Der Auserwählte

von CanTho
GeschichteDrama, Familie / P16 Slash
27.02.2015
10.07.2016
77
314896
46
Dieses Kapitel
25 Reviews
 
 
 
Hallo :o)

Diese Story wurde bereits auf einer anderen Plattform veröffentlicht – vielleicht kennt sie der eine oder andere schon. Sie ist in Arbeit (und das seit Jahren *hust*), und ich bin eisern entschlossen, sie fertigzustellen! … nur kann ich leider nicht sagen, wann das sein wird...

Ich werde hier wöchentlich ein Kapitel hochladen, und ich hoffe, daß meine Muse sich endlich einmal wieder zur Arbeit bequemt, bevor mein Vorrat aufgebraucht ist (nein, ich habe mehr als 20 oder 30 Kapitel. Deutlich mehr. Aber ich kenne mein sturköpfiges kleines Helferlein.)

Vorab ein Hinweis: diese Story ist vermutlich nicht oder nur bedingt geeignet für Clone Wars-Fans. Mein Vader ist Lichtjahre von einem gutaussehenden, unbedachten, draufgängerischen „Ani“ entfernt, und Ahsoka existiert schlicht nicht, ebensowenig wie sämtliche Handlungsstränge aus Clone Wars. Das liegt einfach daran, daß ich ein Oldtimer bin und die Anfänge dieser Geschichte in eine Zeit datieren, als es diesen Storybogen noch lange nicht gab.

Ich bin Mitglied der Schwarzen Schwesternschaft der Vader Groupies, und wir alle haben uns intensiv mit seiner Lordschaft beschäftigt. Uns eint die Überzeugung, daß Darth Vader weder der eindimensionale Stereotyp des Bösen noch vollkommen irre und sadistisch ist. Er ist aber auch nicht der eigentlich supernette Typ, der eigentlich gar nicht so will, wie er muß und abends im stillen Kämmerlein ganz fürchterbar weint und seinen alten Kumpel Obi-Wan vermißt. Mein Vader hat Ecken und Kanten und ist durchaus brutal. Er hat gute Gründe für das, was er tut – auch wenn er vielleicht nicht wirklich hinter allem steht. Und er hat trotz allem ein Gewissen, auch wenn er gelernt hat, es abzustellen. Er kann lächeln und lächelnd morden (um mal einen alten Meister zu bemühen – wer das Zitat erkennt, bekommt ein Groupie-Cookie) Er haßt mit Inbrunst – aber er entdeckt zu seiner großen Überraschung, daß dies nicht das einzige Gefühl ist, dessen er noch fähig ist.

Die Geschichte beginnt kurz vor den Ereignissen auf Hoth und verläuft eine Weile weitgehend parallel zur bekannten Handlung – ergänzt um einiges Neue, das einen neuen Pfad eröffnet, auf den die Story dann später einschwenkt. Sie enthält Slash – und einige als „gut“ bekannte Charaktere sind hier nicht ganz so freundlich. Das Imperium ist hier nicht der Haufen Deppen vom Dienst, dessen Stormies nicht mal ein Scheunentor auf drei Meter treffen können, und auch seine Offiziere sind nicht alle schmerbäuchig-machtgeil oder schmierig-devot. Es ist eine ARMEE, verfrellt, kein Haufen Bauerntölpel!
Ach ja: und Padmé ist tot, tot, TOT.
Ich habe meine eigenen Theorien zu diesem wahrhaft gigantischen Universum – und die sind hier verarbeitet.

Langer Rede kurzer Sinn: ja, es ist Star Wars. Und zwar das Klassische. Und ja, es gibt einige interessante Plots und Wendungen, die so nicht in den Filmen vorkommen. Und nein, das paßt so. Wirklich.
Ich habe viel auf Wookieepedia recherchiert – aber natürlich kann ich nicht dafür garantieren, daß sich irgendwo doch ein Fehler eingeschlichen hat.

Es ist eine Geschichte über Freundschaft und Familie, „Menschlichkeit“ (auch im xenobiologischen Sinn) und Liebe (aber nicht so fluffig wie „When you wish...“), über Intrigen und Politik, Ehre und Respekt, Verrat und Hoffnung, Beständigkeit und Wandlung. Es gibt Abenteuer und besinnliche Momente, Raumschlachten und  Kämpfe, Humor und Tränen, Freunde und Feinde, Altes und Neues, alte Bekannte und neue Gesichter.

Hier auf FF.de widme ich diese Geschichte all meinen Geschwistern: BookwormElV, Malicean, Jerana, Sol Deande, Quigonjinncosplay, meinem Revan-Zwillingsbruder, meiner Schwägerin Sonnenbluemli, meinen Schwägern Torsis und Arnianor – und ganz besonders Tlana Isimi, die mich so lange getreten und geknufft hat, bis ich sie hiermit endlich hier hochlade :o)

Das erste Kapitel ist recht kurz – später werden sie länger, keine Sorge.



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Kapitel 1

 „Lord Vader.“
 „Ja, Captain?“
Captain Firmus Piett sah im Wortsinn auf zu dem Mann, der sein oberster kommandierender Offizier war – und den er rückhaltlos bewunderte. Sicher, Vaders Methoden waren… im besten Fall unkonventionell, eher brutal, doch unterm Strich verzeichneten seine Mannschaften weniger Verluste als die anderer Kommandeure… was seinem Drill, aber auch der Loyalität und Bewunderung seiner Leute zu verdanken war. Man fürchtete ihn, aber man respektierte ihn auch, und die Besatzung seines Flaggschiffs war IHM treu, nicht dem Imperator. Ein offenes Geheimnis. Er war ein genialer Taktiker, furchtlos und stets an der Spitze seiner Leute – etwas, das nicht viele andere Kommandeure von sich behaupten konnten. Gegenüber Leuten wie Piett, die ihre Ergebenheit und ihre Qualitäten bewiesen hatten, war er überraschend geduldig und offen, und er schätzte Mut und Eigeninitiative ebenso wie Selbstvertrauen, solang es nicht ausuferte. Dennoch war stete Vorsicht angebracht – und eine gewisse Sorgfalt in Wortwahl und Verhalten.
 „Der Bericht der Scouts, Mylord. Man hat eine kleine Rebellenbasis ausgemacht – wohl eher eine Vorhut. Die Stadt selbst ist überwiegend von Zivilisten bevölkert – wir haben mit etwa fünfzig bis hundert Bewaffneten zu rechnen, leichte bis mittlere Bewaffnung, vermutlich nahezu ungeübt.“ Piett schielte, während er sprach, in die Richtung seines Vorgesetzten, Admiral Ozzels, um seine Mimik zu beobachten. Ozzel schien immer… eifersüchtig darauf zu sein, daß meist Piett von Vader mit einer Aufgabe betraut wurde. Selten er selbst, noch seltener ein anderer Offizier. Piett war das zwar nicht unwillkommen, aber er fürchtete Vergeltungsmaßnahmen seitens Ozzel… auch wenn dieser sich noch zurückhielt, da er sich offensichtlich nicht ganz im Klaren über das Verhältnis zwischen Vader und Piett war.
 „Ausgezeichnet.“
Der Admiral im Hintergrund schnaubte und wandte sich ab. Piett unterdrückte ein Grinsen und konzentrierte sich wieder gänzlich auf den schwarzen Lord, dem das Zwischenspiel nicht entgangen war, aber darüber schwieg.
 „Das Gelände ist weitgehend eben, bewaldet, wenige Felder. Einige Farmtiere, nichts Großes. General Veers empfiehlt den Einsatz von AT-ST und Infanterie.“
 „Gut. Lassen Sie mein Shuttle bereitmachen.“
Piett runzelte die Stirn. „Es IST bereit, Mylord. Aber da ist noch etwas. Die Späher berichten von einem sonderbaren „Haustier“, einer Art kleinen Echse.“
 „Befürchten Sie, unsere Sturmtruppen könnten von einem Haustier gebissen werden, Piett?“ Die durch den Vocoder veränderte Stimme war eindeutig spöttisch.
 „Nein, Mylord. Aber mir erscheint es sonderbar. Ein Gefühl… die Berichte sagen, die Tiere würden versteckt gehalten. Warum sollte man ein kaum halbmetergroßes Tier verborgen halten, Mylord?“
 „Wir werden es herausfinden, Captain.“ Vaders Stimme war ruhig – oder eher beruhigend. Sie teilte Piett, der ihn mittlerweile gut kannte, verschiedenes mit, unter anderem, daß Vader seine Besorgnis und sein schieres Gefühl nicht nur zur Kenntnis, sondern durchaus ernst nahm. Und es honorierte. Piett fühlte, wie eine warme Welle der Freude und des Stolzes ihn sanft überlief. „Sagen Sie General Veers, ich treffe ihn am Sammelpunkt.“
Der Stolz wich erneut Sorge, und Pietts resigniertes „Ja, Mylord“ verhallte ungehört unter den knallenden Absätzen des dunklen Lord der Sith, der mit wehendem Mantel bereits auf dem Weg zu seinem Shuttle war.

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Während Vader höchstselbst den Pilotensitz seines Shuttles einnahm und parallel dazu die Truppentransporter starteten, wandte Piett sich wieder dem Computer zu. Er hatte sofort nach Erhalt und Studium der Berichte eine Suche gestartet, die immer noch nicht beendet war. EXECUTORs Datenbank war größer als jede, die jemals auf einem Sternkreuzer gehostet worden war, und reichte beinahe an die Zentraldatenbank von Coruscant heran. Immer noch liefen Bilder und Daten in rasender Schnelligkeit über den Schirm, zu schnell für jedes humanoide Auge, beinahe reine Schlieren von Farbe und Form.
 „Verdammt…“ murmelte Piett mehr bei sich. „Ich habe ein schlechtes Gefühl bei diesen Viechern.“

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Wenig später brachte General Veers unten auf dem Planeten seine Truppen in Stellung und erläuterte seinem Vorgesetzten den Einsatzplan. Nach einem knappen Nicken Lord Vaders befahl er den Angriff.
Seine Truppen schwärmten aus und umrundeten das Dorf, um von vier strategischen Positionen aus gleichzeitig anzugreifen. Vader schloß sich einer der Truppen an – derjenigen, die ins Herz der Siedlung vorstoßen würden – während Veers im Basislager mit den Reservetruppen verblieb.
Er ging in Gedanken nochmals den Schlachtplan durch, hakte alle Eventualitäten ab. Ja… aufgrund der von den Scouts ermittelten Gegebenheiten sollte alles perfekt laufen. Und auch unvorhergesehene unliebsame Überraschungen waren aus alten Erfahrungswerten einkalkuliert und abgedeckt. Maximilian Veers war kein Mann, der sich mit Halbheiten abgab oder Leben und Gesundheit seiner Leute riskierte – schon gar nicht, wenn Vader dabei war. Sein Blick glitt prüfend über seine restlichen Truppen, dann über die Bildschirme der mobilen Kommandostation, die seine Leute aufgebaut hatten und den Blickwinkel aus der Helmkamera der Offiziere und Geher zeigten, dann nickte er befriedigt. Alles, wie es sein sollte…

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Auf der Brücke stoppte der Computer den Durchlauf und meldete „Übereinstimmung gefunden.“ Piett beugte sich vor und begann zu lesen.

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Vader marschierte an der Spitze seines Zuges in die Stadt – schlicht und ergreifend. Die Truppen hinter ihm waren nicht in Marschformation, sondern verteilten sich in die Häuser am Weg. Zivilisten wurden herausgetrieben, Bewaffnete gnadenlos niedergeschossen. Bald waren aus einigen Richtungen Feuergefechte zu hören, auch von weiter weg, wo die anderen Stoßtrupps in die Stadt eindrangen.
Vader kümmerte das nicht. Er behielt seine Umgebung sehr genau im Visier, nicht nur über die äußeren Augen, sondern auch mit seinen Machtsinnen. Etwas war… sonderbar. Anders. Wie… Löcher in einem Gewebe. Aber dann wurde seine Aufmerksamkeit von einem halben Dutzend Aufständischer abgelenkt, die sich selbstmörderisch auf ihn stürzten, und mit dem Aufblitzen seiner roten Klinge wanderte das sonderbare Gefühl in den Hintergrund seines Denkens.

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 „Max! Hol ihn da raus! Sofort!“
Veers runzelte überrascht die Stirn, als er sich der Direktverbindung mit der EXECUTOR zuwandte. Piett war normalerweise niemand, der sich leicht aufregte… und nun überschlug sich seine Stimme fast, auch wenn er versuchte, leise zu sprechen, um nicht unnötig Aufmerksamkeit auf sich zu lenken – ganz besonders nicht die von Ozzel, der einen solchen Ruf sofort unterbunden hätte, aus reiner Boshaftigkeit. Die beiden Männer waren Freunde, beinahe so lang schon wie sie auf diesem Schiff dienten. Zwischen ihnen gab es keine Rivalität – sie arbeiteten zusammen statt gegeneinander, und sie hatten sich im Lauf der Zeit verdammt gut kennengelernt. So gut, daß Veers keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Warnung hegte. Wenn Piett Angst hatte – und die HATTE er ganz offensichtlich – gab es einen guten Grund dafür.
 „Was ist los, Firmus? Neue Berichte?“
 „Ja und nein – verdammt, keine Zeit jetzt dafür! Hol ihn da raus, Max, die haben Tiere, die die Macht blockieren! Er wird so hilflos sein wie ein Kätzchen!“
Veers begann bereits, seine verbliebenen Truppen neu aufzuteilen, war aber noch halb bei Piett. „Ich bitte dich. Hilflos mit vierhundert gut ausgebildeten Sturmtruppen?“
 „Max, wer sich solche Viecher besorgt, hat noch mehr zu verbergen. Ich hab ein verdammt schlechtes Gefühl bei der Sache – hol ihn da -“
Eine Explosion im Dorf – oder eher ein Schuß aus einer Kanone, die gewaltig sein mußte, riß ihm das letzte Wort von den Lippen. Piett erbleichte. „Was war das?“
 „Scheint, du hast Recht. Das war keine von unseren Waffen.“ Veers ließ alles stehen und liegen, brüllte einige Befehle und kletterte mit der Agilität eines wesentlich jüngeren Mannes in seinen AT-AT – den einzigen, den er hatte herunterbringen lassen. Für Notfälle. Veers war wirklich niemand, der Überraschungen liebte…

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Ein Nachteil der haushohen Geher war ihre Langsamkeit. Veers unterdrückte mehr als einen Fluch, als weitere Schüsse knallten, aber er zwang sich zur Ruhe. Ein nervöser Kommandeur schadet der Truppe mehr als ein gefährlicher Feind – das war das Credo seines Ausbilders gewesen, und im Laufe der Jahre hatte sich diese Erkenntnis mehr als einmal bewahrheitet. Und so erschien er nach außen hin beinahe so stoisch wie der dunkle Lord selbst – einer der Gründe, warum er von seinen Männern verehrt und respektiert wurde.
Auf halbem Weg heulten zwei komplette Geschwader Tie-Fighter an ihnen vorbei, und Veers grinste kurz. Wenn Piett einen Fehler hatte, war es die alte Mentalität der Luftwaffe, jedem Problem, das die Infanterie nicht lösen konnte, mit etwas zu begegnen, das fliegen konnte. Aber in diesem speziellen Fall mochte er noch dankbar für die Unterstützung sein…
Sie näherten sich in geschlossenem Verbund, er sah keinen Sinn darin, die ihm verbliebenen Truppen aufzuspalten. Nah… bald…!
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