Drunk Darling

von Creenella
KurzgeschichteRomanze / P12
Aoko Nakamori Kaito Kuroba
23.02.2015
29.08.2015
2
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Vorsichtig hob ich sie Huckepack vom Barhocker auf meinen Rücken und ich spürte, wie sie ihre Arme um meinen Hals schlang und kicherte.
Nachdem wir es aus der Bar auf die nur vom Laternenlicht bestrahlte Straße geschafft hatten, ging ich in Richtung Heimweg.
Verspielt zwirbelte und fuhr sie dann auf einmal mit ihren zierlichen Fingern in meinen Haaren herum. "Duh has' sso hübjeh *hick* Haaaaaaaaaareeeehehehehe..." Lallte sie dabei albern und kicherte weiter. Aoko und ich hatten uns etwas früher am Abend wie immer gezankt, weil ich sie geärgert hatte und als ich dann nach einem Anruf von meinem Assistenten Jii zu dessen Bar gegangen bin, musste sie mir nachgelaufen sein und sich, während ich mich mit Jii und einem großen Juwelier aus der Stadt unterhielt, eine der Flaschen dort geschnappt und davon etwas getrunken haben. Da Aoko aber schon durch einen einzigen Martini ihre Nüchternheit verlor, hat eine halbe Flasche Tequila sie nun stockbesoffen gemacht.
Ihre Hände wanderten spielerisch von meinem Haar zu meinem Gesicht und sie strich ein paar mal quer hindurch, bis sie an meinen Wangen blieben und sie ihren Kopf an meinen Nacken lehnte. "Duh hasss nich nua hübjjje Haareh, du has noch'n viel hübbjares Gesiiiicht *hick* hehe" Ich stockte kurz, fiel dann aber wieder in mein altes Schrittmuster. Sie fand mich also hübsch was? Ich kicherte in mich hinein als ich das hörte, da sie so etwas, wenn sie nüchtern gewesen wäre, so etwas niemals gesagt hätte, vor allem nicht, wenn ich sie zuvor (wie es heute der Fall war) aufgezogen und geärgert hatte.
Ein angenehmes Prickeln sauste plötzlich meine Wirbelsäule hinab in meine Magengegend, als sie ohne vorwarnung anfing, meinen Nacken mit kleinen Küssen zu übersähen und ich die sich anbahnende, warme Röte in meinem Gesicht spürte. Wieder blieb ich wie angewurzelt stehen.
Ihre Lippen waren so weich und federleicht wie Seide und lösten bei jeder ihrer Berührungen dieses unheimlich betörende Prickeln aus.
Für einen kurzen Moment wünschte ich mir insgeheim dass sie nüchtern wäre und wüsste, was sie da tat...
Hastig versuchte ich den Gedanken abzuschütteln. *Schön das Pokerface beibehalten Kaito, jetzt bloß nicht schwach werden. Sie ist doch nur deine beste Freundin, noch dazu blauer als in ihrem Alter erlaubt, also reiß dich zusammen!*
Ich ging weiter, aber dieses mal machte ich größere und schnellere Schritte. Nach Hause war es noch ein ganzes Stück und ich wollte mir nicht ausmalen, was sie in ihrem Zustand als nächstes vor hatte zu tun.
Vor allem hatte ich angst davor, dass ich nachgeben würde. Immerhin hatte ich auch ein bisschen was getrunken, auch wenn das nur zur Tarnung gedient hatte, da ich mich bei diesem Juwelier nicht auffällig benehmen wollte um an Informationen zu kommen.
Das war zwar nur ein halbes Glas Wein gewesen, aber da ich Alkohol überhaupt nicht gewöhnt war, konnte ich die Wirkung, sei sie noch so gering, deutlich spüren.
Noch immer rauschten mir unzählige kleine Wellen dieses Kribbelns und Prickelns durch den Körper, als Aokos Küsse sich langsam mein Hemd hinunter näherten und mir wirklich ein wenig bange wurde.
Ich sollte sie besser auf den Armen tragen oder einfach nur stützen, sodass sie selbstständig läuf,t bevor die Sache hier eskalierte.
Vorsichtig ließ ich ihre Beine los und sie rutschte sanft meinen Rücken runter.
Als ich mich jedoch zu ihr umdrehte, kippte sie direkt auf mich zu und klammerte sich ungeschickt an meiner Schulter fest, wobei ich reflexartig meine Arme um sie schlung um den Sturz zu dämpfen. Dennoch riss sie uns beide zu Boden. Wer hätte auch gedacht dass so ein zierliches Mädchen so viel wiegt? "Whuppsie.." nuschelte sie dabei.
So verharrten wir eine gefühlte Ewigkeit, in der unsere Nasenspitzen nur um ein paar Millimeter von einander entfernt waren.
So nah war sie mir bisher noch nie gewesen, ihr ganzer Körper war auf mich gelehnt und ich konnte ihre Wärme und ihren nach Alkohol riechenden Atem in meinem Gesicht spüren.
Eine ganze Weile lang starrten wir uns so an und mir fiel auf einmal auf, wie wahnsinnig blau Aokos Augen eigentlich waren...Sie machten ihrem Namen alle Ehre.
Als ich dann realisierte was ich gerade gedacht hatte, wurde ich noch roter als zuvor und merkte, wie sich mein Puls langsam beschleunigte.
Oh Gott wieso war ich nur so nervös?
Ich konnte problemlos einen Raubzug planen und durchführen, aber eine besoffene Aoko die auf mir lag war zu viel?
Was war nur los mit mir?!
Bevor sich dann aber mein Gedankendgang weiter fortsetzen konnte, hatte sie sich bereits noch näher an mein Gesicht gezogen und presste ihre warmen Lippen auf meine.
Meine Augen weiteten sich, als das Prickeln zurück kehrte, dieses mal jedoch weitaus heftiger.
Meine Vernunft verabschiedete sich und ohne groß darüber nachzudenken erwiederte ich den Kuss, wobei sich eine meiner Hände wie von selbst in ihren Haaren vergrub und sie näher an mich heran zog.
Wellenartig durchströmte das seltsame Gefühl wie starkstrom meinen gesamten Körper und knisterte in mir wie ein gigantisches Feuerwerk, das bis in meinen Kopf zu reichen schien und mit seinem Leuchten und Rauschen alles andere ausblendete.
Insbesondere in meinem Magen schien das Feuerwerk zu wüten, denn ein feurig-warmes Kribbeln durchzog mich von dort aus und schlagartig war mir alles egal.
Mir war für diesen Moment egal dass es falsch war so zu fühlen...
Dass es falsch war den Kuss auch noch zu erwiedern...
Aber tief in mir fühlte es sich so....
....so richtig an.
Allerdings schaltete sich nun auch wieder meine Vernunft an.
Vorsichtig  drückte ich sie, so sanft wie möglich, von mir weg und beendete somit den Kuss.
Meine Wangen erhitzten sich schon wieder und ich setzte mich auf.
Aoko sah etwas beleidigt aus, aber ich stand nur wortlos auf und zog sie mit mir hoch. "Das müssen wir leider auf ein anderes Mal verschieben Aoko...Wenn du weniger Alkohol intus hast..." Sagte ich dabei mit etwas zittriger Stimme, wobei ich letzteres eher geflüstert hatte.
In meinem Körper spielte nämlich immernoch alles verrückt und mein Herz schien Purzelbäume zu schlagen.
Aoko meckerte leise. "Och mennoooooo..."
Sobald sie stand, kippte sie aber auch schon wieder und ich fing sie beidarmig auf, dieses mal blieb ich sogar stehen.
Mein oben liegender Arm fuhr unter ihre Knie und ich hob sie hoch um sie zu tragen.
Als ich anfing weiter zu gehen, fiel Aokos Kopf sanft an meinen Hals, jedoch dauerte es eine Weile bis ich zu dem Schluss kam, dass sie eingeschlafen war.
Zehn Minuten später kamen wir an meinem Haus vorbei und ich blieb kurz stehen.
Zu Aoko war es nochmal ein kleines Stück weiter, es war zwar nicht viel, aber ich entschied trotzdem Aoko erstmal mit zu mir zu nehmen und ging mit ihr auf dem Arm zur Tür.
Ich hatte nach all dem wirklich keine Lust mir die Füße noch kaputter zu latschen als sie bereits waren.
Dadurch, dass ich Aoko auf dem Arm hatte, brauchte ich eine Weile um die Tür zu öffnen, aber sobald ich sie offen hatte trat ich ein.
Im inneren Angekommen, schubste ich die Tür mit meinem Ellenbogen wieder zu und zog meine Schuhe aus.
Nachdem auch das erledigt war, sah ich mich um und überlegte, wo ich Aoko nun ließ.
Auf dem Sofa? Nah lieber nicht, mit einem Kater war das glaube ich nicht so schlau.
Auf dem Boden? Auch nicht, dort würde sie nur frieren und bekäme morgen vermutlich Rückenschmerzen.
Als letzte Option blieb nur noch mein Bett, da ich aber eh nicht so viel wie Aoko getrunken hatte und ich eigentlich überall schlafen konnte, würde ich mich auch mit dem Sofa begnügen.
Leise und vorsichtig ging ich die Treppe hoch.
Zum einen, um Aoko nicht zu wecken und zum anderen, um nicht versehentlich zu fallen.
Oben angekommen bugsierte ich mich und sie durch meine halb offene Zimmertür und legte sie in mein ungemachtes Bett.
Ich schnappte mir die Decke, die zerknittert am Boden lag und schüttelte sie ein paar mal aus, bevor ich Aoko damit zudeckte.
Sie sah so friedlich aus wie sie dort lag und im Schlaf vor sich hin lächelte. Ich konnte nicht anders und drückte ihr einen flüchtigen Kuss auf die Stirn.
Leise räumte ich alle Blaupausen und Rauchbomben die noch herum lagen in eine Schublade und schloss sie ab, immerhin würde das meinen Tod bedeuten, wenn Aoko sie fand. Anschließend schlich ich leise aus dem Zimmer und ging nach unten, wo ich mich mit einer Wolldecke die ich unterwegs aufgabelte, auf das Sofa legte und gedankenverloren an die Decke starrte, bis mich die Müdigkeit schließlich übermannte.
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