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Sterben kann so schön sein... oder auch nicht

von Erenya
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor / P12 / Gen
26.02.2015
10.04.2018
28
175.097
13
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26.02.2015 1.286
 
Das Telefon stand auch an diesem Tag wieder einmal nicht still. Im Gegenteil, es malträtierte meine sowieso schon geschundenen Nerven und scheinbar hatten die Kunden einen Riecher dafür, dass mein hauchzartes Nervenkostüm noch zerbrechlicher als gewöhnlich war, denn sie strapazierten es noch mehr.
Was hatte ich verbrochen, dass ich an diesem Tag die gut deutsche Arschkarte gezogen hatte? Nur Idioten die sich über Lappalien beschwerten. Dinge, die sie bemerkt hätten, wenn sie vorher mal einen Testbericht oder ihre Rechnung, bzw. den Vertrag studiert hätten. Viele dieser Probleme waren wirklich keine, wenn man den eigenen Kopf anschaltete, aber das war scheinbar schon immer ein Problem gewesen, auch wenn nur zwei Prozent der Kunden zu denen gehörten, die bei uns anriefen. Irgendwie fühlte es sich aber immer an, als wären es 80%.
Aber selbst dann gab es solche Tage und solche. Heute war eben einer jener Tage an dem man wirklich nur die A-Kunden bekam und sich wünschte, dass dieser Tag schnell vorbei ging.
Gerade hatte ich wieder so einen dieser „angenehmen“ Kunden am Hörer, als eine gewisse Unruhe unseren Team-Raum erfüllte. Warum das so war, war mir nicht klar, da ich konzentriert versuchte den Kunden, auch noch ein Ausländer mit sehr gebrochenen Deutsch, zu verstehen.
Wie der Blick eines aufgeschreckten Hamsters, sah ich mich im Raum um, und nahm noch leichte Brocken wie „Feueralarm“ wahr? Verdammt. Wenn das hier der Feueralarm war, wusste ich nicht wie ich mich verhalten sollte. Wir hatten auf Arbeit noch nie so eine Situation erklärt bekommen, wahrscheinlich weil niemand damit gerechnet hatte, dass es so weit kommen könnte. Allerdings war ich mir auch nicht sicher, ob das wirklich ein Feueralarm war. Ich hörte keine Sirene, was natürlich auch durch das Geschrei des Kunden erstickt wurde. Zumindest bestand die Wahrscheinlichkeit dafür.
„Nicht gut sein Rechnung! Mobifone betrügen mit haben zu wenige Rabatte! Ich verklagen Mobifone, dann sie seien arbeitslose Dreck!“
Um mich herum wurde alles panischer. Meine Kollegen waren aufgestanden, hatten ihre Kopfhörer abgelegt und den PC gesperrt, bevor sie wie eine Herde aufgescheuchter Gnus zur Tür stürmten. Ich roch bereits eine leicht verbrannte Note, während der Kunde immer noch brüllte. Unterbrechen war unhöflich, aber verdammt noch mal auf unhöflich, ich würde wohl sterben, wenn ich dem Kunden nicht endlich Einhalt gebot und ebenfalls die Flucht ergriff.
„Entschuldigen sie, Herr Absudala, aber bei uns wurde gerade Feueralarm ausgelöst. Bitte wählen sie sich noch einmal neu ein um ihr Anliegen noch zu klären.“
Dreist war ich dem Kunden ins Wort gefallen, der alles andere als erfreut darüber war.
„Nein sie nicht legen auf! Sie mir schreiben gut, was nicht seien auf Rechnung!“ Was sollte man dazu sagen, außer... Ups, da hab ich doch aus versehen aufgelegt. Wirklich. Wieso glaubte dieser Mann seine verdammte Rechnung sei wichtiger als mein Leben? Natürlich hatte ich ungewollt den Knopf an meinem Headset berührt, der jedes Gespräch kappte, als wäre es nie dagewesen.
Eilig legte ich meine Kopfhörer ab, und konnte endlich die volle Lautstärke des Feueralarms vernehmen, der mir scheinbar sagen wollte „Zu spät~ Zu spät~“
Ich sperrte meinen PC, so wie wir es ausnahmslos immer tun sollten, wenn wir den Platz verließen und ging in Richtung der Tür. Ich war wirklich die einzige noch hier, alle hatten das sinkende Schiff verlassen, selbst mein Teamleiter Jamie, der sonst immer so nett war und einen Informationen über den Werdegang in diversen Situationen gab. Wahrscheinlich hatte die Herde Gnus ihn wie Simbas Dad von dannen gespült noch bevor er mir auch nur einen Pieps hatte sagen können. Also musste ich alleine den Weg zum Notausgang finden, was nicht sonderlich schwer war, denn wir befanden uns in der untersten Etage und Weg zum Ausgang umfasste fünf Treppen und zwei solide Glastüren. Keine Ahnung, ob das wirklich der offizielle Notausgang war. Ich hätte natürlich auch die Balkontür nehmen können... dämlich von mir. Sehr dämlich, wenn man betrachtete, was darauf folgte.
Es gab einen Ruck, der durch das Gemäuer zog, gefolgt von einem Knall und Brocken aus der Decke rieselten zu Boden. Wie paralysiert blieb ich stehen und sah gen Decke, wo sich erneut größere Brocken lösten und drohten auf mich zu fallen. Alles was mir geblieben war, waren meine Reflexe. Schützend hielt ich die Hände über den Kopf und ging in die Hocke, irgendwo tief in mir wissend, dass dies wohl nicht sonderlich viel bringen würde. Ein Impakt traf mich an den Fingern, drückte mich mehr gen Boden und plötzlich, war alles dunkel.

**~~**


Meine Augenlider zuckten, als ich ein leises Rascheln von einer Bewegung vernahm. Schritten vibrierten auf dem Boden, nahe Schritte. Mein Kopf schmerzte und machte mir nur deutlich, dass mich wahrscheinlich einer der Brocken erwischt hatte. Hoffen konnte ich nur, dass es nicht zu stark blutete, denn meine Todessehnsucht war so weit abgeflaut, dass ich aktuell nicht das Bedürfnis hatte zu sterben. Und wenn dann nicht in einem Feuer oder erschlagen von einer Decke. Es musste doch eine elegantere Lösung geben.
Vorsichtig tastete ich mit der Hand über mir um sicher zu gehen dass ich nicht etwa nur in einer Lücke zwischen zwei Brocken gefangen war. Ich spürte nämlich kein Gewicht, was gut war. So wusste ich immerhin, dass meine Beine nicht von der Last es Gemäuers begraben und gebrochen wurden.
Nervös öffnete ich die Augen und alles was vor mir lag, war Finsternis. Vielleicht war ich ja doch unter dem Schutt begraben, war mein erster Gedanke, der schnell wieder verworfen wurde, als ich mich wieder daran erinnerte, was mich geweckt hatte. Seltsam war auch, dass meine Hände keinen Schutt gespürt hatten und ich mich allen Anschein nach frei bewegen konnte. Dennoch richtete ich mich vorsichtig auf und versuchte in der Dunkelheit etwas zu erspähen. Erneut hörte ich wieder das Rascheln von Stoff, doch dieses Mal mischte sich darunter der tiefere Klang einer Kette, die wohl dem Träger zu kurz war, weswegen seine Resonanz nicht ganz dem Gruselgespenst mit Ketten Konkurrenz machte.
„Hallo?“, rief ich in die Finsternis um mich bemerkbar zu machen. Vielleicht waren das ja Kollegen von mir, oder die freiwillige Feuerwehr. In solchen Fällen sollte man sich immer bemerkbar machen.
„Bara...“, hörte ich nur eine Antwort, die mir aber die ungefähre Richtung gab, in der sich die Person befand. Sofort wandte ich mich in diese, schreckte aber sofort wieder zurück, als ich da im Dunkel eine Gestalt erblickte. Groß, braungebrannt, mit gold leuchtenden Augen. Sie trat näher auf mich zu und ich erkannte noch viel mehr. Den leicht bekleideten Körper, die Hände die schwarz waren als wären sie nicht mehr ganz Teil dieses Körpers, ein peitschender Schwanz und schwarze Ohren die zuckend aus ebenso schwarzen Haar hervor guckten.
Diese Person vor mir, war kein Fremder für mich. Wie hätte er das auch sein sollen? Immerhin hatte sein göttliches Abbild monatelang meinen Bildschirmhintergrund auf meinem privaten Laptop geziert. Fakt war, dass ich nun wusste was passiert war. Ich war absolut im Himmel gelandet.


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Die Regeln:

1. Verhalte dich natürlich, so wie du bist. Du weißt, kennst und kannst alles, was auch der Realität entspricht.
2. Du bist ein gewöhnlicher Mensch ohne besondere Kräfte. Nutze deine Stärken und Schwächen, wie sie dich ausmachen.
3. Es liegt bei dir, ob du den Charakteren aufbindest, dass du sie kennst. Ich würde es dir aber nicht empfehlen, damit herauszuplautzen. Sonst aber darfst du frei über dein mythologisches Wissen verfügen.
4. Du darfst kuppeln, shippen, fangirlen, wie es dir beliebt. Die Charaktere müssen sich allerdings weiterhin IC verhalten und entsprechend auf deine Versuche/Taten reagieren.
5. Du begegnest den Göttern außerhalb der Schule, nach ihrer gemeinsamen Schulzeit. Das bedeutet natürlich, dass sie Götter ihrer jeweiligen Reiche sind. Behalte dir das stets im Hinterkopf. Die Charaktere kennen einander.
6. Das Projekt ist vorbei, wenn du sicher wieder zu Hause bist.
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