde mein Geheimnis nicht preisgeben. Das Geheimnis, das in meinen Schleifen steckte.

Wir standen seit kurzem auf dem Platz. Auf dem Platz, auf dem ich immer spielte. Kuroko hatte seine Jacke ausgezogen und stand mir nun direkt gegenüber. Ich prellte den Ball. Immer und immer wieder.

Ich wollte, dass er angriff. Wollte wissen, wie er spielte. Wollte seine Liebe und seine Leidenschaft zum Basketball spüren. Denn ich hatte nicht das Gefühl, dass der Junge, der mir gegenüberstand, so war wie der Eisklotz zuvor.

„Okay, dann fange ich an“, warnte Kuroko mich vor. Ich achtete auf jeden seiner Schritte. Mühelos wich ich ihm aus und stellte fest, dass er sich massiv zurückhielt.  Er verschonte mich. Seine Kraft musste weitaus größer sein.

Es brach ein Gefühl in mir aus. Eine Mischung aus Enttäuschung und Wut. Ich hielt den Ball fest, brachte Kuroko dazu, aufzusehen. „Du spielst nicht ernsthaft gegen mich. Du hältst dich zurück“, meinte ich und funkelte den Blauhaarigen wütend an.

„Sehr gut. Du hast es bemerkt. Das zeigt mir, dass du nicht so bist, wie andere. Was möchtest du wirklich?“, fragte Kuroko. „Ich möchte spielen. Es ist mir egal, ob ich verliere, denn dann kann ich aus meinen Fehlern lernen und weiter trainieren. Mir geht es bei diesem Sport um den Spaß, nicht ums Gewinnen.“

Kurokos Augen blitzten kurz auf. „Dann werde ich jetzt ernst machen“, meinte er und verschwand plötzlich aus meinem Sichtfeld. Ich hatte doch gewusst, dass er besonders war. Seine Präsenz schien verschwunden, genauso wie er selbst.

Meine Augen blickten von links nach rechts. Nichts. Plötzlich ein Rascheln. Ich fuhr herum. Der Blauhaarige stand vor meinem Korb, zielte und verfehlte. Wie konnte das sein? Das gerade war eine Meisterleistung gewesen, wie konnte er da verfehlen?!

„Du bist dran“, sagte er monoton und warf mir den Ball zu. Wir stellten uns wieder so auf, wie zu Anfang eines jeden Spiels. Ich prellte den Ball, bevor ich langsam auf ihn zuging. Es musste eine Gabe sein. Oder eine Fähigkeit. Gelernt hatte er das sicher nirgendwo.

Zumindest hatte ich so etwas noch nie in normalen Spielen gesehen. Aber eins wurmte mich trotzdem. Wie konnte er so gut stealen und dann trotzdem verfehlen? Ich lenkte den Ball an Kuroko vorbei und zielte vom three-point Feld aus. Doch bevor ich den Ball werfen konnte, wurde er mir von dem Jungen aus der Hand geschlagen.

Er war gut. Ich sah ihn an. Dieses Duell war noch lange nicht zu Ende.

Das ganze Spiel über hatte ich nicht ein Mal geflucht. Im Gegenteil. Ich hatte den größten Spaß meines Lebens. Es hatte wirklich Laune gemacht, mal gegen jemanden zu spielen. „du bist gut“, hörte ich von Kuroko. „Du auch“, gab ich zurück.

„Du spielst mit Liebe und Leidenschaft“, sagte ich und schaute den Blauhaarigen warmherzig an. „Genau wie du. Das freut mich.“ Kuroko lächelte. „das Spielen in einer Mannschaft  macht noch mehr Spaß. Besonders, wenn da jemand ist, mit dem man sehr gut zusammenspielen kann.“ „Das klingt so, als ob du jemanden hast.“

„Ja, den habe ich. Er und ich ergänzen uns wirklich gut. Er ist mein licht und ich bin sein Schatten“, meinte der Junge. „Das würde ich gern mal sehen“, dachte ich laut. Kuroko stand auf und sah mich von oben an. „Willst du uns dann morgen zuschauen?“
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