Was nun?

GeschichteDrama, Angst / P6
Alfred Ill
22.02.2015
22.02.2015
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22.02.2015 407
 
Liebes Tagebuch,

du wirst mir nicht glaube, was in den letzten Tagen passiert ist. Es ist einfach nur schrecklich, entsetzlich, grauenhaft. All das kam so plötzlich und ohne Vorwahrung. Dabei haben wir uns anfangs noch alle auf die Ankunft der Claire Zachanassian gefreut. Millionen wollten wir haben. Alles war durchgeplant und mit den Vorbereitungen hatten wir gerade angefangen, als plötzlich der Rasende Roland in Güllen hielt. Natürlich waren wir alle verwundert. Warum hielt ein Zug von Weltbedeutung hier in unserem verlausten Dorf? Der Grund dafür war, dass Claire Zachanassian die Notbremse gezogen hat. Aufgespielt hat sie sich. Wie sie da aufgedonnert stand und dem Zugführer einfach so viertausend gegeben hat. Viertausend! Davon kann bei uns in Güllen jeder nur träumen. Gefolge hatte sie dabei. Zofen, Butler, Ehemänner und viele mehr. Später dann im Wirtshaus hat sie nach dem Bürgermeister eine Rede gehalten. Darin versprach sie und eine Milliarde. 500 Millionen für die Stadt, 500 Millionen für die Bürger. Diese Milliarde wird sie uns aber nur unter einer schrecklichen Bedingung geben. Denn sie will Gerechtigkeit. Eine Milliarde für meinen Tod. Du hast richtig gehört. Claire will mich tot sehen. Und weil sich die werte Dame zu fein ist, stiftet sie ganz Güllen zum Mord an. Das ist doch unfassbar. Natürlich lehnten alle Anwesenden dieses unmoralische Angebot ab. Doch ein paar Tage später fingen die Güllner an, bessere Produkte zu kaufen. Bessere Milch,  Zigaretten und Alkohol. Dazu hatten alle neue gelbe Schuhe. Sie bezahlten natürlich nicht in bar, sondern ließen alles aufschreiben. Ich wurde misstrauisch und ging mit meinen Bedenken zum Polizist. Doch auch er hatte neue gelbe Schuhe und trank Pilsner Bier. Beim Bürgermeister war es das selbe. Gelbe Schuhe, Seidenkrawatte, blonde Pegasus und sogar eine neue Schreibmaschine hatte er auch aufschreiben lassen. Der Pfarrer hatte sich sogar eine zweite Glocke geholt. Als ich ihn darauf ansprach, sagte er nur, dass ich aus Güllen fliehen soll, wenn ich an meinem Leben hänge. Nun sitze ich hier und bin am verzweifeln, fühle mich erdrückt. Was soll ich nur machen? Fliehen oder bleiben? Versuchen mein Leben zu retten oder dem sicheren Tod ins Auge blicken? Claire kann das doch nicht ernst meinem. Wir waren uns doch so nah. Werden die Güllner wirklich versuchen mich umzubringen? Das können sie doch nicht machen. Schließlich bin ich der beliebteste Bürger in Güllen, werde bald zum Bürgermeister gewählt. Aber ich lasse es besser nicht darauf ankommen. Mein Entschluss ist gefallen. Ich werde fliehen.
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