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Finstere Zeiten

GeschichteSci-Fi / P12 / Gen
Lyranisches Commonwealth Vereinigte Sonnen Vereinigtes Commonwealth
28.02.2015
12.05.2015
19
53.199
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28.02.2015 3.050
 
...bewegungslos stand das 12-jährige Mädchen vor dem großen Bildschirm, eine schmale Silhouette vor der Szene, die sich darauf abspielte...

Der Arm der Spider kreischte protestierend und der Pilot riss den sichtlich angeschlagenen Mech in die Höhe und hinter seinen Gegner, einen silbernen JägerMech. Dieser bewegte sich synchron zu den verzweifelten Sprüngen des kleineren Mechs.

Gebannt starrte sie auf den Bildschirm, sah, wie der Pilot des Jägers seine Waffen endgültig auf ihren Vater richtete und die Projektile die Panzerung durchschlugen, schwere Panzerplatten flogen wie Papierfetzen durch die Luft. Staub wirbelte auf, als er sich wieder legte, lag das Cockpit zerschmettert am Boden. Die Tränen hatten sich unbemerkt in ihre Augen geschlichen und rollten jetzt langsam über ihr Gesicht.Mit bebenden Schultern wandte sie der jubelnden Menge den Rücken zu.

...verdammt... Ich habe es ihm gesagt, irgendwann wird ihn sein Glück verlassen...Tuziko war einer der guten, sehr guten Mechkrieger, der seine Spider beherrschte, wie kein Zweiter in der Inneren Sphäre, er war kein Freund, diesen Begriff vermieden die Teilnehmer an den Arenakämpfen tunlichst, aber ein guter Mensch.

30 Tonnen Unterschied waren 30 Tonnen Panzerung und Waffen weniger. Das Risiko durch einen Zufallstreffer getroffen zu werden bleibt, ich hatte ihn gebeten, diesmal auf seine Kopfpanzerung NICHT zu verzichten. Er hatte gelacht und gemeint, Geschwindigkeit wäre alles, war es nicht. Die beiden AK5er des Jägers trafen zufällig das Cockpit und zerfetzten es in Sekunden. Das konnte man nicht überleben. Still verbeugte sich Zam in Richtung der zerstörten Spider. * Lebe wohl alter Freund...*

“Gehim, Mictoc, fragt nach, was der Sieger für den Schrott verlangt. Ihr könnt bis 500.000 C-Bills gehen, alles darunter und ihr habt ein freies Wochenende.”
“Du bist auf das ECM scharf?”, fragte Gehim. “Ja, vielleicht hat der Sieger ja noch nicht gemerkt, welcher Schatz sich in dem Schrott versteckt.” Grinsend klopfte er dem Jungen auf die Schulter.

Es war ekelhaft, die Leute hatten keine Ahnung, dass der Tod dieses Mechkriegers für sie das Ende der Welt bedeutete. Die Tränen hinterließen helle Spuren in dem Ruß auf ihren Wangen. Mit einer schnellen Bewegungen fuhr sie sich mit dem Ärmel über das Gesicht und fasste den Sack mit ihren wenigen Habseligkeiten fester. Die Stimmen hinter ihr wurden leiser bis sie nur noch vereinzelte Wortfetzen hörte. ..Sieger..Schrott..500.000...

Sie presste die Lippen fest auf einander und verschwand in den dunklen Gassen von Solaris.

*-4 Stunden später-*

“Zam?” “Ja Gehim. Warum hat es so lange gedauert? Und was ist jetzt?”
“Locker, alter Mann...” “Ich komme dir gleich mal mit einer AK20, du rotznasiger Bengel!” “256.000 C-Bills in bar.”
“Gut, sehr gut, Gehim! Dann hat er nichts verstanden...”
“Zam?” “Moment, Mictoc, jetzt gerade nicht!”
“Wo habt ihr den Schrott gelassen?”
“Zam?” “Mictoc, jetzt nicht, verdammt!”, brüllte er ins Mikro.
“Also, wo ist der Schrott? Verdammt und was ist mit dem ECM-Modul?”
Stampfende Geräusche, langsam näher kommend, sich umdrehend erstarrte Zam. Ein ungewöhnliches Bild bot sich ihm: Mictoc steuerte seinen Highländer vorsichtig ins Lager, auf den Armen liegend eine ramponierte Spider. Verdammt, der Mictoc hat so seine Ideen, grinste Zam und ging lieber ein Stückchen zurück, da die Beingelenke des Highländers bedrohlich knirschten. Ein verdammt schlaues Kerlchen, das sparte doch glatt 20.000 C-Bills für den Transport.

Vorsichtig legte der Highländer die Spider auf den Boden. Mictoc stellte seinen Highländer einige Meter davon entfernt ab. Fuhr ihn herunter und kletterte am Mech herab um sich zur Gruppe zu gesellen, welche sich um die Spider versammelt hatte.

“Mictoc, check das ECM!” Irgendwann hatte sich herausgestellt, dass der Kleine nicht nur seinen Mech, sondern auch seinen Laptop ausgezeichnet benutzen konnte.
“Habe ich schon, Zam”, antwortete Mictoc und grinste von einem Ohr zum anderen.
“Was? Wie?”, gleich mehrere Fragen standen Zam ins Gesicht geschrieben.
“Zam, das ECM funktioniert.” “Ja! Endlich! Verdammt, das hat gedauert!” Zams Freude übertrug sich auf die gesamte Gruppe. “Dann haben sich die C-Bills gelohnt, bei allen Planeten der Inneren Sphäre! Bau das Modul aus, Mictoc, und passe es für meinen Atlas an!”
“Hm.. Ja, nun.. Zam, das passt schon, aber..” “Verdammt, Mictoc! Mach einfach mal was ich dir sage!! Kannst du dir vorstellen, was es bedeutet, in der Arena ein funktionierendes ECM zu haben?”
“Zam, lass Mictoc mal ausreden”, mischte sich Gehim ein. “Mann, verdammt. Okay, Mictoc, quatsch dich aus!”

“Die AK5 Treffer haben das Cockpit an der ungepanzerten Stelle glatt durchschlagen und den Sitz, mit dem was drin war, zerfetzt. Mehr aber auch nicht!”
“Wie?”, nun standen schon wieder viele Fragen in Zams Gesicht.
“Zam, es sieht zwar schlimm aus, aber gib mir ´ne Woche und die Kiste ist wie neu!”

*-3 Stunden später-*

Zam hatte alles noch einmal gescheckt, es stimmte.
Verdammt, musste sein ECM noch warten und wo kriege ich auf diesem scheiß Planeten einen Spider Piloten her? Der Beste war schließlich erst heute gestorben.

Der Mann! Sie kannte ihn! Plötzlich brachen die Erinnerungen über sie herein: Es war mitten in der Nacht, warum sie wach war? Sie wusste es nicht mehr, vielleicht lag es an der grässlichen Kälte, die über Nacht in die kleine Hütte zog, aber entscheidend war, dass sie zwei Stimmen hörte, die ihres Vaters und die eines anderen Mannes: “Tuziko, du kannst das nicht machen! Der Kerl ist doppelt so groß und schwer wie du! Und sein Mech auch! Wenn du das schon unbedingt machen musst, dann panzer dein Cockpit vorher!” Die Stimme Tuzikos war ruhig, das war sie immer: “Zamorra, du verstehst das nicht, wenn ich zu langsam bin, werde ich sterben! Außerdem... Wir... Ich habe nicht mehr genug Geld, wenn ich diesen Kampf gewinne, kann ich mich vielleicht bald zur Ruhe lassen!” Leise schlich sie sich näher heran bis sie die Konturen des fremden Mannes sehen konnte. “Wir?”, eine leichte Frage schwang in seinem Ton mit. “Mit wem lebst du in dieser Bruchbude zusammen?” Sie sah ihren Vater erstarren, spürte wie er sein Gegenüber abschätzte. “Mit meiner Tochter Jackline, sie ist fast 13 Jahre alt. Das ist einfach kein Umfeld für ein junges Mädchen! Sie sollte zur Schule gehen, mit ihren Freundinnen spielen und mit Ryuka in der Küche stehen und kochen! Stattdessen lebt sie unter dem größten Abschaum, den die Galaxie zu bieten hat und kann Dinge, die kein Kind in dem Alter können sollte! Schon gar kein kleines Mädchen.” Mehr als das Gehörte erschütterte sie die Stimme ihres Vaters, tiefe Verzweiflung schwang darin mit: “Zamorra, wenn mir in der Arena etwas zustoßen sollte, kümmere dich bitte um sie. Alleine wird sie das hier nie überleben.” Stille, dann: “Ich werde mich um deine Tochter kümmern, das verspreche ich dir, alter Freund!” Wie eingefroren stand sie da, noch lange nachdem das Gespräch zu Ende war und versuchte, das Gehörte zu verarbeiten.

Es hatte etwas gedauert, daran war der Terra Scotch schuld, gab es auch nicht alle Tage. Gewohnheitsmäßig brüllte er nach den Mechkindern, heraus kam eher das Geräusch eines nicht geölten Servogelenks. Vier dreckige Köpfe zuckten aus dem Gewirr von Mech Bauteilen simultan hoch. Na wenigstens das funktioniert, dachte sich Zam.

“Mictoc, ich will einen Kampf gegen den Jäger von gestern, ich nehme meinen Misery. Biete ihm 1:3, gehe bis 1.500.000 Mill. C-Bills. Danach guck weiter nach der Spider.”

“Zam, das sind fast unsere gesamten Barreserven!”
“Mach es verdammt!”
“Patty, Gehim, Cedy, sucht mir mal diese Göre, irgendwas mit Jack. Schleppt sie an, aber brecht ihr nicht gleich die Knochen.”
“Und verdammt, Mictoc, was gibt es da zu grinsen?”

Sie wusste nicht wie spät es war, in der zeitlosen Beleuchtung Solaris' wirkte alles gleich. Da hörte sie plötzlich ein lautes Rumpeln und einen Jungen zischen: “Verdammt, Cedy! Sei leise, sonst bemerkt sie uns!” “Woher wissen wir eigentlich, dass ausgerechnet die das ist?” “Hast du keine Augen im Kopf? Hinten auf ihrer Tasche stand was mit *-Jack-*!” Um genau zu sein stand da ihr Name, ihre Mutter hatte ihn vor langer Zeit angenäht und der Schriftzug riss langsam ab, aber das war jetzt auch egal. Leise schlich sie näher an die drei Jugendlichen heran und fixierte den, der den anderen angefahren hatte. Da meldete sich der dritte Junge zu Wort: “Wo ist sie denn jetzt? Wegen euch haben wir sie jetzt verloren!” Erleichtert atmete sie auf und wollte sich langsam wegschleichen, es ist nie gut, wenn man auf Solaris gesucht wurde, da drehte sich der Tollpatschige, Cedy, um. Seine Augen wurden groß und Jeckel schüttelte frustriert den Kopf. Ihr Arm fuhr blitzschnell nach vorne in seine Magengrube, der nach gesetzte linke Haken traf sein rechtes Auge und streifte das Nasenbein, so dass ihm die Tränen in die Augen schossen.
Hektisch blickte sie sich nach den anderen um, da flog ihr Kopf auch schon zur Seite und sie spürte wie die Lippe auf platzte. Orientierungslos taumelte sie nach hinten und gegen die Wand der schmalen Gasse, sie hörte Schritte vor sich und schlug danach. Ihre Faust wurde abgelenkt und der Junge drehte sie ihr auf den Rücken. “Jetzt halt doch mal still! Wir wollen nur mit dir reden!” “Ach! Reden nennt ihr das?”, ihre Stimme war tödlich ruhig, sie spürte wie der Griff um ihren Arm sich kaum merklich lockerte und riss ihn von unten kräftig gegen seinen Kiefer. Hoffentlich hatte der Kerl sich die Zunge abgebissen.
Schneller als sie gucken konnte hatte der andere Junge ihr die Beine weggetreten und ihre Arme wieder hinter ihrem Rücken fixiert. “Geht's Patty?”, er schaute den blonden Jungen fragend an. “Geht schon, und jetzt lasst uns zusehen, dass wir zu Zam kommen!” Man konnte dem Blonden seine schlechte Laune deutlich ansehen, als er sie wieder auf die Füße zog. “Jetzt sei vernünftig und komm mit! Und hör verdammt noch mal auf damit!” Er zuckte zurück als Jeckels Zähne wenige Zentimeter von seiner Hand entfernt zuschnappten.
Mit gemeinsamer Anstrengung verfrachteten die Jugendlichen das sich windende Mädchen auf einen kleinen Schwebekarren für Ersatzteile, dann machten sie sich auf den Rückweg.

“Ich sagte doch lebendig”, Zam musterte die verbeulte Jack, viel konnte man nicht erkennen, einen dreckigen Techanzug und gebundene, dunkle Haare. “Das da”, er zeigte auf eine mittlerweile von Mictoc fast zerlegte Spider. “Ist der Mech von deinem Vater. Wenn wir den wieder hinkriegen, kannst du den fahren? Dann hast du hier einen Platz und morgen schaust du in der Arena zu, der Jäger hat einem Kampf zugestimmt.”

“Lebendig! Das ich nicht lache!”, wütend starrte sie den großen Mechkrieger an, dann realisierte sie, was er soeben gesagt hatte. “Wo hast du den Mech her?”, zischte sie mit zusammen gebissenen Zähnen.
“Gekauft, kleine Lady”, kam es zerknirscht zwischen den Zähnen heraus. “Für einen alten Freund.”
“Jack, komm mal her!”, tönte die Stimme von Mictoc aus einem Gewirr von Kabeln “Kennst du die Codes? Dann brauch ich die nicht zu überschreiben und es bleibt so, wie dein Vater es eingegeben hat. Hier guck mal, der Reaktor geht rund”, grinste er.

Kritisch musterte sie die Gestalt, die aus dem Kabelgewusel der Spider krabbelte: “Erstens: Ich heiße Jeckel. Zweitens: Natürlich kenne ich die Codes. Und drittens: Was heißt hier für einen alten Freund?” Beim letzten Satz funkelte sie Zamorra herausfordernd an.

“Ich kannte deinen Vater, das muss reichen. Mictoc, baue das ECM aus, ich brauche es vielleicht für den Kampf morgen.
Patty, Gehim, organisiert was Ordentliches zu essen.
Cedy, setze einen Kontrakt auf. Wenn du die Codes eingibst, kleine Lady, gehört er dir, schriftlich vereinbart.”
Fassungslos starrte Jeckel die grinsende Gestalt an. “Das ist nicht dein Ernst, dieser Mech kostet fast so viel wie eine Stadt, wenn er läuft!”

Den Kontrakt unterschreiben und ihn herüber schieben war eine Bewegung “Kleine Lady, dein Vater war mir jeden C-Bill wert und leihe mir dein ECM, bitte.”

Sie musterte immer noch verstört das Blatt Papier zwischen ihnen, dann schnappte sie ihm den Stift weg und unterschrieb schwungvoll den Kontrakt. “Ich... Ich weiß nicht was ich sagen soll... Danke...”

*-am nächsten Tag-*

Man könnte meinen, es wäre schwerer Regen, der auf ein Dach prasselte. Dumm gelaufen, die Einschläge der Doppel AK5er prasselten in unglaublicher Geschwindigkeit auf den Misery ein. Mit einem Getöse an Lärm explodierte der rechte Arm und flog in den Sand der Arena, fluchend drehte Zam den Stalker und schütze so seine Primärwaffe, eine AK20, vor der Zerstörung. Mit maximaler Geschwindigkeit, von mehr als 60 km/h, brachte er mehrere große Felsen des künstlichen Terrains der Arena zwischen sich und die beiden AK5er des beinahe ramponierten Jäger. Immer noch fluchend über das unglaubliche Glück des Jäger Piloten schaltete er, einer spontanen Idee folgend, den Mech aus.

Der Kampf zog sich jetzt schon 25 Minuten hin und hatte beiden Mech Piloten alles abverlangt. Die Arena war übersät mit Trümmerteilen der beiden Mechs. Zam checkte den Status und Ladung der Waffen: 8 Schuss AK20 Munition und eine PPC blieben ihm gegen die verfluchten AK5er des Jägers und er war sich absolut sicher, dass alles andere an dem Jäger nur noch von der Inneren Struktur gehalten wurde. Die Außenlautsprecher übertrugen stampfende, sich entfernende Geräusche. Zam startete den Mech, wissend, dass in diesem Moment im Cockpit des Jägers ein rotes Blinklicht seinen Aufenthaltsort lokalisieren würde.

Angespannt den Bildschirm musternd stand Jeckel neben den vier Jugendlichen, die alle wild eifernd Zamorra anfeuerten. Genervt blendete sie sie aus, nur um die halbstarken Männer in der Reihe hinter ihnen zu hören: “Und gleich pustet der Silberne diesem alten Klappergestell den Kopf ab! Yeah! *Boooooooom!!*” Irrsinnig lachend kamen sie näher. “He, du da! Geh da mal weg wir wollen sehen wie der coole Mech dem anderen mit seinen Pistolen die Rübe wegbläst!” Wie sie solche Leute hasste. “Das sind AK5er, keine”, sie zog die Nase kraus, “Pistolen.” “Was redest du da? Bist du dumm! Du hast doch keine Ahnung, du Baby! Die silberne Pistole fetzt den Ollen weg!” Noch immer wandte sie ihnen den Rücken zu. “Ich glaube nicht, dass der Jäger gegen den Misery gewinnt, AK5er gegen AK20. Naja, aber auf jeden Fall sollte der Jäger aufpassen. Er kämpft gegen einen der besten Piloten Solaris'.”

Die Myomermuskeln des rechten Beingelenks waren im Prinzip nicht mehr funktionsfähig, daher bewegte sich der Stalker eher im Wackelgang einer Terra Ente, als wie ein Battelmech des 30. Jahrhunderts, aber so konnte ich ihn locken.
Das Außenmikro übertrug die hastenden, stampfenden Schritte eines schweren Mechs ins Cockpit, er stellte sich, rückwärts gehend, in eine der künstlichen Schluchten der Arena und wartete ab, den Stalker so im Torso gedreht, dass die AK20 geschützt war.

Schon bevor der Jäger ihn sehen konnte eröffnete er das Feuer, die Geschosse prasselten in den Fels über ihm und beeinträchtigten seine Sicht. Doch damit hatte er gerechnet, wichtiger, viel wichtiger war, dass ihm die Einschläge verrieten, von wo der Jäger kommen musste. Das ist dein erster und letzter Fehler, Jäger.
Der Rest des Kampfes dauerte nur in der Zeitlupe lange. Den feuernden Jäger sehen und die AK20 ausrichten war eine Bewegung. Kiloweise verlor in der Zeit, der Stalker Panzerplatten unter dem Dauerbeschuss des Jägers. Das satte *Bummm* der AK20 ging im feuer der AK5er unter, selbst als das Geschoss die Panzertroplonscheibe des Cockpits durchschlug und im Torsorücken des Jägers wieder austrat, das biologische Gewebe, das im Mech Piloten Sitz kauerte, verlangsamte das Geschoss nicht messbar, schossen sie noch einen Wimpernschlag weiter.
Die plötzlich einkehrende Stille war ohrenbetäubend, der auf brausende Applaus für das mörderische Spektakel nahm langsam Fahrt auf und lockerte die beinahe schon schmerzliche Anspannung von Zam.
Er verbeugte den Stalker vor dem umgefallen Jäger und ging langsam zum Ausgang der Arena. Die ersten Räum Mechs säuberten derweil die Arena, das Leben ging auch im Angesicht des Todes einfach voran.

Nüchtern stellte sie fest, dass jedes Wort an diese hirnamputierten Davionidioten nichts weiter bewirken würde, als deren vollständige Verblödung und konzentrierte sich wieder auf den Bildschirm.
Ein Grinsen schlich sich auf ihr Gesicht, als sie sah, was Zamorra vorhatte, die Position würde sich als tödliche Falle erweisen. Entweder für ihn selbst, oder viel wahrscheinlicher: Für den silbernen Jäger. Mit dem beschädigten Bein blieb dem Megafon, wie sie den älteren Mechkrieger inzwischen getauft hatte, allerdings kaum etwas anderes übrig. Sein größter Vorteil war seine AK20, die der Jäger während des gesamten Kampfes schon arrogant ignoriert hatte, er hätte es besser wissen müssen, es war eine schreckliche Waffe.
Da spürte der Silberne schließlich den angeschlagenen Misery auf, die Geschosse der AK5er erfüllten die Luft mit ihrem unheilvollen Stakkato. “Yeah!! Endlich!”, die Männer kreischten begeistert und Jeckel verspannte sich, wenn die nicht bald die Klappe hielten, würde etwas sehr unschönes geschehen, sie war sich zu fast 90% sicher, dass die vier Jungs, die das Gespräch vorher mitbekommen hatten, sich ihr anschließen würden. Es war ihr aller Glück, dass Zamorra in dem Moment seine AK20 betätigte, das dunkle, typische Geräusch ging fast vollständig in den AK5ern unter, aber die Wirkung war rapide.
Schwer schlug der leblose Körper des Jägers auf den Boden und Zamorra verbeugte sich ruhig vor dem gefallen Gegner. Innerlich überwand sie sich und deutete ebenfalls eine Verbeugung dem gefallenen Piloten gegenüber an.
“Och neee!! Warum lebt den *DER* noch?”, die eben noch so enthusiastischen Männer maulten jetzt herum. Leise in sich hinein lachend folgte sie den anderen vier zurück zu Zamorras Hangar, in der Arena verrichteten die Räummechs ihre Aufgabe.

Verschwitzt kletterte Zam aus dem mitgenommen Stalker. “Mictoc und Rest, ihr könnt schon mal anfangen.” “Es war verdammt eng, Zam”, ruhig stand Gehim vor Zam und half ihm aus der Montur. “Yeah, er war gut, fast gut genug."
Mir reicht es auch langsam, holt den Gewinn und alle Bauteile des Jägers, wir verkaufen nichts.
Was macht der Mech von Jacky? Wir haben morgen ein Date in Terratown, Büro der 1st Royal Guards.”
“Bis morgen wird das nichts”, murmelte Mictoc vor sich hin. “Es fehlen noch ein paar Kleinigkeiten, die nehme ich vom Jäger.”
“Ich heiße immer noch Jeckel, Herr Megafon”, grummelte sie vor sich hin und fragte sich, wie sie sich bloß in diesem komischen Laden je zurecht finden sollte, im Moment kam sie sich nur überflüssig vor. Unbehaglich zog sie die Schultern hoch und trat von einem Bein auf das andere. So wie sie den Tonfall des Älteren allerdings deutete, würde es morgen bestimmt lustig werden und ihr Mech lief noch nicht wieder, wenn sie schon nichts zu tun hatte, konnte sie doch wenigstens irgendeinen Offizier ärgern. Wütend trat sie gegen eine am Boden liegende Blechbüchse, die scheppernd gegen den riesigen Werkzeugkasten von Mictoc stieß.
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