Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Freunde? Für immer!

von Dhannah
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Freundschaft / P18 / Gen
25.02.2015
03.09.2015
27
42.944
5
Alle Kapitel
56 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
25.02.2015 1.042
 
Kapitel 1 – Das erste Treffen

Die Sonne strahlte hell vom strahlend blauen Himmel über Nagrand und ein kleines Draeneimädchen mit langen, dunkelblauem Haar in einem gelben Sommerkleid lief jauchzend durch die Straßen Telaars. Sie war auf den Weg zu den Ställen. Ihr Vater wartete dort, weil sie heute ihr erstes Reittier kriegen sollte. Ein Grollhufkalb, weil ihr Vater meinte sie sei zu wild für einen Talbuk. Sie war anfangs nicht sehr begeistert, weil Grolhufe nicht besonders schnell waren, aber es war besser als nichts. Dann konnte sie endlich das Land erkunden. Kurz blieb sie stehen und schaute sehnsüchtig Richtung Elementarplateau. Davor war eine riesige Wiese. Dort würde sie hin gehen.
„Vater?“ rief das kleine Mädchen, als es in den Stall herein kam. Ein stattlicher Draenei kam hervor und begrüßte seine Tochter.
„Komm, Firas. Mahud wartet auf dich bereits.“ Neugierig schaute sie um die Ecke und erblickte das Grollhufkalb. Es sah aus wie seine Mutter nur viel kleiner. Ihr Vater hatte eine Decke über den Rücken des Kalbs gelegt und ihm ein Geschirr angelegt. Plötzlich erschien ein kleiner Beutel vor ihrer Nase. Fragend schaute sie zu ihrem Vater. „Ich weiß doch, dass du ganz heiß darauf bist auszureiten. Sei vor Sonnenuntergang wieder zuhause.“
Firas grinste. „Danke, Vater.“ Sie ergriff den Beutel und kletterte auf den Rücken. Jetzt merkte sie erst, dass er doch größer war, als es zuerst aussah.
„Ihr werdet etwa im selben Tempo wachsen. Ich hoffe, er ist dir ein treuer Begleiter.“ Ihr Vater gab dem Kalb einen Klaps auf den Hintern und er setzte sich in Bewegung. „Pass auf dich auf, mein Schatz.“
„Natürlich, Vater!“ rief das Mädchen noch über ihre Schulter bevor sie um die Ecke bog.

Nach einer guten Stunde war Firas an den Prophetensteinen angekommen. Ein alter Orcschamane saß an ihnen und bedachte das Mädchen nur mit einem freundlichen Lächeln. Sie lächelte zurück und winkte ihm zu. Sie ritt weiter bis zur großen Wiese, wo ein See das Elementarplateau vom Rest trennte. Dort nahm sie die Decke von Mahuds Rücken und legte sie sich auf den Boden. Unbesorgt ließ sie sich darauf nieder und genoss die Sonne. Es war wunderbar. Die warmen Strahlen, das Rauschen der Flüsse, die in dem See mündeten, das Gezwitscher der Vögel, die ihre Nester auf den hohen Felsvorsprüngen hatten. Sie würde wieder hier her kommen und wenn sie genug genossen hatte würde sie anfangen die Natur und ihre Tiere zu studieren. Vielleicht konnte sie es schaffen ein paar der Wildtiere handzahm zu bekommen. Dann bräuchte sie nie wieder Angst im Dunkeln zu haben, weil die Tiere auf sie aufpassen würden.
Auf einmal wurde sie von einem kleinen Stein getroffen. Schimpfend öffnete sie die Augen, als sie wieder einen abbekam. „Hey“, schrie sie und sprang auf. Am Ufer stand ein Orcjunge, der Kiesel in der Hand hielt und sie damit abwarf. „Was soll das?“ schimpfte sie und verschränkte ihre Arme vor der Brust.
„Das hier ist mein Platz“, antwortete der Junge. „Geh dorthin wo du her gekommen bist.“
Böse funkelte Firas ihr Gegenüber an. „Das ist niemandens Platz! Ich darf hier genauso sein wie du. Oder du kannst heim kehren.“
„Ganz schön frech, Talbukkind.“ Firas hatte dieses Wort noch nie gehört, aber so wie der Junge es sagte, konnte es nichts Gutes bedeuten. Augenblicklich lief sie auf ihn schreiend zu und warf ihn um. Zusammen plumpsten sie ins seichte Wasser. Wütend schlug sie auf ihn ein, aber er war gut und wich ihren Schlägen aus bis jemand kam und sie vom Jungen herunter hob. Es war der alte Schamane. In der anderen Hand hatte er ihre Decke, die er dem Jungen umlegte. Dann nickte er zur Wiese.
„Die Elemente sind ruhig. Das solltet ihr auch sein. Setzt euch und trocknet eure Kleider.“ Die Kinder schmollten, aber sie erlaubten sich keine Widerworte. Nicht gegen einen Schamanen.
Firas starrte stur vor sich her. Jetzt war es hier gar nicht mehr schön. Und eine Decke für Mahud hatte sie auch nicht mehr, weil der Orc es dem Jungen gegeben hatte.
„Wie heißt du?“ hörte sie auf einmal den Orcjungen fragen. Misstrauisch blickte sie ihn an. Er hatte die Decke abgelegt. Er selbst trug nur einen Lendenschutz. Sein schwarzes Haar war verwuschelt und seine gelben Augen wirkten wild – wie das eines Tieres – aber auch irgendwie traurig. Sie spürte wie sie Mitleid mit ihm bekam.
Leise seufzte sie. „Wenn ich lieb bin Firas. Wenn ich etwas angestellt habe heiße ich Firence Astradas Telaani.“ Sie grinste als sie an ihre schimpfende Mutter dachte. „Und du?“
„Garrosh. Garrosh Höllschrei.“
Ihre Augen weiteten sich. „Du bist der Sohn des Kriegshäuptlings“, stellte sie fest überlegend ob sie da bleiben oder abhauen sollte. Sie wollte auf gar keinen Fall Ärger bekommen. Dann würde ihr Vater ihr Mahud sicher wieder wegnehmen.
„Ja und du bist die Tochter der Stadthalter von Telaar.“ Er wusste also auch wer sie war. Sie nickte nur kurz. „Ich habe dich hier noch nie gesehen.“
„Ich habe heute Mahud bekommen.“ Sie zeigte auf ihren Grollhuf und bemerkte den kleinen Wolf, der daneben lag und döste. „Ich wollte hier unbedingt her kommen. Aus der Ferne sah es so schön aus und es ist noch viel schöner als ich gedacht habe. Ist das dein Wolf?“
Der Junge nickte und sie sah seine Augen glühen. Er musste sein Tier echt gern haben. „Ja, das ist Nachtheuler.“
Die beiden Kinder schwiegen kurz und beobachteten ihre Tiere. Sie war so grundverschieden und waren dennoch friedlich. Vielleicht konnten sie das auch sein.
„Wollen wir etwas spielen?“ fragte Garrosh in die Stille herein. Aufgeregt sprang Firas auf und ihre Augen leuchteten.
„Ja, lass uns fangen spielen.“ Sie haute den Jungen auf die Schulter. „Du bist dran. Fang mich!“ rief sie und rannte lachend los. Schwerfällig erhob sich Garrosh und lief ihr hinterher.
Schmunzelnd beobachtete der Schamane, die beiden. Unwahrscheinlich, dass sich Orc und Draenei verstanden. Noch unwahrscheinlicher war es, dass es ausgerechnet die Kinder wichtiger Personen war. Aber die Elemente hatten schon viel gesehen. Warum sollte dies nicht auch ein Wunder sein?

Als die Sonne sich dem Horizont neigte, sattelten die Kinder auf ihre Tiere. „Kommst du morgen wieder?“ fragte der Orcjunge.
Firas lächelte. „Wenn die Sonne scheint, komme ich wieder!“
------------------------

Das war das erste Kapitel zur Geschichte meines Draeneijägers - ich hoffe es gefällt euch :)
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast