Eine andere Selection Story

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
25.02.2015
25.02.2015
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Heute war es soweit.
Heute ist mein großer Tag.
Heute werde ich meine Bewerbung für die Selection von Prinz Milan abgeben können.
Ich bin so unglaublich nervös. Seit ich ein kleines Mädchen bin träume ich davon Prinzessin zu werden und mit meinem Prinzen auf einem Ball, zu unser ehren, zu tanzen.
Ich meinen Träumen trage ich ein rosanes Ballkleid, es hat keine Träger und einen wunderschönen mit weißes Spitze besetztes Herzdekolleté. Von der Hüfte Abwärtsfällt es in langen seidigen Bahnen um meine Beine. So oft habe ich diesen Traum geträumt und jetzt kommt meine Chance diesen Tag wahr werden zu lassen. Ich bin extra mit dem Sonnenaufgang aufgestanden um mich zu stylen denn heute durfte nichts schief gehen. Ich stehe vor meinem Kleiderschrank um das perfekte Outfit heraus zu suchen, ich suche schon seit Tagen in meinem Kleiderschrank aber keins der Kleider entspricht meinen Erwartungen. Überall in meinem Zimmer lagen Kleider auf dem Boden und eins fand ich in diesem Moment schrecklicher als das andere. Es klopfte an meiner Zimmertür und meine Mutter lukte in den Raum. „Mäuschen ich dachte mir schon das du schon wach bist, ich habe etwas für dich.“, sagte sie in gewohnten sanften Ton. Sie schubste die Tür auf und kam in mein Zimmer. Sie trug ihren Morgenmantel den sie mit einen dem Gürtel eng zusammen gebunden hat. Ihre blonden Harre waren zu einem Zopf geflochten, der jedoch schon leicht auseinanderfiel und so einzelne Strähnen wirr von ihrem Kopf abstanden. In ihrer linken Hand hatte sie einen schwarzen Kleidersack und in der rechten hielt sie eine Papiertüte. Beides streckte sie mir entgegen mit den Worten: „Ich weiß wie wichtig dir dieses Tag ist.“. „Mom“, sagte ich, „ ich weiß nicht wie ich dir danken soll.“ Ich griff zuerst nach dem Kleidersack, er war ganz schön schwer. Ich legte ihn aufs Bett und öffnete langsam den Reißverschluss, aus dem Augenwinkle konnte ich erkennen wie das Lächeln im Gesicht meiner Mutter immer breiter wurde und wie sie nervös an der Papiertüte zupfte, so dass diese an den Henkeln schon ganz ausgefranst war. „Das ist nicht dein ernst, „ sagte ich und zog ein wunderschönes tiefblaues Kleid aus dem Kleidersack. Es hatte ein Herzdekolleté in meinem Traum und auch die weiße spitze könnte ich wiedererkennen, ab der Hüfte abwärts hatte es viele lagen Tüll und es sah aus als wäre es weit ausgestellt. „ Es ist mein Hochzeitskleid, ich habe es extra für dich einfärben lassen. Ich habe mich für blau entschieden da es deine strahlend blauen Augen perfekt betont.“ Meine Mutter stolperte einen Schritt nach hinten, als ich ihr um den Hals fiel. „ Es ist perfekt.“, schluchzte ich. So schnell wie ich sie angefallen hatte, hatte ich auch schon meine Kleidung abgelegt und schlüpfte in das Kleid. Es war absolut perfekt. Ich schloss die Türen meines Schrankes, diese bildeten so einen großen Spiegel, so konnte ich mich komplett sehen. Langsam fing ich an mich im Kreis zu drehen und zu lachen, immer schnell drehte ich mich und immer lauter wurde mein Lachen. Auch meine Mutter stimmte in mein Lachen mit ein. Als ich aufhörte mich zu drehen war mir ganz schwindelig und ich wollte mich aufs Bett fallen lassen, aber ich hatte Angst mein Kleid zu zerknittern. Meine Mutter nahm dies wahr und griff nach meinen Händen. Erst jetzt viel mir die Tüte wieder ein. „Was ist da drin?“, fragte ich neugierig und zog ihr die Papiertüte aus den Händen. Beim rein spähen sah ich ein Samtkästchen, es war ziemlich groß. Ich hob es aus der Tüte und starrte meine Mutter an. „ Mom, das war doch sicherlich teuer. Du musst mir nichts schenken das Kleid ist genug.“ Ohne es geöffnet zu haben hielt ich es ihr hin. Doch sie schüttelte nur den Kopf und schob es mir wieder entgegen. Ich öffnete es und mir stockte der Atem. Das kann ich einfach nicht annehmen. Mit weit aufgerissenen Augen schüttelte ich einfach nur den Kopf. In dem Kästchen lag eine Halskette. Sie sah aus wie ein Kranz aus Blumen die von der Mitte her immer kleiner wurden. Die Blumen schimmerten in einem seichten hell rosa, jedoch kaum merklich und nur wenn das Licht in einem bestimmten Winkel drauf fiel.  „Gefällt es dir?“ Schnell drehte ich mich um und mein Vater stand in der Tür. Er war da. Heute an meinem großen Tag war er da.
Mein Vater arbeitet als Lehrer, er ist eine Drei. Normalerweise muss er in der Woche früh raus zur Arbeit, aber heute ist er da. Das Kästchen schnappte zu und ich ging auf meinen Vater zu und nahm in fest in die Arme. „ Es ist so wunderschön. Das kann ich nie wieder gut machen.“ Vater packte mich an den Schultern und drückte mich von sich weg, so dass er mich ansehen konnte. Von meiner Wange kullerte eine Träne der Rührung. Es ging uns nicht schlecht, als 3 lebt man ziemlich gut. Wir mussten uns nie sorgen um etwas zu essen und Kleidung machen. Auch waren Besuche im Theater und bei Musikveranstaltungen hin und wieder mal drin. Wir hatten sogar ein Dienstmädchen, Mona. Aber eigentlich ist sie kein Dienstmädchen, sie gehört zur Familie. Mona hat ihr eigenes Zimmer und hilft uns bei alltäglichen Arbeiten. Aber diese Halskette muss unser ganzes erspartes gekostet haben. Vater, der mich immer noch an den Schultern hielt, zog mich in seine Arme und drückte mich viel zu fest. „ Dad, du zerknitterst mein Kleid!“ nuschelte ich in sein Hemd. „ Entschuldigung, Victoria. Aber heute ist der Tag an dem aus meinem kleinen Mädchen ein Prinzessin wird.“
Ja, heute ist mein großer Tag und meine Eltern haben alles getan um ihn mir noch unvergesslicher zu machen. Da ich mein Outfit jetzt hatte und auch schon den passenden Schmuck, fehlte nur noch die perfekte Frisur und das perfekte Make-Up, aber das hatte ich schon tausendmal mit Mona ausprobiert und wir hatten und schon alles zu Recht gelegt. „Frühstück, ist fertig!“, schallte es von unten aus der Küche. Mein Vater ging aus meinem Zimmer in Richtung Küche und meine Mutter half mir aus meinem Kleid und ich schlüpfte schnell in meinen Morgenmantel. Gemeinsam machten wir uns aus dem weg aus meinem Zimmer. Ich konnte einfach nicht aufhören zu lächeln und ich musste daran denken wie Prinz Milan wohl auf mich reagieren würde. Ich hoffe, dass er mich mögen wird. Ein warmes Gefühl macht sich in mir breit und irgendwie wusste ich würde es unter die 35 Mädchen aus dem Land schaffen, welche in den Palast einziehen würden. Völlig in meinen Gedanken versunken blieb ich auf dem Treppenabsatz stehen und seufzte. „Victoria, kommt bitte. Sonst kommst du nachher noch zu spät und 100 andere Mädchen werden vor die Fotografiert. Wir wollen doch mit die ersten sein.“ , sagte meine Mutter zu mir und in diesem Moment platze meine kleine Seifenblase und schnell huschte ich in die Küche. Mein Vater und meine Mutter und auch Mona saßen bereits an einem mehr als prächtig gedeckten Esstisch. Mona hatte sich mal wieder selbst übertroffen. Ich griff nach einem Croissant und nach der frischen selbstgemachten Marmelade die Mona wöchentlich für uns kochte aus den leckersten Früchten die unser Land zu bieten hatte. Ob ich auch im Palast frische Marmelade bekommen würde? Bestimmt, aber sie konnte nicht so lecker sein wie die von Mona. „Mona ich werde deine Marmeladen vermissen wenn ich im Palast bin.“ Nuschelte ich mit vollem Mund. Mona lächelte und wollte gerade etwas sagen aber meine Mutter unterbrach sie: „Mäuschen, hast du schon mal drüber nachgedacht, dass du nicht in die Selection kommen könntest? Ich wünsch es mir mehr als alles andere für dich, aber es bewerben sich so viele Mädchen. Auch diesen Gedanken musst du mal nachgehen.“ Ich ließ mein Croissant auf meinen Teller fallen, es fiel nicht mit der Marmelandenseite nach unten und dies war wieder mal ein Beweis dafür was für ein Glückskind ich war. Der letzte bissen der Köstlichkeit blieb mir fast im Hals stecken und ich begann zu husten. Als der Anfall vorbei war und auch die letzten krümel sich in meinen Magen niedergelassen hatten oder zumindest auf dem Weg dorthin waren, schaute ich meine Mutter mit großen Augen an. Tatsächlich hatte ich noch nicht drüber nachgedacht was passiert wenn ich nicht ausgewählt werden würden. Solange ich mich erinnern kann wollte ich Prinzessin werden und ich habe mein Leben lang darauf hin gearbeitet. Ich habe fleißig gelernt um alles über unser Land und auch über unsere Nachbarländer zu erfahren, ich habe Etikette studiert um mich auch in königlicher Gesellschaft nie daneben zu benehmen.  Poster vom Prinzen zierten mein Zimmer und jeden Abend blickte ich aus meinem Fenster in Richtung des Palastes und flüsterte dem Prinzen meine gute Nacht wünsche zu ohne das er sie jemals erhalten hatte. Werde ich jemals dem Prinzen tatsächlich eine gute Nacht wünschen können, von Angesicht zu Angesicht? Das halbe Croissant, welches ich gegessen habe bildete einen großen klumpen in meinem Magen. Hunger hatte ich jetzt keinen mehr. „Ich werde es in die Selection schaffen das weiß ich einfach. Ich gehe jetzt hoch und werde mich fertig machen.“ , sagte ich und schob meinen Stuhl zurück und stand auf. Ich ließ den Stuhl mitten im Raum stehen, auch wenn meine Mutter mir 1000-mal gesagt hatte, dass der Stuhl an den Tisch und nicht mitten in den Raum gehört. Mona spang ebenfalls auf und folgte mir. Sie wusste ganz genau, dass ich Frisur und Make-Up nie ohne sie hin bekommen würde und auch wusste sie wann ich sie an meiner Seite brauchte. Gemeinsam gingen wir die Treppe hoch und Mona griff nach meiner Hand und drückte die fest. „ Du wirst das schaffen und du wirst die beste Prinzessin die Iléa jemals hatte.“ Mona wusste genau was sie sagen musste um mich aufzumuntern. Ich blieb auf einer Stufe stehen, drehte mich zu ihr um und nahm sie fest in den Arm. Sie war meine beste Freundin und wie eine Schwester für mich. Ich würde sie so vermissen. Wir gingen die letzten Stufen hinauf und verschwanden in meinem Zimmer. Ich hatte meinen Optimismus wiedergefunden sobald ich das wunderbare Kleid auf meinem Bett und das samt Schmuckkästchen daneben sah. „Miss, bitte nehmen Sie Platz, damit ich Sie für unsere königliche Hoheit Print Milan vorbereiten kann.“, witzelte Mona und machte einen tiefen knicks hinter dem für mich zu Recht gerückten Stuhl vor meinem Kosmetiktisch. Ich deutete ebenfalls einen knicks an setzte mich. Gleichzeitig ergriff uns ein Lachkrampf bei dem es uns voll und ganz schüttelte, ich musste mir den Bauch halten und immer wieder nach Luft schnappen. All diese Witzeleien würde ich sehr vermissen. Nachdem wir uns wieder beruhigt hatten griff Mona zur Haarbürste und löste die Spangen, die meine Harre zu einem Knoten zusammen gehalten hatten. Meine langen blonden Harre fielen in Wellen über meine Schultern und Rahmten mein Gesicht ein. Ich liebte meine Harre und hoffte, dass sie sie mir nicht beim Umstyling abschneiden würden. Sanft fing Mona an meine Haare zu Bürsten und auf große rosane Lockenwickler zu drehen. Nachdem alle Harre aufgedreht waren wendete sich Mona meinem Gesicht zu. Zunächst Cremte sie mein Gesicht immer mit einer Lotion ein, sie behauptet so würde die Haut unter dem Make-Up nicht so schnell austrocknen, im Anschluss kam ein deckendes Make-Up auf meine Haut, so sah sie eben aus, ein wenig wie die Haupt meiner Porzellanpuppe, welche ich als Kind von meiner Tante geschenkt bekommen hatte. Meine Augen umrandeten Sie mit einem dunkel blauen Kaja und meine Wimpern tuschte sie mit schwarzer Farbe. An den Innenseiten meiner Augen benutze Mona ein Puder, welches silbrig schimmerte und dies trug sie auch auf meine Lider auf. Zum Schluss trug sie mir einen Lippenstift auf in einem tiefen rot. Mona hatte echt ein Händchen für Styling und wenn sie keine sechs wäre hätte sie sicherlich die großen Stars geschminkt da bin ich mir sicher. Da meine Harre noch eine Weile auf den Wicklern verweilen sollte half Mona mir zunächst in mein Kleid. Natürlich hatte sie es schon gesehen, dennoch sah ich wie sie neidisch das Kleid ansah. Sie würde nie etwas so schönes tragen und dieser Gedanke machte mich traurig. „Mona wenn ich weg bin kannst du gerne meine Kleider tragen. Ich brauch sie ja in der Zeit nicht wenn ich weg bin.“ Monas Miene erhellte sich. „Das ist sehr lieb von dir Victoria, aber es gehört sich nicht für eine sechs solche wunderbaren Kleider zu tragen.  Außerdem habe ich gar keinen Anlass zu welchem ich solche wunderbaren Kleider tragen könnte, auf dem Markt werden sie nur schmutzig.“ „Aber wenn du mal einen jungen Mann kennen lernst und dich mit ihm triffst musst du dieses Kleid anziehen.“ Ging zu meinem Kleiderschrank, mein Kleid war schwerer als gedacht, und öffnete die großen Spiegeltüren. Aus meinem Schrank zog ich ein dunkel rotes kurzes Kleid und reichte es Mona. „ Ich trag es eh nicht, ich schenke es dir.“, sagte ich zu Mona. Ein Lächeln machte sich auf ihrem Gesicht breit und diesmal war es echt, denn auch Ihre wunderbaren braunen Augen fingen an zu strahlen. „Danke.“ Das war alles was sie sagte und mehr musste sie auch nicht sagen.
Es war Zeit meine Lockenwickler aus meinem Harr zu entfernen. Da ich mich nicht traute mich in meinem Kleid zu setzte musste Mona sich auf einem Stuhl stellen um alle Lockenwickler zu erreichen. Wunderbare große Locken lagen jetzt auf meinen Schultern. Noch während ich mich im Spiegel begutachtete holte Mona das Samtkästchen vom Bett und nahm die Kette heraus. Sie strich meine Harre beiseite und legte mir die Kette um. „Du sieht wunderschön aus.“ , hauchte sie.

Jetzt konnte mein großer Tag starten und er würde perfekt werden das hatte ich im Gefühl.
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