Kennst du das Elfenlied?

GeschichteDrama, Übernatürlich / P16
28.02.2015
04.04.2015
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Bei Nacht im Dorf der Wächter rief:

                         

   Elfe!

Ein ganz kleines Elfchen im Walde schlief -

                         

   wohl um die Elfe! -

und meint, es rief ihm aus dem Tal

bei seinem Namen die Nachtigall,

oder Silpelit hätt' ihm gerufen.


Müde rieb sich das kleine Diclonius die Augen. Es hatte laute Geräusche wahrgenommen. Es sah einen Lichstrahl von weitem zwischen denn Bäumen aufblitzen. Und dann noch eins. Und noch eins.
"Zur der Stund? Es war doch..."
Verschlafen blickte sie auf das Handy das sie eines ihrer Opfer geklaut hatte.
"...doch erst Elfe."
Dann erklangen Stimmen. Sie schienen weit entfernt, dennoch verstand es alles.
"Habt ihr es gefunden?"
"Nein, fehlanzeige, Sir."
"Ach, verdammt. So weit kann es doch nicht gekommen sein. Es ist hier irgendwo in der Nähe, ganz bestimmt!"
"Sind sie sich da sicher, Sir? Wir haben nähmlich schon fast denn ganzen Wald abgesucht, aber keine Spur von dem kleinen Dicloniusmädchen."
"Glauben sie mir, ich bin mir sogar so sicher, dass ich meine rechte Hand darauf verwetten würde!"
Das kleine Dicloniuskind horchte auf.
"Das ist...der Suchtrupp. Sie suchen nach mir. Anscheinend haben sie schon die Leichen im Haus bemerkt...", gab es gähnend von sich.
Müde stand es langsam auf.

Reibt sich der Elf' die Augen aus,

begibt sich vor sein Schneckenhaus

und ist als wie ein trunken Mann,

sein Schläflein war nicht voll getan,

und humpelt also tippe tapp

durchs Haselholz ins Tal hinab,

schlupft an der Mauer hin so dicht,

da sitzt der Glühwurm, Licht an Licht.


Es stapfte durch denn Wald, bemüht, trotz seiner müdigkeit und der dunkelheit ein schnelles Tempo an dem Tag zu nehmen und vor dem Suchtrupp zu fliehen. Oder besser gesagt, an der Nacht. Eventuel eine neue Zuflucht für die Nacht zu finden. Auf dem kalten, feuchten Boden des Waldes zu schlafen war alles andere als bequem.
Doch erst ein mal musste es denn Suchtrupp los werden. Sollte es vielleicht...? Nein, viel zu riskant. Es konnte jetzt nicht riskieren festgenommen oder getötet zu werden. Bei seinem Zustand war es trotz seiner Vektoren doch eher Unterlegen. Zumindest wenn es mit seiner Annahme richtig lag, dass der Suchtrupp mehr als zehn Mann verfügte. Also gings weiter.
Nachdem es eine weile lief, wurden die Stimmen des Suchtruppes immer leiser. Es lief immer weiter gerade aus. Stattdesen wurde der Magen immer lauter. Es brauchte einen Unterschlupf. Was zu essen. Eventuel eine Dusche. Und Schlaf.

Doch...was war das? Noch mal rieb sich das kleine Dicloniuskind die müden Augen. ...Licht? Es versteckte sich schnell hinter einem Baum. Begutachtete es genauer. Es war von keiner Taschenlampe. Dafür war es zu warm. Zu einladent. Es beschloss auf das Licht zu zugehen. Die Quelle des Lichtes zu Überprüfen. Angekommen sah es denn für sich perfekten Unterschlupf.

»Was sind das helle Fensterlein?

Da drin wird eine Hochzeit sein:

die Kleinen sitzen beim Mahle

und treiben's in dem Saale.

Da guck' ich wohl ein wenig 'nein!«

- Pfui, stößt den Kopf an harten Stein!


"AU!"

"Elfe, gelt, du hast genug?"

Es drehte sich um.            

  "Gukuk! Gukuk!"
                                                               
                                            -Gedicht von Eduard Mörike
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